{"id":896,"date":"2020-07-04T09:50:43","date_gmt":"2020-07-04T06:50:43","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/neuried-bei-munchen-pilotstudie-zu-neuem-corona-testverfahren-gestartet\/"},"modified":"2020-07-04T09:50:43","modified_gmt":"2020-07-04T06:50:43","slug":"neuried-bei-munchen-pilotstudie-zu-neuem-corona-testverfahren-gestartet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/neuried-bei-munchen-pilotstudie-zu-neuem-corona-testverfahren-gestartet\/","title":{"rendered":"Neuried bei M\u00fcnchen: Pilotstudie zu neuem Corona-Testverfahren gestartet"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/ad97ca88-08c7-4863-95a5-574527333750_w948_r1.77_fpx40_fpy36.jpg\" title=\"Wie bisherige PCR-Tests soll das neue Verfahren eine akute Infektion nachweisen k\u00f6nnen\" alt=\"Wie bisherige PCR-Tests soll das neue Verfahren eine akute Infektion nachweisen k\u00f6nnen\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Wie bisherige PCR-Tests soll das neue Verfahren eine akute Infektion nachweisen k\u00f6nnen<\/p>\n<p> Eibner-Pressefoto\/ EXPA\/ Groder\/ imago images <\/figcaption><\/figure>\n<p>Am Wochenende startet in der Gemeinde Neuried bei M\u00fcnchen eine Pilotstudie mit einem neuen Corona-Testverfahren und einer speziell entwickelten App, die k\u00fcnftig Massentests bei gro\u00dfen Ausbr\u00fcchen erleichtern sollen.<\/p>\n<p>&quot;Weil Infizierte andere mit dem Coronavirus selbst dann anstecken k\u00f6nnen, wenn sie nur leichte oder \u00fcberhaupt keine Symptome haben, sind Reihentests umso wichtiger&quot;, sagte Hanns-Georg Klein vom Zentrum f\u00fcr Humangenetik und Laboratoriumsdiagnostik (Medicover MVZ Martinsried), wo die Proben ausgewertet werden sollen, dem SPIEGEL. &quot;Nur so lassen sich gr\u00f6\u00dfere Ausbr\u00fcche wie zuletzt in G\u00fctersloh eind\u00e4mmen.&quot;<\/p>\n<p>Die etwa 1500 angemeldeten Freiwilligen stellen nun so einen Ernstfall nach. Ihr Blut sowie Nasen- und Rachenabstriche werden im Labor auf eine akute oder \u00fcberstandene Infektion mit dem Coronavirus untersucht. Die Testergebnisse bekommen die Probanden innerhalb weniger Tage per App direkt aufs Handy, voll automatisiert und anonymisiert &#8211; so der Plan. Wird jemand positiv auf das Coronavirus getestet, muss er oder sie sich umgehend beim Gesundheitsamt melden.<\/p>\n<p>Die Abstriche aus Nase und Rachen sollen mit einem neuen Genomsequenzierungsverfahren analysiert werden, das im Idealfall effizienter und kosteng\u00fcnstiger ist als bisherige PCR-Testverfahren.<\/p>\n<p>Solche &quot;Next Generation Sequencing&quot;-Technologien, kurz NGS, werden seit Jahren in der genetischen Forschung und Diagnostik eingesetzt. Dank ihnen l\u00e4sst sich das komplette menschliche Erbgut inzwischen innerhalb weniger Tage analysieren. Der Fortschritt ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass die Entschl\u00fcsselung des ersten menschlichen Genoms gut 13 Jahre dauerte und Milliarden Dollar verschlang. Bisher werden solche Analysen beispielsweise in der Medizin angewandt, um Ver\u00e4nderungen im menschlichen Genom nachzuweisen, die Krankheiten beg\u00fcnstigen oder h\u00e4ufig in einer Familie auftreten.<\/p>\n<h3>Neues Verfahren k\u00f6nnte Testkapazit\u00e4ten deutlich steigern<\/h3>\n<p>Ein Forschungsteam vom Medicover MVZ Martinsried, dem US-Biotechnologieunternehmen Illumina, dem Hasso-Plattner-Institut und dem Berliner IT-Start-up HealthMetrix hat das Verfahren nun so angepasst, dass es auch das Erbgut des Coronavirus in Proben aufsp\u00fcren k\u00f6nnen soll.<\/p>\n<p>Der Test ist zudem an eine speziell daf\u00fcr entwickelte App gekoppelt, die die Proben \u00fcber einen Barcode der richtigen Person zuordnet und das Ergebnis automatisch an das Handy des Betroffenen schickt. Die \u00dcbertragung l\u00e4uft zun\u00e4chst anonym, welcher Barcode zu welcher Person geh\u00f6rt, wissen die Forscher nicht. &quot;Sollte das System tats\u00e4chlich zum Einsatz kommen, k\u00f6nnten die Ergebnisse theoretisch auch direkt an das Gesundheitsamt gemeldet werden&quot;, sagt Klein.<\/p>\n<p>Anders als bei bisherigen Tests k\u00f6nnen bei dem Verfahren gleichzeitig Millionen Erbgutfragmente analysiert werden. &quot;Ein einzelnes Labor, das \u00fcber die n\u00f6tige Technik verf\u00fcgt, k\u00f6nnte durch den Einsatz von molekularen Barcodes innerhalb von 48 Stunden bis zu 50.000 Proben parallel auswerten&quot;, sch\u00e4tzt Klein.<\/p>\n<p>Noch handelt es sich bei dem Test um einen nicht zugelassenen Prototypen. Bei der Pilotstudie in Neuried pr\u00fcfen die Forscher zun\u00e4chst, ob er das Virengenom mindestens genauso zuverl\u00e4ssig nachweisen kann wie bisherige Analysen. Deshalb wird jede Probe auch mit einem zugelassenen PCR-Test ausgewertet. L\u00e4uft alles wie geplant, k\u00f6nnte das Verfahren bereits in vier Monaten zugelassen werden, hofft Klein. Zahlreiche Labors weltweit, darunter auch welche in Deutschland, verf\u00fcgten bereits \u00fcber die n\u00f6tige Hochdurchsatz-Sequenziertechnologie.<\/p>\n<p>Die NGS-Technologie kann bisherige Testverfahren jedoch nicht komplett ersetzen. Um nur eine einzelne Probe auszuwerten, w\u00e4re sie viel zu teuer. Der NGS-Ansatz lohnt sich erst, wenn bei einem gr\u00f6\u00dferen Ausbruch oder einem Massentest in Unternehmen oder Schulen sehr viele Menschen gleichzeitig getestet werden m\u00fcssen. Dann w\u00fcrden auch die Kosten pro Test erheblich sinken. Um wie viel genau &#8211; darauf will sich Klein nicht festlegen. Allerdings ist er zuversichtlich, dass es weniger als 40 Euro pro Probe sein werden, die Labors in Deutschland bisher f\u00fcr einen einzelnen Test abrechnen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Ob das Verfahren h\u00e4lt, was es verspricht, muss sich nun zeigen. Schon in der kommenden Woche sollen erste Ergebnisse vorliegen.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Wie bisherige PCR-Tests soll das neue Verfahren eine akute Infektion nachweisen k\u00f6nnen Eibner-Pressefoto\/ EXPA\/ Groder\/ imago images Am Wochenende startet in der Gemeinde Neuried bei M\u00fcnchen eine Pilotstudie<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-896","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/896","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=896"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/896\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=896"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=896"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=896"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}