Brexit torpediert britische Exporte: »Mindestens 50 Prozent der Lkw fahren leer«
Icon: vergrößernLkw warten auf die Einfahrt in den Kanalhafen Dover: Schlangen wie hier im Dezember sieht man derzeit nicht, dafür droht anderer Ärger
Foto: Gareth Fuller / dpa
Wo ist das befürchtete Brexit-Chaos? In Dover jedenfalls sieht es nicht allzu chaotisch aus. Auch wenn sich mal Lkw-Kolonnen vor Kontrollpunkten stauen oder Schiffe verzögert abfahren, geht es an Großbritanniens wichtigstem Ärmelkanalhafen insgesamt geordnet zu – knapp zwei Monate, nachdem das Vereinigte Königreich aus dem Binnenmarkt sowie der EU-Zollunion ausgeschieden ist. Die Regierung in London spricht bereits von der »Rückkehr zur Normalität«.
Doch der Anschein trüge, sagt Richard Burnett, Chef des britischen Transportverbandes. Tatsächlich verursache der Brexit-Vollzug enorme Schäden und Kosten: nicht nur für seine Branche, sondern auch für viele britische Exportbetriebe. Und nun drohe auch EU-Unternehmen mit Großbritannien-Geschäft ein ähnliches Problem, warnt Burnett.
SPIEGEL: Mr. Burnett, am 1. Januar haben die Zollkontrollen der EU begonnen. Importe von Waren aus Großbritannien müssen beim Zoll angemeldet werden. Aber vor Dover und dem Eurotunnel sind die befürchteten meilenlangen Lkw-Dauerstaus bisher ausgeblieben. War das alles nur Angstmache?

