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Dörfer in Polen schon evakuiert: Hohe Wasserstände in Sachsen erwartet

September 14
10:45 2024

Panorama

Einsatzkräfte im tschechischen Budejovice versuchen mit Sandsäcken das Hochwasser aufzuhalten.

Einsatzkräfte im tschechischen Budejovice versuchen mit Sandsäcken das Hochwasser aufzuhalten.

In Tschechien und Polen sind sie bereits da: heftige Überschwemmungen nach Dauerregen. Wassermassen überfluten Häuser, Garagen und Straßen, in Polen werden zwei Dörfer evakuiert. Auch Deutschland rüstet sich, gerade in Sachsen könnten die Pegelstände kräftig steigen.

Der Osten Deutschlands bereitet sich auf Hochwasser vor. Von Sachsen bis Südbayern wird für diesen Samstag Dauerregen erwartet, wie wetter.de meldet. Erst am Nachmittag zieht er sich in Richtung Alpen zurück. Die heftigen Niederschläge, die in Polen und Tschechien bereits zu Überschwemmungen führten, lassen voraussichtlich auch die Wasserstände der Elbe in Sachsen anschwellen.

Womöglich am Samstagabend wird am Pegel Schöna die Alarmstufe 1 erreicht, die niedrigste von vier Warnstufen. Für Dresden wird damit am frühen Sonntagmorgen gerechnet, wie das sächsische Landeshochwasserzentrum in einer Warnmeldung informierte. Die höchsten Wasserstände an den sächsischen Elbepegeln werden derzeit ab Mittwoch und Donnerstag kommender Woche erwartet.

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Deswegen drängt auch die Zeit bei den Abrissarbeiten am eingestürzten Teil der Dresdner Carolabrücke. "Die Zeit rennt uns weg", sagte Feuerwehrsprecher Michael Klahre am Freitagabend. Am Sonntag wird in Dresden Alarmstufe 1 erreicht. Bis Mittwoch könnte die Stufe 3 erreicht werden. Der Wasserstand der Elbe könnte auf sechs bis sieben Meter steigen, normal sind zwei Meter.

Eine Spezialfirma arbeitet derzeit rund um die Uhr, um die Trümmerteile zu beseitigen. Geplant ist, mit Ausnahme des am frühen Mittwochmorgen in den Fluss gestürzten Abschnitts den gesamten Bereich des Brückenzuges C zu beräumen. So sollen Folgeschäden beim drohenden Hochwasser vermieden werden. Die Arbeiten sollen nach bisherigen Angaben bis Sonntagabend erledigt sein.

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Dort besteht durch den vielen Regen die Gefahr von örtlichen Überschwemmungen. Ursache für das Anschwellen der Elbe sind den Angaben nach heftige Regenfälle im Einzugsgebiet von Elbe und Moldau in Tschechien.

Starker Regen in Tschechien

In Deutschlands östlichen Nachbarländern Polen und Tschechien kam es nach Dauerregen in der Nacht bereits zu Überschwemmungen. An rund 20 Flüssen und Bächen wurde dort die dritte Hochwasser-Alarmstufe "Gefährdung" ausgerufen, wie die Nachrichtenagentur CTK meldete. Andernorts kam es durch plötzlichen Starkregen zu Überschwemmungen. Das tschechische Fernsehen veröffentlichte auf X Aufnahmen aus dem Dorf Mikulovice nahe der Grenze zu Polen. Dort ist zu sehen, wie am frühen Morgen die Wassermassen Häuser, Garagen und Straßen überfluten.

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"Das Wasser floss von den umliegenden Feldern ins Dorf herab", hieß es. Die Feuerwehr habe den Bewohnern angeboten, sich in der örtlichen Turnhalle in Sicherheit zu bringen. Bislang habe dies aber niemand genutzt.

Im südböhmischen Budweis (Ceske Budejovice) errichteten Feuerwehrleute seit Freitagabend Hochwasserschutzwände. Sie luden Sandsäcke am Fluss Maltsch und errichteten am Moldauufer eine vorgefertigte Barriere. Meteorologen zufolge werden die Pegelstände der Flüsse in Tschechien am Wochenende weiter ansteigen. Mancherorts hat es seit Freitag bereits 50 bis 110 Liter pro Quadratmeter geregnet.

Zwei Dörfer in Polen evakuiert

Auch im Südwesten Polens ist die Lage ernst. In der Region Oppeln trat der Fluss Biala Glucholaska über die Ufer. Aus dem Dorf Glucholazy nahe der Grenze zu Tschechien mussten 400 Bewohner in Sicherheit gebracht werden. Innenminister Tomasz Simoniak war vor Ort und postete auf X Bilder von der Arbeit der Rettungskräfte. Hundert Feuerwehrleute und 60 Polizisten seien in dem Dorf im Einsatz, schrieb Simoniak. Auch aus dem Dorf Morow musste ein Teil der Bewohner in Sicherheit gebracht werden, weil hier der Fluss Mora über die Ufer getreten war. Insgesamt fuhr die Feuerwehr in der Region 400 Einsätze.

Das Meteorologische Institut rechnet weiter mit anhaltenden Regenfällen. An 35 Wassermessstationen sei der Alarmpegel bereits überschritten, teilte das Institut auf X mit.

Schneefallgrenze in Alpen sinkt

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Für Deutschland wird auch in den Alpen und in den östlichen Mittelgebirgen ergiebiger Dauerregen erwartet. In den Alpen oberhalb von 1.200 Metern kann der Niederschlag als Schnee herunterkommen. Dies mildert die Hochwassergefahr ab, wird doch der Niederschlag dann erstmals gebunden. Dennoch werden im Südosten Bayerns – vom Isareinzugsgebiet bis ins Berchtesgadener Land und zum Bayerischen Wald – erhöhte Wasserstände erwartet.

In Österreich erwarten Wetter-Fachleute in den kommenden Tagen massive Regenmengen mit Überschwemmungen und Erdrutschen. In Teilen Niederösterreichs und Oberösterreichs könnten laut staatlichem Meteorologie-Institut Geosphere Austria bis Dienstag mehr als 300 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Einsatzkräfte bereiten sich entlang der Donau in Österreich auf ein Hochwasser vor, wie es etwa alle 10 bis 15 Jahre vorkommt. Unter anderem wurden mobile Hochwasserschutzanlagen aufgebaut und Sandsäcke gefüllt.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa

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