Nachrichten in der Welt


Nachrichten der Welt

Mutmaßliches Terrorlager – Israel fliegt Luftangriff auf Moschee im Westjordanland

October 22
07:17 2023

Der Fokus der israelischen Streitkräfte liegt derzeit auf dem Gazastreifen. Doch in der vergangenen Nacht wurde stattdessen das Westjordanland Ziel einer Attacke. Israel hat dort nach eigenen Angaben bei einem Luftangriff auf eine Moschee »Terroristen« der Hamas und des »Islamischen Dschihad« getötet. Die Al-Ansa-Moschee in Dschenin sei »von den Terroristen als Kommandozentrale für die Planung von Anschlägen und als Basis für deren Umsetzung« genutzt worden, erklärte das israelische Militär am Sonntag.

Die Zielpersonen hätten in den vergangenen Monaten bereits »mehrere Terroranschläge verübt und einen weiteren Terroranschlag vorbereitet«, hieß es. Israels Armee erklärte, die »Terroristen« seien neutralisiert worden – ohne Angaben zur Zahl oder Identität der Getöteten zu machen. Laut israelischen Angaben habe sich in der Moschee ein unterirdischer »Terrorkomplex« befunden.

Der Rettungsdienst des palästinensischen Roten Halbmonds meldete, ein Flüchtlingslager in Dschenin sei angegriffen und zwei Palästinenser seien getötet worden. Auch von mehreren Verletzten war die Rede. Angaben aus dem Konfliktgebiet lassen sich – wie in diesem Fall – nicht immer sofort unabhängig verifizieren.

Israel will zudem seine Luftangriffe im Norden des Gazastreifens verstärken. Der Sprecher der israelischen Armee, Admiral Daniel Hagari, rief die Bewohner des Gazastreifens auf, sich in den Süden zu begeben, um der Gefahr zu entgehen.

USA legen Uno-Resolution vor

Erwartet wird zeitnah eine Bodenoffensive der israelischen Streitkräfte im Gazastreifen. Seit Tagen laufen die Vorbereitungen für dieses heikle Vorhaben, bei dem viele zivile Opfer zu befürchten sind. Noch bemühen sich zahlreiche Länder um Deeskalation nach dem blutigen Überfall der Hamas auf Israel im 7. Oktober.

Nicht zuletzt gilt ein großes Augenmerk bei den internationalen Vermittlungsversuchen den zahlreichen Geiseln, die von den Hamas-Terroristen in den Gazastreifen verschleppt wurden.

Nun haben die USA einen Resolutionsentwurf für den Uno-Sicherheitsrat zum Nahen Osten vorgelegt. Darin wird festgestellt, dass Israel das Recht hat, sich zu verteidigen. Iran wird auffordert, keine Waffen mehr zu liefern an »Milizen und terroristische Gruppen, die den Frieden und die Sicherheit in der Region bedrohen«.

Der Textentwurf, den die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte, fordert zudem den Schutz von Zivilisten – einschließlich derer, die versuchten, sich in Sicherheit zu bringen. Weiterhin steht in dem Resolutionsentwurf, Staaten müssten das Völkerrecht einhalten, wenn sie auf Angriffe reagierten.

Der Entwurf drängt auch auf kontinuierliche, ausreichende und ungehinderte Lieferung von Hilfsgütern in den Gazastreifen. Ob oder wann die USA den Resolutionsentwurf zur Abstimmung stellen wollen, ist noch unklar. Um eine Resolution im Weltsicherheitsrat zu verabschieden, sind mindestens neun Stimmen erforderlich und kein Veto Russlands, Chinas, der Vereinigten Staaten, Frankreichs oder Großbritanniens.

Hilfslieferungen in Gaza eingetroffen

Die seit 2007 im Gazastreifen herrschende Hamas hatte am 7. Oktober einen Großangriff auf Israel begonnen. Kämpfer der Hamas drangen in israelische Städte und Kibbuze ein, Raketen gingen in Israel nieder. Mindestens 1400 Menschen – vor allem Zivilisten – wurden getötet. Zahlreiche weitere wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.

Als Reaktion riegelte Israel den dicht besiedelten Küstenstreifen am Mittelmeer ab und bombardiert dort fortwährend Ziele. Nach Angaben von Palästinenser-Vertretern wurden bisher über 4000 Palästinenser getötet. Von den 2,3 Millionen Bewohnern des Gazastreifens sollen mehr als eine Million ihre Bleibe verloren haben. Menschen in dem von Israel abgeriegelten Gebiet berichten von katastrophalen Zuständen: Lebensmittel, Wasser, Treibstoff und Medikamente werden knapp.

Nach tagelangem Ringen um die Öffnung des Grenzübergangs Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen hat eine erste Hilfslieferung das Palästinensergebiet erreicht. Der Lastwagenkonvoi passierte den Grenzübergang am Samstag. Er war für den südlichen Gebietsteil bestimmt, in den sich Hunderttausende Bewohner des Nordteils geflüchtet haben.

Israel hatte Garantien verlangt, dass über den Kontrollpunkt gelieferte Hilfsgüter nicht in die Hände der Hamas fallen. Treib- und Brennstoffe würden nicht geliefert, teilte ein israelischer Militärsprecher mit. Aus Gaza-Stadt und den umliegenden Gebieten seien rund 700.000 Menschen in den Süden geflohen.

Neueste Beiträge

10:15 Nur noch Basisabsicherung: Merz: Gesetzliche Rente “wird nicht mehr ausreichen”

0 comment Read Full Article