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Luftwaffe mustert Regierungsflieger vom Typ A340 umgehend aus

August 15
11:48 2023

Nach dem Flugdebakel von Außenministerin Annalena Baerbock mit einem Regierungsjet vom Typ A340 zieht die Luftwaffe Konsequenzen. So sollen die beiden A340-Jets der Flugbereitschaft umgehend ausgemustert werden. »Wir werden die beiden A340 so schnell wie möglich, das heißt in den kommenden Wochen, vorzeitig außer Dienst stellen«, sagte ein Sprecher der Luftwaffe am Dienstagmorgen. Ursprünglich sollten die beiden Jets im Herbst und Anfang des kommenden Jahres außer Dienst gestellt werden.

Die Luftwaffe betonte, dass der Flugbetrieb für den Bundespräsidenten, den Kanzler und die wichtigsten Minister aus dem Kabinett von der vorzeitigen Stilllegung nicht betroffen seien. »Mit den A350 stehen der Flugbereitschaft robuste und moderne Flugzeuge für die Langstrecken zur Verfügung«, erklärte ein Sprecher von Luftwaffeninspekteur Ingo Gerhartz.

Der Dreisternegeneral hatte die Flugbereitschaft der Bundesregierung nach einer früheren Pannenserie in den vergangenen Jahren erfolgreich stabilisiert.

Reiseabbruch nach zwei Pannen

Baerbock brach am Dienstagmorgen eine Reise nach Australien ab . Der Entscheidung vorausgegangen waren zwei Pannen mit dem Regierungsjet.

Bereits am frühen Montagmorgen hatte der Flugkapitän einen Defekt beim Einfahren der Klappen festgestellt . Nachdem die Crew in einem zweistündigen Manöver über dem Wüstenemirat und dem Meer rund 80 Tonnen Kerosin aus dem vollgetankten Flieger abgelassen hatte, landete er um 5.33 Uhr Ortszeit wieder in Abu Dhabi.

Da die Landeklappen nicht wie nötig vollständig und synchron eingefahren werden konnten, konnte das Flugzeug die normale Reiseflughöhe und -geschwindigkeit nicht erreichen – der Kerosinverbrauch auf der langen Strecke nach Australien wäre deutlich gestiegen. Da das Flugzeug für den knapp 14-stündigen Flug vollgetankt war, musste das Gewicht für die Landung stark reduziert werden.

Ein zweiter Versuch scheiterte in der Nacht. Der Flieger war nach dem Start um 1.00 Ortszeit (23.00 Uhr MESZ) in Abu Dhabi zu Anfang zwar gestiegen, nahm aber kein Tempo auf. 15 Minuten nach dem Abheben drehte der Airbus vom Typ A340-300 dann erneut vom Kurs ab und flog zurück in Richtung des Wüstenemirats, wo er schließlich um 2.57 Uhr Ortszeit wieder landete.

Die Techniker der Luftwaffe hatten in Abu Dhabi zuvor alles versucht, um eine weitere Panne auszuschließen. So startete der A340 am frühen Montagabend sogar zu einem etwa 30-minütigen Testflug rund um das Golf-Emirat, dabei trat der Fehler an den Klappen der Tragflächen nicht auf. Allerdings war der Jet für den Testflug nicht komplett vollgetankt. Die Techniker vermuten deshalb, dass der Fehler nur bei einem Flug unter Volllast, also mit komplett vollen Tanks, auftritt. Derzeit untersucht ein Team von Luftwaffenexperten, ob diese Hypothese zutrifft. Auch die Lufthansa Technik, die die Flieger der Flugbereitschaft regelmäßig überholt, ist in die Untersuchung eingebunden.

Mit dem Linienflug zurück nach Berlin

Baerbock wollte nach dem Abbruch ihrer Reise in die Pazifikregion noch am Dienstag per Linienflug nach Berlin zurückkehren. Dabei musste die Grünenpolitikerin nach den Pannen ihrer Regierungsmaschine vom Typ A340-300 auch einen Umweg in Kauf nehmen – genauso wie viele Mitglieder ihrer Delegation. Baerbocks genaue Route zur Rückreise wurde aus Sicherheitsgründen jedoch nicht veröffentlicht.

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