{"id":908,"date":"2020-07-04T23:31:42","date_gmt":"2020-07-04T20:31:42","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/sudsudan-eskalation-der-gewalt-uno-alarmiert\/"},"modified":"2020-07-04T23:31:42","modified_gmt":"2020-07-04T20:31:42","slug":"sudsudan-eskalation-der-gewalt-uno-alarmiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/sudsudan-eskalation-der-gewalt-uno-alarmiert\/","title":{"rendered":"S\u00fcdsudan: Eskalation der Gewalt &#8211; Uno alarmiert"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/389a45ee-84de-4989-bf1a-e914df729232_w948_r1.77_fpx43.07_fpy46.96.jpg\" title=\"Jugendlicher K\u00e4mpfer des Nuer-Stammes\" alt=\"Jugendlicher K\u00e4mpfer des Nuer-Stammes\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Jugendlicher K\u00e4mpfer des Nuer-Stammes<\/p>\n<p> Andreea Campeanu\/ REUTERS <\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Warum kommt es im S\u00fcdsudan wieder zu Gewalt?<\/p>\n<p><strong>Shearer:<\/strong> Es handelt sich um Spannungen zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen und Clans. Bis vergangene Woche waren im ganzen Land keine Gouverneure ernannt worden, auch keine Landr\u00e4te. Die gesamte Ebene der Regionalverwaltung fehlte. Ohne sie hat es ein Machtvakuum gegeben.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Und das haben einzelne Gruppierungen ausgenutzt? <\/p>\n<p><strong>Shearer:<\/strong> In der Provinz Jonglei gibt es Spannungen zwischen den Volksgruppen der Murle, der Dinka und der Nuer. Sie \u00fcberfallen sich gegenseitig, um einander Vieh zu stehlen. Vergangenen August kam es in diesem Gebiet zu schweren \u00dcberschwemmungen, Zehntausende Rinder starben. Die Gemeinden haben fast ihre gesamte Lebensgrundlage verloren. Viehraubz\u00fcge wurden zum Mittel zur Wiederaufstockung. Das f\u00fchrte dann zu Vergeltungsangriffen. Seitdem ist die Gewalt immer weiter eskaliert.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Was unterscheidet den j\u00fcngsten Konflikt von fr\u00fcheren Auseinandersetzungen?<\/p>\n<p><strong>Shearer:<\/strong> Wir beobachten, dass sich Soldaten in Uniform an den K\u00e4mpfen beteiligen. Das ist eine beunruhigende Entwicklung. Und wenn nicht schnell gehandelt wird, k\u00f6nnte das zu Verletzungen des Waffenstillstandsabkommen f\u00fchren \u2013 und dann zu seiner Aufl\u00f6sung. <\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Was tut die Regierung?<\/p>\n<p><strong>Shearer: <\/strong>Sie hat ein Komitee ins Leben gerufen, das Wege finden soll, wie diese drei St\u00e4mme vers\u00f6hnt werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Wie stehen die Chancen?<\/p>\n<p><strong>Shearer:<\/strong> Nun, wir m\u00fcssen dem eine faire Chance geben. Ich denke immer eher optimistisch als pessimistisch. Wir haben im Februar und Anfang M\u00e4rz viel Vers\u00f6hnungsarbeit geleistet, und wir hatten das Gef\u00fchl, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen. Dann kam das Coronavirus, und wir waren nicht mehr in der Lage, die Menschen zu erreichen. Vieles, was aufgebaut worden war, f\u00e4llt auseinander. Einige der j\u00fcngeren Leute greifen wieder zu den Waffen. Immerhin hat die Regierung nun endlich begonnen, eine aktive Rolle zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL:<\/strong> Welchen Einfluss hat die Corona-Pandemie auf die Gewalt?<\/p>\n<p><strong>Shearer:<\/strong> Ich denke, die Pandemie hat keine gro\u00dfen Auswirkungen auf die Konflikte. Sie gehen unabh\u00e4ngig von der Pandemie weiter. Sie hatte aber insofern Auswirkungen, als dass die Zentralregierung geschw\u00e4cht wurde. Viele Regierungsmitglieder waren f\u00fcr eine gewisse Zeit eingesperrt. Drei der f\u00fcnf Vizepr\u00e4sidenten wurden positiv getestet. Der Friedensprozess hat sich deswegen in den letzten drei Monaten verlangsamt. Das ist besorgniserregend, denn die Sache mit dem Friedensprozess im S\u00fcdsudan ist, dass er seinen Schwung beibehalten muss, um am Leben zu bleiben. Nun stehen die Dinge still und wir sehen Aufl\u00f6sungserscheinungen.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Als der Vizepr\u00e4sident Riek Machar im Februar vereidigt wurde, sagte er, er werde mit seinem alten Widersacher aus Jahren des B\u00fcrgerkrieges, Pr\u00e4sident Salva Kiir, zusammenarbeiten. Beide w\u00fcrden dem Leiden im Land ein Ende bereiten. Haben sie das getan?<\/p>\n<p><strong>Shearer:<\/strong> Es hat einige positive Dinge gegeben. Vor einem Jahr war Machar sich nicht sicher, ob er die Hauptstadt Juba \u00fcberhaupt betreten sollte. Und jetzt ist er in Juba ans\u00e4ssig und arbeitet. Auch die Ministerien sind in Betrieb. Es hat keinen Bruch des Waffenstillstands zwischen den politischen Parteien gegeben &#8211; mit kleinen Ausnahmen. Es sind bisher nur die informellen subnationalen Stammesgruppen, die miteinander k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Aber die Einheitsregierung muss endlich ihren Aufgaben nachgehen. Sie m\u00fcssen wie Mitglieder einer Regierung zusammenarbeiten und nicht wie verschiedene Fraktionen agieren, die in einem Raum sitzen. Das bleibt ein Problem.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Fr\u00fchere Abkommen brachen ziemlich schnell auseinander. Sehen Sie die Gefahr, dass dieser Deal nun in die gleiche Richtung geht?<\/p>\n<p><strong>Shearer: <\/strong>Der Friedensprozess hat definitiv an Schwung verloren. Wir werden sehen m\u00fcssen, wie gut sich die neuen Gouverneure vor Ort schlagen. Wenn Sie die Situation allerdings mit 2013 oder 2016 vergleichen: Es ist besser, als es damals war. Es geht im Gro\u00dfen und Ganzen in die richtige Richtung.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Jugendlicher K\u00e4mpfer des Nuer-Stammes Andreea Campeanu\/ REUTERS SPIEGEL: Warum kommt es im S\u00fcdsudan wieder zu Gewalt? Shearer: Es handelt sich um Spannungen zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen und Clans.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-908","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/908","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=908"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/908\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=908"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=908"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=908"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}