{"id":907,"date":"2020-07-04T22:17:48","date_gmt":"2020-07-04T19:17:48","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-das-virus-zieht-weiter-die-weltweite-lage-in-zahlen-und-grafiken\/"},"modified":"2020-07-04T22:17:48","modified_gmt":"2020-07-04T19:17:48","slug":"corona-das-virus-zieht-weiter-die-weltweite-lage-in-zahlen-und-grafiken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-das-virus-zieht-weiter-die-weltweite-lage-in-zahlen-und-grafiken\/","title":{"rendered":"Corona: Das Virus zieht weiter &#8211; die weltweite Lage in Zahlen und Grafiken"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/dd6f0485-3afc-4f18-b7cf-cd5604ec2bd2_w948_r1.77_fpx52_fpy39.jpg\" title=\"Machu Picchu in den Anden Perus\" alt=\"Machu Picchu in den Anden Perus\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Machu Picchu in den Anden Perus<\/p>\n<p>Paolo Aguilar\/ epa efe rex\/ dpa<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Restaurants haben ge\u00f6ffnet, die Gesch\u00e4fte auch, und selbst vorsichtige Menschen trauen sich wieder zu gemeinsamen Treffen. In Deutschland scheint Corona zwar nicht \u00fcberwunden, aber doch gez\u00fcgelt. Dabei w\u00fctet das Virus global gesehen wohl schlimmer denn je. T\u00e4glich wird zurzeit bei fast 200.000 Menschen weltweit eine Neuinfektion festgestellt. Als die Pandemie in Deutschland Ende M\u00e4rz ihren bisherigen H\u00f6hepunkt hatte, war diese Zahl nur rund ein Drittel so hoch.  <\/p>\n<p>Rund 5000 Menschen sterben gerade weltweit t\u00e4glich mit einer erkannten Coronavirus-Infektion. Dass die Zahl der t\u00e4glichen Todesf\u00e4lle nicht ebenso steigt, wie die Infektionszahlen kann verschiedene Gr\u00fcnde haben, die zu unterschiedlichen Bewertungen der Lage f\u00fchren. <\/p>\n<p>Prinzipiell hinkt die Zahl der Todesf\u00e4lle den Neuinfektionen hinterher. Der starke Anstieg der globalen Fallzahlen in den vergangenen Wochen findet also noch keinen Niederschlag in der Todesfallstatistik. Die Kurven laufen nicht parallel: Wird die Zahl der Tests stark erh\u00f6ht, so kann eine steigende Zahl an Neuinfektionen auch schlicht bedeuten, dass das Infektionsgeschehen besser erkannt wird. <\/p>\n<p>Dagegen l\u00e4uft, dass die Pandemie zuletzt vermehrt Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4nder erreicht hat. Todesf\u00e4lle d\u00fcrften hier weniger pr\u00e4zise erfasst werden als in den Industriel\u00e4ndern. Es ist also m\u00f6glich, dass die Zahl der t\u00e4glichen Todesf\u00e4lle aktuell st\u00e4rker ansteigt, als es die offiziellen Zahlen zeigen. <\/p>\n<p>Unzweifelhaft ist hingegen die Verlagerung des Infektionsgeschehens zwischen den verschiedenen Weltregionen: <\/p>\n<p>Waren bis Anfang M\u00e4rz fast ausschlie\u00dflich F\u00e4lle aus Asien bekannt, so verlagerte sich der Schwerpunkt anschlie\u00dfend mehrfach. W\u00e4hrend es China im M\u00e4rz gelang die Infektionszahlen stark zu reduzieren, wurde Europa zum neuen Hotspot der Pandemie. \u00dcber Norditalien, den Skitourismus und die Region Madrid verbreitete sich das Virus \u00fcber den Kontinent. In den USA kam es im Nordosten des Landes Ende M\u00e4rz, Anfang April zu einem verheerenden Ausbruch. Zuletzt stiegen schlie\u00dflich in zahlreichen L\u00e4ndern Mittel- und S\u00fcdamerikas die Fallzahlen stark an. <\/p>\n<h3>Welche L\u00e4nder aktuell am st\u00e4rksten betroffen sind <\/h3>\n<p>Viele Darstellungen des pandemischen Geschehens arbeiten mit kumulierten, absoluten Zahlen. Dabei verdeckt diese Darstellung den Blick auf kleinere L\u00e4nder und die aktuelle Dynamik. Gro\u00dfe L\u00e4nder sowie die L\u00e4nder, die Corona zuerst erreicht hat, stehen dann in der Regel weit vorn in den Statistiken.<\/p>\n<p>Steht die aktuelle Dynamik im Vordergrund, so ist eine Darstellung, die auf Durchschnittswerte der vergangenen sieben Tage beruht und die Todesf\u00e4lle und Neuinfiziertenzahlen ins Verh\u00e4ltnis zur Einwohnerzahl setzt, besser geeignet. Doch auch solche Auswertungen k\u00f6nnen immer nur ein grobes Bild der wirklichen Entwicklung bieten und insbesondere Vergleiche zwischen L\u00e4ndern sind mit Vorsicht zu interpretieren. Die Zahl der erkannten Neuinfektionen h\u00e4ngt stark mit dem Testregime zusammen und auch bei den prinzipiell verl\u00e4sslicheren Todesfallstatistiken kommt es in vielen L\u00e4ndern zu einer Untererfassung. <\/p>\n<p>Kaum ein Land steht f\u00fcr seinen Umgang mit der Corona-Pandemie international so sehr im Fokus wie die <strong>USA<\/strong>. Dabei \u00fcberlagern sich innerhalb des Landes verschiedene Entwicklungen. Die fatale Infektionswelle, die im M\u00e4rz und April haupts\u00e4chlich New York und den Nordosten des Landes traf, ist weitgehend \u00fcberstanden. Durch eine fr\u00fchzeitige Lockerung der Eind\u00e4mmungsma\u00dfnahmen kam es seit Juni jedoch zu einem starken und bislang ungebremsten Anstieg der Fallzahlen in den restlichen Regionen des Landes. <\/p>\n<p>Doch auch in anderen L\u00e4ndern steigen die Fallzahlen rasant. Insbesondere S\u00fcdamerika hat sich in den vergangenen Wochen zum neuen Hotspot der Pandemie entwickelt, angef\u00fchrt von Brasilien, Chile und Peru. <\/p>\n<p>In <strong>Brasilien <\/strong>infizierten sich zuletzt durchschnittlich knapp 40.000 Menschen pro Tag neu mit dem Coronavirus &#8211; mehr nachgewiesene t\u00e4gliche Neuinfektionen gibt es bislang nur in den USA. Die Zahl der t\u00e4glichen Todesf\u00e4lle in dem Land liegt bei aktuell knapp 1000 und damit h\u00f6her als in jedem anderen Land der Welt. Manche Epidemiologen vermuten, dass Ende Juli in Brasilien mehr Menschen an Corona gestorben sein werden als in den USA.<\/p>\n<p><strong>Chile <\/strong>und <strong>Peru <\/strong>haben schon fr\u00fch in der Coronakrise drastische Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung beschlossen. Betrachtet man Infektions- und Sterberaten im Verh\u00e4ltnis zur Bev\u00f6lkerungsgr\u00f6\u00dfe, sterben hier trotzdem die meisten Menschen \u2013 und sie infizieren sich auch weiterhin am meisten. Die Ma\u00dfnahmen, die die Regierungen ergriffen haben, wirken nicht wie in Europa: Menschen aus den Armenvierteln k\u00f6nnen sich nicht ins sichere Homeoffice zur\u00fcckziehen oder entscheiden, eine Weile nicht zu arbeiten. Zumindest die hohen Infektionszahlen r\u00fchren aber auch daher, dass die beiden L\u00e4nder viel st\u00e4rker testen als Brasilien. Dort kommen nur acht Tests auf 1000 Einwohner, in Chile und Peru rund 40.  <\/p>\n<p><strong>Indien <\/strong>geh\u00f6rt ebenfalls zu den am st\u00e4rksten vom Virus betroffenen L\u00e4ndern. Die Todeszahlen sind bislang auff\u00e4llig niedrig, was verschiedene Ursachen haben kann. Zum einen kann gerade in \u00e4rmlichen und l\u00e4ndlichen Regionen kaum \u00fcberblickt werden, wer an Corona stirbt \u2013 zu schlecht ist die medizinische Grundversorgung, zu gro\u00df die Angst der Inder, ins Krankenhaus zu gehen. Ein anderer Faktor: Die indische Bev\u00f6lkerung ist extrem jung, der Altersdurchschnitt betr\u00e4gt 28,4 Jahre. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 45,5 Jahre. Deshalb verlaufen viele Infektionen mild.<\/p>\n<p><strong>S\u00fcdafrika <\/strong>befindet sich seit mehr als drei Monaten im Lockdown. Trotz steigender Zahlen gab es in den vergangenen Tagen neue Lockerungen. Restaurants oder Friseure d\u00fcrfen wieder \u00f6ffnen. Str\u00e4nde oder Parks bleiben jedoch weiterhin geschlossen. In seinen Beschr\u00e4nkungen geht das Land zum Teil noch deutlich weiter als viele andere Staaten \u2013 zum Beispiel ist dort der Verkauf von Zigaretten seit Monaten verboten, weil Raucher anf\u00e4lliger f\u00fcr schwere Verl\u00e4ufe von Covid-19 sind. Trotz der harten Einschnitte in die Freiheiten der Bev\u00f6lkerung steigt die Zahl der Infizierten weiter, die Spitze wird f\u00fcr Juli oder August erwartet.  <\/p>\n<h3>Wo es Anzeichen f\u00fcr eine zweite Welle gibt <\/h3>\n<p>W\u00e4hrend sich das Coronavirus in einem Land nach dem anderen ausbreitet, gingen manche Staaten, davon aus, das Schlimmste hinter sich zu haben &#8211; wom\u00f6glich zu fr\u00fch.  <\/p>\n<p>Im Mai steckten sich in <strong>Israel <\/strong>t\u00e4glich nur noch f\u00fcnf Menschen mit dem Virus an. Als einer der ersten Staaten hatte Israel Grenzen und Schulen geschlossen, auch \u00fcber das wichtige Pessachfest galt der Lockdown f\u00fcr die israelische Bev\u00f6lkerung. Sp\u00e4ter \u00f6ffnete Israel wieder Schulen und Bars, nun erreicht das Land neue H\u00f6chstwerte in den Infektionszahlen: \u00fcber 1000 Neuinfektionen wurden binnen 24 Stunden gemeldet, so viele wie noch nie zuvor. Nun werden wieder einige Stadtviertel in Lod bei Tel Aviv und in der Hafenstadt Aschdod mit einem Lockdown belegt.<\/p>\n<p>Auch in der <strong>Schweiz <\/strong>und <strong>Australien <\/strong>steigen die Infektionszahlen wieder, obwohl die zuvor schon fast bei null angelangt waren. W\u00e4hrend in der Schweiz selbst Nachtklubs noch offen hatten und es keine Maskenpflicht gibt, m\u00fcssen im australischen Bundesstaat Victoria nun 300.000 Menschen zur\u00fcck in den Lockdown. Hier scheint der Ausbruch regional zu verlaufen, sodass die Regierung auch regional reagieren will.  <\/p>\n<h3>Fast coronafreie L\u00e4nder <\/h3>\n<p>Doch es gibt auch Staaten, bei denen die Pandemie f\u00fcr den Moment unter Kontrolle scheint. Island, Neuseeland oder Taiwan hatten von Beginn an nur wenige Infektionen, haben aber trotzdem mit fr\u00fchen und strengen Ma\u00dfnahmen reagiert. In <strong>Taiwan <\/strong>sind bislang nur sieben Menschen an dem Virus gestorben \u2013 auch, weil das Land schnell reagierte. Die Grenzen wurden geschlossen, Einreisende mit einer 14-t\u00e4gigen Quarant\u00e4ne belegt und die Bev\u00f6lkerung fl\u00e4chendeckend getestet. <strong>Neuseelands<\/strong> Premierministerin Jacinda Ardern erkl\u00e4rte ihr Land Anfang Juni f\u00fcr &quot;coronafrei&quot;. Zwar gab es seitdem auch wieder positive Tests, jedoch nur bei Einreisenden.  <\/p>\n<p>Was diese L\u00e4nder richtig gemacht haben, l\u00e4sst sich nur schwer verallgemeinern. Bemerkenswert ist jedoch, dass in allen drei Staaten die von der Regierung durchgesetzten Ma\u00dfnahmen von der breiten Bev\u00f6lkerung mitgetragen wurden. Widerstand wie in Deutschland regte sich kaum, vom neuseel\u00e4ndischen Chefvirologen Ashley Bloomfield kann man sogar Merchandise-Produkte erwerben.  <\/p>\n<h3>Ausblick <\/h3>\n<p>Egal wie stark einzelne L\u00e4nder oder Regionen bislang von der Pandemie betroffen waren, Studien zeigen, eine Herdenimmunit\u00e4t ist bislang noch nirgendwo erreicht, meist sogar in sehr weiter Ferne. Da es auch bei der Erforschung von Medikamenten oder Impfstoffen noch keine Durchbr\u00fcche gab, besteht weiterhin die Gefahr neuer Infektionswellen.<\/p>\n<p>Akut betroffenen L\u00e4ndern bleibt somit nur, strikte Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, um die exponentielle Verbreitung der Infektionen zu stoppen. Und auch anschlie\u00dfend bleibt es ein Balanceakt zwischen der Lockerung der Ma\u00dfnahmen sowie dem Erkennen und Eind\u00e4mmen weiterer Ausbr\u00fcche. Die Alternative: durch Abschottung gar nicht erst zuzulassen, dass die Infektionen wieder aufflammen, wie in Island, Taiwan oder Neuseeland.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Machu Picchu in den Anden Perus Paolo Aguilar\/ epa efe rex\/ dpa Die Restaurants haben ge\u00f6ffnet, die Gesch\u00e4fte auch, und selbst vorsichtige Menschen trauen sich wieder zu gemeinsamen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-907","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/907","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=907"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/907\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=907"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=907"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=907"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}