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Hormus-Blockade? Welche Blockade?: Das sind die Gründe für die steigenden Aktienkurse

April 14
13:36 2026

Wirtschaft

Hormus-Blockade? Welche Blockade?Das sind die Gründe für die steigenden Aktienkurse

14.04.2026, 12:15 Uhr DSCF1383-2Von Jan Gänger Artikel anhören(03:31 min)00:00 / 03:31

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Donald Trump sorgt an den Börsen für viel Gesprächsstoff. (Foto: REUTERS)

Der Iran und die USA blockieren die Schifffahrt in der Straße von Hormus, aber an den Börsen geht es aufwärts. Die Märkte setzen auf Entspannung. Doch niemand weiß, was Donald Trump als Nächstes tut.

Nachdem der Iran die für die globale Ölversorgung bedeutende Straße von Hormus weitgehend blockiert hat, sperren die USA dort nun den Seeverkehr zu und von iranischen Häfen. Doch sowohl der Aktien- als auch der Ölmarkt reagieren nicht wie erwartet: Während die Aktienmärkte steigen, fallen die Ölpreise unter die Marke von 100 Dollar je Fass.

Der US-Standardwerteindex S&P 500 hat seine seit dem Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran erlittenen Verluste mit dem gestrigen Handelstag sogar komplett wettgemacht. Auch für den deutschen Leitindex geht es im Tagesverlauf deutlich nach oben. Der Dax liegt damit aber noch unter Vorkriegsniveau.

DAX ® 23.972,13

Investoren gehen offenbar davon aus, dass der Höhepunkt des Krieges überschritten ist und sich die Lage tendenziell entspannt. Denn sowohl US-Präsident Donald Trump als auch Irans Präsident Masoud Peseschkian haben ihre Bereitschaft erklärt, die Gespräche wieder aufzunehmen. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge kehren Verhandlungsteams beider Länder im Laufe dieser Woche für Friedensverhandlungen in Pakistans Hauptstadt Islamabad zurück.

Wie die "Financial Times" berichtet, kommunizieren die USA und der Iran im Hintergrund miteinander. Ziel sei es, die offiziellen Gespräche fortzusetzen, bevor das von Trump verhängte Ultimatum kommende Woche ausläuft. Trump hatte dem Iran gedroht, Infrastruktur wie Brücken und Energieanlagen vollständig zu zerstören sowie den "Untergang der iranischen Zivilisation" herbeizuführen. Damit will er das Regime in Teheran dazu zwingen, die Straße von Hormus bedingungslos für den internationalen Schiffsverkehr zu öffnen. Vor diesem Hintergrund wird die US-Blockade der Straße von Hormus als eine gezielte Eskalation gesehen, um Spielräume für eine spätere Deeskalation zu schaffen.

Der Optimismus dominiert

An den Märkten stehen deshalb nicht mehr Kriegsgeschehen und die verursachten Zerstörungen im Fokus, sondern die Wahrscheinlichkeit einer Lösung. Solange der Konflikt aus Sicht der Anleger berechenbar bleibt und nicht weiter eskaliert, verliert er für sie an Bedeutung. Die Hoffnung auf einen längerfristigen Waffenstillstand und eine gesicherte Energieversorgung lässt Aktienkurse steigen und Ölpreise sinken.

An den Aktienmärkten kehren die Anleger zu einem vertrauten Handelsmuster zurück und stürzen sich auf Technologie- und Wachstumsaktien. Taiwans Leitindex erreichte heute ein neues Rekordhoch und liegt damit seit Jahresbeginn 25 Prozent im Plus. Auch in Seoul geht es kräftig aufwärts. Die Börse in Südkorea war nach Kriegsausbruch um 20 Prozent abgestürzt und liegt jetzt nur noch knapp vier Prozent unter dem Stand von Ende Februar.

Bei allem Markt-Optimismus bleibt die Lage jedoch fragil: Trumps impulsive Rhetorik und seine Neigung zu unvorhersehbaren Kehrtwenden machen jede Prognose unsicher.

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