Ukraine-Russland-News heute: Kiew erwägt offenbar Rückzug aus Bachmut
»Wir werden nicht alle unsere Leute für nichts opfern«, sagt ein Berater des ukrainischen Präsidenten mit Blick auf Bachmut. Und: Bundeskanzler Scholz wird in Bezug auf die Verteidigung des Nato-Territoriums deutlich. Das waren die News am 1. März.
Selenskyj: Truppen haben Lage an den Fronten unter Kontrolle
22.02 Uhr: Die Streitkräfte der Ukraine haben die Lage an den Fronten des Landes nach Einschätzung von Präsident Wolodymyr Selenskyj im Griff. »Wir haben jedes Gebiet an der Front unter Kontrolle«, sagte Selenskyj in seiner allabendlichen Videoansprache. Allerdings müssten die Menschen im Hinterland der Fronten weiterhin unter den russischen Angriffen leiden. »Bewusster Terror«, sagte Selenskyj zu den russischen Artillerieangriffen auf Städte und Dörfer hinter den Fronten im Süden und Osten der Ukraine.
US-Justizminister bezeichnet russischen Wagner-Chef als »Kriegsverbrecher«
20.07 Uhr: US-Justizminister Merrick Garland hat den Chef der russischen Söldnertruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, als »Kriegsverbrecher« bezeichnet. Das US-Justizministerium helfe Kiew dabei, seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine mutmaßlich begangene Kriegsverbrechen zu untersuchen, sagte Garland in einer Anhörung des US-Senats – darunter auch Verbrechen, die der Gruppe Wagner zugeschrieben werden.
»Herr Prigoschin, der diese Sache leitet, ist meiner Ansicht nach ein Kriegsverbrecher«, sagte der Justizminister. Vielleicht sei es unangemessen, dies zu sagen, bevor alle Beweise vorlägen. »Aber ich denke, wir haben zu diesem Zeitpunkt mehr als genug Beweise, um mein Gefühl zu rechtfertigen«, fuhr Garland fort. Was die Gruppe Wagner in der Ukraine anrichte, sei »unfassbar«.
Lesen Sie hier mehr zu Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin .
Russische Angriffe bei Bachmut dauern laut ukrainischen Angaben an
19.57 Uhr: Das russische Militär hat nach Berichten des ukrainischen Generalstabs seine Angriffe im Osten der Ukraine unvermindert fortgesetzt. Im Mittelpunkt der schwersten Gefechte stand einmal mehr die seit Wochen umkämpfte Stadt Bachmut, teilte die ukrainische Armeeführung im täglichen Lagebericht mit. Russische Einheiten bedrängen die Stadt bereits von drei Seiten.
Eine Serie russischer Artillerie- und Luftangriffe wurde auch aus der Umgebung der ostukrainischen Großstadt Charkiw gemeldet. Bei Raketenangriffen habe es auch zivile Opfer gegeben.
Russische Angriffe wurden auch aus Krementschuk südöstlich von Kiew gemeldet. Der Gouverneur des Gebietes Poltawa, Dmytro Luni, berichtete, dass bei Krementschuk »Objekte der zivilen und kritischen Infrastruktur« getroffen worden seien.
Selenskyj-Berater deutet Rückzug aus Bachmut an
18.42 Uhr: Das ukrainische Militär zieht offenbar in Erwägung, die Truppen aus der umkämpften Stadt Bachmut abzuziehen. Das deutete Alexander Rodnyansky, Wirtschaftsberater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Zelenskyy, an.
»Unser Militär wird natürlich alle Optionen abwägen. Bisher haben sie die Stadt gehalten, aber wenn es sein muss, werden sie sich strategisch zurückziehen«, sagte Rodnyansky, demnach im US-Fernsehsender CNN. »Wir werden nicht alle unsere Leute für nichts opfern.«
Rodnyansky wies darauf hin, dass Russland die besten Truppen der Wagner-Gruppe einsetzt, um die Stadt einzukesseln.
Der Chef der Wagner-Gruppe Jewgeni Prigoschin sagte, er habe keine Anzeichen für einen ukrainischen Rückzug gesehen. Vielmehr habe Kiew seine Stellungen verstärkt. »Die ukrainische Armee verlegt zusätzliche Truppen und tut, was sie kann, um die Kontrolle über die Stadt zu behalten«, so Prigoschin. »Zehntausende ukrainische Soldaten leisten erbitterten Widerstand, und die Kämpfe werden von Tag zu Tag blutiger.«
Moskau will härtere Strafen für Kritik an russischen Kämpfern
16.55 Uhr: Nach Berichten über russische Kriegsverbrechen in der Ukraine will Moskau die Strafen wegen einer »Verunglimpfung« der eigenen Kämpfer deutlich verschärfen. Während bisher eine »Diskreditierung« der russischen Armee mit Haft bestraft werden kann, soll das künftig für alle kämpfenden Einheiten in der Ukraine gelten, darunter auch für die Privatarmee Wagner des Geschäftsmanns Jewgeni Prigoschin.
Zudem soll das Strafhöchstmaß von fünf auf bis zu sieben Jahre Haft angehoben werden. Weil es trotz der im Zuge des Krieges eingeführten scharfen Gesetze immer noch oft Kritik gibt an den Soldaten, sollen härtere Strafandrohungen nun abschreckender wirken.
Baerbock fordert von G20-Treffen klares Signal an Russland
16.15 Uhr: Außenministerin Annalena Baerbock hat von ihren Kolleginnen und Kollegen der G20-Runde führender Wirtschaftsmächte ein klares Signal gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine verlangt. Die Gruppe müsse den großen globalen Herausforderungen ihre ganze Kraft widmen, sagte die Grünenpolitikerin vor ihrem Flug zu dem Treffen in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi. »Dazu gehört auch, dass wir dem zynischen Spiel Russlands entgegentreten, das versucht, einen Keil in die Weltgemeinschaft zu treiben.«
Scholz: Werden »jeden Quadratzentimeter« verteidigen
15.58 Uhr: Angesichts des russischen Kriegs gegen die Ukraine hat Bundeskanzler Olaf Scholz den baltischen Staaten den vollen Schutz versichert. »Wir werden gemeinsam jeden Quadratzentimeter des Nato-Territoriums verteidigen«, sagte Scholz in Berlin nach einem Treffen mit dem lettischen Ministerpräsidenten Krišjānis Kariņš.
Russlands Präsident Wladimir Putin habe die Geschlossenheit und Entschlossenheit des Westens bei der Unterstützung der Ukraine unterschätzt, betonte der SPD-Politiker gut ein Jahr nach Beginn der russischen Invasion am 24. Februar 2022. Es werde eine andauernde Unterstützung der Ukraine geben, für die man sich um Munition, Ersatz und Logistik für die gelieferten Waffensysteme kümmere.
Für Lettland ist Deutschlands Hilfe entscheidend für das Überleben der Ukraine im russischen Angriffskrieg. »Aus lettischer Sicht ist die Unterstützung Deutschlands Schlüssel für das Überleben der Ukraine«, fügte Lettlands Regierungschef hinzu. »Die Chance, die wir haben ist Ausdauer.« Putin werde nicht so einfach aufgeben.
»Als die Granaten flogen, hatten wir es hier unten bequem«
Die letzten Einwohner von Lutsch bei Cherson fanden Schutz in einem Atombunker aus dem Kalten Krieg. Swetlana harrt hier aus – und träumt davon, wieder in einem Dorf mit Blumen und grünen Bäumen zu leben. Im Video:
Russischer Schachverband schließt sich Asien an
15.10 Uhr: Angesichts der anhaltenden Spannungen wegen des Ukrainekriegs verlässt der russische Schachverband die Europäische Schachunion (ECU) und tritt dem asiatischen Dachverband bei. Durch den ersten Wechsel eines Sportverbandes von einem europäischen zu einem asiatischen Dachverband sollen russische Teams wieder zugelassen werden und russische Spieler unter russischer Fahne antreten dürfen. Auch andere russische Sportverbände sollen Wechsel erwägen.
Lettischer Ministerpräsident für ukrainische Nato-Perspektive
15.02 Uhr: Der lettische Ministerpräsident Krišjānis Kariņš pocht darauf, dass die Ukraine nicht nur EU-, sondern auch Nato-Mitglied werden soll. »Sobald der Krieg endet, muss sich die Ukraine Richtung Nato bewegen«, sagt er nach einem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz in Berlin.
US-Außenminister Blinken will sich in Indien nicht mit Lawrow treffen
14.30 Uhr: US-Außenminister Antony Blinken hat erklärt, dass er nicht vorhabe, sich während des G20-Treffens in Neu-Delhi mit den Außenministern Russlands oder Chinas zu treffen. »Obwohl ich vermute, dass wir sicherlich die eine oder andere Gruppensitzung gemeinsam abhalten werden«, fügte er hinzu. Blinken befand sich zuvor noch auf einer kurzen Reise durch Kasachstan und Usbekistan.
Kiew: Ukraine hat schwierigsten Winter ihrer Geschichte überstanden
13.43 Uhr: Die Ukraine hat nach den Worten des ukrainischen Außenministers mit dem dortigen Frühlingsbeginn am 1. März den harten Winter mit monatelangen russischen Angriffe auf die Infrastruktur überstanden. »Wir haben den schwierigsten Winter in unserer Geschichte überlebt. Er war kalt und dunkel, aber wir waren unbesiegbar«, erklärte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba. Kremlchef Wladimir Putin habe am 1. März erneut eine »große Niederlage« erlitten – »die Ukraine hat den Winterterror überstanden«, hob Kuleba weiter hervor.

