Corona-News am Freitag: 17.482 Neuinfektionen in Deutschland, Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 95,6
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Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa
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Neuer Höchstwert: Mehr als 10.000 Neuinfektionen in Ungarn
10.30 Uhr: Ungarn verzeichnet mit 10.759 Corona-Neuinfektionen einen neuen Rekord. Auch die Zahl der täglich gemeldeten Todesfälle in Verbindung it dem Virus sei mit 213 auf einen Höchstwert gestiegen, teilt die Regierung mit. Die hohen Infektionszahlen belasteten auch die Krankenhäuser, wo derzeit mehr als 10.000 Covid-19-Patienten behandelt würden, sagt Ministerpräsident Viktor Orbán im Hörfunk. Dank der Impffortschritte gebe es aber eine gute Chance für einen Sommer ohne Corona-Einschränkungen. In diesem Zusammenhang bekräftigte er seine Unterstützung für die Nutzung chinesischer und russischer Impfstoffe, die Ungarn als erstes Land der Europäischen Union genehmigt hat und einsetzt.
Spahn für früheren Impfbeginn in Hausarztpraxen
10.16 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn tritt für einen früheren Beginn der Impfungen in den Hausarztpraxen ein. Die Gesundheitsminister der Länder hatten vorgeschlagen, spätestens ab dem 19. April damit zu beginnen. »Ich hätte nichts dagegen, wenn wir früher in den Hausarztpraxen beginnen können«, sagt Spahn.
Die Hoffnungen auf weitere Öffnungsschritte dämpft Spahn. »Die steigenden Fallzahlen können bedeuten, dass wir in den kommenden Wochen keine weiteren Öffnungsschritte vornehmen können. Im Gegenteil vielleicht sogar Schritte rückwärts gehen müssen.«
Sputnik V könnte in Schwaben produziert werden
10.12 Uhr: In Deutschland wächst das Interesse am russischen Coronaimpfstoff Sputnik V. Der könnte bald im bayerisch-schwäbischen Illertissen produziert werden. Lesen Sie hier die ganze Meldung.
Luxemburg nimmt AstraZeneca-Impfungen wieder auf
10.02 Uhr: Luxemburg nimmt die Corona-Impfungen mit dem Präparat des Herstellers AstraZeneca wieder auf: Der Impfstoff werde ab dem heutigen Freitag wieder regulär eingesetzt, teilte das Gesundheitsministerium mit. Grundlage ist die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) vom Donnerstag, die die Vakzine von AstraZeneca als sicher eingestuft hat.
Wie zahlreiche andere europäische Länder hatte Luxemburg die Impfungen mit AstraZeneca in den vergangenen Tagen vorübergehend ausgesetzt. Hintergrund waren Meldungen von Blutgerinnseln im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung mit dem Präparat.
Von der Leyen sieht Impf-Zielmarke bis Ende des Sommers nicht gefährdet
09.55 Uhr: Trotz der Verzögerungen im Zusammenhang mit dem AstraZeneca-Impfstoff ist EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen »äußerst zuversichtlich«, dass das Ziel eingehalten werden könne, bis Ende des Sommers 70 Prozent der Erwachsenen in der Europäischen Union zu impfen. Zum russischen Impfstoff Sputnik V sagt sie der italienischen Zeitung »La Repubblica«, dieser werde noch geprüft.
Was den anhaltenden Streit mit den USA und Großbritannien über Vakzine-Exporte angeht, so sagte von der Leyen, die EU und die Regierung in London stünden in Kontakt. Details zu ihren Gesprächen mit Premierminister Boris Johnson will sie nicht nennen. Sie plädiert aber für »mehr Offenheit« und gegenseitiges Vertrauen.
Schwesig befürwortet »kontaktlosen Urlaub«
09.40 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) will sich für »kontaktlosen Urlaub« im eigenen Bundesland einsetzen. »Dass jetzt wieder der Mallorca-Urlaub sozusagen dem Urlaub im eigenen Land aus epidemiologischen Gründen vorgezogen wird, das versteht niemand«, sagte sie am Freitagmorgen im Deutschlandfunk. Im Interview mit der »Bild« hatte sich zuvor auch der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), für ein ähnliches Modell ausgesprochen. »Das wäre ja für die Menschen im eigenen Land der Urlaub in der Ferienwohnung oder im Ferienhaus«, sagte Schwesig.
Losgetreten wurde die Debatte mit der Streichung unter anderem von Mallorca von der Liste der Corona-Risikogebieten am vergangenen Freitag. Damit ist seit Sonntag der Urlaub auf der Insel im Mittelmeer wieder ohne Quarantäne und Testpflicht bei der Rückkehr möglich. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur halten auch fast zwei Drittel der Menschen in Deutschland die Aufhebung der Reisebeschränkungen für falsch.
Zur Bekämpfung der Pandemie hierzulande die Impfreihenfolge aufzuweichen, lehnte die SPD-Politikerin ab: »Wir haben viel, viel mehr Impfwillige, als wir Impfstoff haben. Und es ist wichtig, jetzt erst mal in der Reihenfolge zu bleiben«.
Kleinere Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Dänemark
09.30 Uhr: Die Däninnen und Dänen dürfen sich ab Montag wieder mit bis zu 10 Menschen unter freiem Himmel treffen. Die Obergrenze für organisierte und draußen stattfindende Sport-, Freizeit- und Vereinsaktivitäten wird dann zudem von 25 auf 50 Teilnehmer angehoben, wie Ministerpräsidentin Mette Frederiksen nach einer Einigung mit den Parlamentsparteien mitteilte.
Auch bei Gottesdiensten unter freiem Himmel dürfen jetzt bis zu 50 Menschen dabei sein. Zudem gibt es gewisse weitere Lockerungen für Schulen in der Region um die Hauptstadt Kopenhagen.
Dänemark befindet sich angesichts niedriger Neuinfektionszahlen seit einigen Wochen auf dem Weg vom strikten Lockdown nach und nach hin zur Lockerung der Corona-Maßnahmen. Jüngere Schüler konnten bereits am 8. Februar in ihre Klassenzimmer zurückkehren, seit Anfang März ist unter anderem auch der Großteil des Einzelhandels wieder offen. Restaurants, Cafés, Kneipen und Fitnessstudios bleiben dagegen zunächst bis einschließlich Ostern geschlossen.
Die Neuinfektionszahlen sind in Dänemark seit Mitte Dezember stark gesunken. Derzeit liegen sie auf die Bevölkerung heruntergerechnet in etwa auf dem Niveau von Deutschland.
Auch Ramelow will sich bei Impfgipfel für Sputnik V einsetzen
09.22 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow will sich bei dem Impf-Gipfel von Bund und Ländern für den russischen Impfstoff Sputnik V stark machen. »Wir plädieren erst mal dafür, dass wir wieder in Ruhe in das Verimpfen von AstraZeneca einsteigen können. Und ich persönlich plädiere auch dafür, dass die Bundesregierung jetzt die Vorverträge für Sputnik V fertig macht«, sagt der Linken-Politiker in der ARD. Vorbehalte gegen den russischen Impfstoff habe er nicht. »Es geht darum, dass wir viel mehr Vakzine brauchen.« Andere europäische Staaten seien schon längst bei Vorbereitungen oder sogar bei Verimpfungen mit Sputnik V wie Ungarn und die Slowakei.
Zuvor hatten bereits Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller für eine rasche Zulassung des Impfstoffs geworben.
Ethikrat-Vorsitzende plädiert für mehr Flexibilität beim Impfen
09.10 Uhr: Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, plädiert für mehr Flexibilität bei der Impf-Reihenfolge. Die Priorisierung dürfe »kein Knebel« sein, sagt sie in der ARD. Das Impfen müsse mit einem gewissen Pragmatismus und mit Flexibilität laufen. »Wir alle wissen, dass wir jetzt schnell voranschreiten müssen, damit wir dann die Priorisierung gar nicht mehr brauchen und öffnen können.« Noch, und gerade jetzt in der dritten Welle sei es »richtig und wichtig«, zunächst die zu schützen, die am meisten gefährdet seien. »Gleichzeitig müssen wir Meter machen.«
Sobald genug Impfstoff vorhanden sei, sollte man daher in die niedergelassenen Praxen gehen und dort den Ärzten »ein bisschen Ermessensspielraum« geben. Es hapere nicht an den ethischen Maßstäben als solche, sondern an der Umsetzung. Eine Herausforderung sei etwa der Datenschutz. Dieser dürfe nicht ignoriert werden. Man müsse ihn aber funktionaler machen und anpassen »an das, was jetzt passiert und nicht das, wovor wir uns vor 20 Jahren Sorgen gemacht haben«.
Laschet und Kurz fordern europäische Lösungen im Kampf gegen Corona
08.57 Uhr: Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet und der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz haben im Kampf gegen die Corona-Pandemie europäische Lösungen angemahnt. »Das Virus macht nicht an einer Grenze halt«, sagte CDU-Chef Laschet vor einem Vier-Augen-Gespräch mit Kurz in Berlin. »Wir brauchen eine Kooperation über die Grenzen hinweg. Wir können in der Pandemie nur voneinander lernen.«
Kurz sieht Europa bei der Corona-Pandemie »auf den letzten Metern«. »So dramatisch es ist, dass wir jetzt noch immer diese Pandemie ertragen müssen, so schön wird es sein, wenn wir im Sommer endlich wieder normal leben können«, sagte er.
In Hinblick darauf seien europäische Lösungen gefordert. Dabei gehe es darum, »dass es notwendig ist, auch Grenzkontrollen wieder abzubauen, quer durch Europa Quarantäneregelungen wieder abzubauen, damit die Menschen hoffentlich so bald wie möglich auch ihre Reisefreiheit zurückerhalten«, sagte Kurz. Österreich als Tourismusland freue sich darauf, schon bald wieder »viele deutsche Gäste und auch viele Gäste aus NRW begrüßen zu dürfen«.
Nach AstraZeneca-Impfstopp: Risikoforscher zeigt Verständnis für Skepsis
08.03 Uhr: Der Impfstopp bei der AstraZeneca-Vakzine ist aufgehoben, die Skepsis bleibt. Ein Experte hat Verständnis für die Bedenken – und Ideen, wie wir die Vorbehalte gegen das Mittel überwinden können.
Müller und Söder liebäugeln mit russischem Impfstoff Sputnik V
07.55 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) werben vor dem nächsten Gipfel von Bund und Ländern für eine rasche Zulassung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V. »Wir brauchen jeden Impfstoff, den wir kriegen können«, sagte Müller am Donnerstag nach einer Video-Schalte der Länderchefs. Söder verwies darauf, dass Sputnik V nach allen Gutachten ein guter Impfstoff sei. »Zum Teil ein besserer als bereits zugelassene«, fügte er hinzu. Hier erfahren Sie mehr zu dem Thema.
Sachsen-Anhalt plant baldige Öffnungen für Touristen
07.31 Uhr: Reiner Haseloff plant den nächsten Öffnungsschritt – über Ostern will der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt seinen Bürgerinnen und Bürgern den Urlaub im eigenen Bundesland ermöglichen. Der CDU-Politiker sagt: »Ich kann doch niemandem erklären, warum der gleiche Hausstand, der ohnehin zusammen wohnt, sich nicht mit den Kindern ins Auto setzen und in eine Ferienwohnung im eigenen Bundesland fahren darf.«
Virologe Dittmer zu Osterurlaub: »Ich würde es jetzt nicht tun«
07.15 Uhr: Der Essener Virologe Ulf Dittmer rät dazu, auf Urlaubsreisen rund um Ostern zu verzichten. »Über Ostern haben wir in den allermeisten Ländern außer Israel keine stabile Lage«, sagte der Leiter des Instituts für Virologie an der Uniklinik Essen. »Auch die Lage auf den Balearen halte ich nicht für stabil.« Es könne auch dort schnell wieder in die andere Richtung gehen. »Ich würde es jetzt nicht tun über Ostern.«
Er sehe mehrere Risiken: »Dass man sich infiziert und dort ins Krankenhaus muss oder dass man von Gegenmaßnahmen wie Quarantäne betroffen ist oder wieder Flüge ausfallen«. Jede und jeder solle sich genau überlegen, was man an Urlaub verantworten könne. Das gelte auch für einen innerdeutschen Urlaub etwa in einer Ferienwohnung: »Virusverbreitung und Infektionszahlen haben etwas mit Mobilität zu tun. Und natürlich würde das die Mobilität erhöhen.«
Dittmer plädierte dafür, bei der Betrachtung der Corona-Lage neben der Wocheninzidenz stärker die Altersstruktur der Infizierten, die Zahl der Krankenhaus-Neuaufnahmen und die Impfquote der über 70-Jährigen einzubeziehen. Die Gesamtlage habe sich »klar geändert durch die Impfungen«, sagte Dittmer. In Essen etwa seien nach dem Impfstart mittlerweile deutlich weniger über 80-Jährige infiziert als in den ersten beiden Wellen.
»Es hat sich verschoben hin zu jüngeren Leuten, die häufig nicht schwer erkranken.« Der Inzidenzwert sei im Begriff, sich von der Situation im Krankenhaus zu entkoppeln. Auch in der Uniklinik Essen sei die Zahl der Covid-19-Patienten zuletzt gesunken. Habe sie Anfang des Jahres noch bei über 130 gelegen, liege sie mittlerweile bei 50. Aktuell stagniere die Zahl jedoch.
Bildungskrise wegen Corona: Studierende protestieren in mehreren Städten
06.59 Uhr: Offene Briefe, Tweets, eine symbolische Versteigerung – vor der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am Montag protestieren in mehreren Unistädten Studierende. Sie wollen verhindern, wieder einmal vergessen zu werden.
Tausende Demonstrierende in Argentinien fordern Lebensmittelhilfen in Coronakrise
05.05 Uhr: In Argentinien sind tausende Menschen für Lebensmittelhilfen in der Coronakrise auf die Straße gegangen. Sie versammelten sich vor dem Regierungssitz in Buenos Aires und hielten Plakate mit der Aufschrift »Schluss mit dem Hunger« hoch. Die Demonstration, zu der soziale Organisationen aufgerufen hatten, stand unter dem Motto »el polentazo«. Polenta aus Maisgrieß gehört in Argentinien zu den Grundnahrungsmitteln, die sich immer mehr Menschen kaum noch leisten können.
In Argentinien haben sich nachweislich rund zwei Millionen Menschen mit dem Coronavirus angesteckt, rund 54.000 Infizierte starben. Gesundheitsexperten warnen derzeit vor einer zweiten Infektionswelle.
Argentinien steckte schon vor der Pandemie in einer tiefen Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Arbeitslosigkeit liegt mittlerweile bei über zehn Prozent, mehr als 40 Prozent der 44 Millionen Einwohner sind von Armut betroffen. Die Inflation lag im Januar und Februar bei fast acht Prozent.
»Viele Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze, sogar diejenigen, die eine richtige Arbeit haben«, sagte Monica Sulio von der Sozialistischen Arbeiterbewegung. »Es wird immer schlimmer«, so Noemi Avalos von der Protestbewegung FOL. Der Andrang in den Suppenküchen sei kaum noch zu bewältigen. Unter der Hilfesuchenden seien auch alte Menschen und Kinder.
Offene Läden trotz hoher Infektionszahlen – so könnte es klappen
04.30 Uhr: Im sächsischen Augustusburg liegt der Inzidenzwert über 200, trotzdem sollen Restaurants bald wieder öffnen. Hier erklärt der Bürgermeister, warum das Modellprojekt auch außerhalb von Sachsen funktionieren könnte. Lesen Sie hier mehr.
Immunologe: AstraZeneca-Impfungen schnell wieder hochfahren
04.10 Uhr: Nach der geplanten Wiederaufnahme der Corona-Impfungen mit dem Produkt von AstraZeneca in Deutschland hofft Immunologe Carsten Watzl auf ein schnelles Wiederhochfahren dieser Impfungen. Es gelte, beim Impfen jetzt wieder aufzuholen, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie der dpa. Nach bisherigen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) seien durch das Aussetzen der Impfungen mit dem Präparat des britisch-schwedischen Herstellers mindestens mehrere Zehntausend Impfungen pro Tag verpasst worden. Das könne perspektivisch mehr Todesfälle durch Covid-19 bedeuten.
Die Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zur Fortsetzung der Impfungen sei zu begrüßen und auch so zu erwarten gewesen, sagte Watzl. »Es muss nun gut darüber informiert werden, dass es das Risiko der seltenen Hirnvenenthrombosen gibt.« Nach Einschätzung des Immunologen wäre es hilfreich, wenn bereits genug Daten vorlägen, um möglicherweise besonders gefährdete Gruppen je nach Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen zu benennen und sie von der Impfung mit AstraZeneca auszuschließen. Noch könne man dies aber nicht.
Ausgehend von den von der EMA genannten, bisher bekannten 25 Fällen bei 20 Millionen Impfungen sei das Risiko seltener Thrombosen »verschwindend gering«, sagte Watzl. Es sei auch geringer, als durch einen mRNA-Impfstoff einen allergischen Schock zu erleiden. Angesichts der Wahrscheinlichkeiten, schwere oder tödliche Covid-19-Verläufe zu bekommen, sei es auch in jedem Fall sinnvoller, sich jetzt mit dem Produkt von AstraZeneca impfen zu lassen, anstatt gegebenenfalls Monate auf einen anderen verfügbaren Impfstoff zu warten.
Obwohl der Nutzen der Impfung klar überwiege, sei zu befürchten, dass der AstraZeneca-Impfstoff nach dem Aussetzen der Impfungen bei manchen Menschen mit einem negativen Bauchgefühl verbunden bleiben werde. »Da hilft nur, die Daten nüchtern zu betrachten.«
Fast 100 Millionen Impfungen in den USA seit Bidens Amtsantritt
03.50 Uhr: Seit dem Amtsantritt der neuen US-Regierung vor knapp zwei Monaten sind in den Vereinigten Staaten fast 100 Millionen Impfungen verabreicht worden. Bereits am Freitag werde diese Marke überschritten sein, sagte US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus. »Damit liegen wir Wochen vor dem Zeitplan«, sagte Biden. Die Leben von Millionen Menschen seien dank der Impfung, »einer Dosis Hoffnung«, zum Besseren gewandelt worden.
Biden hatte bei seiner Vereidigung am 20. Januar versprochen, dass es in seinen ersten 100 Tagen im Amt mindestens 100 Millionen Impfungen geben sollte. Das Ziel werde nun bereits nach 58 Tagen erreicht, sagte er.
Seit dem Start der Impfkampagne Mitte Dezember wurden in den USA, einem Land mit 330 Millionen Einwohnern, nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC knapp 116 Millionen Dosen Coronaimpfstoff verabreicht. Gut 75 Millionen Menschen erhielten demnach mindestens eine Dosis, rund 41 Millionen gelten bereits als voll geimpft. In den USA wird neben den Impfstoffen von Moderna und Biontech/Pfizer, bei denen zwei Dosen gespritzt werden, auch der Impfstoff von Johnson & Johnson eingesetzt, der bereits nach einer Dosis seine volle Wirkung entfaltet. Der Impfstoff des Herstellers AstraZeneca ist in den USA bislang nicht zugelassen.
Gründe und Folgen des Impfstopps
03.10 Uhr: Wie kam es zur AstraZeneca-Impfpause, die das Land tiefer in die dritte Welle treiben könnte? Ein Grund war wohl eine fehlende Information im Kleingedruckten. Lesen Sie hier mehr.
Städte- und Gemeindebund fordert möglichst bald Impfung in den Praxen
02.50 Uhr: Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat Bund und Länder vor ihren Gesprächen am Freitag aufgefordert, frühzeitig mit den Corona-Impfungen in den Praxen zu beginnen. »Auch wenn derzeit noch nicht genug Impfdosen vorhanden sind, sollten bestimmte Kontingente alsbald über die Apotheken an die Hausärzte gehen«, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
»Wir werden in absehbarer Zeit eine so große Menge an Impfdosen zur Verfügung haben, dass wir diese nicht mehr allein in den Impfzentren verimpfen können.« Die neue Impfstrategie solle auch die Betriebsärzte einbinden, die gerade bei großen Unternehmen eine Vielzahl von Menschen impfen könnten.
Landsberg forderte zudem, die Priorisierung der Impfgruppen zu lockern. Wenn in einem Impfzentrum Impfdosen in großer Zahl übrig blieben, sollte vor Ort entschieden werden dürfen, dass auch Personen aus Gruppen geimpft werden, die noch nicht an der Reihe seien. »Eine Impfdosis im Arm ist immer besser als eine Impfdosis, die im Kühlschrank lagert, nur um bürokratische Vorgaben zu erfüllen.«
Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich darauf geeinigt, Mitte April mit dem Impfen in Praxen zu starten. Endgültige Beschlüsse sollen am Freitag gefasst werden.
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