{"id":880,"date":"2020-07-03T15:25:08","date_gmt":"2020-07-03T12:25:08","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/jeffrey-epstein-vertraute-ghislaine-maxwell-der-prinz-und-die-madame\/"},"modified":"2020-07-03T15:25:08","modified_gmt":"2020-07-03T12:25:08","slug":"jeffrey-epstein-vertraute-ghislaine-maxwell-der-prinz-und-die-madame","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/jeffrey-epstein-vertraute-ghislaine-maxwell-der-prinz-und-die-madame\/","title":{"rendered":"Jeffrey-Epstein-Vertraute Ghislaine Maxwell: Der Prinz und die &#8220;Madame&#8221;"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/3c53c9ec-9421-451f-8a8c-e861457e6a1f_w948_r1.77_fpx50_fpy35.jpg\" title=\"Wie eng war diese Freundschaft? Ein Foto zeigt Prinz Andrew und Ghislaine Maxwell bei der gemeinsamen Ankunft anl\u00e4sslich einer Hochzeit in Gro\u00dfbritannien im Jahr 2000\" alt=\"Wie eng war diese Freundschaft? Ein Foto zeigt Prinz Andrew und Ghislaine Maxwell bei der gemeinsamen Ankunft anl\u00e4sslich einer Hochzeit in Gro\u00dfbritannien im Jahr 2000\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Wie eng war diese Freundschaft? Ein Foto zeigt Prinz Andrew und Ghislaine Maxwell bei der gemeinsamen Ankunft anl\u00e4sslich einer Hochzeit in Gro\u00dfbritannien im Jahr 2000<\/p>\n<p>Picture Press\/ Camera Press\/ Stewart Mark\/ ddp images<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Keinerlei Erinnerung will Prinz Andrew an dieses Foto aus dem Jahr 2001 haben: Es zeigt ihn strahlend neben einer sehr jungen blonden Frau in bauchfreiem Top, seine Hand liegt l\u00e4ssig auf ihrer Taille. Eine zweite Frau steht lachend im Hintergrund. Sie hei\u00dft Ghislaine Maxwell. Das Bild wurde in Maxwells Haus im Londoner Nobelbezirk Belgravia aufgenommen.<\/p>\n<p>In diesem Haus soll die heute 58-J\u00e4hrige rauschende Partys veranstaltet haben &#8211; und dem US-Multimillion\u00e4r Jeffrey Epstein dabei behilflich gewesen sein, minderj\u00e4hrige M\u00e4dchen zu missbrauchen. Davon gehen amerikanische Ermittler aus, vor denen Maxwell seit Monaten auf der Flucht war. Am Donnerstagmorgen wurde Maxwell schlie\u00dflich in ihrem Haus im US-Bundesstaat New Hampshire festgenommen. Das Anwesen hatte sie erst im Dezember gekauft, f\u00fcr eine Million Dollar in bar.<\/p>\n<p>Maxwell ist nun in New York angeklagt. Der Anklageschrift zufolge, die dem SPIEGEL vorliegt, soll Maxwell versucht haben, sich mit jungen M\u00e4dchen und Frauen von teilweise nur 14 Jahren anzufreunden, um sie dann zu sexuellen Aktivit\u00e4ten mit ihrem langj\u00e4hrigen Lebensgef\u00e4hrten Epstein zu dr\u00e4ngen. <\/p>\n<p>Der US-Unternehmer hatte sich im vergangenen Sommer im Gef\u00e4ngnis das Leben genommen. Ihm war vorgeworfen worden, Dutzende Minderj\u00e4hrige missbraucht und zur Prostitution gezwungen zu haben. Nun k\u00f6nnte die Festnahme seiner engsten Vertrauten helfen zu kl\u00e4ren, was genau in diesem Londoner Haus und in Epsteins anderen Residenzen, etwa in den USA, passiert ist. <\/p>\n<p>Nach Epsteins Verhaftung war Ghislaine Maxwell zun\u00e4chst abgetaucht. Das britische Boulevardblatt &quot;Sun&quot; bot seinen Lesern eine Belohnung von 10.000 Pfund f\u00fcr Informationen zu Maxwell. Die Vorw\u00fcrfe gegen die 58-J\u00e4hrige wiegen schwer. Sie soll in dieser Missbrauchsaff\u00e4re eine zentrale Rolle gespielt haben.<\/p>\n<p>So beschreibt die US-Anklageschrift etwa ihren Austausch mit einem M\u00e4dchen, das in dem Papier &quot;Opfer 3&quot; genannt wird: Maxwell habe sie in London kennengelernt und gewusst, dass sie minderj\u00e4hrig sei. Sie h\u00e4tten \u00fcber das Leben und die Familie der jungen Frau geredet. Dann habe Maxwell sie Epstein vorgestellt und dazu ermuntert, den Gesch\u00e4ftsmann zu massieren, wohl wissend, dass er &quot;Opfer 3&quot; dabei sexuell missbrauchen werde.<\/p>\n<p>Mit anderen M\u00e4dchen soll Maxwell ins Kino oder shoppen gegangen sein, um ihr Vertrauen zu gewinnen. Um ihnen zu zeigen, dass das Geschehene normal sei, habe sie sich vor ihnen ausgezogen, sie massiert und \u00fcber Sex mit ihnen gesprochen. Die Anklage gegen Maxwell konzentriert sich auf die F\u00e4lle von drei Frauen. Die j\u00fcngste von ihnen war zum Zeitpunkt des Missbrauchs, Anfang der Neunzigerjahre, erst 14 Jahre alt. Maxwell &quot;stellte die Falle auf&quot;, kommentierte die New Yorker Staatsanw\u00e4ltin Audrey Strauss ihre Ermittlungsergebnisse. Maxwell habe so getan, als sei sie die Frau, der die M\u00e4dchen vertrauen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Auch wenn die Ermittlungen in den USA gef\u00fchrt werden, schl\u00e4gt die Festnahme Maxwells in Gro\u00dfbritannien hohe Wellen. Denn die &quot;Madame&quot; des US-Finanziers war seit ihrer Jugend in der britischen High Society bestens vernetzt. Sie war es auch, die den Sohn der Queen Prinz Andrew und Epstein einander vorstellte. Sie wurde zusammen mit Epstein zum 40. Geburtstag des Prinzen auf Schloss Windsor eingeladen oder zu einer Fasanenjagd auf dem k\u00f6niglichen Landsitz Sandringham. Sie wei\u00df wohl mehr als jeder andere \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Epstein und dem Herzog von York &#8211; weshalb sich aktuell nicht nur der Palast darum sorgt, was Maxwell jetzt den Ermittlern erz\u00e4hlen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Seit Monaten wirft das FBI dem Prinzen vor, nicht zu kooperieren. Virginia Giuffre, die damals Roberts hie\u00df und als junge Frau zusammen mit den Prinzen im Haus von Maxwell f\u00fcr die Kamera posierte, sagt heute aus, sie sei als Minderj\u00e4hrige von Maxwell und Epstein zu Sex mit dem Herzog gezwungen worden. Der Adlige bestreitet alle Vorw\u00fcrfe, in einem peinlichen Interview mit dem Sender BBC redete sich der Prinz um Kopf und Kragen. Mit &quot;Erlaubnis&quot; der Queen legte er kurz danach alle \u00f6ffentlichen \u00c4mter nieder. Die Festnahme von Maxwell setzt ihn nun unter Druck. Und dem britischen K\u00f6nigshaus droht ein halbes Jahr nach dem &quot;Megxit&quot; das Wiederaufflammen des Missbrauchsskandals um Prinz Andrew.<\/p>\n<p>Die Geschichte von Ghislaine Maxwell sagt auch viel \u00fcber die britische Elite aus. Sie ist das neunte und j\u00fcngste Kind in der Familie des britischen Medienmoguls Robert Maxwell, der unter anderem die Boulevardzeitung &quot;Daily Mirror&quot; herausgab. Ghislaine wuchs in einem prachtvollen Haus in Oxford auf. Das Geld des Vaters und seine Beziehungen waren ihr Eintrittsticket in die High Society. Sie besuchte das Marlborough College, eine der bekanntesten Privatschulen in Gro\u00dfbritannien, auf die die Reichen und M\u00e4chtigen des Landes gern ihrer Kinder schicken. Sp\u00e4ter studierte sie wie ihre \u00e4lteren Br\u00fcder an der Universit\u00e4t Oxford.<\/p>\n<p>Die Bilder aus ihrer Jugend in den Achtzigerjahren zeigen Ghislaine in gro\u00dfer Robe mit ihrem Vater auf dem Filmfestival in Cannes oder bei Spielen des Fu\u00dfballvereins Oxford United F.C., der dem Medienmagnaten geh\u00f6rte und bei dem Ghislaine als Direktorin fungierte. Aus dieser Zeit kennt sie Prinz Andrew, der in den gleichen Kreisen verkehrte. <\/p>\n<p>Die Familie kannte in diesen Zeiten keine finanziellen Sorgen, doch es waren nicht nur gl\u00fcckliche Tage. Das Nesth\u00e4kchen Ghislaine sei das &quot;Opfer der Tyrannei ihres Vaters&quot; gewesen, der sie gleichzeitig geliebt und stark kontrolliert habe. So beschrieb es der Biograf von Robert Maxwell, Journalist Tom Bower, in der Zeitung &quot;Times&quot;. Der m\u00e4chtige Medienunternehmer habe seiner Tochter etwa verboten, ihre Boyfriends mit nach Hause zu bringen oder \u00f6ffentlich mit ihnen gesehen zu werden. Einmal habe er Ghislaine am Telefon beschimpft, als ihm ihre Beschreibung eines Dinners in New York nicht gefiel, das sie in seinem Auftrag besucht habe.<\/p>\n<p>Im November 1991 \u00e4nderte sich das Leben von Ghislaine Maxwell radikal. Ihr Vater fiel von Bord seiner Jacht &quot;Lady Ghislaine&quot;, er wurde in der N\u00e4he der Kanarischen Inseln tot aufgefunden. Seine Tochter wollte lange nicht an einen Unfall oder Selbstmord glauben. Nach seinem Tod wurde bekannt, dass er 440 Millionen Pfund aus der Pensionskasse seiner Unternehmen entwendet hatte. Die Familie verlor von heute auf morgen fast ihr gesamtes Verm\u00f6gen.<\/p>\n<p>Nach dem Tod ihres Vaters beschloss Ghislaine Maxwell, ein neues Leben in den USA zu beginnen. Sie zog nach New York, kn\u00fcpfte Beziehungen zu Prominenten und stieg in der Gesellschaft auf. So lernte sie Jeffrey Epstein kennen. Es gibt viele Partyfotos von dem Paar, Arm in Arm mit den Reichen und M\u00e4chtigen, unter anderem auch mit dem heutigen US-Pr\u00e4sidenten Donald Trump.<\/p>\n<p>Epstein und Maxwell sollen eine Beziehung gehabt haben, wurden als beste Freunde und Gesch\u00e4ftspartner bezeichnet. Systematischer Missbrauch von M\u00e4dchen war wohl ein fester Teil dieser Beziehung. <\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Wie eng war diese Freundschaft? 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