{"id":888,"date":"2020-07-04T00:32:57","date_gmt":"2020-07-03T21:32:57","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/aufstandchen-gegen-facebook-und-instagram\/"},"modified":"2020-07-04T00:32:57","modified_gmt":"2020-07-03T21:32:57","slug":"aufstandchen-gegen-facebook-und-instagram","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/aufstandchen-gegen-facebook-und-instagram\/","title":{"rendered":"Aufst\u00e4ndchen gegen Facebook und Instagram"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/187e4e6c-e613-47c8-a752-81408ddde1c4_w948_r1.77_fpx64_fpy50.jpg\" title=\"Zehn Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die &quot;n\u00e4chsten Schritte&quot;: Website der Kampagne #StopHateForProfit\" alt=\"Zehn Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die &quot;n\u00e4chsten Schritte&quot;: Website der Kampagne #StopHateForProfit\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Zehn Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die &quot;n\u00e4chsten Schritte&quot;: Website der Kampagne #StopHateForProfit<\/p>\n<p> SASCHA STEINBACH\/EPA-EFE\/Shutterstock <\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Anzeigenboykott gegen Facebook und Instagram hat begonnen, aber den meisten Nutzerinnen und Nutzern d\u00fcrfte das nicht auffallen. Etwas mehr als 300 Unternehmen und Marken stehen &#8211; Stand Freitagmittag &#8211; auf der Teilnehmerliste der Kampagne #StopHateforProfit, rund 800 sind es laut einem zweiten Dokument, auf dem aber auch Soloselbstst\u00e4ndige zu finden sind. Sie werfen Facebook vor, Gewaltaufrufe gegen US-Demonstranten zuzulassen, rechtsnationale Medien als vertrauensw\u00fcrdig einzustufen und versuchte W\u00e4hlerunterdr\u00fcckung zu ignorieren.<\/p>\n<p>Facebook hat insgesamt sieben Millionen Anzeigenkunden.<\/p>\n<p>Zum Scheitern ist die Aktion deshalb nicht automatisch verurteilt. Aber ob sie jenseits von Aufmerksamkeit f\u00fcr ein Problem, das alle gro\u00dfen Internetplattformen betrifft, etwas Substanzielles bewirken wird, ist fraglich.<\/p>\n<p>F\u00fcr Facebook jedenfalls ist die Situation allenfalls aus diplomatischer Sicht schwierig, aus finanzieller eher nicht. Der wirtschaftliche Druck durch den Boykott ist \u00fcberschaubar, das Ganze sei eher ein PR-Problem, wie CEO Mark Zuckerberg intern selbst sagte. &quot;Ich sch\u00e4tze, die Kunden kommen bald genug wieder&quot;, teilte er seinen Angestellten am vergangenen Freitag mit.<\/p>\n<h3>Facebook &quot;bewegt sich einfach nicht&quot;<\/h3>\n<p>Zuckerberg w\u00e4re zudem schlecht beraten, erpressbar zu wirken &#8211; sonst w\u00fcrde der Boykott wom\u00f6glich zum Standardinstrument. &quot;Wir passen unsere Richtlinien aufgrund von Prinzipien an, nicht aufgrund von finanziellem Druck&quot;, lautet die offizielle Aussage.<\/p>\n<p>Dass es aus PR-Gr\u00fcnden auch keine Option ist, sich g\u00e4nzlich stur zu geben, ist dem Management ebenfalls klar. Deshalb tut das Unternehmen, was es in solchen Situationen immer tut: Es k\u00fcndigt weitere, aber unscharfe Ma\u00dfnahmen an und verweist darauf, was es bereits alles tut, um das Problem in den Griff zu bekommen. Tino Krause, verantwortlich f\u00fcr Facebooks Gesch\u00e4ftsentwicklung in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz, sagt: &quot;Wir stehen mit Werbetreibenden weltweit in kontinuierlichem Austausch und verstehen, dass sie ihre Botschaften und Inhalte in einem sicheren Umfeld sehen m\u00f6chten &#8211; das wollen wir auch.&quot; Facebooks Ansatz gegen Hassrede entwickele sich &quot;stetig weiter und wir investieren j\u00e4hrlich mehrere Milliarden Dollar in die Sicherheit unserer Plattformen&quot;.<\/p>\n<p>Mit dem L\u00f6schen von 500 Gruppen und Seiten der einen B\u00fcrgerkrieg propagierenden &quot;Boogaloo&quot;-Bewegung demonstrierte Facebook zudem ein handfestes Durchgreifen. Das signalisiert nach au\u00dfen eine gewisse Entschlossenheit.<\/p>\n<p>Doch manchen Anzeigenkunden geht das offenbar nicht weit genug. Jedenfalls berichtet Reuters von einem Meeting in dieser Woche, bei dem Facebook keine brauchbaren Details zur besseren Bek\u00e4mpfung von Hass genannt habe. &quot;Es bewegt sich einfach nicht&quot;, wird ein Vertreter einer namentlich nicht genannten &quot;gro\u00dfen Werbeagentur&quot; zitiert.<\/p>\n<h3>Dehnbare Antworten der Dax-Konzerne<\/h3>\n<p>Es ist allerdings auch schwer zu sagen, wie viel Bewegung genug w\u00e4re, um die Kunden zufriedenzustellen und ihnen eine gesichtswahrende R\u00fcckkehr zu Facebook zu erm\u00f6glichen. #StopHateforProfit hat eine Liste von zehn Schritten erstellt, die man Facebook empfiehlt. Sie beinhaltet einige f\u00fcr den Konzern unangenehme Vorschl\u00e4ge. Beispielsweise R\u00fcckzahlungen an Unternehmen, deren Anzeigen neben &quot;f\u00fcrchterlichen Inhalten&quot; eingeblendet wurden. Und die M\u00f6glichkeit f\u00fcr jede Nutzerin und jeden Nutzer, die oder der sich Hass ausgesetzt sieht, sich &quot;live&quot; an einen Facebook-Mitarbeiter zu wenden. Aber bei den meisten anderen Punkten k\u00f6nnte Facebook mit einigem Recht darauf verweisen, dass es sie bereits mehr oder weniger erf\u00fcllt, wie der Journalist Casey Newton schreibt.<\/p>\n<p>F\u00fcnf Dax-Konzerne, die den Boykott unterst\u00fctzen \u2013 Adidas, Beiersdorf, Henkel, SAP und Siemens \u2013 geben dem SPIEGEL auf die Frage nach den n\u00f6tigen Ver\u00e4nderungen bei Facebook und den Konsequenzen, falls diese ausbleiben, nur dehnbare Antworten.<\/p>\n<p>Adidas teilt mit: &quot;Rassismus, Diskriminierung und Hasskommentare d\u00fcrfen keinen Platz haben, weder in unserem Unternehmen noch in unserer Gesellschaft. In den n\u00e4chsten 30 Tagen werden Kriterien f\u00fcr die Schaffung und den Erhalt eines weltoffenen und sicheren Umfelds entwickelt, die sowohl f\u00fcr uns selbst als auch f\u00fcr unsere Partner gelten sollen.&quot;<\/p>\n<p>Beiersdorf wird noch am konkretesten: &quot;Wir erwarten unter anderem, dass das Unternehmen (Facebook \u2013 Anm. d. Red.) seine bereits angek\u00fcndigten, verst\u00e4rkten Ma\u00dfnahmen zur effizienteren Identifikation, Kennzeichnung und Eind\u00e4mmung von Hass- und Gewalt-Inhalten konsequent durchsetzt, seine Algorithmen und Technologien entsprechend verbessert, der \u00d6ffentlichkeit und seinen Werbepartnern mehr Transparenz \u00fcber das Vorgehen gegen verletzende Inhalte zugesteht, und gemeinsam mit der Industrie und Nichtregierungsorganisationen an der Weiterentwicklung der eigenen Nutzungs- und Werberichtlinien arbeitet.&quot; Und wenn nicht? Eine Beiersdorf-Sprecherin antwortet: &quot;Wir werden die weiteren Entwicklungen und Fortschritte eng verfolgen und auf dieser Basis \u00fcber unser zuk\u00fcnftiges Vorgehen entscheiden.&quot;<\/p>\n<p>Henkel erwarte &quot;von Facebook eine klare Ver\u00e4nderung bezogen auf den Umgang mit der zunehmenden Anzahl an Hasskommentaren und Falschinformationen auf seinen Plattformen, um seiner Verantwortung gerecht zu werden. Wir werden die Entwicklung weiterhin beobachten.&quot;<\/p>\n<p>SAP setzt nach eigenen Angaben &quot;alle Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram aus, bis das Unternehmen ein deutliches Signal gegen die Verbreitung von Hasskommentaren und Rassismus auf seinen Plattformen sendet. F\u00fcr einen nachhaltigen Wandel m\u00fcssen auch wir unsere Rolle auf Plattformen hinterfragen, die systematisch die Verbreitung von Hass und Rassismus f\u00f6rdern.&quot;<\/p>\n<p>Siemens setzt wie auch Henkel seine Facebook-Anzeigen nur in den USA aus, verweist auf &quot;die Argumentation der #StopHateforProfit-Initiative gegen Hassrede&quot;, sieht aber eigentlich &quot;Regierungen und Regulierungsbeh\u00f6rden in der f\u00fchrenden Rolle bei der Umsetzung und Durchsetzung von Richtlinien, um dadurch auch auf sozialen Plattformen eine vern\u00fcnftige und ausgewogene Debatte \u00fcber soziale Fragen zu gew\u00e4hrleisten&quot;.<\/p>\n<p>&quot;Klare Ver\u00e4nderungen&quot; und &quot;deutliche Signale&quot; also. Die sind Interpretationssache und schaffen Spielraum f\u00fcr eine R\u00fcckkehr zu Facebook zu jedem beliebigen Zeitpunkt.<\/p>\n<p>Das Einzige, was sich in den vergangenen Tagen klar ver\u00e4ndert hat, war der Aktienkurs von Facebook. Vom Absacken vor einer Woche um sechs Prozent hat er sich fast komplett erholt.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Zehn Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die &quot;n\u00e4chsten Schritte&quot;: Website der Kampagne #StopHateForProfit SASCHA STEINBACH\/EPA-EFE\/Shutterstock Der Anzeigenboykott gegen Facebook und Instagram hat begonnen, aber den meisten Nutzerinnen und Nutzern d\u00fcrfte das<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-888","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/888","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=888"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/888\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=888"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=888"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=888"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}