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News zum Russland-Ukraine-Krieg: Das geschah in der Nacht zu Dienstag (14. März)

March 14
08:15 2023

Die Verteidiger von Bachmut könnten bald eigene Angriffe planen – glaubt die Wagner-Gruppe. Der ukrainische Präsident umreißt entscheidende Frontabschnitte. Und: Hilfsaufruf für die Bauern. Die jüngsten Entwicklungen.

Die Lage im umkämpften Bachmut

Die Verteidiger der ostukrainischen Stadt Bachmut stemmen sich den Angreifern der russischen Söldnertruppe Wagner auch nach wochenlangen Gefechten weiter entgegen. »Die Sturmgruppen von Wagner greifen aus mehreren Richtungen an und versuchen die Verteidigung unserer Streitkräfte zu durchbrechen und ins Stadtzentrum vorzudringen«, sagte der Kommandeur der ukrainischen Landstreitkräfte, Olexander Syrskyj, am Montag.

Die ukrainischen Einheiten fügten dem Gegner nach eigenen Angaben in Bachmut mit Artillerie und Panzern »spürbare Verluste« zu. »Die Verteidigung der Festung hält an«, sagte Generaloberst Syrskyj. Ukrainischen Militärbeobachtern zufolge haben die russischen Einheiten vor allem nördlich und nordöstlich von Bachmut Boden gutgemacht.

Auf russischer Seite wird zunehmend ein ukrainischer Gegenstoß zur Entlastung von Bachmut erwartet. Der Chef von Wagner, Jewgeni Prigoschin, hatte das in einer Videobotschaft als Bedrohungsszenario für seine Einheiten erwähnt. Russischen Berichten zufolge wurden dazu mehrere ukrainische Brigaden zusammengezogen. Bisher erlaubt der Schlamm jedoch keine schnellen Vorstöße abseits von befestigten Straßen.

Die Wagner-Gruppe könnte nach britischer Einschätzung mangels neuer Häftlinge als Rekruten beim Krieg in der Ukraine Schwierigkeiten bekommen. Das Verteidigungsministerium in London verwies am Montag darauf, dass die Führung in Moskau Wagner-Chef Prigoschin die Möglichkeit genommen habe, Söldner in Gefängnissen anzuwerben. Die Hälfte der eingesetzten Gefangenen sei Opfer der schweren Kämpfe geworden. »Dauert das Verbot an, wird Prigoschin wahrscheinlich gezwungen sein, Umfang oder Intensität der Wagner-Einsätze in der Ukraine zu reduzieren«, heißt es in der Einschätzung aus London.

Das sagt Kiew

Die Zukunft der Ukraine hängt nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj vom Ausgang der Schlachten in Schlüsselabschnitten der Front im Osten des Landes ab. »Bilohoriwka und Marinka, Awdijwka und Bachmut, Wuhledar und Kamjanka – und an anderen Plätzen entscheidet sich die Zukunft, die wir haben werden«, sagt er in seiner nächtlichen Videoansprache. »Wir müssen die militärische Kraft des Feindes brechen. Und wir werden sie brechen.«

Die Ukraine hat nach Angaben des nationalen Sicherheitsberaters der USA, Jake Sullivan, ein geplantes Telefonat zwischen dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und seinem ukrainischen Amtskollegen Selenskyj nicht bestätigt. Das »Wall Street Journal« hat berichtet, in Kürze wollten beide Staatsoberhäupter erstmals miteinander telefonieren. Sullivan erklärt, die USA hätten Xi dazu ermuntert mit Selenskyj zu sprechen, um nicht die »russische Perspektive« vermittelt zu bekommen.

Das sagt Moskau

Russland hat einer Verlängerung der Vereinbarung über die weiteren Exporte von ukrainischem Getreide über drei Schwarzmeerhäfen zugestimmt. Allerdings soll dies anders als zuvor nur für 60 weitere Tage gelten, wie aus einer Mitteilung des stellvertretenden Außenministers Sergei Verschinin hervorgeht. Sie wurde am Montagabend auf der Webseite der russischen Botschaft in Genf veröffentlicht.

Dort hatten Vertreter Russlands am Montag mit den Vereinten Nationen (Uno) verhandelt. Die unter Vermittlung der Uno und der Türkei zustande gekommene Vereinbarung zum Getreidetransport über das Schwarze Meer hatte zunächst für 120 Tage gegolten und war einmal um 120 Tage verlängert worden. Sie wäre am Wochenende ausgelaufen. Durch die Initiative sind gut 23 Millionen Tonnen Getreide auf den Weltmarkt und auch ärmsten Ländern zugutegekommen.

Humanitäre Lage

Die ukrainische Regierung sucht nach den Worten von Präsident Selenskyj nach Mitteln und Wegen zur tatkräftigen Unterstützung der Landwirtschaft im zweiten Kriegsjahr. »Dies ist bereits die zweite Aussaat zu Kriegszeiten«, sagte Selenskyj in seiner Videoansprache. »Im vergangenen Jahr war es dank des heldenhaften Einsatzes unserer Landwirte und aller Beschäftigten im Agrarsektor möglich, die Agrarproduktion und die weltweite Rolle der Ukraine als Garant für die Ernährungssicherheit zu erhalten.« Die Ukraine war vor dem Krieg einer der wichtigsten Getreidelieferanten der Welt.

Die ukrainische Landwirtschaft leidet nach Selenskyjs Darstellung auch unter einem weiteren kriegsbedingten Problem. »Bis heute sind mehr als 170.000 Quadratkilometer unseres Territoriums durch feindliche Minen und nicht explodierte Kampfmittel gefährdet«, sagte Selenskyj. Und weiter: »Ein großer Teil dieses Gebiets ist das Land unserer Bauern.«

Die ukrainische Regierung habe bei ihrer Sitzung am Montag über mögliche Maßnahmen beraten, um die Minenräumung zu beschleunigen, sagte Selenskyj. Unter anderem soll auch die Kooperation mit ausländischen Partnern verstärkt werden. Deutschland beteiligt sich bereits sowohl mit finanzieller Unterstützung an Minenräumprogrammen in der Ukraine als auch militärisch mit der Lieferung von Minenräumpanzern.

Waffenlieferungen an die Ukraine

55 ukrainische Soldaten sollen noch in dieser Woche in Spanien ihre Ausbildung an Kampfpanzern vom Typ Leopard 2 abschließen. Die Soldaten würden bereits am Mittwoch nach dem Ende ihres einmonatigen Trainingseinsatzes über Polen zurück an die Front in der Ukraine reisen, hieß es am Montag aus Regierungskreisen in Madrid.

Mehrere europäische Staaten, darunter Deutschland, hatten Kiew im Januar nach langem Zögern die Lieferung von Bataillonen aus Leopard-2-Kampfpanzern zugesagt, mehrere Panzer wurden bereits an die Ukraine ausgeliefert.

Die ukrainischen Soldaten seien zwölf Stunden täglich und an sechs Tagen pro Woche auf dem Truppenübungsplatz San Gregorio nahe der nordostspanischen Stadt Saragossa an den Leopard-Panzern ausgebildet worden, erklärte ein spanischer Offizier während eines Pressebesuchs. Die Ausbildung habe teils auf dem Truppenübungsplatz, teils an Simulatoren stattgefunden – und sei vor allem praktischer, technischer und taktischer Natur gewesen.

Die Soldaten im Alter von 21 bis 60 Jahren hätten bereits Vorerfahrung an Panzern gehabt und könnten nach der Ausbildung nun mit einer »mehr als akzeptablen Kenntnis« über die Funktionsweise der Kampfpanzer vom Typ Leopard 2A4 in ihre Heimat zurückkehren. Aus Sicht der ukrainischen Soldaten seien Panzer dieses Modells sowohl den bisher von der Ukraine als auch den auf russischer Seite eingesetzten überlegen.

Wirtschaftliche Konsequenzen

Der französische Energiekonzern TotalEnergies hat einen weiteren Schritt bei seinem Rückzug aus dem Russland-Geschäft gemeldet. Das Unternehmen gab am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP den Verkauf seiner Anteile an einer großen Fabrik für Motorenöle und Industrieschmierstoffe in der südwestlich von Moskau gelegenen Region Kaluga bekannt. Die Fabrik wird mit dem Verkauf vertrauten Kreisen zufolge in den kommenden Monaten Produkte unter einer anderen Marke und ohne Produkte oder Technologien von TotalEnergies produzieren.

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