Russland-Ukraine-Krieg: Wagner-Söldner melden Einnahme von Soledar
Nach tagelangen Kämpfen haben Angehörige der berüchtigten russischen Söldnertruppe Wagner die Eroberung von Soledar verkündet. Die ukrainischen Soldaten sind angeblich eingekesselt – ihnen sei ein Ultimatum zur Kapitulation gestellt worden.
Söldnergruppe Wagner verkündet Einnahme Soledars
23.18 Uhr: Nach tagelangen schweren Kämpfen um die ostukrainische Stadt Soledar haben Angehörige der berüchtigten russischen Söldnertruppe Wagner die Einnahme des Ortes verkündet. Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin behauptete am Dienstagabend nach Angaben der russischen Staatsagentur Tass, dass Soledar erobert sei. Im Zentrum des Ortes sei noch eine Gruppe ukrainischer Soldaten eingekesselt.
Die Städte Soledar und Bachmut in der Oblast Donezk sind von strategischer Bedeutung: Sie sind Teil des ukrainischen Verteidigungswalls vor dem Ballungsraum zwischen Slowjansk und Kramatorsk. Die Einnahme des Gebiets wäre aus russischer Sicht ein bedeutender Schritt hin zur Eroberung des gesamten Donbass – eines der Kriegsziele des Kremls.
Neben regulären russischen Truppen kämpfen bei Soledar auch verschiedene Söldner-Einheiten, darunter auch die berüchtigte Wagnergruppe. »Die Zahl der Kriegsgefangenen wird morgen mitgeteilt«, wurde Prigoschin auf einem der Wagner-Kanäle auf Telegram zitiert. Dort hieß es zudem, den eingekesselten ukrainischen Soldaten sei ein Ultimatum zur Kapitulation bis Mitternacht gestellt worden. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig geprüft werden.
Von ukrainischer Seite gab es dazu zunächst keinen Kommentar. Am frühen Abend hatte die ukrainische Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar von heftigen Sturmangriffen russischer Truppen berichtet. »Die schweren Kämpfe zur Verteidigung von Soledar dauern an«, teilte sie auf Telegram mit.
Gouverneur: Charkiw in Ostukraine nur Stunden nach Besuch Baerbocks bombardiert
22.43 Uhr: Nur wenige Stunden nach dem Überraschungsbesuch der Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) im ostukrainischen Charkiw ist die Stadt am Dienstagabend nach Angaben des Regionalgouverneurs bombardiert worden. Im Onlinedienst Telegram forderte Gouverneur Oleg Synegubow die Bewohner dazu auf, in den Schutzräumen zu bleiben. »Die Besatzer bombardieren uns erneut!«, schrieb er weiter. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP hörte mehrere Explosionen in der Stadt.
Laut ukrainischen Angaben: Schwere Kämpfe um Stadt Soledar dauern an
21.01 Uhr: Russische Truppen haben am Dienstag nach Angaben aus Kiew ihre Sturmangriffe auf die Stadt Soledar im Osten der Ukraine fortgesetzt. »Die schweren Kämpfe zur Verteidigung von Soledar dauern an«, teilte die ukrainische Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar auf Telegram mit. »Ohne Rücksicht auf seine Verluste greift der Feind weiterhin an.« Das Vorfeld der ukrainischen Verteidigungslinien sei »mit Leichen der Angreifer übersät«.
Die regulären russischen Truppen werden auch von verschiedenen Söldner-Truppen unterstützt, darunter auch die berüchtigte Wagnergruppe. Diese veröffentlichte am Dienstag auf Telegram Videobilder, die angeblich aus dem Zentrum von Soledar stammen. Die wenig aussagekräftige Aufnahme, die zwei vermummte Soldaten vor einem beschädigten Verwaltungsgebäude zeigt, konnten nicht unabhängig bestätigt werden.
Später behauptete der von Moskau eingesetzte Statthalter in Donezk, Denis Puschilin, dass russische Truppen das Zentrum von Soledar kontrollierten. Auch das konnte zunächst nicht unabhängig geprüft werden.
Ausbildung von Ukrainern an US-Panzern in Grafenwöhr
20.48 Uhr: Die Ausbildung ukrainischer Soldaten an den von den USA angekündigten Bradley-Schützenpanzern soll auf dem Truppenübungsplatz im bayerischen Grafenwöhr stattfinden, wie Pentagon-Sprecher Pat Ryder bestätigte. Die USA hatten vergangene Woche angekündigt, im Zuge der jüngsten Waffenlieferungen an die Ukraine auch 50 Bradleys bereitstellen zu wollen. Die Panzer sollen in den kommenden Wochen in der Ukraine ankommen, sagte Ryder.
Ukraine bereitet sich auf möglichen neuen Angriff auf Kiew vor
20.30 Uhr: Das ukrainische Militär bereitet sich auf einen möglichen neuen Angriff russischer Bodentruppen aus Belarus in Richtung der Hauptstadt Kiew vor. Dazu seien bereits Abwehrstellungen im Norden des Landes vorbereitet oder verstärkt worden, teilte der für die Verteidigung Kiews zuständige Generalleutnant Olexij Pawljuk mit.
Um schnelle Panzervorstöße russischer Einheiten zu verhindern, seien an allen für Panzer zugänglichen Stellen größere Minenfelder angelegt worden. Wenn die Angreifer diese Sperren nicht überwinden könnten, sei es für die ukrainische Artillerie einfacher, die Truppenansammlungen zu zerschlagen.
US-Verteidigungsministerium: Ukrainer sollen in USA an Patriots ausgebildet werden
19.52 Uhr: Das Pentagon will ukrainische Soldaten auf einer Militärbasis in den USA am Patriot-Flugabwehrsystem ausbilden. Die Ausbildung soll schon in der kommenden Woche in Fort Sill im Bundesstaat Oklahoma beginnen, wie der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Pat Ryder, bestätigte. An dem Training sollen um die 90 bis 100 Soldaten teilnehmen. So viele sind laut Pentagon für die Bedienung eines Patriot-Systems nötig. Die Ausbildung soll einige Monate dauern, deutlich weniger, als die Ausbildung für das Waffensystem normalerweise dauert. Man beschleunige das Programm, um die ukrainischen Soldaten so schnell wie möglich wieder in den Einsatz zu bringen, sagte Ryder.
Ukraines Außenminister fordert Leopard-Panzer von Deutschland
18.36 Uhr: Bei einem Besuch von Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) in der Ostukraine hat ihr Kiewer Kollege Dmytro Kuleba auf die Lieferung von Leopard-Panzern gedrängt. »Diese Panzer brauchen wir um unsere Städte, Dörfer und alles was sich unter russischer Besatzung befindet zu befreien«, betonte der Diplomat in der ostukrainischen Millionenstadt Charkiw. Die deutschen Panzer seien nötig »um unsere Energieinfrastruktur zu retten, um die Ukrainer vor den Verbrechen zu retten.«
Der 41-Jährige zeigte sich überzeugt davon, dass Berlin die schweren Kampfpanzer liefern wird. Zugleich äußerte er seine Dankbarkeit für die bisherigen Waffenlieferungen seit Beginn der russischen Invasion Ende Februar. Die »große Entscheidung« über die deutschen Panzer stehe aber noch aus. »Je schneller diese Entscheidung gefällt wird, umso eher endet dieser Krieg mit einem Sieg der Ukraine«, unterstrich der Chefdiplomat.
Russischer Oppositionssender Doschd: Lizenz in Niederlanden erhalten
18.19 Uhr: Nach dem Entzug der Sendeerlaubnis in Lettland hat der unabhängige russische Fernsehsender Doschd eigenen Angaben nach nun eine Lizenz in den Niederlanden erhalten. Dies teilte der auch als TV Rain bekannte Sender in seinem Telegram-Kanal mit.

