Corona-Krise: CSU-Politiker verhalfen Maskenhändlern zu lukrativen Geschäften
Icon: vergrößernSchutzmaskenlieferung im Mai: Ein Lehrstück für Bevorzugung dank politischer Kontakte
Foto: Mario Aurich / imago images
Am 5. März 2020 schreibt Andrea Tandler eine Mail, um die Tür zu einem grandiosen Geschäft aufzustoßen. Sie geht an ein Postfach mit dem Namen »Spahn Jens Laptop«, das eine enge Mitarbeiterin von Jens Spahn betreut. Noch ist er nötig, dieser kleine Umweg zum Gesundheitsminister und zum großen Geld – vier Tage später wird Tandler den Minister schon direkt anschreiben.
»Sehr geehrte Frau S.«, beginnt also diese erste Mail; die Lobbyistin Tandler verschwendet keine Zeit, um klarzumachen, wer sie ist. Sie hat Verbindungen im politischen Lager des Ministers: »Auf Empfehlung von Monika Hohlmeier sende ich Ihnen im Anhang unser Angebot … Wir« – der Schweizer Maskenhändler Emix, den Tandler vertritt – »haben aktuell noch 3 Mio. Stück.« Herzliche Grüße.
Andrea Tandler ist die Tochter von Gerold Tandler, dem bayerischen Ex-Minister und Amigo des früheren CSU-Idols Franz Josef Strauß. Und Hohlmeier, die im Europaparlament sitzt? Ist die Tochter von Strauß. Eine erstklassige CSU-Connection also. Tandler setzt auf große Namen, politische Hilfe, und das scheint auch nötig. Denn der Preis ist horrend hoch: 9,90 Euro pro Maske.

