AstraZeneca: Jens Spahn nennt Impfstopp »eine reine Vorsichtsmaßnahme«
Icon: vergrößernGesundheitsminister Jens Spahn
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In Deutschland wird die Impfung mit der Vakzine von AstraZeneca »vorsorglich« ausgesetzt. Das hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin mitgeteilt. Die Entscheidung sei keine politische, sondern »rein fachlich« – er folge einer aktuellen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI).
Anlass der Stopps sind Berichte über Komplikationen nach den Impfungen, konkret ging es um die Bildung von Blutgerinnseln. Laut Spahn gibt es sieben bekannte Fälle einer sogenannten Hirnvenenthrombose nach einer erfolgten Impfung – bei 1,7 Millionen AstraZeneca-Impfungen in Deutschland.
Es sei ihm wichtig einzuordnen, dass »für die allerallerallerallermeisten kein Risiko besteht«, aber ein Zusammenhang von AstraZeneca und Gerinnungsstörungen nicht völlig ausgeschlossen werden könne, sagte Spahn. Er empfahl Erstgeimpften, die den Wirkstoff von AstraZeneca erhalten hatten, sich bei punktförmigen Hautblutungen oder andauernden Kopfschmerzen unbedingt bei ihrem Arzt zu melden.
»Eine reine Vorsichtsmaßnahme«
Mehrere europäische Länder hatten bereits zuvor die Impfung mit AstraZeneca ausgesetzt, Deutschland wollte vorerst weiter impfen. Die jetzige Entscheidung sei »eine reine Vorsichtsmaßnahme«, sagte Spahn. Sie betreffe sowohl Erst- als auch Folgeimpfungen. »Wir setzen aus, um zu überprüfen. Das Ergebnis der Überprüfung ist offen.«
Die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema) müsse nun neu entscheiden, »ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken«. Die Behörde brauche nun Zeit, »die jüngsten Vorfälle zu überprüfen«. »Den Prozess der Prüfung warten wir ab.«
Sollte die Ema die Vakzine wieder freigeben, könnten die Folgeimpfungen und auch neue Erstimpfungen problemlos fortgesetzt werden. »Sollte Impfen mit AstraZeneca wieder möglich werden, werden wir auch wieder für Vertrauen in die Impfung werben«, so Spahn. Er hoffe auf eine baldige Entscheidung der Ema.
Lauterbach warnt vor Impfstopp
Anlass der Stopps sind Berichte über Komplikationen nach den Impfungen, konkret ging es um die Bildung von Blutgerinnseln. Der Ema wurden bislang rund 30 Fälle von Gerinnungsstörungen nach einer AstraZeneca-Impfung gemeldet – bei bislang knapp fünf Millionen Geimpften. Menschen in Deutschland, die nach einer Erstimpfung mit AstraZeneca punktförmige Hautblutungen oder andauernde Kopfschmerzen verspüren, sollten sich vorsorglich bei ihrem Arzt melden, so Spahn.
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht den Impfaussetzer kritisch. »Auf der Grundlage der vorliegenden Daten halte ich das für einen Fehler«, schrieb der Politiker auf Twitter. »Die Prüfung ohne Aussetzung der Impfung wäre wegen der Seltenheit der Komplikation besser gewesen. In der jetzt Fahrt aufnehmenden dritten Welle wären die Erstimpfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff Lebensretter.«
Die AstraZeneca-Impfungen sind bereits in mehreren europäischen Ländern pausiert, darunter die Niederlande, Irland, Dänemark, Norwegen und Island. Italien und Österreich stoppten die Verwendung von bestimmten Chargen, Frankreich pausierte seine Impfungen kurz nach der Entscheidung in Deutschland ebenfalls.
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