{"id":7604,"date":"2021-05-03T22:57:44","date_gmt":"2021-05-03T19:57:44","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/cdu-kanzlerkandidat-armin-laschet-wo-bitteschon-gehts-zum-aufbruch\/"},"modified":"2021-05-03T22:57:44","modified_gmt":"2021-05-03T19:57:44","slug":"cdu-kanzlerkandidat-armin-laschet-wo-bitteschon-gehts-zum-aufbruch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/cdu-kanzlerkandidat-armin-laschet-wo-bitteschon-gehts-zum-aufbruch\/","title":{"rendered":"CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet: Wo bittesch\u00f6n geht&#8217;s zum Aufbruch?"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/3ae13d0e-edfb-4c13-bd4d-37343165e08d_w948_r1.77_fpx72_fpy68.jpg\" title=\"CDU-Chef Armin Laschet\" alt=\"CDU-Chef Armin Laschet\"\/>        Bild vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p>CDU-Chef Armin Laschet<\/p>\n<p>  Foto:\u2002MARKUS SCHREIBER \/ AFP  <\/figcaption><\/figure>\n<p>F\u00fcr Politiker sind Krisen meistens auch Chancen. Wer sie bew\u00e4ltigt, wer gute Ideen hat, wer mutig vorangeht, kann sich als Macher profilieren. Als einer, dem die Menschen etwas zutrauen.<\/p>\n<p>Das Klimaurteil des Bundesverfassungsgerichts ist f\u00fcr Armin Laschet eigentlich so eine Chance. Die bisherigen Gesetze reichen nicht aus f\u00fcr einen generationengerechten Kampf gegen die Erderw\u00e4rmung, hei\u00dft es aus Karlsruhe.<\/p>\n<p>Die Politik muss also umsteuern, es braucht jetzt gro\u00dfe L\u00f6sungen.<\/p>\n<p>Und Laschet?<\/p>\n<h3>Harte Zeit<\/h3>\n<p>Der Mann, der Deutschlands n\u00e4chster Kanzler werden will, steht am Montag in der CDU-Zentrale in Berlin. Vor ihm: Kameras, wartende Journalisten.<\/p>\n<p>Vier Tage liegt der historische Richterspruch zur\u00fcck. Am Morgen hat sich Laschet noch einmal mit den f\u00fchrenden Christdemokraten im CDU-Pr\u00e4sidium \u00fcber den Klimakurs ausgetauscht.<\/p>\n<p>Laschet hat eine harte Zeit hinter sich. Die chaotische Kandidatenk\u00fcr, die miesen Umfragewerte haben ihm den Start in den Wahlkampf verhagelt. Kommt jetzt der Aufbruch?<\/p>\n<p>Es ist, das sei gleich gesagt, an diesem Montag davon wenig zu sp\u00fcren. Im Konrad-Adenauer-Haus spricht Laschet von \u00bbHandlungsspielr\u00e4umen und Planungssicherheit\u00ab, von \u00bbTechnologief\u00fchrerschaft\u00ab und \u00bbGenehmigungsverfahren\u00ab.<\/p>\n<p>Es ist ein ziemlich h\u00f6lzerner Auftritt.<\/p>\n<p>Doch was aus Laschets Sicht noch viel schwerer wiegen muss: Er ist auch jetzt in der Au\u00dfenwirkung wieder einmal nur derjenige, der reagiert, der bremst, der anderen langsam nachtrottet, die vorgeprescht sind.<\/p>\n<p>Schuld daran ist zum wiederholten Male Markus S\u00f6der, den Laschet gerade erst im Kampf um die Kanzlerkandidatur m\u00fchsam niedergerungen hat.<\/p>\n<p>S\u00f6der tritt an diesem Montag ebenfalls vor die Presse, etwa drei Stunden vor Laschet. Auch er spricht \u00fcber das Klima \u2013 und er nutzt einmal mehr die Gelegenheit zur Selbstinszenierung. Markige S\u00e4tze hat er sich zurechtgelegt. \u00bbMehr Kohle f\u00fcr weniger Kohle\u00ab, lautet einer. Deutschland m\u00fcsse zu einem \u00bbRole Model\u00ab f\u00fcr \u00f6kologisches Wirtschaften werden, ein anderer.<\/p>\n<h3>Inhaltlich sehr konkret<\/h3>\n<p>Das klingt eing\u00e4ngiger und zupackender als bei Laschet. Doch nicht nur das. Tats\u00e4chlich wird S\u00f6der, unter dessen F\u00fchrung in Bayern bislang auch nur ein ambitionsloses Klimaschutzgesetz zustande gekommen ist, jetzt inhaltlich sehr konkret. Deutschland m\u00fcsse bis 2040 klimaneutral werden, sagt er. Bisher peilt die Bundesregierung daf\u00fcr das Jahr 2050 an. Durch finanzielle Anreize will S\u00f6der einen schnelleren Kohleausstieg erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Im direkten Vergleich bleibt Laschet eher vage.<\/p>\n<p>Klimaneutralit\u00e4t? \u00bbDeutlich vor Mitte des Jahrhunderts.\u00ab<\/p>\n<p>Kohleausstieg? Man d\u00fcrfe als Gesetzgeber nicht dauernd kurzfristig nachlegen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist S\u00f6ders Auftritt eine dieser Gemeinheiten, f\u00fcr die er bekannt ist. Zum Kohleausstieg etwa kann er problemlos viel fordern, die Kraftwerke spielen in Bayern, seinem Bundesland, keine Rolle \u2013 in Nordrhein-Westfalen, wo Laschet als Ministerpr\u00e4sident regiert, hingegen schon.<\/p>\n<p>Anstatt sich hinter den gemeinsamen Kanzlerkandidaten von CDU und CSU zu stellen, treibt S\u00f6der Laschet vor sich her. Das, so ist zu h\u00f6ren, sorgt auch im CDU-Pr\u00e4sidium f\u00fcr Frust. Doch am Ende ist es S\u00f6der, der den kraftvolleren Ton anschl\u00e4gt in dieser Generationenfrage.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr ein Wahlkampf wird das f\u00fcr die Union und ihren Kanzlerkandidaten? Die eigene Partei: gespalten. Seine Autorit\u00e4t: angekratzt. Die Konkurrenz: \u00fcberall. Die Themen: im Zweifel nicht seine.<\/p>\n<h3>Ein Getriebener<\/h3>\n<p>Laschet wirkt wie ein Getriebener in diesen Tagen. Und das nicht nur in der Klimapolitik, wo ihm ja l\u00e4ngst nicht nur S\u00f6der Druck macht \u2013 sondern vor allem auch die erstarkten Gr\u00fcnen, die als \u00d6ko-Original der Union mit ihrer Frontfrau Annalena Baerbock in den Umfragen zuletzt sogar davongeeilt sind.<\/p>\n<p>Laschet steckt in der Zwickm\u00fchle, f\u00fcr die er selbst zun\u00e4chst gar nichts kann. Er muss politisch den Anforderungen der Klimakrise gerecht werden und verhindern, dass nicht noch mehr moderate Unionsw\u00e4hler zu den Gr\u00fcnen abwandern. Gleichzeitig aber zerren rechte und wirtschaftsliberale Kr\u00e4fte an ihm, die nach der Merkel-\u00c4ra wieder das konservative Profil der CDU sch\u00e4rfen wollen.<\/p>\n<p>Friedrich Merz etwa warnte beim Klima gerade erst vor einem \u00bbgesetzgeberischen Schnellschuss\u00ab. Merz ist das Idol der Hardliner in der Union, einer von Laschets gr\u00f6\u00dften Konkurrenten der vergangenen Monate. Der CDU-Chef versucht ihn nun einzuhegen, holte in k\u00fcrzlich in sein Wahlkampfteam.<\/p>\n<p>Doch Merz ist nicht sein einziges Problem. F\u00fcr \u00c4rger von Rechtsau\u00dfen sorgten zuletzt die Christdemokraten in S\u00fcdth\u00fcringen, Bundestagswahlkreis 196. Dort machte die CDU vor Ort Ex-Verfassungsschutzpr\u00e4sident Hans-Georg Maa\u00dfen zu ihrem Direktkandidaten f\u00fcr die Wahl im September. Ein Mann, der Laschets klare und unmissverst\u00e4ndliche Ablehnung gegen jegliche Zusammenarbeit mit der AfD infrage stellen k\u00f6nnte.<\/p>\n<h3>Laschets Balanceakt<\/h3>\n<p>F\u00fcr Laschet bedeutet all das einen Balanceakt. Kann er Frieden schlie\u00dfen mit den Rechten in der Union, ohne die Partei zu zerrei\u00dfen und ohne die Atmosph\u00e4re zwischen Schwarzen und Gr\u00fcnen zu vergiften? Bei der \u00d6kopartei, m\u00f6glicher Koalitionspartner der Union, beobachtet man die Entwicklungen jedenfalls genau. Die Vorfreude auf eine Allianz mit einer Partei, in der Leute wie Merz und vor allem dessen Fans den Ton angeben, w\u00e4re zumindest stark eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Immerhin: In der Coronapandemie, in der Laschet bislang \u00f6ffentlich auch wenig Punkte sammeln konnte, naht m\u00f6glicherweise Entspannung. Die Infektionszahlen gehen aktuell zur\u00fcck, das Impftempo legt zu.<\/p>\n<p>In der Union gibt es schon lange die Hoffnung, dass ein f\u00fcr die Menschen wieder weniger sorgenvoller Sommer die Stimmung zugunsten von CDU und CSU drehen k\u00f6nnte. Dann n\u00e4mlich, so das Kalk\u00fcl, dominierten nicht mehr Maskenaff\u00e4ren, Impfdesaster und chaotische Ministerpr\u00e4sidentenrunden die Schlagzeilen.<\/p>\n<p>Bleibt nur die Frage, ob weniger schlechte Nachrichten reichen f\u00fcr Laschets gro\u00dfe Aufholjagd.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bild vergr\u00f6\u00dfern CDU-Chef Armin Laschet Foto:\u2002MARKUS SCHREIBER \/ AFP F\u00fcr Politiker sind Krisen meistens auch Chancen. Wer sie bew\u00e4ltigt, wer gute Ideen hat, wer mutig vorangeht, kann sich als Macher profilieren. Als einer, dem die Menschen etwas zutrauen. Das Klimaurteil des Bundesverfassungsgerichts ist f\u00fcr Armin Laschet eigentlich so eine Chance. Die bisherigen Gesetze reichen nicht [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":7605,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-7604","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7604","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7604"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7604\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7605"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7604"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7604"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7604"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}