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Corona-Lockdown: Der Schulausfall wird zur Billionen-Bombe

February 08
11:26 2021
Düstere Aussichten? Schulgebäude in München während des ersten Lockdowns im April 2020 Icon: vergrößern

Düstere Aussichten? Schulgebäude in München während des ersten Lockdowns im April 2020

Foto: CHRISTOF STACHE / AFP

Es gibt Arten von Unglück, die wollen selbst jene nicht wahrhaben, die davon direkt getroffen wurden. Keine gute Schulbildung genossen zu haben, ist ein Beispiel. Mitte der Sechzigerjahre wurde der Start des Schuljahrs bundesweit angeglichen. Zahlreiche Bundesländer führten zwei »Kurzschuljahre« ein, zwei Klassenstufen in nur 16 Monaten.

Wer damals Schüler war, schwört oft noch heute darauf, dass ihm Nachteile dadurch nicht entstanden seien. So betonen es viele Menschen derzeit im Zuge der Debatte über die Pandemie-Schulausfälle – zum Beispiel auch in Briefen an den SPIEGEL. Das hat allerdings mehr mit dem Hang des Menschen zu tun, Widrigkeiten und Zufällen des Lebens im Rückblick immer einen Sinn zu geben, als mit den Fakten.

Denn wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Die Generation Kurzschuljahr hat weniger Geld verdient und schlechtere Jobs bekommen als viele Altersgenossen, die nicht von der Umstellung betroffen waren – ein Leben lang. Die wenigen Monate weniger Schulzeit haben ein Loch in ihr Lebenseinkommen gerissen; auch wenn die meisten Betroffenen es nicht sehen können, weil sie es nicht anders kennen. Das Minus liegt im Schnitt bei fünf Prozent ihres gesamten Lebenseinkommens. Das können im konkreten Fall schon mal 100.000 Euro oder mehr sein.

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