Icon: vergrößernNach der schweren Explosion im Hafengebiet steigt Rauch auf in Beirut
Foto: Hassan Ammar/ AP
Nach der verheerenden Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut haben internationale Regierungen ihre Unterstützung zugesagt. Darunter auch Israel, das sich offiziell noch im Krieg mit dem Libanon befindet.
"Unter Anweisung von Verteidigungsminister Benny Gantz und Außenminister Gabi Aschkenasi hat Israel sich an den Libanon durch internationale diplomatische und Verteidigungs-Kanäle gewandt", hieß es in einer Stellungnahme. Die internationalen Kanäle müssen gewählt werden, weil es keine diplomatischen Beziehungen zwischen den Ländern gibt.
Nach der Detonation hatte es zunächst Spekulationen gegeben, dass das israelische Militär etwas mit der Detonation zutun gehabt haben könnte. An der Grenze kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen der israelischen Armee und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah. Libanesen ist jeglicher Kontakt mit Israelis verboten.
EU sichert Unterstützung zu
Auch andere Ländern sagten der libanesischen Regierung ihre Unterstützung zu. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich erschüttert. "Unsere Gedanken sind bei denen, die Angehörige verloren haben. Den Verletzten wünschen wir eine schnelle Genesung", zitierte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer die Kanzlerin bei Twitter. "Wir werden dem Libanon unsere Unterstützung anbieten."
US-Außenminister Mike Pompeo sprach den Betroffenen bei Twitter sein "tief empfundenes Beileid" aus. Die USA stünden angesichts der "schrecklichen Tragödie" bereit, dem Libanon zu helfen. Der französische Präsident Emmanuel Macron twitterte auf Arabisch, dass Frankreich immer Seite an Seite mit dem Libanon stehe.
Auch die EU sicherte dem Land Beistand zu. "Die Europäische Union ist bereit, Hilfe und Unterstützung zu leisten", teilte Ratspräsident Charles Michel mit. Der für das Krisenmanagement zuständige EU-Kommissar, Janez Lenarcic, sagte in einer Stellungnahme: "Die EU steht in diesen schwierigen Momenten an der Seite der Menschen in Beirut".
Bei der Explosion im Hafenbereich von Beirut starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens 50 Menschen, mehr als 2700 seien verletzt worden. Die Ursache der Detonationen im Hafengebiet war nach wie vor unklar, die Sicherheitsbehörden vermuteten veraltetes explosives Material als Auslöser.
Icon: Der Spiegel
