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Corona: Kanzler Sebastian Kurz verlangt Korrektur der Impfstoff-Verteilung in der EU

March 24
09:45 2021
Österreichs Kanzler Sebastian Kurz Bild vergrößern

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz

Foto: Schroetter / Eibner-Pressefoto / EXPA / imago images

Die Europäische Union (EU) hat Impfstoffe gemeinsam eingekauft und will sie auch gleichsam unter den Mitgliedstaaten verteilen. Nach Sicht von Österreichs Kanzler Sebastian Kurz geht das jedoch mehr schlecht als recht. Er pocht auf eine Änderung der Impfstoffverteilung in Europa.

Kurz will das Thema bei Beratungen mit seinen EU-Kollegen am Donnerstag zur Sprache bringen, falls es bis dahin keine Lösung gebe, sagte der konservative Regierungschef der »Welt«. Die Auslieferung der Dosen sei nicht wie vereinbart gleichzeitig und nach Bevölkerungsanteil an alle EU-Staaten erfolgt, sondern nach Bestellmenge, argumentierte Kurz. »Wir können aber kein Interesse daran haben, dass sich die Kluft innerhalb der Europäischen Union bei der Durchimpfung der Bevölkerung immer mehr vergrößert und wir somit EU-Mitgliedstaaten zweiter Klasse schaffen«, sagte er der »Welt«.

Die Angst des Kanzlers: Ohne Kurskorrektur würden so einige Mitgliedstaaten die sogenannte Herdenimmunität bereits Ende Mai erreichten, andere Länder hingegen erst im späten Sommer oder zum Jahresende hin. Kurz fügte hinzu: »Die Bürgerinnen und Bürger Europas erwarten sich von uns zu Recht eine Lösung bei der Impfstoffverteilung, denn es steht die Solidarität innerhalb der Europäischen Union auf dem Spiel.«

Deutschland ist gegen Österreich-Plan

Deutschland ist gegen die von Österreich und anderen Ländern geforderte Neuverteilung von Impfstoffen in der Europäischen Union, wie Europa-Staatssekretär Michael Roth (SPD) zuvor am Dienstag klargemacht hatte.

Roth hatte darauf hingewiesen, dass Österreich und einige andere Staaten die ihnen nach Bevölkerungsgröße zustehenden Impfstoffkontingente nicht ausgeschöpft hatten. Diese Mengen seien anderen EU-Ländern angeboten worden. Es gebe keine Veranlassung, das Verteilungsverfahren zu ändern. Auch Bulgarien, Kroatien, Lettland, Slowenien und Tschechien hatten sich Österreichs Beschwerde angeschlossen.

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