{"id":853,"date":"2020-07-01T23:00:35","date_gmt":"2020-07-01T20:00:35","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-in-den-usa-warum-ist-der-staat-erneut-so-schwer-betroffen\/"},"modified":"2020-07-01T23:00:35","modified_gmt":"2020-07-01T20:00:35","slug":"coronavirus-in-den-usa-warum-ist-der-staat-erneut-so-schwer-betroffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-in-den-usa-warum-ist-der-staat-erneut-so-schwer-betroffen\/","title":{"rendered":"Coronavirus in den USA: Warum ist der Staat erneut so schwer betroffen"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/9ad37cff-12fa-45a9-8343-b35fb3ff7ba5_w948_r1.77_fpx53_fpy51.jpg\" title=\"Wartende vor einer Corona-Teststation in Texas\" alt=\"Wartende vor einer Corona-Teststation in Texas\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Wartende vor einer Corona-Teststation in Texas<\/p>\n<p> David J. Phillip\/ AP <\/figcaption><\/figure>\n<p>Noch Anfang Februar setzte US-Pr\u00e4sident Donald Trump aufs Wetter. Mit Blick auf den Corona-Ausbruch in China twitterte er, dass Pr\u00e4sident Xi Jinping das Virus erfolgreich bek\u00e4mpfen werde, &quot;insbesondere, wenn das Wetter beginnt, w\u00e4rmer zu werden und das Virus hoffentlich schw\u00e4cher wird und dann verschwindet&quot;.<\/p>\n<p>Zu dem Zeitpunkt gab es laut der Statistik der Johns Hopkins University elf best\u00e4tigte Corona-F\u00e4lle in den USA, das Virus schien weit weg zu sein. Inzwischen geh\u00f6ren die USA absolut und gemessen an der Einwohnerzahl zu den am st\u00e4rksten betroffenen L\u00e4ndern weltweit.<\/p>\n<p>Mehr als 2,6 Millionen Infektionen mit dem neuen Coronavirus wurden bislang nachgewiesen, fast 130.000 Menschen sind am und mit dem Erreger gestorben. Eine Besserung ist nicht in Sicht, ganz im Gegenteil.<\/p>\n<h3>Rekord bei Neuinfektionen<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen in den USA von Mitte\/Ende April bis Mitte Juni deutlich zur\u00fcckgegangen ist, steigt sie seither wieder an. Inzwischen ist sie so hoch wie zu keinem anderen Zeitpunkt des Ausbruchs zuvor.<\/p>\n<p>In den vergangenen sieben Tagen wurden in den USA jeden Tag im Schnitt gut 41.000 neue Infektionen registriert. Der bisherige H\u00f6hepunkt wurde am Freitag mit mehr als 45.000 neuen F\u00e4llen erreicht. Zum Vergleich: Der H\u00f6chstwert aus dem April lag bei gut 36.000 best\u00e4tigten Neuinfektionen an einem Tag (siehe Grafik oben).<\/p>\n<p>Bei einer Anh\u00f6rung im US-Senat am Dienstag fanden Experten nun erneut deutliche Worte. Der Direktor des National Institute of Allergy and Infectious Diseases, Anthony Fauci, mahnte, Schulen und B\u00fcros nicht leichtfertig zu \u00f6ffnen, solange die Zahl der Neuinfektionen hoch sei.<\/p>\n<p>Wenn es nicht gelinge, den Trend umzukehren, w\u00fcrde er sich \u00fcber 100.000 Neuinfektionen pro Tag in den USA nicht wundern. &quot;Ich denke, es ist wichtig, Ihnen und der amerikanischen \u00d6ffentlichkeit zu sagen, dass ich sehr besorgt bin, weil das sehr schlimm werden k\u00f6nnte.&quot;<\/p>\n<h3>Eine Bedrohung f\u00fcr die gesamten USA<\/h3>\n<p>Besonders stark breitet sich das neue Coronavirus derzeit in vielen der warmen, republikanisch gepr\u00e4gten S\u00fcdstaaten der USA sowie in Texas aus. Auch im Westen &#8211; in Arizona, Utah und Nevada &#8211; lag die Zahl der t\u00e4glich nachgewiesenen Infektionen im Durchschnitt der vergangenen sieben Tage bei 150 oder mehr pro eine Million Einwohner (siehe Karte unten). Arizona meldete im Schnitt gar 409 Neuinfektionen am Tag. In Kalifornien erreichte der Wert durchschnittlich 144 (siehe Grafik). Tats\u00e4chlich k\u00f6nnten die Zahlen noch viel h\u00f6her liegen, da viele Infektionen unbemerkt verlaufen.<\/p>\n<p>In Staaten wie New York, New Jersey und Connecticut, die im Fr\u00fchjahr heftig betroffen waren, sind die Zahlen dagegen niedrig: In New York gab es in den vergangenen sieben Tagen 32 nachgewiesene Infektionen pro eine Million Einwohner, in New Jersey waren es 31, in Connecticut sogar nur 25.<\/p>\n<p>Doch Fauci warnte, die regional stark ansteigenden Infektionszahlen gef\u00e4hrdeten die gesamten Vereinigten Staaten.<\/p>\n<h3>&quot;Viel Wunschdenken im ganzen Land&quot;<\/h3>\n<p>&quot;Ich denke, es gab im ganzen Land viel Wunschdenken: &#039;Hey, es ist Sommer&#039;. Alles wird gut. Wir sind dar\u00fcber hinweg. Dabei ist das nicht mal ansatzweise der Fall&quot;, sagte auch Anne Schuchat von der amerikanischen Gesundheitsbeh\u00f6rde CDC in einem Video-Interview mit dem Fachmagazin &quot;Journal of the American Medical Association&quot; vom Montag, das die &quot;BBC&quot; aufgegriffen hat. Sie beobachte derzeit viele besorgniserregende Entwicklungen.<\/p>\n<p>Eine grundlegende Schwierigkeit in den USA bestehe darin, dass der Ausbruch noch immer zu gro\u00df sei, um Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen.<\/p>\n<p>&quot;Wir befinden uns nicht in der Situation Neuseelands, Singapurs oder Koreas, in der ein neuer Fall schnell identifiziert und alle Kontakte aufgesp\u00fcrt werden k\u00f6nnen&quot;, so Schuchat. Menschen, die krank seien, k\u00f6nnten nicht verl\u00e4sslich isoliert werden, Kontaktpersonen nicht unter Quarant\u00e4ne gestellt werden, um den Ausbruch einzud\u00e4mmen. &quot;Daf\u00fcr gibt es derzeit im ganzen Land viel zu viele Viren. Das ist sehr entmutigend.&quot;<\/p>\n<h3>Jeder Infizierte kann der Ursprung einer neuen Kette sein<\/h3>\n<p>Zieht man die Zahl der nachweislich genesenen und verstorbenen Infizierten in den USA von der Gesamtzahl der Infizierten ab, tragen aktuell mehr als eineinhalb Millionen Menschen das Virus in sich.<\/p>\n<p>Umso gr\u00f6\u00dfer sei die Verantwortung jedes Einzelnen, Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten, mahnen Experten. Gleichzeitig sehen sie ein Mentalit\u00e4ts- und Bildungsproblem, das den USA selbst dann noch Probleme bereiten k\u00f6nnte, wenn es einen Corona-Impfstoff geben sollte.<\/p>\n<p>&quot;Einige Menschen in diesem Land haben eine Anti-Wissenschafts-, Anti-Autorit\u00e4ts- und Anti-Impfeinstellung &#8211; relativ gesehen ein alarmierend gro\u00dfer Prozentsatz&quot;, sagte Fauci. Er forderte mehr Bildung. Zudem m\u00fcssten Beh\u00f6rden und Politiker daran arbeiten, verlorenes Vertrauen von Minderheiten zur\u00fcckzugewinnen, die sie zuvor nicht immer fair behandelt h\u00e4tten.<\/p>\n<h3>Eine Frage der Mentalit\u00e4t<\/h3>\n<p>Insbesondere in den S\u00fcdstaaten der USA messen viele Menschen Traditionen und religi\u00f6sen \u00dcberzeugungen gr\u00f6\u00dferen Wert bei als wissenschaftlichen Erkenntnissen. So gibt es in den meisten Staaten, in denen die Zahl der Neuinfektionen nun wieder exponentiell ansteigt, keine Maskenpflicht. Viele von ihnen \u00f6ffneten nach dem Lockdown schnell Restaurants, Bars und Kinos. Erst jetzt rudern sie teils zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die Verantwortlichen in Florida schlossen vor ein paar Tagen erneut die Bars, Getr\u00e4nke und Speisen d\u00fcrfen aber noch abgeholt werden, berichtet die &quot;New York Times&quot;. Im ebenfalls stark betroffenen Texas gab es Proteste, weil Kneipen wieder dicht machen mussten. Eine Maskenpflicht gibt es in den meisten im Fokus stehenden Staaten aber weiterhin nicht. L\u00e4ngst nicht alle tragen den Schutz freiwillig.<\/p>\n<h3>&quot;Wenn Sie f\u00fcr Trump sind, tragen Sie keine Maske&quot;<\/h3>\n<p>Grund daf\u00fcr ist auch, dass sich die Maskenverweigerung in Teilen der USA zum politischen Statement entwickelt hat. So empfiehlt die US-Regierung zwar seit Anfang April, Mund und Nase in der \u00d6ffentlichkeit zu bedecken, Pr\u00e4sident Trump befolgt den Rat aber selbst nicht. Am Dienstag bekam er daf\u00fcr auch Kritik aus der eigenen Partei.<\/p>\n<p>Der republikanische Senator Lamar Alexander appellierte an seinen Parteikollegen, doch gelegentlich zur Maske zu greifen. Leider sei diese einfache lebensrettende Praxis Teil der politischen Debatte geworden. &quot;Wenn Sie f\u00fcr Trump sind, tragen Sie keine Maske, wenn Sie gegen Trump sind, tun Sie es&quot;, so Alexander. Der Pr\u00e4sident habe viele Bewunderer, die seinem Beispiel folgen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Wenn es nicht gelingt, die Ausbreitung des Virus schnell einzud\u00e4mmen, droht den USA bald schon ein weiteres, schwerwiegendes Problem: Schon jetzt gelangen die Testkapazit\u00e4ten allm\u00e4hlich an Grenzen, berichtet &quot;The Atlantic&quot;. Demnach testen die USA derzeit jeden Tag rund 550.000 Menschen auf das Virus. Durch die Ausbr\u00fcche im S\u00fcden und Westen k\u00f6nnten die Kapazit\u00e4ten aber bald \u00fcberschritten werden.<\/p>\n<p>Gelingt es dann nicht mehr, zumindest die Infizierten mit Symptomen zu identifizieren, die sich testen lassen wollen, verliert der Staat endg\u00fcltig den \u00dcberblick \u00fcber den Ausbruch.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Wartende vor einer Corona-Teststation in Texas David J. Phillip\/ AP Noch Anfang Februar setzte US-Pr\u00e4sident Donald Trump aufs Wetter. 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