Corona-News am 7.3.: Spahn erwartet über 60 Millionen Impfdosen im zweiten Quartal
Icon: vergrößernJens Spahn, Bundesgesundheitsminister, setzt auf eine starke Steigerung der gelieferten Impfdosen
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Das war das Corona-Update am Montag.
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Estland verhängt einmonatigen Lockdown
23.10 Uhr: Angesichts einer rapiden Ausbreitung der britischen Variante des Coronavirus wird Estland am Donnerstag in einen einmonatigen Lockdown gehen. Dies kündigte Regierungschefin Kaja Kallas an. Demnach soll der Schulbetrieb in dem baltischen EU-Land fast vollständig auf Fernunterricht umgestellt werden. Gastronomische Betriebe und Einzelhandelsgeschäfte müssen schließen. Ausnahmen gelten für Läden des täglichen Bedarfs. Auch Sport in Innenräumen wird untersagt.
»Die Situation von Covid-19 in Estland ist äußerst kritisch. Dies muss schnell angegangen werden. Wir haben beschlossen, das Land so weit wie möglich zu schließen«, sagte Kallas. »Dies alles dient dazu, Kontakte zu reduzieren und die Infektionsketten zu durchbrechen.«
Grund für die neuen Beschränkungen ist die rasche Verbreitung des britischen Coronavirus-Stammes. Nach Kallas' Angaben wurde die Variante, die als ansteckender als die ursprüngliche Form gilt, in Estland zuletzt in 98 Prozent aller analysierten Proben gefunden.
Eisenmann fordert Löbel nach Maskenaffäre zu Spende auf
22.35 Uhr: Die CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, Susanne Eisenmann, hat den in der Maskenaffäre zurückgetretenen Bundestagsabgeordneten Nikolas Löbel (CDU) aufgefordert, die Provision für die fragwürdigen Geschäfte zu spenden.
Sie habe die Erwartung, dass Löbel das Geld an eine gemeinnützige Organisation spende, sagte die Kultusministerin im Online-Wahlkampfduell der »Stuttgarter Zeitung« mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). »Ich hoffe, dass er diesem auch folgt.« Das Verhalten des Mannheimer Politikers sei »zutiefst schädlich« gewesen. »Das gehört sich schlicht nicht.«
Löbel hatte über seine Firma Kaufverträge von Schutzmasken vermittelt und dafür Provisionen von rund 250.000 Euro kassiert. Nach Bekanntwerden des Deals hatte er seinen Austritt aus der Unionsfraktion bekannt gegeben, wollte aber sein Mandat aber zunächst bis Ende August behalten. Nach wachsendem öffentlichen Druck hatte er das Mandat schließlich bereits am Montag niedergelegt.
WHO prangert zu langsame Reaktion auf Corona an
21.35 Uhr: Aus trügerischer Sicherheit haben viele Länder nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf die ersten Warnungen vor dem Coronavirus im vergangenen Jahr zu langsam reagiert. »Vielleicht brauchen einige Leute Hörgeräte«, sagte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan.
»Wenn man im Tal ist und der Damm bricht, fühlt man die Gefahr«, so Ryan. Wer auf dem Berg stehe, spüre die Gefahr nicht, bis das Wasser anschwelle. »Ich fürchte, zu viele Länder dachten, sie stehen auf einem Berg.« Angesichts des bevorstehenden Jahrestags der Pandemie am 11. März sagte Ryan, die Einstufung als gesundheitliche Notlage von internationaler Bedeutung Ende Januar 2020 sei die größtmögliche Warnung gewesen.
Zugleich zeigte sich die WHO erneut skeptisch, ob ein Impfpass ein Zugang zum Reisen oder andere Erleichterungen sein sollte. Die Organisation sieht Probleme etwa in der global ungleichen Verteilung der Impfstoffe – und darin, dass einige Menschen aus bestimmten Gründen nicht geimpft werden dürften.
Niederlande verlängern Ausgangssperre bis Ende März
20.55 Uhr: In den Niederlanden wird der Corona-Shutdown und die stark umstrittene Ausgangssperre um weitere zwei Wochen bis Ende März verlängert. Erst wenn die Infektionszahlen deutlich zurückgingen, könne es deutliche Lockerungen geben, sagte Ministerpräsident Mark Rutte.
Ab dem 16. März soll es allerdings leichte Lockerungen geben. So dürfen etwa Geschäfte unnter bestimmten Umständen bis zu 50 Kunden einlassen. Angesichts des weiter hohen Drucks auf die Krankenhäuser wären größere Erleichterungen zur Zeit unverantwortlich, sagte Rutte. »Bei uns ist es echt schlechter als in Deutschland und Dänemark.«
Auf Reisen ins Ausland sollen die Niederländer noch bis mindestens 15. April verzichten. Zu Ostern können jedoch möglicherweise die Terrassen von Cafés und Restaurants öffnen. Die nächtliche Ausgangssperre hatte bereits in Vergangenheit für heftige Krawalle gesorgt.
Seit Mitte Dezember ist das öffentliche Leben stark eingeschränkt. Seit Februar gibt es einige Erleichterungen wie Präsenzunterricht an weiterführenden Schulen und Einkaufen auf Termin. Pro 100.000 Einwohner wurden zuletzt etwa 160 Infektionen in einer Woche registriert.
Im Januar hatten in mehreren niederländischen Städten etliche Jugendliche randaliert, es kam zu Plünderungen und Auseinandersetzungen mit der Polizei. Im Zuge der Krawalle waren Hunderte Menschen festgenommen worden.
Ärzte sollen im April mit Corona-Impfungen beginnen
19:35 Uhr: Ab Anfang April sollen die niedergelassenen Ärzte in Deutschland flächendeckend mit Corona-Impfungen beginnen. Darauf einigten sich die Fachminister von Bund und Ländern am Montag in der Gesundheitsministerkonferenz, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr.
Der Impfstoff soll auf dem normalen Weg über Großhandel und Apotheken in die Praxen kommen. Der bürokratische Aufwand für die Arztpraxen solle auf ein Minimum reduziert werden, hieß es. Die Impfzentren sollen vorerst bestehen bleiben. Vereinbarte Termine dort sollen erhalten bleiben.
US-Gesundheitsbehörde lockert Kontaktbeschränkungen
18:25 Uhr: Angesichts der wachsenden Zahl von Corona-Impfungen in den USA lockert die Gesundheitsbehörde CDC die Beschränkungen sozialer Kontakte. Nach neuen Empfehlungen, die am Montag veröffentlicht wurden, können voll geimpfte Menschen in geschlossenen Räumen in kleinen privaten Runden wieder ohne Maske und ohne Mindestabstand zusammenkommen. Auf gleiche Weise können sie sich auch mit Ungeimpften treffen, sofern diese nicht zu einer Risikogruppe gehören – etwa wegen ihres Alters oder einer Vorerkrankung.
Italienischer Regierungschef bittet Bevölkerung um Zuversicht: »Jedes Leben zählt«
18:08 Uhr: Italiens Regierungschef Mario Draghi hat sein Land trotz steigender Corona-Zahlen um Zuversicht gebeten. »Wir stehen alle in diesen Tagen vor einer neuen Verschlechterung beim Gesundheitsnotstand«, sagte der ehemalige Zentralbankchef in einer Videobotschaft. Doch wenn die Impfkampagne wie geplant beschleunigt werden könne, gebe es Anlass, auf Besserung zu vertrauen, sagte Draghi.
Am 10. März 2020 hatte in Italien der erste volle Corona-Lockdown begonnen. »Wir hätten nie gedacht, dass wir uns ein Jahr später einem ähnlichen Notfall gegenüber sehen würden und dass die offizielle Zahl der Todesopfer sich der schrecklichen Schwelle von 100.000 Fällen nähern würde«, so Draghi. Er versicherte: »Jedes Leben zählt.«
Infektionen in Großbritannien auf niedrigstem Wert seit Ende September
17.35 Uhr: In Großbritannien fällt die Zahl der neuen Corona-Infektionen auf den niedrigsten Stand seit dem 28. September. In den vergangenen 24 Stunden wurden 4712 positive Tests nach 5177 am Vortag gemeldet, wie aus Regierungsdaten hervorgeht. An oder mit dem Virus starben am Montag 65 Menschen. Das ist der geringste Wert seit dem 12. Oktober. In Großbritannien haben mehr als 22,37 Millionen Menschen eine erste Impfdosis erhalten.
Brandenburg erhöht Inzidenz-Notbremse auf 200
17.30 Uhr: Obwohl die Infektionszahlen in vielen Regionen steigen, werden in den meisten Bundesländern an diesem Montag weitere Corona-Regeln gelockert. Auch das Land Brandenburg kündigte neue Verordnungen an. Neben der Öffnung von Baumärkten und dem Angebot von Terminshopping, hat Brandenburg nun auch die Notbremse von 100 auf 200 erhöht.
Eigentlich hatten sich die Ministerpräsidenten bei dem Corona-Gipfel vergangenen Woche auf eine Schwelle von 100 geeinigt. Diese soll greifen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 100 steigt. Dann sollen »ab dem zweiten darauffolgenden Werktag« die bislang gültigen Kontaktbeschränkungen wieder in Kraft treten. Brandenburg umgeht damit den Beschluss.
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach reagierte mit Empörung auf die Erhöhung der Notbremse. »Das ist mittelgradig unglaublich«, teilte Lauterbach bei Twitter mit. »Wenn das alle Bundesländer machen, wird es schwere 3. Welle geben und dann langen Lockdown.«
Finanzminister Scholz stellt zehn Millionen Impfungen pro Woche in Aussicht
16.45 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz verkündete, dass Deutschland seine Impfkapazitäten in den kommenden Monaten massiv ausbauen werde. »Es wird bis zu zehn Millionen Impfungen pro Woche geben«, sagt der Vizekanzler und SPD-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl im ZDF.
Kann Deutschland so viele Impfungen schaffen? SPIEGEL-Datenredakteur Holger Dambeck hat das Vorhaben nachgerechnet. Nach 18,3 Millionen Impfdosen im laufenden ersten Quartal sollen laut den aktuellen Lieferplänen im zweiten Quartal voraussichtlich bis zu 77 Millionen Dosen folgen.
»Bei gleichmäßiger Belieferung wären das knapp sechs Millionen pro Woche«, erklärt Dambeck. »Steigen die Lieferungen hingegen Woche für Woche von Anfang April bis Ende Juni linear an und startet Deutschland bei circa drei Millionen pro Woche im April, kommen Ende Juni circa neun Millionen Dosen pro Woche heraus.«
Die 10 Millionen Impfungen pro Woche wären theoretisch möglich, wenn alle Kapazitäten voll hochgefahren würden. »Dafür müsste es also 550.000 Impfungen pro Tag in Impfzentren, 7,0 Millionen pro Woche in Arztpraxen und bei Betriebsärzten geben«, sagt Dambeck.
Das heißt: Zumindest kurzzeitig könnte es im Frühjahr 10 Millionen Impfungen pro Woche geben – wahrscheinlich im Juni. Die Kapazitäten von Arztpraxen und Impfzentren würden theoretisch dafür reichen. Damit das aber gelingt, müsste auch das Terminmanagement und die Logistik einwandfrei funktionieren.
Österreich riegelt erstmals eine ganze Stadt ab
16.27 Uhr: In Österreich müssen sich erstmals Einwohner einer größeren Stadt auf Ausreisebeschränkungen wegen vieler Corona-Neuinfektionen einstellen. Wer Wiener Neustadt, einen Ort mit 45 000 Bürgern, verlassen wolle, benötige ab Mittwoch einen negativen Coronatest, teilte die Stadt am Montag mit. Sanktionen für Ausreisen ohne negatives Testergebnis solle es allerdings erst ab Samstag geben. Zugleich werde die Zahl der Teststraßen unter anderem für die vielen Tausend Pendler bis dahin von 16 auf 40 erhöht hieß es. Für die Kontrollen seien auch 300 Soldaten angefordert worden.
In der Stadt, die etwa 50 Kilometer südlich von Wien liegt, steht die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell bei etwa 560. Ab einer Inzidenz von 400 sieht eine Verordnung des Gesundheitsministeriums Ausreisebeschränkungen vor. Betroffen waren davon bisher aber eher kleine Gemeinden.
Niederlande wollen Corona-Pass
16.14 Uhr: Die Niederlande wollen einen Corona-Pass einführen und damit geimpften oder negativ getesteten Bürgern mehr Freiheiten geben. Eine entsprechende App fürs Handy werde zurzeit entwickelt, sagte Gesundheitsminister Hugo de Jonge dem TV-Sender NOS am Montag in Den Haag. Damit könnten Bürger zum Beispiel reisen, ein Konzert oder Festival besuchen oder ins Restaurant oder Kino gehen.
Zuvor müssen rechtliche Fragen geklärt werden. Die App solle nur angeben, ob die Person immun sei, sagte der Minister. Man könne aber nicht sehen, ob jemand geimpft oder negativ getestet sei. »Wir wollen keine Impfpflicht, auch keine indirekte«, sagte der Minister. Zunächst müsse aber zweifelsfrei geklärt sein, dass Geimpfte das Virus nicht doch verbreiten können.
Nach Angaben des Ministers gibt es bereits eine App, die einen QR-Code erstellt bei einem negativen Testergebnis. Das könne man erweitern, sodass auch ein entsprechender Code bei einer Impfung erstellt werde. Technisch könnte ein solcher Handy-Pass bereits vor dem Sommer zur Verfügung stehen. Er könne auch für freies Reisen innerhalb der EU eingesetzt werden.
Finnland schränkt öffentliches Leben weiter ein
16.01 Uhr: In Finnland sind am Montag weitere Maßnahmen eingeführt worden, die eine Verbreitung des Coronavirus stoppen sollen. In vielen Regionen des Landes müssen Studenten und Schüler der Oberstufen für die nächsten drei Wochen zu Hause unterrichtet werden. Trainings- und Freizeitaktivitäten für Kinder über 12 Jahren wurden eingestellt. Es wird empfohlen, dass sich nicht mehr als sechs Personen an einem Ort treffen.
Das finnische Parlament beschloss am Montag außerdem zahlreiche Beschränkungen für die Gastronomie: In 15 der 19 finnischen Regionen müssen die Restaurants, Kneipen und Nachtklubs schließen. Zulässig ist nur noch der Verkauf von Gerichten zum Mitnehmen. Bereits am Freitag trat ein Gesang- und Tanzverbot in Kraft, das bis Ende Juni gilt. Demnach ist es nicht erlaubt, in Lokalen zu tanzen oder Karaoke zu singen.
Geschäfte in Hannover öffnen trotz Verbots
15.50 Uhr: Mehrere Geschäfte in der Region Hannover haben Terminshopping angeboten und damit gegen die Corona-Verordnung verstoßen. Darunter waren mindestens zwei Möbelhäuser, die telefonisch und im Internet über ihre Eröffnung berichteten. »Ich bin der Meinung, dass die RKI-Werte gelten«, sagte der Geschäftsführer des Möbelhauses Staude, Helmut Staude.
Ihm zufolge gab das Robert Koch-Institut (RKI) den Inzidenzwert für die Region Hannover am Montagmorgen mit 99,2 an. »Wir wollen nicht irgendetwas Unrechtmäßiges machen.« Bislang habe niemand mitgeteilt, dass die Region Hannover ein Hochinzidenzgebiet sei. Zuvor hatten mehrere Medien über das Terminshopping in Möbelhäusern berichtet.
Kurz warnt nach Corona-Demonstrationen vor »Hooligan-Mentalität«
14.56 Uhr: Österreichs Kanzler Sebastian Kurz hat die Ausschreitungen bei den jüngsten Anti-Corona-Demonstrationen in Wien scharf kritisiert. Das Recht, andere Meinungen auszudrücken, sei zwar selbstredend zu garantieren, aber angesichts einzelner »Sieg Heil«-Rufe sei er angewidert, sagte Kurz am Montag im Parlament. Eine »Hooligan-Mentalität« sowie Antisemitismus seien inakzeptabel.
Die konservative ÖVP griff zugleich die rechte FPÖ scharf an. Deren Fraktionschef Herbert Kickl hatte bei den Kundgebungen sehr polemische Auftritte. »Kickls Bündnis mit Rechtsextremen gefährdet unseren Rechtsstaat und bringt die Gesundheit sowie die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher in Gefahr«, so ÖVP-Generalsekretär Alexander Melchior.
Laut Polizei waren am Samstag in Wien rund 20.000 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen.
Söder will Impfungen für junge Menschen ermöglichen.
14.32 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich dafür ausgesprochen, schon bald das »starre Impfprotokoll« zu lockern und auch jungen Menschen Zugang zu Impfstoff zu ermöglichen. Das könne bald etwa auch für Studierende an Universitäten gelten, sagte Söder am Montag in München. Von April an sollen in Bayern auch Lehrer, die nicht an Grundschulen tätig sind, geimpft werden.
Söder will auch mehr Impfstoff in Corona-Hotspots umverteilen, etwa an die Grenze zu Tschechien. Auch Pendler könnten für Impfungen infrage kommen. Er habe bei der EU zu verstehen gegeben: »Wir brauchen mehr Impfstoff für die Hotspots«, sagte Söder. »Wenn Impfstoff kommt und mehr kommt – und zwar sehr viel mehr kommt – dann muss man das breit aufstellen«, sagte Söder. Auch Haus-, Betriebs- und Schulärzte müssten dann einbezogen werden.
TUI plant Mallorca-Start zu Ostern
14.03 Uhr: Reiseveranstalter TUI setzt in den bevorstehenden Osterferien auf einen Wiederanlauf des wichtigen Mallorca-Geschäfts. »Die Hotellerie hat sich intensiv vorbereitet, sicheren und verantwortungsvollen Urlaub anzubieten«, sagte TUI-Deutschlandchef Marek Andryszak am Montag vor dem Start der Onlineausgabe der weltgrößten Reisemesse ITB. Entsprechende Hygienekonzepte gäben Zuversicht, die Abstimmung mit den Behörden sei eng. Daher wolle man den Kunden »Osterurlaub auf Mallorca ermöglichen«, so der Manager.
Zuletzt wurde Spanien vom Robert Koch-Institut noch als normales Risikogebiet eingestuft – also als Land ohne außergewöhnlich hohe Corona-Neuansteckungen. TUI wies darauf hin, dass die Werte auf Mallorca »weit unter denen der meisten deutschen Bundesländer« lägen.
Drei Prozent der Bevölkerung nun vollständig geimpft
13.41 Uhr: In Deutschland sind inzwischen mindestens drei Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Rund 2,5 Millionen Menschen haben bereits die zweite Dosis Impfstoff erhalten, wie aus den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht (Datenstand 8. März, 8.00 Uhr). Insgesamt 6,2 Prozent (circa 5,2 Millionen) haben demnach mindestens eine Dosis erhalten.
Begonnen hatten die bundesweiten Impfungen – nach ersten Impfungen in Sachsen-Anhalt – offiziell am 27. Dezember. Im Fokus standen zunächst ältere Menschen in Heimen. Aktuell werde bei gut 203.000 Impfungen pro Tag im Schnitt alle 0,4 Sekunden eine Impfung durchgeführt, hieß es am Montag auf dem Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums. Die bisher meisten Impfungen wurden demnach mit 235.912 Dosen am 3. März 2021 durchgeführt.
Syriens Machthaber Baschar al-Assad mit Corona infiziert
13.14 Uhr: Syriens Präsident Baschar al-Assad und seine Frau Asma sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Beiden gehe es gesundheitlich gut, teilte das syrische Präsidialamt am Montag mit. Beide seien in ihrem Haus in Selbstisolation und würden von dort aus weiter arbeiten.
In Syrien wurden seit Beginn der Pandemie vor gut einem Jahr mehr als 15.000 Corona-Infektionen und 1000 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus gemeldet. Hilfsorganisationen warnen, dass das Corona zunehmend um sich greift, vor allem in Nordwesten des Landes.
Mehrheit der Japaner gegen ausländische Olympia-Fans
13.09 Uhr: Eine klare Mehrheit der Japaner ist gegen die Einreise ausländischer Zuschauer zu den Olympischen Spielen in Tokio (23. Juli bis 8. August). In einer Umfrage der Tageszeitung Yomiuri Shimbun sprachen sich 77 Prozent der Befragten dafür aus, wegen der Coronakrise keine Fans aus anderen Ländern zu den Spielen einreisen zu lassen. Nur 18 Prozent waren dafür.
Die Organisatoren um die neue OK-Chefin Seiko Hashimoto hatten Anfang des Monats erklärt, dass noch im März eine Entscheidung darüber fallen werde, ob ausländische Olympia-Touristen ins Land gelassen würden. Bei den Überlegungen müsse die Sicherheit der japanischen Bevölkerung im Vordergrund stehen, sagte Hashimoto.
Maskenaffäre: CDU-Politiker Löbel legt Bundestagsmandat nieder
13.00 Uhr: Mehrere Spitzenpolitiker hatten seinen Rücktritt gefordert – nun reagiert Nikolas Löbel. Der unter Druck geratene CDU-Politiker legt wegen der Affäre um Corona-Masken sein Bundestagsmandat sofort nieder. Lesen Sie hier mehr.
Rund 46.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag in den USA
12.28 Uhr: In den USA ist die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Neuinfektionen weiter rückläufig. Die Behörden meldeten für Sonntag rund 46.000 neue Fälle, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Montagmorgen (MEZ) hervorging. Der bisherige Tagesrekord wurde am 2. Januar mit 299.786 neuen Fällen gemeldet. Die Zahl der Toten mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion lag den Angaben zufolge am Sonntag bei 669.
Menschen in Pflegeberufen am häufigsten wegen Covid-19 krankgeschrieben
12.24 Uhr: Die Gefahr, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, unterscheidet sich einer Studie der Techniker Krankenkasse zufolge je nach Arbeitsfeld deutlich. Menschen in Pflegeberufen sowie Erzieherinnen und Erzieher werden der Untersuchung zufolge am häufigsten wegen Covid-19 krankgeschrieben. Das geht aus vorab ausgewerteten Daten zum TK-Gesundheitsreport 2021 hervor, der im Juni erscheinen soll.
Die bundesweit größte gesetzliche Krankenversicherung hat für das vergangene Jahr alle Corona-Diagnosen ihrer erwerbstätigen Mitglieder erfasst, insgesamt knapp 28.000 Diagnosen bei rund 5,4 Millionen TK-Versicherten.
Demnach wurden 2020 aus der Berufsgruppe der sogenannten Haus- und Familienpflege 1242 Menschen je 100.000 Erwerbstätige mit Covid-19 krankgeschrieben. Darunter fallen auch die Beschäftigten ambulanter Pflegedienste. Auf Platz zwei und drei folgen jeweils die Beschäftigten in der Altenpflege mit 1205 Betroffenen pro 100.000 Erwerbstätige und die Kita-Beschäftigten mit 1127 krankgeschriebenen Personen pro 100 000. Krankenpflegerinnen und -pfleger (1101 pro 100.000) landen auf Platz vier. Auch Ergo- und Physiotherapeutinnen und -therapeuten sowie ärztliches Personal wurden nach TK-Angaben im Jahr 2020 überdurchschnittlich häufig mit der Diagnose Covid-19 krankgeschrieben.
Frauen (574 je 100.000) seien im Schnitt etwas häufiger betroffen als Männer (420 je 100.000). Am wenigsten betroffen sind der Auswertung zufolge Beschäftigte an den Hochschulen (194) sowie Berufstätige in den klassischen Bürojobs, wie zum Beispiel in der IT (245) oder im Controlling (248).
Insgesamt spielt die Diagnose Covid-19 der Auswertung zufolge aber eher eine untergeordnete Rolle bei den Krankschreibungen im vergangenen Jahr.
Weitere Corona-Fälle auf Kreuzfahrtschiff – 1000 Arbeiter sitzen fest
12.18 Uhr: Nach weiteren Corona-Infektionen auf dem Meyer-Kreuzfahrtschiff »Odyssey of the Seas« sitzen rund 1000 Arbeiter und Besatzungsmitglieder auf dem Luxusliner in Bremerhaven fest. Bei fünf weiteren Personen an Bord seien Infektionen mit dem Coronavirus festgestellt worden, wie ein Sprecher der Bremer Senatorin für Gesundheit am Montag sagte. Die Infizierten würden nun von Bord gebracht und in einem Hotel isoliert. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Papenburger Meyer-Werft, bei der das Schiff gebaut wurde, zwei Corona-Infektionen bestätigt.
Die nun infizierten Personen waren laut der Gesundheitsbehörde als Kontaktpersonen der ersten beiden Fälle eingestuft und umgehend in Einzelkabinen isoliert worden. »Wir rechnen nicht mit weiteren Fällen«, sagte der Sprecher. Um ganz sicherzugehen, gebe es für das Schiff zunächst aber noch keine Freigabe. Rund 1000 Menschen, darunter Arbeiter und Besatzungsmitglieder, sitzen daher nun weiter auf dem Luxusliner fest.
Israel beginnt Corona-Impfung palästinensischer Arbeiter
12.13 Uhr: Die israelischen Behörden haben offiziell begonnen, Palästinenser zu impfen, die eine Arbeitserlaubnis für Israel und die Siedlungen im Westjordanland besitzen. Dazu wurden an mehreren Kontrollpunkten Impfstationen errichtet. Die Maßnahme sei »in unserem gemeinsamen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Interesse, da wir in einer einzigen epidemiologischen Region leben«, sagte der Leiter der israelischen Behörde Cogat, Generalmajor Kamil Abu Rukun, einer Mitteilung zufolge.
Rund 100.000 Palästinenser besitzen eine Arbeitserlaubnis für Israel. Viele von ihnen arbeiten dort auf dem Bau. Impfwillige konnten über ihre israelischen Arbeitgeber Termine vereinbaren.
Im Westjordanland leben etwa vier Millionen Menschen. Dort hat es bislang nur in sehr geringem Umfang Impfungen gegeben, bestellte Lieferungen trafen nicht ein. Die Verteilung der ersten Dosen durch die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) unter anderem an Fußballer und Minister führte zu Ärger. In Israel erhielten bislang rund fünf Millionen Menschen eine Erst- und etwa 3,8 Millionen auch eine Zweitimpfung.
Mögliche Lieferungen und Impfungen durch Israel waren in den vergangenen Wochen kontrovers diskutiert worden. Organisationen wie Amnesty International hatten das Land dazu aufgerufen und dies mit dessen Verantwortung als Besatzungsmacht begründet. Die PA hat Israel offiziell nie um Impfstoffe gebeten, sieht es als Besatzungsmacht aber ebenfalls zu Unterstützung verpflichtet.
Städte- und Gemeindebund fordert mehr Tempo bei Corona-Schnelltests
11.56 Uhr: Angesichts der bundesweiten Lockerungen der Corona-Regeln am Montag hat der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, mehr Tempo beim Angebot kostenloser Schnelltests gefordert. »Wir müssen besser, schneller, unbürokratischer, auch mutiger werden«, sagte Landsberg am Montag im ZDF-»Morgenmagazin«. Er hätte sich eine frühere Schnellteststrategie gewünscht, aber nun müsse nach vorn geschaut werden.
Landsberg forderte zudem, dass Bund und Länder mehr auf die Erfahrungen in den Kommunen vor Ort hören sollten. Er höre auch viel Unmut von Bürgermeistern, weil die Menschen ihren Frust nicht in Berlin, sondern vor Ort zeigten. Die seit Montag geltenden Lockerungen bezeichnete Landsberg als »richtig«.
Frankreich hat seit Freitag fast 600.000 Menschen geimpft
11.05 Uhr: »585.000 Franzosen sind seit Freitag geimpft worden«, schrieb der französische Premierminister Jean Castex auf Twitter. Besonders in Corona-Hotspots wie Paris und Nizza wurde zahlreichen Menschen am Samstag und Sonntag eine Dosis verabreicht.
Gesundheitsminister Olivier Véran teilte mit, an den Wochenendimpfungen festhalten zu wollen. »Jedes Mal, wenn Impfstoff zur Verfügung steht, muss ein Franzose geimpft werden – ob es nun Montag oder Sonntag ist«, sagte er am Sonntagabend nach einem Besuch von zwei Impfzentren in Tourcoing in Nordfrankreich. In Frankreich lag zuletzt vor allem die Vakzine von AstraZeneca auf Halde.
Thailand kündigt verkürzte Quarantäne für geimpfte Ausländer an
10.36 Uhr: Thailand schwächt ab April die Quarantänevorschriften für geimpfte Reisende aus dem Ausland ab. Nach Angaben von Gesundheitsminister Anutin Charnvirankul wird die Quarantänefrist auf sieben Tage halbiert. Dies gilt für Ausländer, die sich bis zu drei Monate vor der Reise geimpft haben und zudem einen negativen Corona-Test präsentieren. Reisende, die nicht geimpft sind, sondern nur einen negativen Test vorweisen, müssen für zehn Tage in Quarantäne.
Homeschooling funktioniert für die meisten Eltern gut
10.33 Uhr: Die meisten Eltern sehen einer Umfrage zufolge in Homeschooling und Homeoffice keine unzumutbare Belastung. Nur 14 Prozent der Befragten hätten angegeben, diese Doppelbelastung »gar nicht gut« zu bewältigen, 26 Prozent hielten sie für »weniger gut« miteinander vereinbar, berichtet das Institut Forsa unter Berufung auf eine Befragung von 3055 Eltern mit schulpflichtigen Kindern im Alter zwischen 5 und 17 Jahren.
57 Prozent geben an, das funktioniere gut oder sehr gut. Die Befragung zeige, dass die Doppelfunktion schwieriger werde, je jünger die Kinder seien. 64 Prozent der Eltern bewerten Fernunterricht während der Pandemie als gut oder sehr gut.
Mehr als 10 Millionen Menschen in Türkei geimpft
10.13 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie sind in der Türkei mehr als zehn Millionen Menschen geimpft worden. Rund 7,6 Millionen Menschen haben bisher nur die erste, 2,4 Millionen auch die zweite Dosis erhalten. Dies geht aus am Montag vom Gesundheitsministerium veröffentlichten Zahlen hervor.
Die Türkei hat mit ihren rund 84 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie knapp 2,8 Millionen Coronavirus-Infektionen und rund 29.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet. Mitte Januar hatte die Türkei mit dem Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinovac Impfungen gegen das Coronavirus begonnen.
Hotels könnten in Schleswig-Holstein über Ostern öffnen
10.06 Uhr: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) rechnet mit einer Öffnung der Hotels in seinem Bundesland über Ostern. »Wenn sich die Situation nicht dramatisch verändert, gehe ich davon aus, dass wir Hotels in Schleswig-Holstein über Ostern öffnen«, sagte Günther der »Rheinischen Post«.
»Warum sollen die Menschen an Ostern nicht in Hotels und Ferienwohnungen sein können – unter der Voraussetzung eines aktuellen Negativ-Tests und einer Nachverfolgung über Apps«, sagte der Regierungschef.
»Im Gegensatz zu Oktober gibt es jetzt genug verfügbare Schnelltests. Lösungen in diesem Bereich zu finden, ist auch ein Gebot des Respekts der Branche und den Menschen gegenüber, die dort arbeiten«, sagte der CDU-Politiker. »Die Scheu vor innerdeutschem Reiseverkehr kann ich angesichts der derzeit moderaten Inzidenzwerte nicht nachvollziehen.«
5011 Corona-Neuinfektionen und 34 neue Todesfälle registriert
10.05 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen einem Tag 5011 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Vergleich zum Vortag auf 68,0 von 66,1. Das geht aus Zahlen des RKI vom Montag hervor. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 34 neue Todesfälle verzeichnet – und damit ein neuer Tiefstand im Jahr 2021.
Der Wert ist aber mit Vorsicht zu genießen: Er bezieht sich explizit nicht darauf, wie viele Menschen binnen einem Tag gestorben sind. Es geht um die Zahl der Meldungen an das RKI. Darin können auch Todesfälle enthalten sein, die schon einige Zeit zurückliegen. Am Montag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen zudem meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.
Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 4.40 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen einem Tag 4732 Neuinfektionen und 60 neue Todesfälle verzeichnet. Am Montag davor lag die Zahl der neuen Todesfälle bei 62, am Montag, dem 11. Januar, lag der Wert bei 343.
Niedriger als an diesem Montag war die Zahl der neuen Todesfälle zuletzt am 1. November 2020 gewesen: An dem Sonntag wurden 29 neue Fälle verzeichnet.
Olaf Scholz verspricht bis zu zehn Millionen Impfungen pro Woche
9.20 Uhr: International hinkt Deutschland bei der Impfrate bedenklich hinterher. Nun stellt Olaf Scholz Abhilfe in Aussicht. Ab Ende des Monats sollen die Kapazitäten deutlich hochgefahren werden. Lesen Sie hier mehr.
Über 10.000 Eilverfahren und Klagen gegen Corona-Auflagen
8.11 Uhr: Die Corona-Verordnungen haben die Gerichte im vergangenen Jahr stark in Anspruch genommen. Nach Angaben des Deutschen Richterbunds (DRB) gingen 2020 bei den Gerichten mehr als 10 000 Eilverfahren und Klagen gegen Corona-Auflagen ein. »Die Gerichte haben Maßnahmen des Infektionsschutzes inzwischen in Tausenden Verfahren überprüft und nötigenfalls korrigiert«, sagte DRB-Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn im Gespräch mit der »Neuen Osnabrücker Zeitung«.
Größtenteils hätten die Gerichte die angegriffenen Corona-Beschränkungen bestätigt. Trotz starker Auslastung hätten die Kammern das Aufkommen gut bewältigen können, berichtete Rebehn. Ein deutlicher Rückgang der Fallzahlen zeichne sich noch nicht ab.
Apotheken: Schnelltests noch nicht überall ab sofort möglich
8.09 Uhr: Die Organisation von Schnelltests stellt die Apotheken in Deutschland vor erhebliche Herausforderungen. Es werde nicht möglich sein, dies sofort überall umzusetzen, sagte die Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda), Gabriele Regina Overwiening, am Montag im ZDF-»Morgenmagazin«. So müsse die Wegeführung für Testkunden zumeist eine andere sein als für andere Kunden. Es bestehe aber die Möglichkeit, außerhalb der Apotheken Räume anzumieten. Die Mitarbeiter bräuchten zudem für den eigenen Schutz eine entsprechende Ausrüstung.
Eine Vergabe von Terminen nannte Overwiening sinnvoll. Es gebe auch Apotheken, wo man sich spontan testen lassen könne. Die Arbeitslast müsse aber für die Apotheken kalkulierbar sein.
»Back for Good«: Englische Schule begrüßt Schülerinnen und Schüler mit selbst gesungenem Rückkehrvideo
7.55 Uhr: In England öffnen die Schulen wieder – und das Lehrerkollegium der King's-Rochester-Schule nutzte das Wiedersehen für ein emotionales Webvideo. Die Lehrerinnen und Lehrer des Hauses, nach eigenen Angaben die zweitälteste Schule der Welt, nahmen eine umgedichtete Version des Take-That-Klassikers »Back for good« auf.
Das Video verbreitete sich insbesondere via Twitter massiv, 415.000 Mal wurde es bis zum Sonntagabend dort gesehen. Weitere 33.000 Klicks holten die singenden Lehrkräfte auf YouTube.
Die Schulöffnungen in England sind der erste Schritt eines Lockerungsplans der britischen Regierung. Weiterführende Schulen können nach Bedarf stufenweise öffnen. So soll Zeit für mehrere freiwillige Corona-Tests sein. Die Regierung stellt zu Beginn 57 Millionen Schnelltests bereit. Danach kann jede Familie mit einem Schulkind pro Woche zwei Selbsttests je Haushaltsmitglied in Anspruch nehmen.
Südkorea prüft Zusammenhang von Impfstoff und Todesfällen
7.51 Uhr: In Südkorea hat die Seuchenbehörde KDCA den Tod von acht Menschen nach Verabreichung des AstraZeneca-Impfstoffs ins Visier genommen. Die Patienten hatten nach der Impfung Nebenwirkungen gezeigt. KDCA-Direktor Jeong Eun Kyeong sagt nun: »Wir sind vorläufig zu dem Ergebnis gekommen, dass es schwierig ist, irgendeinen Zusammenhang zwischen ihren Nebenwirkungen nach der Impfung und ihrem Tod festzustellen.«
Mehrheit der Stadträte will Hallenser Oberbürgermeister Amtsgeschäfte verbieten
7.41 Uhr: Gemeinsam mit 28 weiteren Kommunalpolitiker hatte sich Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand Anfang des Jahres gegen das Coronavirus impfen lassen, obwohl er noch nicht an der Reihe war. Im Februar hatte der Parteilose die Impfung eingeräumt. Nun gibt es im Stadtrat von Halle eine Mehrheit, die dem Oberbürgermeister die Führung seiner Dienstgeschäfte verbieten will.
Die Nachrichtenagentur dpa hat nun alle 56 Stadträte befragt – mindestens 32 seien gewillt, einem entsprechenden Vorschlag von Linken, Grünen, SPD und FDP in einer Sondersitzung am kommenden Montag zu folgen. Wiegand hatte seine Impfung nicht sofort, sondern erst Wochen später öffentlich gemacht. Laut der von Bund und Land festgelegten Prioritätenliste der Dringlichkeit der Impfberechtigten wäre Wiegand noch nicht an der Reihe gewesen. Der Oberbürgermeister selbst sagt, bei seiner Impfung sei alles »ordnungsgemäß« verlaufen. Während der Aufarbeitung der vorzeitigen Impfungen verwickelte sich Wiegand jedoch in Widersprüche.
Gesund wegen Corona: Verkauf von Erkältungsmitteln bricht ein
7.07 Uhr: Weil die Menschen in Corona-Zeiten auf Abstand gehen und sich dadurch weniger erkälten, ist der Verkauf von rezeptfreien Arzneimitteln in Deutschland deutlich abgesackt. Bayer-Chef Werner Baumann nennt bei Erkältungspräparaten ein Marktminus von über 20 Prozent im vergangenen Jahr – diese Entwicklung betreffe auch seine Firma. Procter & Gamble, Stada und Sanofi vermeldeten ebenfalls Einbußen, ohne das mit Zahlen zu konkretisieren. Die Unternehmen sind bekannt für Mittel wie etwa Wick, Grippostad, Mucosolvan und Alka-Seltzer Plus.
Die gesunkene Nachfrage bekamen auch die Apotheken in Deutschland zu spüren. Die Apothekervereinigung ABDA teilte der Nachrichtenagentur dpa mit, dass bei Erkältungs-, Durchfall- und Läusemitteln in den ersten drei Quartalen 2020 der Absatz rezeptfreier Medikamente deutlich gefallen sei. Dabei bezog sich die Vereinigung auf Daten des Marktforschers Insight Health.
Den Daten zufolge wurden bei Durchfallmitteln in den ersten neun Monaten der Vorjahre etwa 15 Millionen Packungen nachgefragt – 2020 waren es dagegen nur knapp zwölf Millionen, also ein Fünftel weniger. Auch bei Erkältungsmitteln gab es Rückgänge: Fragten Apothekenkunden normalerweise knapp 150 Millionen Arzneimittel in den ersten drei Quartalen nach, waren es 2020 noch knapp 130 Millionen. Bei Läusemitteln habe sich zudem der Absatz von etwa zwei Millionen auf 1,2 Millionen Medikamente fast halbiert. In den Zahlen sind das Apothekengeschäft vor Ort und der Versandhandel inbegriffen.
WHO-Bericht über Corona-Untersuchung in China erst Mitte März
6.38 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Pläne für die Veröffentlichung erster Ergebnisse ihrer Untersuchung zum Ursprung des Coronavirus in China aufgegeben. Statt eines Vorabberichts werde nun erst der Gesamtbericht vorgestellt, voraussichtlich in der Woche nach dem 14. März, sagte der WHO-Teamchef Peter Ben Embarek am Freitag in Genf. Er war mit rund einem Dutzend Kollegen im Januar nach China gereist. Gründe für die Änderung der Pläne nannte die WHO nicht.
Die Reise kam erst nach monatelangen Verhandlungen mit den chinesischen Behörden zustande. Das Unterfangen ist höchst komplex, weil China verhindern will, als Auslöser und Schuldiger der Pandemie an den Pranger gestellt zu werden. Das Expertenteam suchte in China nach dem Ursprung der Pandemie.
Die bei einer ersten Pressekonferenz zum Ende der Reise in China vorgestellten Ergebnisse waren nach Einschätzung von Experten dürftig. WHO-Teamchef Peter Ben Embarek bestätigte dort, dass das Virus wie bereits angenommen wahrscheinlich von Fledermäusen über einen Zwischenwirt auf den Menschen übergesprungen war.
Englische Schüler kehren nach zwei Monaten Lockdown in Schulen zurück
6.01 Uhr: Nach Monaten im Lockdown kehren an diesem Montag in England die Schüler in ihre Schulen zurück. Es ist der erste Schritt eines Lockerungsplans der Regierung. Weiterführende Schulen können nach Bedarf stufenweise öffnen. So soll Zeit für mehrere freiwillige Corona-Tests sein. Die Regierung stellt zu Beginn Dutzende Millionen Schnelltests bereit. Danach kann jede Familie mit einem Schulkind pro Woche zwei Selbsttests je Haushaltsmitglied in Anspruch nehmen.
Premierminister Boris Johnson begrüßte die Öffnung und wies Kritik zurück. »Das Risiko liegt eher darin, nicht morgen in die Schulen zu gehen, angesichts des Leidens und des Lernverlustes, der zu beklagen war«, sagte Johnson am Sonntag. Die englische Schulbeauftragte Amanda Spielman warnte vor Essstörungen und Selbstverletzungen unter Schülern, die im Lockdown »Langeweile, Einsamkeit, Elend und Angst« erlebt hätten. Die Regierung hatte Anfang Januar zum dritten Mal wegen der Corona-Pandemie scharfe Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen erlassen.
Gesundheit ist im Vereinigten Königreich Sache der einzelnen Landesteile. In Schottland etwa sind die jüngeren Grundschüler bereits seit vorigem Monat wieder in der Schule, die älteren sollen erst am 15. März zurückkehren.
Kanzleramtschef will zivile Reserve zur Unterstützung staatlicher Behörden
5.25 Uhr: Als Konsequenz aus der Corona-Pandemie hat Kanzleramtsminister Helge Braun die Schaffung einer zivilen Reserve zur Unterstützung staatlicher Behörden in Krisenlagen vorgeschlagen. »Wir brauchen geschulte Helfer aus der breiten Bevölkerung. Eine Art zivile Reserve – wie es auch eine militärische Reserve gibt«, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
Die Bundesländer müssten aktuell Aufgaben in Größenordnungen bewältigen, die vorher nicht da gewesen seien. Als Beispiel nannte Braun die Kontaktnachverfolgung in der Pandemie. Es gebe plötzlich einen Ansturm von Aufgaben, den die Staatsbediensteten nicht mehr bewältigen könnten. Zwar gebe es Organisationen wie das Technische Hilfswerk und die Bundeswehr als Helfer in der Not. Die Frage sei aber, ob man sich auf solche Lagen nicht besser vorbereiten könne.
Der Kanzleramtschef regte zudem an, nach dem Ende der Pandemie über die Zusammenarbeit zwischen den Bundesländern zu sprechen. Der Föderalismus sei in der Pandemie ein großer Gewinn, er finde es daher auch völlig falsch, ihn infrage zu stellen. Nötig sei aber eine bessere Abstimmung zwischen den Ländern: »Wenn die Pandemie ein Stück hinter uns liegt, muss man über einen Punkt noch mal sprechen: Wie können wir möglichst einheitlich vorgehen?«, so Braun.
Italien erklärt Südregion Kampanien zur roten Zone
3.40 Uhr: Italien hat wegen steigender Corona-Zahlen in mehreren Regionen die Beschränkungen verschärft. Viele Schulen bleiben dort ab Montag wieder geschlossen, Restaurants in betroffenen Gebieten dürfen nicht mehr für Gäste öffnen. Die süditalienische Urlaubsregion Kampanien, zu der Neapel und die Amalfiküste gehören, ist nun als dritte Region in dem 60-Millionen-Einwohner-Land eine Rote Zone mit den schärfsten Corona-Sperren. Das hatte das Gesundheitsministerium in Rom am Freitag festgelegt.
Bisher sind schon die Basilikata im Süden und die kleine Adria-Region Molise solche roten Zonen. In diesen Gebieten müssen alle Schulen zu sein. Die Menschen sollen ihre Wohnungen möglichst selten verlassen.
Italiens Regierung kämpft seit Herbst 2020 mit dem Instrument einer regionalen Einteilung in mehrere, farblich gekennzeichnete Risikozonen gegen die Pandemie. Am Montag wurden in diesem System auch weitere Gebiete wegen steigender Werte hochgestuft zu Orangen Zonen. Darunter ist Venetien im Norden. Die benachbarte Lombardei, wo rund zehn Millionen Menschen leben, gehört ohnehin schon zu der mittleren Risikozone. Das gilt ebenso für die Toskana und Umbrien. Der Agrarverband Coldiretti rechnete vor, dass seit Montag zwei von drei Restaurants für Gäste dicht sind. Außer-Haus-Verkauf ist aber möglich.
In ganz Italien gilt zudem weiter eine nächtliche Ausgangssperre ab 22.00 Uhr. Die Regionalgrenzen dürfen nur in Ausnahmefällen überschritten werden. Wegen der nach oben gehenden Corona-Kurve hatten Experten am Wochenende von der Regierung eine weitere Verschärfung der Schutzmaßnahmen gefordert. Die Gesundheitsbehörden in dem Land zählten am Sonntag fast 21.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Damit gibt es in Italien, wo die Pandemie seit Februar 2020 um sich gegriffen hatte, bisher fast 3,07 Millionen Virusinfizierte.
Günther will Hotels in Schleswig-Holstein über Ostern öffnen
2.07 Uhr: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) rechnet mit einer Öffnung der Hotels in seinem Bundesland über Ostern. »Wenn sich die Situation nicht dramatisch verändert, gehe ich davon aus, dass wir Hotels in Schleswig-Holstein über Ostern öffnen«, sagte Günther der »Rheinischen Post«.
»Warum sollen die Menschen an Ostern nicht in Hotels und Ferienwohnungen sein können – unter der Voraussetzung eines aktuellen Negativ-Tests und einer Nachverfolgung über Apps«, sagte der Regierungschef. »Im Gegensatz zu Oktober gibt es jetzt genug verfügbare Schnelltests. Lösungen in diesem Bereich zu finden, ist auch ein Gebot des Respekts der Branche und den Menschen gegenüber, die dort arbeiten«, sagte der CDU-Politiker. »Die Scheu vor innerdeutschem Reiseverkehr kann ich angesichts der derzeit moderaten Inzidenzwerte nicht nachvollziehen.«
Schleswig-Holstein verzeichnet in einigen Regionen seit Längerem im Vergleich zu anderen Bundesländern relativ niedrige Werte bei der Sieben-Tage-Inzidenz. Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb dieses Zeitraums an. Ab Montag erlaubt Schleswig-Holstein bereits wieder den regulären Einkauf in Geschäften. Öffnen dürfen zudem auch Museen, Galerien, Zoos und botanische Gärten.
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