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Corona-News am Dienstag: Eltern von Jens Spahn »mit AstraZeneca geimpft« 

April 07
01:36 2021
Gesundheitsminister Jens Spahn Bild vergrößern

Gesundheitsminister Jens Spahn

Foto: Michael Kappeler / dpa

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

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Universität Oxford pausiert Studie zu AstraZeneca-Impfung bei Kindern

22.23 Uhr: Eine britische Studie an Kindern mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca wird pausiert, während die Aufsichtsbehörden das Gefahrenpotenzial des Vakzins bewerten. »Während es keine Sicherheitsbedenken in der pädiatrischen klinischen Studie gibt, warten wir auf zusätzliche Informationen von der britischen Arzneimittelbehörde MHRA über ihre Überprüfung der seltenen Fälle von Thrombosen bei Erwachsenen«, erklärte die Universität Oxford am Dienstag. Die Universität hat den Impfstoff zusammen mit dem britisch-schwedischen Pharmariesen AstraZeneca entwickelt.

Weißes Haus lehnt staatlichen Corona-Impfausweis ab

22.19 Uhr: Das Weiße Haus hat Vorschlägen für einen staatlichen Corona-Impfausweis in den USA eine Absage erteilt. Die Sprecherin von Präsident Joe Biden, Jen Psaki, sagte am Dienstag, die Regierung unterstütze kein »System«, das von US-Bürgern das Mitführen einer Impfbestätigung verlange.

Private Unternehmen könnten der Idee einer Impfbestätigung aber nachgehen, sagte Psaki, etwa für Sportveranstaltungen in Stadien. Dabei müsse aber die Privatsphäre geschützt werden. Auch dürfe es keine »Diskriminierung« geben. Die Regierung wolle dazu Richtlinien entwerfen, sagte die Biden-Sprecherin.

Kalifornien will Wirtschaft am 15. Juni komplett hochfahren

21.22 Uhr: Kalifornien will Mitte Juni seine Wirtschaft wieder komplett hochfahren. »Wir können nun damit beginnen, unser Leben nach der Pandemie zu planen«, sagt der Gouverneur des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaats, Gavin Newsom. Zwar würden weiter Masken und gewisse andere Maßnahmen nötig bleiben. Wenn jedoch die Fallzahl niedrig sei und Impfstoffe allgemein verfügbar, sollten am 15. Juni alle Geschäfte wieder öffnen können. In Kalifornien leben 39,5 Millionen Menschen, von denen 7,5 Millionen inzwischen komplett geimpft sind.

Österreich verlängert harten Lockdown für östliche Bundesländer

20.59 Uhr: Angesichts der zahlreichen Corona-Fälle im Osten Österreichs hat Bundeskanzler Sebastian Kurz den harten Lockdown in der Region verlängert. »Die Landeshauptleute von Wien, Niederösterreich und dem Burgenland haben sich in Abstimmung mit uns als Bundesregierung darauf verständigt, den Lockdown bis zum 18. April zu verlängern«, sagte Kurz am Dienstag vor Journalisten. Museen und Geschäfte, die nicht für den Grundbedarf nötig sind, bleiben damit weiter geschlossen.

Das Verlassen der eigenen Wohnung soll weiterhin in bestimmten Fällen erlaubt sein, etwa zum Einkaufen oder für sportliche Aktivitäten. Die Schulen bleiben auch nach Ostern weiter geschlossen, für die Schüler findet Distanzunterricht statt.

Alle Erwachsenen New Yorker sind impfberechtigt

20.42 Uhr: Angesichts der rasanten Corona-Impfkampagne in den USA können künftig alle erwachsenen Bewohner des ehemaligen Covid-Epizentrums New York ein Vakzine erhalten. »Heute hat jede Person im Bundesstaat New York, die älter als 16 Jahre ist, Anspruch auf den Impfstoff. Es gibt keine Entschuldigung, nicht online zu gehen und heute einen Anruf (für einen Termin) zu tätigen«, sagte der Gouverneur des Bundesstaates, Andrew Cuomo, am Dienstag. 16 Jahre ist das momentane Mindestalter, um in den USA geimpft zu werden. Bislang sind drei Impfstoffe zugelassen.

Fast 50.000 Neuinfektionen in der Türkei

19.42 Uhr: Die Türkei kämpft gegen die dritte Corona-Welle. Nun hat das Land 49.584 Neuinfektionen verzeichnet und damit so viele wie noch nie an einem Tag. Die Zahl der Toten steigt um 211, wie das Gesundheitsministerium weiter bekannt gab. Zuletzt lag sie Anfang Januar so hoch.

Impfaffäre in Halle (an der Saale): Bericht der Staatsanwaltschaft belastet Oberbürgermeister

19.37 Uhr: Obwohl er laut Impfplan noch nicht an der Reihe war, ließ sich Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand gegen Corona impfen. Der Fall hat für heftige Kritik gesorgt. Vor einer Sondersitzung des Stadtrats gerät der parteilose Politiker nun weiter unter Druck.

Wie die »Mitteldeutsche Zeitung« (MZ) berichtet wird der 64-Jährige durch einen Zwischenbericht der Staatsanwaltschaft Halle schwer belastet. Der Bericht widerspreche der zentralen Rechtfertigungen des umstrittenen Politikers.

Informationen der MZ zufolge gehe die Justizbehörde davon aus, dass in der Stadt auf Anweisung Wiegands systematisch gegen die Bundesimpfverordnung verstoßen worden sei, um Stadträte und Mitglieder des Katastrophenschutzstabs gegen das Coronavirus zu impfen. Mindestens 29 Personen sollen demnach zwischen dem 18. Januar und dem 4. Februar dieses Angebot angenommen haben. Wiegand soll Mitarbeiter zudem gedrängt haben, über seine und die anderen vorzeitigen Impfungen Stillschweigen zu wahren.

Die MZ berichtet weiter, dass die Ermittler den Darstellungen des Oberbürgermeisters widersprechen, wonach es nicht möglich gewesen sei, Personen aus der höchsten Impfkategorie zu erreichen, damit Impfstoffreste nicht verfallen. Diese Gefahr habe zu keinem Zeitpunkt bestanden, schreibt die MZ unter Berufung auf den Zwischenbericht der Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der veruntreuenden Unterschlagung von Teilen des Impfstoffs gegen Wiegand. Am Mittwoch berät der Stadtrat darüber, ob dem Politiker die Ausübung der Dienstgeschäfte mit sofortiger Wirkung untersagt werden soll. SPIEGEL-Informationen zufolge dürfte sich dann eine Mehrheit für eine Suspendierung von Halles Oberbürgermeister aussprechen.

Jeder Erwachsene soll ab 19. April in den USA ein Impftermin erhalten

18.48 Uhr: In den USA sollen alle Erwachsenen ab dem 19. April einen Corona-Impftermin vereinbaren können. Präsident Joe Biden werde dies noch an diesem Dienstag verkünden, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, bei einer Pressekonferenz.

»Das bedeutet nicht, dass Sie sie (die Impfung) an diesem Tag bekommen, es bedeutet, dass Sie sich an diesem Tag in die Schlange einreihen können, wenn Sie es nicht schon vorher getan haben«, machte Psaki deutlich. Mit der Aufhebung der Staffelung sei die Hoffnung verbunden, dass mehr Menschen schneller geimpft werden. Die US-Regierung rechne weiterhin damit, bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle Erwachsenen vorrätig zu haben, sagte Psaki.

Gewalt bei Anti-Corona-Protesten in Rom

18.24 Uhr: Bei Protesten gegen die Corona-Schutzmaßnahmen in der Nähe des Parlaments in Rom ist es zu Auseinandersetzungen der Demonstranten mit der Polizei gekommen. Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge wurde mindestens ein Polizist verletzt. Mehrere Protestler seien festgesetzt worden. Die Zeitung »La Repubblica« schrieb, Beteiligte hätten von verletzten Demo-Teilnehmern berichtet.

Die Demonstranten, darunter Besitzer sowie Mitarbeiter von Restaurants, Läden und Sportstudios, hätten gegen Schließungen und Einschränkungen ihrer Arbeit aus Gesundheitsgründen protestiert, hieß es in Zeitungsberichten. Einige Dutzend Menschen hätten versucht, Absperrungen auf dem Platz vor der Abgeordnetenkammer zu durchbrechen. Es seien Feuerwerkskörper geflogen. Manche Demonstranten – meist Männer, aber auch Frauen – hätten keinen Mund-Nasen-Schutz getragen.

Der Agentur Ansa zufolge hatten Verbände in mehreren Städten Italiens Proteste gegen die Corona-Sperren organisiert. Die Regierung hatte das Mittelmeerland über Ostern zur Roten Zone mit strikten Sperren erklärt. Diese Regelung war am Montag ausgelaufen. Dennoch gelten bis Ende April viele Verbote, so dürfen Restaurants ihr Essen nur außer Haus verkaufen. Sportstudios bleiben zunächst dicht.

Alle EU-Staaten verpassten ihr Impfziel im März

17.50 Uhr: Keiner der 27 EU-Staaten hat das selbstgesteckte Ziel erreicht, bis Ende März mindestens 80 Prozent der über 80-Jährigen gegen die Corona-Infektion zu impfen. Das sei auf »verschiedene Gründe« zurückzuführen, sagte am Dienstag ein Sprecher der EU-Kommission.

Nach einer Statistik der EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC, die sich auf 23 Länder bezieht, erhielten rund 60 Prozent der über 80-Jährigen bis zum 5. April mindestens eine Impfdosis, knapp 30 Prozent erhielten die beiden Dosen der Vakzinen, die für eine vollständige Impfung erforderlich sind.

Im ersten Quartal wurden an die Staaten der EU 107 Millionen Impfdosen ausgeliefert – weit weniger als ursprünglich angenommen. Bis Ende Juni wird eine deutliche Beschleunigung der Auslieferungen erwartet. Der Sprecher der EU-Kommission sprach von 300 bis 360 Millionen Dosen im zweiten Quartal. Damit könne das »Kardinalziel« erreicht werden, 70 Prozent der Erwachsenen zu impfen. »Das wird uns in eine Lage versetzen, in der wir eine ausreichende Herdenimmunität zum Kampf gegen das Virus haben«, sagte der Sprecher.

Positiver Corona-Test: FC Bayern ohne Gnabry gegen Paris

17.30 Uhr: Der FC Bayern München muss das Viertelfinalhinspiel gegen Paris Saint-Germain am Mittwoch (21.00 Uhr, SPIEGEL-Liveticker, TV: Sky) ohne Fußball-Nationalspieler Serge Gnabry bestreiten. Der Flügelspieler wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Er befinde sich in häuslicher Isolation, es gehe ihm gut, teilte der Verein am Dienstag mit. Was das für das Rückspiel in Paris sechs Tage nach dem Hinspiel bedeutet, bleibt abzuwarten. Ein Einsatz ist aber unwahrscheinlich. Gnabrys Mitwirken war bereits zuvor fraglich, weil er laut Trainer Hansi Flick Halsschmerzen hatte.

Gnabry war bereits im Oktober schon einmal positiv auf das Coronavirus getestet worden und hatte die Spiele in der Champions League gegen Atlético Madrid (4:0) und die Bundesligapartie gegen Frankfurt (5:0) verpasst.

Österreich bereitet Öffnungen im Mai vor

17.27 Uhr: Österreich bereitet sich auf die Öffnung vieler Branchen im Mai vor. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) kündigte am Dienstag die Einrichtung einer entsprechenden Öffnungskommission aus Vertretern von Bund, Ländern und Kommunen an. Es gehe darum, die Öffnungsschritte auch sorgfältig und rechtzeitig vorzubereiten. Mit dem für April erwarteten Impffortschritt bei den über 65-Jährigen werde voraussichtlich eine massive Entlastung der Kliniken einhergehen, so Kurz. Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) sprach von den »letzten harten Wochen«, die nun noch zu überstehen seien.

Kurz, der zuletzt die Impfstoffverteilung in der EU kritisiert hatte, zeigte sich mit dem Impffortschritt in Österreich aktuell zufrieden. Von den fünf Millionen Bürgern, die für Impfungen infrage kämen und auch dazu bereit seien, sei jeder vierte inzwischen durch ein Vakzine besser geschützt. Er erwarte eine massive Trendwende, sobald auch die 50-Jährigen geimpft seien. Das sei im Mai geplant.

Zur möglichen Beschaffung des russischen Impfstoffs Sputnik V erklärte Kurz, dass er nicht in jedem Fall auf eine Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema warten werde. »Es kommt sehr stark darauf an, wie lange dieser Zulassungsprozess dauert und aus welchen Gründen er sich in die Länge zieht.« Er habe das Gefühl, dass von manchen auch geopolitisch agiert werde. In der Coronakrise sollte es seiner Ansicht nach aber nicht um geopolitische Fragen gehen.

Spanien will Notstand am 9. Mai beenden

16.55 Uhr: Im Zuge einer deutlichen Verbesserung der Pandemie-Lage will der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez den am 9. Mai auslaufenden Corona-Notstand nicht verlängern. »Wir wollen, dass der 9. Mai der Schlusspunkt ist«, sagte der sozialistische Politiker nach der wöchentlichen Kabinettssitzung am Dienstag in Madrid. Sánchez versprach außerdem, dass bis Ende August 33 Millionen der insgesamt rund 47 Millionen Einwohner des Landes gegen Corona geimpft sein werden.

Im zweiten Quartal würden dreieinhalb Mal so viele Dosen geliefert wie in den drei ersten Monaten des Jahres. »Wir werden alle Kräfte bündeln, um unermüdlich zu impfen und zu impfen. Diese ist die Hauptaufgabe der Regierung«, sagte der Ministerpräsident. Bis Dienstag hatten in Spanien rund 5,9 Millionen Menschen mindestens eine Impfstoffdosis erhalten, 2,85 Millionen Menschen auch bereits die zweite.

Wegen rapide steigender Zahlen hatte das Parlament im Herbst auf Antrag der Regierung einen sechsmonatigen Notstand gebilligt. Seitdem gilt fast im gesamten Land unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre. Noch Anfang Februar gehörte Spanien zu den Ländern mit den höchsten Infektionszahlen in Europa. Nach amtlichen Angaben gab es zuletzt binnen sieben Tagen rund 77 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner. In einigen spanischen Urlaubsregionen wie den Balearen oder Valencia ist die Lage mit Werten von rund 26 und 16 sogar deutlich besser als in allen deutschen Bundesländern.

Sarajevo: Bürger protestieren wegen schleppender Impfstoffbeschaffung

16.35 Uhr: Hunderte Bürger der bosnischen Hauptstadt Sarajevo haben am Dienstag ihren Ärger über die schleppende Beschaffung von Coronaimpfstoffen zum Ausdruck gebracht. Die Demonstranten zogen vor das bosnische Parlament und vor den Sitz der Föderationsregierung, berichtete das Nachrichtenportal »klix.ba«. Sie forderten den Rücktritt der bosnischen Gesamtregierung sowie der Regierung der Föderation BiH, des bosniakisch-kroatischen Landesteils.

Die Demonstranten warfen den Regierungsorganen vor, bei der Beschaffung von Coronaimpfstoffen versagt zu haben. Tatsächlich wird in Bosnien wenig geimpft. Die Vakzinen, die zur Verfügung stehen, stammen aus internationalen Spenden oder dem internationalen Impfstoffprogramm Covax.

Zugleich ist das Balkanland fest im Griff der Pandemie. Die Zahl der Neuansteckungen lag bei 664 pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen. In den vergangenen 24 Stunden starben in dem Land mit 3,5 Millionen Einwohnern 99 Menschen an den Folgen einer Infektion.

Lockdown in Wien verlängert

16.22 Uhr: Österreich verlängert für die Hauptstadt Wien und zwei weitere Bundesländer den Lockdown um eine Woche bis zum 18. April. Grund dafür ist die nach wie vor angespannte Situation auf den Intensivstationen. Für die sechs weiteren Bundesländer wurden trotz teilweise steigender Infektionszahlen keine Änderungen beschlossen. »In Absprache mit den Experten haben wir uns verständigt, dass wir weiterhin auf ein regionales Vorgehen setzen«, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz.

Im Osten des Landes hat sich die ansteckendere zuerst in Großbritannien entdeckte Virusvariante, die auch zu schwereren Verläufen führt, stark verbreitet. Zum 1. April wurden in Wien, Niederösterreich und im Burgenland der Handel und körpernahe Dienstleister wie Friseure geschlossen. Die Schulen wurden auf Fernunterricht umgestellt.

Niederlande: Zahl der Corona-Neuinfektionen geht leicht zurück

16.05 Uhr: Die Zahl der Coronaneuinfektionen in den Niederlanden ist in der vergangenen Woche um sieben Prozent auf rund 48.000 zurückgegangen. In den nächsten Tagen müsse sich zeigen, ob der positive Trend anhalte, teilte das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM am Dienstag mit. In fast allen Altersgruppen sei ein Rückgang erkennbar.

In der vergangenen Woche wurden den Angaben zufolge 276 Coronaneuansteckungen pro 100.000 Einwohner verzeichnet. In der Woche davor lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei knapp 300.

Anders sieht die Entwicklung in den Krankenhäusern aus. Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen stieg in der vergangenen Woche nach RIVM-Angaben um 19 Prozent. Dort liegen nun rund 750 Covid-Patienten – so viele waren es zuletzt am 30. April 2020.

Deutschland stufte die Niederlande mit Wirkung ab Dienstag als Hochinzidenzgebiet mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen ein. Daher müssen Niederländer bei Grenzübertritt einen negativen Coronatest vorweisen können. Seit Mitte Dezember gilt ein Lockdown und seit Ende Januar auch eine abendliche Ausgangssperre. Dennoch bleiben die Infektionszahlen hoch.

Montgomery warnt vor bis zu 200.000 Coronatoten

15.48 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat sich mit deutlichen Worten für harte Eingriffe zur Bekämpfung der Coronapandemie ausgesprochen. »Wenn wir keinen Lockdown machen würden, dann würde diese Infektion jetzt völlig ungebremst über das ganze Land hinweg rollen«, sagte er am Dienstag den Sendern RTL und ntv. »Dabei würde eine ganze Reihe von Menschen zusätzlich sterben, zu allen anderen, bis zu 200.000 sind die Prognosen.«

Montgomery forderte zugleich eine Vorbereitung der Zeit nach einem harten Lockdown. »Wer in den Lockdown geht, muss auch ein Konzept haben, wie er aus dem Lockdown wieder rauskommt«, sagte er. Auch ein Jahr nach der Pandemie werde alles viel zu sehr auf Sicht gefahren. »Ich glaube, da muss der eine oder andere Herr Politiker noch ein bisschen nachdenken.«

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte Anfang April angekündigt, über die Ostertage über Maßnahmen gegen die dritte Coronawelle nachzudenken. Am Montag schlug er dann einen zeitlich begrenzten harten Lockdown vor.

Dreyer erneut für Einhaltung der Notbremse statt vorgezogenem Treffen

15.30 Uhr: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat die Forderung ihres nordrhein-westfälischen Amtskollegen Armin Laschet (CDU) nach einer vorgezogenen Ministerpräsidentenkonferenz zur Coronabekämpfung zurückgewiesen. »Nach den Erfahrungen der letzten Bund-Länder-Besprechung halte ich es für unabdingbar, dass die nächste Runde gründlich vorbereitet wird«, sagte Dreyer den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Schlagworte, die mehr Fragen offen lassen, als sie Antworten geben, und kurzfristig anberaumte Treffen mit nur wenig Substanz sind hier aus meiner Sicht nicht zielführend.«

Dreyer hatte zuletzt vor Ostern ihre Absicht gesagt, sie wolle an dem Anfang März von Bund und Ländern beschlossenen Stufenplan festhalten. Dieser werde in Rheinland-Pfalz auch konsequent umgesetzt. Sie hatte sich daher bereits am Montag vergangener Woche gegen vorgezogene Bund-Länder-Beratungen vor der Ministerpräsidentenkonferenz am 12. April ausgesprochen.

»Weniger Obrigkeitshörigkeit, mehr Augenmaß«: Wie Hausärzte die Impfkampagne ankurbeln sollen

15.20 Uhr: Ab jetzt wird auch bei Hausärztinnen und -ärzten im großen Stil geimpft. Fachleute hoffen auf mehr Flexibilität. Bekommt nun auch die jüngere Ehefrau eine Dosis, wenn sie ihren 82-jährigen Mann begleitet?

Ema: Noch keine Entscheidung zu AstraZeneca-Impfstoff getroffen

15.05 Uhr: Nach Äußerungen eines Ema-Verantwortlichen über einen Zusammenhang zwischen der Coronaimpfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff und dem Auftreten von seltenen Blutgerinnseln hat die EU-Arzneimittelbehörde klargestellt, dass sie in der Sache noch keine Entscheidung getroffen hat. Der Ema-Ausschuss für Medikamentensicherheit habe »noch keine Schlussfolgerung gezogen und die Prüfung läuft derzeit weiter«, teilte die EU-Behörde der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag mit. Eine Entscheidung werde voraussichtlich am Mittwoch oder Donnerstag bekannt gegeben.

Modellversuche in Niedersachsen beginnen nicht vor dem 12. April

14.55 Uhr: Niedersachsens Modellversuche zur Öffnung von Innenstädten in der Coronapandemie werden nach Angaben beteiligter Kommunen nicht vor dem 12. April beginnen können. Bis dahin laufen Vorbereitungen. Es seien noch viele Fragen zu klären, ergaben Anfragen der Deutschen Presse-Agentur bei den Städten. Die Regierung hatte am Samstag 14 Gemeinden, darunter Braunschweig, Hildesheim, Lüneburg und Oldenburg ausgewählt.

In den Städten dürfen unter Auflagen Läden, Theater und Kinos, Galerien, Fitnessstudios oder die Außenbereiche von Restaurants geöffnet werden. Voraussetzung für den Besuch der Einrichtungen dort ist ein aktueller negativer Coronatest. Strenge Schutzmaßnahmen und Testkonzepte in den Projektgebieten sind ebenso Bedingung wie die Nutzung einer digitalen Kontaktnachverfolgung.

Der Verordnung des Landes nach sollen die Versuche abgebrochen werden, wenn die Ansteckungsrate mit dem Coronavirus drei Tage lang höher als 200 Fälle auf 100.000 Menschen binnen einer Woche liegt. Einige Kommunen kündigten an, schon früher einzuschreiten.

DFL: Vorerst kein verpflichtendes Quarantäne-Trainingslager

14.50 Uhr: Die Fußball-Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga müssen im April nicht ins Quarantäne-Trainingslager, um den Spielbetrieb zu gewährleisten. Die Deutsche Fußball Liga behält sich einen entsprechenden Beschluss zu einem späteren Zeitpunkt während der laufenden Saison allerdings vor, teilte die DFL am Dienstag mit. Aus medizinischer Perspektive halte man so eine Maßnahme derzeit nicht für notwendig.

»Mit dem vorläufigen Verzicht auf die Maßnahme folgt das Präsidium einer Empfehlung der ›Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb‹ unter Leitung von Prof. Dr. Tim Meyer. Das Vorgehen ist auch mit der Kommission Fußball abgestimmt«, teilte die Dachorganisation der 36 Profiklubs mit.

Für den Profifußball geht es darum, angesichts von steigenden Infektionszahlen in der Coronapandemie die Spielzeit im immer enger werdenden Terminkalender planmäßig zu Ende zu führen. Bei einer Entscheidung zugunsten eines Quarantäne-Trainingslagers braucht es acht Tage Vorlauf. Zuletzt hatte es wegen Coronafällen einige Absagen in der 2. Liga gegeben. Die DFL hatte daraufhin ihr Hygienekonzept verschärft: Ab einer Inzidenz von 35 gibt es zu den obligatorischen PCR-Tests weitere Antigenschnelltests an jedem Trainings- und Reisetag für Spieler und Betreuer.

New Yorks Vergnügungsparks in Coney Island öffnen

14.21 Uhr: Nach 18 Monaten sollen die berühmten Vergnügungsparks im New Yorker Viertel Coney Island wieder öffnen. Die Fahrgeschäfte an der Atlantikküste im Süden Brooklyns werden am Freitag wieder für eine begrenzte Zahl von Besuchern zugänglich sein. Unterdessen gelten für die Achterbahnen, Schaukeln und Imbisse weiter Maskenpflicht, Abstandsregeln und verstärkte Hygienemaßnahmen.

Angesichts der rasanten Impfkampagne in den USA werden auch im einstigen Covid-Epizentrum New York immer mehr Beschränkungen gelockert – obwohl zum Beispiel im Vergleich mit Deutschland weiterhin sehr viele Menschen erkranken. In den Vereinigen Staaten sind bereits mehr als 107 Millionen Menschen zumindest teilweise gegen Covid-19 geimpft. Das entspricht knapp einem Drittel der Bevölkerung.

Berlin stellt Betrieb in zwei Impfzentren ein – zu wenig Vakzinen

14.03 Uhr: Weil es zu wenig Coronaimpfstoff gibt, sind zwei von sechs Impfzentren in Berlin seit Dienstag 14 Uhr geschlossen. In der Arena in Treptow sowie dem Impfzentrum Messe werde der Betrieb noch am Dienstag eingestellt, teilte die Pressestelle der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit auf Twitter mit.

»Hintergrund ist, dass ein Impfstofftransport nach Berlin wegen mutmaßlich technischer Schwierigkeiten aufgehalten worden ist. Die ausgefallenen Impftermine werden innerhalb von drei Tagen nachgeholt«, hieß es auf der Internetseite.

In beiden Zentren wurde zuletzt der Impfstoff des Herstellers Biontech verabreicht.

Bayern hat Klärungsbedarf zu Laschets »Brücken-Lockdown«

13.25 Uhr: Bayern sieht nach dem Vorstoß des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet für einen »Brücken-Lockdown« noch Klärungsbedarf. »Bayern setzt sich weiter für ein konsequentes Vorgehen im Kampf gegen die Pandemie ein. Deshalb ist es erfreulich, wenn auch andere Bundesländer auf diesen Kurs einschwenken. Allerdings müsste zunächst mehr Klarheit darüber herrschen, was genau Nordrhein-Westfalen plant«, sagte der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Dienstag in München. Holetschek ist derzeit auch Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz.

Holetschek sagte: »Bei einem Anstieg der Infektionszahlen muss auch über schärfere Maßnahmen beraten werden.« Es sei aber sehr wichtig, dass neue Schritte von den Bürgerinnen und Bürgern akzeptiert werden. »Deshalb brauchen wir konkrete Konzepte, die mit wissenschaftlichen Daten untermauert sind. Das gilt auch für den Vorstoß aus Nordrhein-Westfalen«, sagte Holetschek.

Scholz kritisiert Laschet für Vorstoß zu »Brücken-Lockdown«

13.03 Uhr: Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat CDU-Chef Armin Laschet für dessen Vorstoß für einen »Brücken-Lockdown« kritisiert und sich skeptisch über eine vorgezogene Bund-Länder-Runde schon in dieser Woche geäußert. »Es macht nicht Sinn, sich zusammenzusetzen, ohne dass man sorgfältig das, was man dort beschließt, auch vorbereitet hat«, sagte Scholz am Dienstag in Berlin. Zudem habe Laschet als NRW-Ministerpräsident trotz hoher Infektionszahlen nicht alle vereinbarten Regelungen eingehalten und nicht konsequent Ausgangsbeschränkungen in betroffenen Regionen eingeführt.

»Ich fände es gut, wenn diese Verabredung, die wir miteinander haben, … überall gilt und von allen beachtet würde«, sagte Scholz. Wichtig seien gerade Klarheit und Führung. »Zur Klarheit gehört zu sagen, was wir tun – und das dann auch zu tun, was wir gesagt haben.« Dazu gehörten neben der Rücknahme einzelner Öffnungsschritte auch Ausgangsbeschränkungen. Zudem müsse die Teststrategie in Unternehmen und Schulen ausgebaut werden.

»Ich glaube, was wir machen müssen, ist jetzt gut vorbereitete Entscheidungen voranbringen«, sagte Scholz, angesprochen auf Laschets Vorschläge. Es helfe nicht, sich voreilig zu treffen, »sondern das muss jetzt alles sorgfältig miteinander diskutiert werden«.

Illegale Coronaparty in Ferienhaus – Gäste von überall aus Deutschland

12.53 Uhr: Die Polizei im Sauerland hat über Ostern eine Party in einem Ferienhaus aufgelöst. Angereist waren 19 Personen aus mehreren Teilen Deutschlands. Laut Mitteilung der Polizei von Dienstag kamen die Feiernden zum Beispiel aus Baden-Baden, dem Oberharz und Duisburg. Die Gruppe soll sich über Instagram verabredet haben. Wie die Polizei mitteilte, wurden die Beamten zu einem Ferienhaus gerufen, aus dem laut Musik zu hören war. Als die Streife an Karfreitagabend eintraf, flüchteten mehrere Feiernde durch die Fenster.

Angemietet wurde das Haus für fünf Personen für ein vermeintlich dienstliches Treffen. Mitgebracht hatte die angereiste Gruppe eine Zapf- und eine Musikanlage sowie Sekt- und Champagnerflaschen. Auf die Teilnehmer warten jetzt Verfahren wegen Verstößen gegen die Coronaregeln.

Nach Prüfung: Ema sieht Verbindung zwischen AstraZeneca-Impfung und Thrombosen

12.36 Uhr: Laut der EU-Arzneimittelbehörde Ema gibt es einen Zusammenhang zwischen einer Impfung mit AstraZeneca und extrem seltenen Blutgerinnseln. Auf die Nutzen-Risiko-Abwägung muss sich das nicht zwangsläufig auswirken. Lesen Sie hier die ganze Nachricht.

Bouffier unterstützt Laschets Vorstoß für »Brücken-Lockdown«

12.28 Uhr: Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) unterstützt den Vorschlag des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) für einen »Brücken-Lockdown«. »Ich halte die Vorschläge von Armin Laschet für vernünftig«, sagte Bouffier am Dienstag. Die aktuelle Lage sei »unsicher«, die Intensivstationen hätten immer weniger Kapazitäten. »In einer solchen Situation ist Vorsicht geboten«, so der Ministerpräsident.

Bouffier unterstützte auch den Vorschlag Laschets, die bislang für 12. April geplante Bund-Länder-Konferenz auf diese Woche vorzuziehen. Dies ergäbe auch deshalb Sinn, weil in vielen Ländern am kommenden Montag die Schule wieder beginnen würde. »Es wäre daher richtig, wenn man sich vorher bundesweit verständigt, wie man mit den Schulen aufgrund der derzeitigen pandemischen Lage umgeht«, sagte Bouffier. Ziel der Besprechungen müsse sein, die Inzidenzen drastisch zu reduzieren und »damit eine Brücke zu bauen, um anschließend wieder von Öffnungen reden zu können«.

Niedersachsen: Ministerpräsident Weil kritisiert Laschet-Vorstoß für «Brücken-Lockdown»

12.25 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat mit Ablehnung auf den von CDU-Chef Armin Laschet vorgeschlagenen »Brücken-Lockdown« in der Coronakrise reagiert. Er habe »erhebliche Zweifel« an einer solchen Maßnahme, sagte der SPD-Politiker am Dienstag. Der Vorschlag lasse viele Fragen offen.

»Will Ministerpräsident Laschet die Kitas komplett samt Notbetreuung schließen? Will er die Wirtschaft ganz herunterfahren? Wie lange und mit welchem konkreten Ziel sollen die Maßnahmen andauern? Das alles ist ungeklärt«, sagte Weil in Richtung seines Amtskollegen aus Nordrhein-Westfalen: »Solche Vorschläge tragen zur Verunsicherung der Menschen bei, helfen uns aber nicht bei der Eindämmung des Infektionsgeschehens.«

Auch einer vorgezogenen Ministerpräsidentenkonferenz erteilte Weil eine Absage. Dafür sehe er keinen Grund. »Vor Ostern hat Aktionismus bei vielen Menschen für einen Vertrauensverlust gesorgt, nach Ostern dürfen wir diesen Fehler nicht wiederholen.« Bisher ist die nächste Bund-Länder-Runde für den 12. April geplant.

Laschet hatte am Montag einen schnellen und harten Lockdown zur Eindämmung der dritten Coronawelle vorgeschlagen. Damit solle die Zeit überbrückt werden, bis viele Menschen geimpft seien. Niedersachsen will dagegen in Kürze in 14 Modellkommunen erproben, ob an Coronatests geknüpfte Öffnungen von Geschäften, Cafés und Kultureinrichtungen möglich sind.

Betrug bei Corona-Soforthilfen: Staatsanwälte leiteten bislang 15.000 Ermittlungsverfahren ein

12.22 Uhr: Mit mehreren Programmen wollten Bund und Länder kleine Betriebe und Soloselbstständige vor den Auswirkungen der Coronabeschränkungen schützen. Das hat auch viele Betrüger auf den Plan gerufen. Lesen Sie hier die ganze Nachricht.

Hamburger Verwaltungsgericht billigt nächtliche Ausgangssperre

12.15 Uhr: Das Hamburger Verwaltungsgericht hat die seit Karfreitag in der Hansestadt geltende nächtliche Ausgangssperre in einem ersten Eilverfahren gebilligt. Es bestehe aufgrund der Zuspitzung des ohnehin bereits auf einem hohen Niveau befindlichen Corona-Pandemiegeschehens ein »hinreichender Anlass« dazu, hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten Beschluss des Gerichts. Es lehnte damit einen Eilantrag einer Familie mit Kind ab. (Az. 14 E 1579/21).

Ohne nächtliche Ausgangssperre wäre eine wirksame Eindämmung des Geschehens »erheblich gefährdet«, so die Richter weiter. Die Ausgangssperre sei den Antragstellern dabei auch zuzumuten, da die konkreten Auswirkungen für sie mit Blick auf die aktuelle Coronalage und die für die Allgemeinheit entstehenden Vorteile als verhältnismäßig anzusehen seien. Der Beschluss kann noch vor dem Oberverwaltungsgericht angefochten werden. Es gibt zudem weitere Klagen gegen die Ausgangssperre.

Wegen der stark steigenden Infektionszahlen gilt in Hamburg seit Karfreitag eine Ausgangssperre zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens. Menschen dürfen in dieser Zeit nur aus wichtigen und unaufschiebbaren Gründen unterwegs sein. Ausnahmen gelten darüber hinaus für das Ausführen von Hunden und körperliche Betätigungen wie etwa Joggingrunden, sofern diese allein erfolgen. Ähnliche Beschränkungen gelten derzeit auch in vielen anderen Kommunen.

Familie von Captain Tom ruft zu Spendenaktionen auf

12.08 Uhr: Die Familie des im Februar im Alter von 100 Jahren gestorbenen britischen Rekordspendensammlers Captain Tom Moore hat vor seinem Geburtstag am 30. April dazu aufgerufen, seinem Beispiel zu folgen. Captain Tom, der zuletzt selbst an Covid-19 erkrankt war, hatte im vergangenen Jahr umgerechnet knapp 37 Millionen Euro an Spenden für den in der Pandemie unter Druck geratenen Gesundheitsdienst NHS gesammelt. Er war dafür 100 Runden mit seinem Rollator durch seinen Hinterhof spaziert. Beinahe über Nacht avancierte er zum nationalen Helden. Queen Elizabeth II. schlug ihn im vergangenen Sommer zum Ritter.

»Wir wollen, dass die Leute ihrer Fantasie freien Lauf lassen und ihre eigenen Aktionen mit der Zahl 100 erfinden«, sagte Captain Toms Tochter Hannah Ingram-Moore der BBC am Dienstag. Das könne zugunsten der von ihrem Vater gegründeten Stiftung oder für einen anderen guten Zweck sein. In einem Video, das auf Captain Toms Twitteraccount veröffentlicht wurde, schlossen sich auch mehrere Prominente dem Aufruf an, unter anderem die Schauspielerin Judi Dench.

Der Veteran aus dem Zweiten Weltkrieg wäre in diesem Jahr 101 Jahre alt geworden. Trotzdem sollten sich die Aktionen um die Zahl 100 drehen, befand Ingram-Moore. »Sein 100. Lebensjahr war das Beste seines Lebens«, sagte sie.

Erste Geschäfte könnten in Tschechien Ende April wieder öffnen

11.57 Uhr: Tschechiens Regierung rechnet mit ersten Lockerungen für die Gastronomie und den Einzelhandel bis Ende des Monats. »Vorausgesetzt, dass alles gut geht, könnten Ende April schrittweise Dienstleistungsbetriebe, Geschäfte und Restaurantaußenbereiche öffnen«, sagte Innenminister Jan Hamacek am Dienstag der Zeitung »MF Dnes«. Die meisten Geschäfte sind wegen der Coronapandemie – abgesehen von einer kurzen Unterbrechung vor Weihnachten – seit Oktober geschlossen. Ausgenommen sind Läden für den täglichen Bedarf wie Supermärkte und Drogerien.

Hamacek bekräftigte erneut, dass der Coronanotstand in Tschechien nicht mehr verlängert werden soll. Der Ausnahmezustand läuft in der Nacht vom 11. auf den 12. April aus. Damit endet die nächtliche Ausgangssperre sowie das Verbot, den eigenen Wohnbezirk zu verlassen. Andere Maßnahmen dürften nach dem neuen Pandemiegesetz weitergeführt werden. Es trat Ende Februar in Kraft und ähnelt dem Infektionsschutzgesetz in Deutschland.

Die dritte Coronawelle hat Tschechien hart getroffen, doch die Lage bessert sich. Innerhalb von sieben Tagen steckten sich nach aktuellen Zahlen noch rund 350 Menschen je 100.000 Einwohner an. Seit Pandemiebeginn gab es in Tschechien mehr als 1,5 Millionen bestätigte Infektionen und 27.169 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.

Sorge wegen Coronafällen bei Fußballnationalspielern in Italien

11.40 Uhr: In Italien sorgt eine Reihe positiver Coronatests bei Fußballnationalspielern nach der jüngsten Länderspielpause für Aufregung. Am Montag hatte der Erstligist Cagliari Calcio aus Sardinien mitgeteilt, dass bei Torwart Alessio Cragno nach dessen Rückkehr von der Nationalmannschaft das Virus festgestellt wurde. Er ist mindestens der fünfte Spieler des italienischen Teams, der nach den Länderspielen Ende März positiv getestet worden war.

Die Mannschaft hatte gegen Nordirland sowie in Bulgarien und Litauen gespielt. Die Zeitung »La Repubblica« schrieb am Dienstag von einer Häufung von Coronafällen bei der Nationalelf, die zum »Albtraum für die Serie A« werden könnte.

Auch Vincenzo Grifo vom SC Freiburg war zuvor positiv auf Corona getestet worden. Bei ihm sei nach der Rückkehr eine niedrige Viruskonzentration festgestellt worden, hatte der SC am Samstag mitgeteilt. Ebenfalls betroffen sind Leonardo Bonucci von Juventus Turin sowie Alessandro Florenzi und Marco Verratti, die Paris Saint-Germain im Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Bayern München fehlen. Dem italienischen Verband zufolge infizierten sich bei der Nationalmannschaft auch vier Betreuer mit dem Coronavirus.

Testnachweise: Kontrollen bei Einreise aus den Niederlanden

11.26 Uhr: Die Polizei in Nordrhein-Westfalen überprüft seit Dienstag stichprobenartig Einreisende aus den Niederlanden aufgrund der Hochstufung des Landes zum Hochinzidenzgebiet. Seit Mitternacht müssen Einreisende beim Grenzübertritt einen Testnachweis vorzeigen können, der höchstens 48 Stunden alt sein darf.

»Wir sind mobil unterwegs, die Grenze ist nicht geschlossen«, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Kleve. Kontrolliert werde auf Autobahnen, Kreis- und Bundesstraßen sowie in Zügen. Wenn jemand keinen negativen Test vorweisen könne, werde er aber auch nicht an der Einreise gehindert. »Wir weisen keinen Reisenden an der Grenze zurück.« Vielmehr würden dann die Daten des Reisenden aufgenommen, und er werde aufgefordert, umgehend in Deutschland einen Test nachzuholen und das Ergebnis zu mailen.

Die Entscheidung, die Niederlande mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen als Hochinzidenzgebiet einzustufen, war am Sonntag von der Bundesregierung getroffen worden. Nordrhein-Westfalen hat im Rheinland und im Münsterland eine 400 Kilometer lange Grenze mit dem Nachbarland. Für die mehr als 50.000 Pendler, die auf dem Weg zu Ausbildung, Studium, Arbeit oder Wohnung regelmäßig die Grenze überqueren, gibt es Ausnahmeregeln.

British Airways erwartet Reiseverkehr ab 17. Mai

11.06 Uhr: Der Chef der Fluggesellschaft British Airways erwartet, dass Auslandsreisen für die Menschen in Großbritannien ab Mitte Mai wieder erlaubt werden. »Wir sind optimistisch, dass der Reiseverkehr am 17. Mai wieder aufgenommen werden kann. Die britische Öffentlichkeit sollte die Hoffnung nicht verlieren. Wir bleiben optimistisch, dass dies geschehen wird«, sagte British-Airways-CEO Sean Doyle laut der Nachrichtenagentur Reuters.

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson sagte, geplante Lockerungen für die Wirtschaft könnten in der kommenden Woche vorgenommen werden. Aus Sicht der Regierung ist es allerdings noch zu früh, um zu sagen, wann Auslandsreisen wieder erlaubt werden.

In Großbritannien gilt ein Auslandsreiseverbot. Wer dennoch Urlaub im Ausland macht, dem droht eine Geldstrafe von etwa 5000 Pfund (circa 5860 Euro).

Lauterbach: »Harter Lockdown« ist nötig

10.55 Uhr: Öffnungen von Gastronomie, Kinos und Sportstätten wie jetzt im Saarland sind aus Sicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach ein falsches Signal angesichts der weiter stark grassierenden Coronapandemie. Nötig sei vielmehr ein »harter Lockdown« mit verschärften staatlichen Beschränkungen, sagte er am Dienstag im RTL/ntv-»Frühstart«. »Ein Lockdown, der jetzt beginnt, ist nicht vermittelbar, wenn gleichzeitig in Modellprojekten gelockert wird.« Zu einem harten Lockdown gehören aus seiner Sicht Ausgangsbeschränkungen, aber auch eine Homeoffice- und Testpflicht in den Betrieben.

Lauterbach hält Lockerungen erst für möglich, wenn die Zahlen nachweislich sinken. »Wenn man eine Woche lang sinkende Zahlen hat, kann man aus dem Lockdown rausgehen.«

Zum Start der Impfkampagne in den Hausarztpraxen sagte Lauterbach: »Das wird den Weg aus der dritten Welle nicht wirklich beschleunigen, denn dafür haben wir nicht genügend Impfstoff.«

Lauterbach würde bundeseinheitliche Coronaregeln befürworten, wie er sagte. Doch für ein Gesetzgebungsverfahren fehle angesichts der Infektionslage die Zeit. »Wir müssen uns jetzt aber nicht damit beschäftigen, wie Politik zu funktionieren hat, sondern wir müssen einfach Politik machen.«

Hausärzteverband: Zunächst nur wenige Impfdosen verfügbar

10.46 Uhr: Die Coronaimpfungen in Arztpraxen werden aus Sicht des Hausärzteverbands eher schleppend anlaufen. Die Hausärzte seien zwar startklar, und es hätten sich 35.000 Praxen gemeldet, sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt am Dienstag im rbb-Inforadio. Es gebe aber anfangs nur wenig Impfdosen. »Das ist etwas, worüber wir nicht ganz glücklich sind, dass wir zunächst im Schnitt ungefähr 20 Dosen pro Praxis bekommen pro Woche. Das ist ein bisschen wenig.« Pilotpraxen, die seit März impfen, hätten in der Routine 60, 70 – auch um 100 – Patienten in der Woche gut impfen können, sagte er. Er erwarte aber, dass die Hausarztpraxen zeitnah deutlich mehr Impfdosen bekommen.

Allein im April werden mehr als 15 Millionen Dosen hierzulande erwartet. Und damit mehr, als im gesamten ersten Quartal gespritzt wurden, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte. Im zweiten Quartal sollen insgesamt 70 Millionen Dosen geliefert werden.

Wenn die Impfkampagne bei den Hausärzten voll angelaufen ist, könnten die Impfzentren aus Sicht des Hausärztechefs bald überflüssig sein, sagte er. »Ich glaube, dass die Menschen entscheiden müssen, wo sie geimpft werden wollen. Und man sollte da eben die etablierten und vernünftigen Strukturen nutzen, zumal das ja wahrscheinlich auch länger geht.« Man müsse davon ausgehen, dass etwa Auffrischungsimpfungen durchgeführt werden müssen oder ein angepasster Impfstoff wegen der Mutationen gebraucht werde.

Dänemark lockert Coronabeschränkungen – Friseure öffnen wieder

10.38 Uhr: Die Däninnen und Dänen können erstmals seit Monaten wieder zum Friseur gehen oder sich ein Tattoo stechen lassen. Seit Dienstag dürfen Dienstleister wie Friseure, Tätowierer, Masseure und Kosmetiker nämlich fast im gesamten Land wieder Kunden bedienen, auch Sonnenstudios und Fahrschulen dürfen wieder öffnen. Kunden sollen aber auf ihrem Smartphone einen maximal 72 Stunden alten negativen Coronatest, eine Impfung gegen Covid-19 oder eine überstandene Infektion vorzeigen können.

Auch in den dänischen Schulen ist seit Montag mehr los: Nachdem zuvor schon die Kinder bis zur vierten Jahrgangsstufe in ihre Klassenzimmer zurück durften, können nun auch die älteren Schüler zumindest in Teilzeit – das bedeutet jede zweite Woche – zum Präsenzunterricht zurückkehren. Ausgenommen von den Lockerungen sind einige wenige Gemeinden, in denen die Neuinfektionszahlen derzeit zu hoch sind.

Die Lockerung dieser Coronamaßnahmen ist Teil eines langfristigen Plans, mit dem Dänemark nach und nach die Beschränkungen des öffentlichen Lebens zurückfahren möchte. Das erklärte Ziel ist, die Maßnahmen schrittweise bis auf wenige Ausnahmen auslaufen zu lassen, bis alle Risikogruppen und alle Menschen über 50, die dies wünschen, ihre erste Impfung gegen Covid-19 erhalten haben. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Coronazahlen nicht plötzlich wieder in die Höhe schießen. Derzeit halten sie sich in Dänemark weiter auf einem stabilen Niveau, das auf die Bevölkerung gerechnet unter dem von Deutschland liegt und zu den niedrigsten in Europa zählt.

Linkenchefin Wissler: Coronaschutz endet oftmals am Betriebstor

10.26 Uhr: Angesichts hoher Coronazahlen fordert die Linke mehr Infektionsschutz und Hygieneregeln am Arbeitsplatz. Momentan endeten die staatlichen Kontaktbeschränkungen oftmals am Betriebstor, sagte die Parteivorsitzende Janine Wissler am Dienstag im ZDF-»Morgenmagazin« – und verwies auf Callcenter, Großraumbüros und Fertigungshallen, in denen eng zusammengearbeitet werde. Nötig seien daher eine Pflicht zum Homeoffice sowie eine Testpflicht in den Unternehmen.

Zur aktuellen Pandemielage sagte Wissler, Deutschland sei sehenden Auges in die dritte Welle gelaufen. Trotz viel zu hoher Zahlen und Warnungen der Wissenschaft seien etwa Geschäfte wieder geöffnet worden. Jetzt sei schnelles Handeln gefragt, gebraucht werde ein »konsequenter und solidarischer Lockdown«, sagte sie. Öffnungen der Außengastronomie, wie in einigen Ländern beschlossen, müssten sofort zurückgenommen werden.

AstraZeneca-Vakzine: Britische Medizinbehörde prüft Thrombosefälle

09.57 Uhr: Die britische Arzneimittelbehörde untersucht Fälle von seltenen Blutgerinnseln im Gehirn nach einer Impfung mit dem Präparat von AstraZeneca. Das teilte die Medicines and Healthcare Regulatory Agency (MHRA) am Dienstag mit. Zuvor hatte es einen Medienbericht gegeben, wonach die Behörde erwägt, das Präparat nicht mehr für unter 30-Jährige zu empfehlen.

»Unsere gründliche und detaillierte Untersuchung zu Berichten von sehr seltenen und spezifischen Arten von Blutgerinnseln mit einer geringen Anzahl an Blutplättchen nach einer Impfung mit AstraZeneca wird fortgeführt«, sagte MHRA-Chefin June Raine der Mitteilung zufolge. Eine regulatorische Entscheidung sei noch nicht gefallen, so Raine. Die Behörde rief dazu auf, Impftermine weiterhin wahrzunehmen.

In Deutschland hatten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wegen der Thrombosefälle, die vor allem bei jungen Frauen auftraten, beschlossen, das Präparat in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahre zu verabreichen – für jüngere Menschen ist eine Impfung damit nur nach Aufklärung über die Risiken auf eigene Gefahr möglich.

In Deutschland waren bis Anfang vergangener Woche 31 Verdachtsfälle von Hirnvenenthrombosen nach einer AstraZeneca-Impfung gemeldet worden, wie das Paul-Ehrlich-Institut kürzlich berichtete. Etwa drei Millionen Menschen hatten das Mittel bis dahin verabreicht bekommen. In Großbritannien sind bei mehr als 18 Millionen Impfungen mit AstraZeneca insgesamt rund 30 Fälle von seltenen Blutgerinnseln gemeldet worden, wie die MHRA vergangene Woche mitteilte. Wie sich die verhältnismäßig höhere Zahl an Fällen in Deutschland erklären lässt, ist noch unklar.

Olympische Spiele: Fackellauf durch Osaka vor Absage

09.45 Uhr: Wegen steigender Coronazahlen soll der olympische Fackellauf nicht wie geplant durch Osaka führen. Die Regierung der Präfektur Osaka habe formell beantragt, den für kommende Woche in der Millionenstadt geplanten Fackellauf für die Olympischen Sommerspiele in Tokio abzusagen, teilte das Olympia-Organisationskomitee mit.

Die Regierung verhängte am Montag in Osaka und zwei weiteren Präfekturen den Ausnahmezustand, da eine neue Coronawelle befürchtet wird. Osakas Gouverneur Hirofumi Yoshimura sagte, dass Beamte der Präfekturregierung in Gesprächen mit dem Organisationskomitee bezüglich alternativer Lösungen seien.

Osaka, die größte Stadt im Westen Japans, bestätigte am Montag 142 neue Coronainfektionen, nachdem sie zuvor bereits fünf Tage in Folge mehr als 240 neue Fälle pro Tag gemeldet hatte. Osaka hatte wie zehn andere Präfekturen seit Januar unter Ausnahmezustand gestanden. Er war Anfang März aufgehoben worden.

Der Fackellauf war am 25. März in Fukushima gestartet. Die Fackel wird abwechselnd von etwa 10.000 Fackelträgern- und trägerinnen durch die 47 Präfekturen Japans getragen. Der Staffellauf endet mit der Entzündung des olympischen Feuers bei der Eröffnungsfeier in Tokio am 23. Juli.

USA: Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt

09.39 Uhr: In den USA steigt die Zahl der binnen einem Tag erfassten Corona-Neuinfektionen. Am Montag meldeten die Behörden 78.279 neue Fälle, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Dienstagmorgen (MESZ) hervorging. Das waren rund 8800 mehr als vor einer Woche mit 69.420. Die Anzahl der Toten im Zusammenhang mit einer Infektion lag bei 603. Am vergangenen Montag waren es den Angaben nach 701 gewesen.

Inzwischen haben laut der Behörde CDC knapp 62,4 Millionen Menschen den vollen Impfschutz bekommen. Insgesamt zählen die USA knapp 330 Millionen Einwohner. US-Außenminister Antony Blinken hat eine stärkere Unterstützung der USA für die globalen Impfanstrengungen in Aussicht gestellt. Angesichts der Fortschritte der amerikanischen Impfkampagne prüfe die Regierung Optionen, wie die USA künftig mehr Ressourcen mit anderen Ländern teilen könnten, sagte er am Montag in Washington.

Bürgermeister nach Massendemo ohne Masken: Keine Verbotsgrundlage

09.16 Uhr: Nach massenhaften Verstößen gegen die Corona-Auflagen bei einer Großdemonstration sogenannter Querdenker verteidigt Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) die Entscheidung, die Demo zu genehmigen. »Die Stadt hätte die Versammlung nicht verbieten dürfen. Es gab vor der Versammlung auf der Grundlage der Anmeldungen überhaupt keinen rechtlich begründbaren Ansatz, ein Versammlungsverbot auszusprechen«, sagte er im Interview mit der »Stuttgarter Zeitung« und den »Stuttgarter Nachrichten«. Rund 15.000 Menschen hatten sich am Karsamstag größtenteils ohne Masken und Mindestabstand versammelt.

Die gegenteilige Rechtsauffassung des Sozialministeriums sei nicht nachvollziehbar, so Nopper. »Das Ministerium hätte uns im Übrigen ja anweisen können, die Demo zu verbieten. Das ist nicht erfolgt. Sie hätten auf den Infektionsschutz verweisen können.« Die Versammlungsfreiheit sei ein hohes Gut. Darüber könne man sich nicht einfach hinwegsetzen. Die Demo-Anmelder hätten zugesagt, dass sie die Coronabeschränkungen einhalten würden. Anmelder Michael Ballweg habe dies bei früheren Versammlungen im Wesentlichen getan. »Hinterher ist man immer schlauer. Aus der Perspektive der vergangenen Woche hat sich jedenfalls keine Verbotslage abgezeichnet«, so Nopper.

Nopper betonte, man habe sich zuvor mit der Polizei abgestimmt. »Alles fand in engem Einvernehmen statt.« Und: »Die Polizei hat gesagt: Wenn die Demo verboten wird, haben wir es noch schwerer.«

Laschet verteidigt Vorstoß für »Brücken-Lockdown«

08.55 Uhr: Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat seinen Vorstoß für einen »Brücken-Lockdown« verteidigt. »Wir erkennen, dass schon in ganz kurzer Zeit 20 Prozent der deutschen Bevölkerung geimpft sind«, sagte Laschet im ZDF-»Morgenmagazin« am Dienstag. »Für diesen Zeitpunkt, sagen uns die Experten, sollten wir noch einmal eine Anstrengung unternehmen und das öffentliche Leben reduzieren«. Sollte es gelingen, die Inzidenz so zu reduzieren, seien auch neue Lockerungen denkbar, sagte Laschet weiter.

»Mein Vorschlag war einfach, noch mal mit einer Kraftanstrengung die Inzidenz runterzubringen«, sagte Laschet, »um dann die neuen Möglichkeiten zu haben, auf die die Bürgerinnen und Bürger so hoffen«.

Mithilfe »neuer Mechanismen« wie der App »Luca« für Kontaktnachverfolgung sei bei einer niedrigeren Inzidenz auch eine Ausdehnung von Modellprojekten denkbar, sagte Laschet weiter. Diese Schritte müssten in den nächsten drei Wochen vorbereitet werden, »dann kann man hineingehen in die Zeit, in der man behutsam öffnen kann«, sagte Laschet.

»Knackig und hart«: Kassenärzte-Funktionär wünscht sich Lockdown

08.49 Uhr: Die Forderung des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) nach einem »Brücken-Lockdown« kommt aus Sicht ärztlicher Praktiker spät. Diese Chance hätte schon in den Osterferien genutzt werden sollen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, Dirk Spelmeyer, am Dienstag im »Morgenecho« von WDR 5. Er würde sich einen Lockdown »knackig und hart« wünschen, sagte Spelmeyer.

CDU-Chef Laschet hatte am Ostermontag überraschend vorgeschlagen, im Kampf gegen die dritte Coronawelle einen »Brücken-Lockdown« zu beschließen. Damit solle die Zeit überbrückt werden, bis viele Menschen geimpft seien.

Am Dienstag beginnen auch die Hausärzte mit Corona-Schutzimpfungen. Wegen der noch geringen verfügbaren Impfstoffmengen werde das erst schleppend beginnen können, bevor die Hausarzt-Impfungen voraussichtlich ab Anfang Mai »erheblich Fahrt aufnehmen« könnten. Er sei überzeugt, dass das sehr gut laufen werde, sagte Spelmeyer. »Das ist eine der Hauptaufgaben der Hausärzte.« Im vergangenen Herbst hätten sie allein im Bereich Westfalen-Lippe reibungslos 2,2 Millionen Menschen gegen Grippe geimpft.

Australien und Neuseeland starten quarantänefreien Reiseverkehr

08.04 Uhr: Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie können Menschen in Neuseeland und Australien ab dem 19. April wieder zwischen beiden Ländern reisen. Eine Quarantäne ist nicht erforderlich. Neuseelands Ministerpräsidentin Jacinda Ardern bezeichnete den Schritt am Dienstag als »den Beginn eines neuen Kapitels«. Es sei sehr schwer für viele Menschen gewesen, ihre Freunde und Familien in Australien ein Jahr lang nicht sehen zu können.

Beide Staaten hatten ihre Grenzen für Reisende im März 2020 geschlossen. Abgesehen von wenigen Ausnahmen durften nur noch eigene Bürger und Menschen mit Wohnsitz ins Land.

Der Inselstaat Neuseeland gilt wegen extrem strenger Maßnahmen und genauer Kontaktverfolgungen als Musterland in der Krise. In dem Land mit 4,8 Millionen Einwohnern wurden bisher rund 2500 Fälle verzeichnet, 26 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Schon lange herrscht wieder eine weitgehende Normalität. Auch Australien ist sehr erfolgreich im Umgang mit der Pandemie. Die dortigen Behörden bestätigten bislang rund 29.000 Fälle und 909 Todesopfer bei einer Bevölkerung von mehr als 25 Millionen Menschen.

Saarland beginnt mit Shutdown-Ausstieg

06.50 Uhr: Trotz steigender Infektionszahlen beginnt das Saarland am Dienstag mit einem Ausstieg aus dem Corona-Shutdown. Eine ganze Reihe von Einrichtungen und Häusern darf wieder öffnen, neben der Außengastronomie zählen auch Kinos, Theater, Konzerthäuser, Fitnessstudios und Tennishallen dazu. Wer das Angebot nutzen möchte, braucht in der Regel einen negativen Corona-Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden sein darf. Zudem dürfen sich im Freien bis zu zehn Personen treffen, auch am Biertisch, wenn sie negativ getestet worden sind.

Damit geht erstmals ein ganzes Bundesland als Corona-Modellprojekt an den Start. Mit dem »Saarland-Modell« will die Landesregierung den Bürgern wieder mehr Freiheiten ermöglichen. »Es muss uns nach einem Jahr Pandemie mehr einfallen als nur zu schließen und zu beschränken«, hatte Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) gesagt. Und: »Mit dem Saarland-Modell soll keine Corona-Infektion unentdeckt bleiben.« Denn je mehr getestet werde, desto mehr werde aufgedeckt.

Die Öffnungen sind nach dem Beschluss der Regierung in dieser Form nur erlaubt, solange die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche, stabil unter 100 liegt. Steigt die Inzidenz an drei Tagen über 100, greift ein Ampelsystem – mit einer dann ausgeweiteten Testpflicht (gelb) unter anderem für den Einzelhandel. Wenn eine Überlastung des Gesundheitswesens droht, soll die Notbremse (rot) gezogen werden: Die Öffnungen werden kassiert, es folgt ein Lockdown.

Hausärzte starten mit Impfungen

06.33 Uhr: Nach dem schleppenden Start der Corona-Impfungen beginnt nun die zweite Stufe der Impfkampagne in Deutschland: In dieser Woche wollen bundesweit 35.000 Hausärzte mit Impfungen gegen das Corona loslegen. Einige Praxen starten bereits an diesem Dienstag, andere warten noch auf Impfstoff und wollen in den nächsten Tagen folgen. Seit Beginn der Impfkampagne Ende Dezember wurden die Vakzinen bisher vor allem in den bundesweit 430 Impfzentren verabreicht.

Zunächst steht den Hausärzten nur ein überschaubares Angebot zur Verfügung. In der ersten Woche erhalten alle Praxen zusammen 940.000 Impfdosen. Das sind rein rechnerisch gut 26 Dosen pro Praxis. In der Woche vom 26. April gibt es dann aber einen deutlichen Schub, dann können die Praxen insgesamt mit mehr als drei Millionen Dosen rechnen. Das wären erstmals mehr als für die Impfzentren.

Auch für die Hausarztpraxen gilt generell die festgelegte Reihenfolge, wer zuerst geimpft werden kann. Eine zentrale Einladung für die Patienten gibt es nicht, wie das Bundesgesundheitsministerium erläutert. Wie sie Impftermine vergeben, können die Praxen selbst regeln – zum Beispiel per Telefon oder mit Online-Buchungen. Einzelne Ärzte impfen – auch im Zuge von Modellprojekten – schon seit einiger Zeit, in Bayern war vergangene Woche Impfstart in 1635 Praxen.

Deutschland: 6885 Corona-Neuinfektionen gemeldet

05.40 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 6885 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 90 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Dienstagmorgen hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9549 Neuinfektionen und 180 neue Todesfälle verzeichnet.

Das RKI weist darauf hin, dass rund um die Osterfeiertage vielerorts meist weniger Tests gemacht und gemeldet werden. Zudem könne es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an allen Tagen an das RKI übermitteln. Die berichteten Fallzahlen dürften dadurch niedriger ausfallen und nur eine eingeschränkte Aussagekraft haben.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 5.05 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 123,0. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 128,0 an, vor drei Wochen mit 83,7.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.900.768 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 2.597.100 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 77.103.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Montagnachmittag bei 0,90 (Vortag: 0,97). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 90 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Krankenversicherer machen Druck für Impfungen in den Betrieben

04.15 Uhr: Zum Start der Coronaimpfungen bei den Hausärzten gerät der nächste Schritt der Impfkampagne in Deutschland in den Blick. Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) fordert von der Bundesregierung, die geplanten Impfungen in den Betrieben rasch voranzutreiben, wie Verbandsdirektor Florian Reuther der dpa in Berlin sagte. In der Woche nach Ostern starten zunächst 35.000 Hausärzte die Impfungen – wegen der zunächst weiter überschaubaren Impfstoffmengen allerdings vorerst nur in begrenztem Umfang.

»Der Start der Impfkampagne auch durch Hausarztpraxen ist ein richtiger Schritt, doch er reicht nicht aus, um den Coronaimpfschutz so schnell wie irgend möglich an so viele Menschen wie möglich zu bringen«, sagte der Direktor des PKV-Verbands. »Schon jetzt muss die Politik den nächsten Schritt vorbereiten und die Impfung in den Betrieben und bei allen anderen Arzt- und Zahnarztgruppen ermöglichen, sobald in den nächsten Wochen die Impfstoff-Lieferungen wie erwartet ansteigen.«

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte Ende März gesagt, Betriebsärzte sollen erst nach Hausärzten dazu kommen. »Noch ist es zu knapp«, sagte er über den verfügbaren Impfstoff. Er finde es schwierig, jüngere Mitarbeiter von Unternehmen zu impfen, solange die Älteren noch nicht geschützt seien.

Reuther meinte, die Infrastruktur der Betriebsärzte sei besonders geeignet. »Uns liegen schon jetzt zahlreiche Anfragen aus Krankenversicherungsunternehmen vor, deren Betriebsärzte sofort zur Impfung der Belegschaften bereitstehen – aber derzeit leider noch keinen Impfstoff bestellen dürfen.« Viele Unternehmen hätten sich auch angeboten, die Familienangehörigen von Mitarbeitern ebenfalls zu impfen. Dies wäre aus Reuthers Sicht auch sinnvoll. Er forderte die Bundesregierung auf, jetzt die nötigen Organisationsfragen lösen – »und nicht erst dann, wenn sich die Impfstoffe auf dem Hof stapeln«.

Zukunftsängste der Deutschen nehmen laut Studie in Pandemie zu

03.45 Uhr: Die Zukunftsängste der Deutschen haben sich während der Coronapandemie verschärft. Das geht aus einer Studie der Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit dem infas Institut hervor, aus der das Redaktionsnetzwerk Deutschland zitiert. Während im Frühjahr des vergangenen Jahres noch 38 Prozent der Befragten der Aussage »Ich mache mir große Sorgen um meine Zukunft« zustimmten, waren es laut der Studie im Dezember bereits mehr als 50 Prozent.

Im Rahmen der Studie »Gesellschaftlicher Zusammenhalt in Zeiten der Pandemie« befragten die Forscher im vergangenen Jahr 611 Menschen dreimal. Vor allem bei jungen Menschen unter 30 Jahren nahmen die Zukunftsängste deutlich zu. Im Dezember 2020 äußerten laut der Studie zwei Drittel der Befragten in dieser Altersgruppe Zukunftssorgen, während der Wert in den anderen Altersgruppen zwischen rund 20 und 40 Prozent lag.

Eine Ursache dafür liegt laut den Forschern im zunehmenden Gefühl der Isolation bei den jungen Menschen: Bei den Befragten unter 30 Jahren stieg der Anteil derer, die sich einsam fühlten, von 46 auf 71 Prozent. Zugleich war die Zustimmung zu den Coronamaßnahmen von Bund und Ländern in dieser Altersgruppe sowie in der Altersgruppe der über 75-Jährigen am höchsten. »Ich sehe darin einen starken Ausdruck gesellschaftlicher Solidarität durch die jüngere Generation«, sagte Stephan Vopel, Leiter des Programms Lebendige Werte der Bertelsmann Stiftung, dem RND.

Als zerstritten und übersichtlich bewerteten 44 Prozent der befragten Geringverdiener und 42 Prozent der befragten 45- bis 59-Jährigen die deutsche Gesellschaft. Wer eine stärkere Zerstrittenheit in der Gesellschaft wahrnehme, sehe auch eher die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie kritisch und vertraue der Bundesregierung weniger, heißt es in der Studie. »Wenn es nicht gelingt, die extrem Belasteten in ihrer prekären Lage ökonomisch abzusichern und die Menschen insgesamt wieder besser im demokratischen Prozess mitzunehmen, droht die Spaltung der Gesellschaft in einem Ausmaß, das der Bundesrepublik bislang unbekannt ist«, warnte der Bertelsmann-Studienleiter Kai Unzicker gegenüber dem RND.

Politiker aus Union und SPD reagieren skeptisch auf Seehofer-Vorstoß für Corona-Bundesgesetz

03.40 Uhr: Mit seinem Vorschlag, einheitliche Coronaregeln per Bundesgesetz durchzusetzen, hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) Skepsis hervorgerufen – auch in der Union. Er sei »nicht sicher, ob im Bundesrat und den Landesregierungen derzeit eine Mehrheit für strengere bundeseinheitliche Vorhaben vorhanden ist«, sagte der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Thorsten Frei der »Welt«. »Wir beobachten im Augenblick leider das Gegenteil.«

Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Bärbel Bas beklagte, dass es seit Tagen »immer nur Ankündigungen« gebe, dem Bundestag bisher »aber keinerlei konkrete Vorschläge« vorlägen. Notwendig sei es, das Parlament frühzeitig einzubeziehen. Dies sei »bislang stets am Willen der Kanzlerin gescheitert«, so Bas.

Seehofer hatte am Sonntag eine bundesweit einheitliche Grundlage für die Coronaregeln gefordert. Ein Bundesgesetz solle »genau vorschreiben, welche Schritte bei den jeweiligen Inzidenzwerten unternommen werden müssten – von der Verschärfung bis zur Lockerung«, sagte er der »Welt am Sonntag«. Ähnlich wie in der Bankenkrise könne so ein Gesetz »innerhalb weniger Tage« beschlossen werden.

Bouffier offen für Vorziehen der Corona-Runde von Bund und Ländern

02.20 Uhr: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier ist offen für den Vorschlag seines NRW-Kollegen Armin Laschet (beide CDU), schon in den nächsten Tagen in einer Bund-Länder-Runde über das weitere Vorgehen in der Coronapandemie zu beraten. »Ich wäre bereit, die Ministerpräsidentenkonferenz vorzuziehen«, sagte Bouffier dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). »Sie müsste dann aber als Präsenzveranstaltung stattfinden. Ziel muss eine Verständigung der Länder sein.«

Laschet hatte vorgeschlagen, im Kampf gegen die dritte Coronawelle schon in den nächsten Tagen einen schnellen und harten »Brücken-Lockdown« zu beschließen. Dazu will der CDU-Vorsitzende und nordrhein-westfälische Ministerpräsident die für den 12. April geplante Runde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten vorziehen. Auch er plädiert für ein Treffen in Präsenz.

Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), hat vorgezogene Beratungen bereits abgelehnt. Aus seiner Sicht wirft Laschets Vorschlag viele Fragen auf, die vorab erst mal geklärt werden müssten.

Niederlande gelten als Hochinzidenzgebiet mit Corona-Testpflicht

0.35 Uhr: Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen gelten die Niederlande seit Mitternacht aus deutscher Sicht als Hochinzidenzgebiet. Das bedeutet, dass man bei der Einreise nach Deutschland ein negatives Testergebnis dabeihaben muss. Die Quarantänepflicht von zehn Tagen mit der Möglichkeit, sich nach fünf Tagen mit einem zweiten Test davon zu befreien, bleibt unverändert. Für Pendler gibt es Ausnahmeregelungen.

Nach Tschechien, Polen und Frankreich sind die an Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen grenzenden Niederlande das vierte Nachbarland, das als Hochinzidenzgebiet mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen eingestuft wird. Die Niederlande mit rund 17 Millionen Einwohnern befinden sich seit Mitte Dezember in einem Lockdown, seit Ende Januar gilt eine abendliche Ausgangssperre. Dennoch steigen die Infektionszahlen weiter. Die Regierung in Den Haag hat bereits angekündigt, dass nicht mit einer schnellen Lockerung der Maßnahmen zu rechnen sei.

Die Einhaltung der Testpflicht soll durch Stichprobenkontrollen der Polizei überprüft werden, wie die nordrhein-westfälische Staatskanzlei mitteilte. Der Test dürfe höchstens 48 Stunden alt sein. Für Pendler sei ein negativer Test 72 Stunden gültig. Zusätzlich müssen sich Einreisende vor Ankunft auf der Internetseite www.einreiseanmeldung.de anmelden. Ausgenommen sind Durchreisende und Menschen, deren Aufenthalt weniger als 24 Stunden dauert.

CSU knüpft Vorziehen der Coronaberatungen an Bedingungen

0.10 Uhr: Bayern ist laut CSU-Generalsekretär Markus Blume nur dann für ein Vorziehen der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) auf diese Woche, wenn alle Bundesländer grundsätzlich zu einer Verschärfung der geltenden Coronaregeln bereit sind. Blume sagte am Sonntagabend in der Sendung »Bild live«: »Eine neue MPK bringt ja nichts, wenn danach wieder jeder seins macht. Deshalb ist ganz entscheidend, dass die Bereitschaft der Länder da ist zu weitergehenden Maßnahmen.«

Blume reagierte damit auf den Vorschlag des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet, im Kampf gegen das Coronavirus einen schnellen und harten »Brücken-Lockdown« zu beschließen. Damit solle die Zeit überbrückt werden, bis viele Menschen geimpft seien, forderte der CDU-Chef am Ostermontag in Aachen. Die für den 12. April geplante Runde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten will er deshalb auf die kommenden Tage vorziehen.

Die CSU sei dazu bereit, das sei aber nicht überall der Fall, sagte Blume. Mancher wolle ja sogar sein ganzes Land zu einer Modellregion mit Öffnungen erklären, kritisierte er mit Blick auf das Saarland, das an diesem Dienstag mit dem Ausstieg aus dem Lockdown beginnen will. »Ein Corona-Lockdown-Herumgeeiere, wie wir das bei der letzten MPK erlebt haben mit stundenlangen Sitzungen, und danach geht man auseinander, und jeder macht Unterschiedliches, das kann nicht der Weg sein.«

Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußerte sich skeptisch über eine vorgezogene Ministerpräsidentenkonferenz: Solange sich einzelne Bundesländer gegen Ausgangsbeschränkungen sperrten, nutze auch ein neues Treffen nichts, sagte er bei »Bild live«.

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