{"id":735,"date":"2020-06-26T15:19:41","date_gmt":"2020-06-26T12:19:41","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/clemens-tonnies-der-kotelett-kaiser-und-sein-brutales-geschaft-mit-dem-billigfleisch\/"},"modified":"2020-06-26T15:19:41","modified_gmt":"2020-06-26T12:19:41","slug":"clemens-tonnies-der-kotelett-kaiser-und-sein-brutales-geschaft-mit-dem-billigfleisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/clemens-tonnies-der-kotelett-kaiser-und-sein-brutales-geschaft-mit-dem-billigfleisch\/","title":{"rendered":"Clemens T\u00f6nnies: Der Kotelett-Kaiser und sein brutales Gesch\u00e4ft mit dem Billigfleisch"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/425ed7c5-f121-4d30-8d73-18c3f7d06c71_w948_r1.77_fpx60.6_fpy50.jpg\" title=\"Clemens T\u00f6nnies\" alt=\"Clemens T\u00f6nnies\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Clemens T\u00f6nnies<\/p>\n<p> Bernd Thissen\/ dpa <\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Von <\/em><em>Markus Becker<\/em><em>, <\/em><em>J\u00fcrgen Dahlkamp<\/em><em>, <\/em><em>Markus Dettmer<\/em><em>, <\/em><em>J\u00f6rg Diehl<\/em><em>, <\/em><em>Lukas Eberle<\/em><em>, <\/em><em>Michael Fr\u00f6hlingsdorf<\/em><em>, <\/em><em>Kristina Gnirke<\/em><em>, <\/em><em>Florian Gontek<\/em><em>, <\/em><em>Hubert Gude<\/em><em>, <\/em><em>Claus Hecking<\/em><em>, <\/em><em>Julia Amalia Heyer<\/em><em>, <\/em><em>Nils Klawitter<\/em><em>, <\/em><em>Gunther Latsch<\/em><em>, Catalin Prisacariu, <\/em><em>Gerald Traufetter<\/em><em> und <\/em><em>Markus Verbeet<\/em><\/p>\n<p>Beckum im M\u00fcnsterland, ein wei\u00df verputztes Einfamilienhaus. Eines dieser H\u00e4user, die kein Zuhause sind. Nur eine Unterkunft. Wie so viele hier in der Gegend. Ein Schlafplatz bis zur n\u00e4chsten Schicht, bis zum n\u00e4chsten Knochenjob.<\/p>\n<p>Und jetzt ein Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>Das Stahltor zum Hof ist verriegelt, keiner darf raus. Die Rum\u00e4nen, die hier leben, hinter grauen Rolll\u00e4den und vergitterten Souterrainfenstern, stehen unter Quarant\u00e4ne. Sie arbeiten in Rheda-Wiedenbr\u00fcck, in der gr\u00f6\u00dften deutschen Fleischfabrik, bei T\u00f6nnies. Arme Schweine, die arme Schweine zerlegen.<\/p>\n<p>Ein paar M\u00e4nner liegen am Dienstag dieser Woche drau\u00dfen auf Decken, trinken Bier gegen die Langeweile, die Nutzlosigkeit und die Sorgen. Wie soll es nun weitergehen? Sie seien 15 Mann im Haus gewesen, sagt einer, der sich George nennt, f\u00fcnf seien infiziert. &quot;Drei wurden abgeholt und in andere Pensionen gebracht, zwei sind noch hier.&quot;<\/p>\n<p>Wie das geht, unter einem Dach? &quot;Ja, wir haben Angst, uns anzustecken&quot;, sagt George. &quot;Ich habe die Polizei angerufen, die kam und sagte: Wir k\u00f6nnen euch nicht helfen.&quot; Also h\u00e4tten sie jetzt die beiden Infizierten isoliert, jeder in einem Zimmer. Vor vier Tagen sei er zuletzt getestet worden. Keine Ahnung, ob er positiv sei, er warte noch auf das Ergebnis, so George.<\/p>\n<p>Wenn die M\u00e4nner nicht gerade unter Quarant\u00e4ne stehen, wenn sie funktionieren, wie sie funktionieren sollen, dann zerlegen sie und die anderen Werkvertragsarbeiter Zehntausende Schweine am Tag. Daf\u00fcr sind sie hier, nur daf\u00fcr. Sie sind erstklassige Werkzeuge der Fleischindustrie, werden aber behandelt wie Menschen zweiter Klasse. Angeheuert von Subunternehmern, schlecht bezahlt, schnell ersetzt, schwach gesch\u00fctzt. Auch in Corona-Zeiten.<\/p>\n<p>In den vergangenen Wochen, erz\u00e4hlt George, habe man im Schlachthof ein Fiebermessger\u00e4t aufgebaut, gleich neben dem Eingang. Aber keiner da, der es bedient h\u00e4tte. Jeden Morgen seien sie &quot;einfach daran vorbeigelaufen&quot;. Nur kein St\u00f6rfall, schien die Devise zu sein. Erst zwei Tage bevor alle in Quarant\u00e4ne mussten, als klar war, dass sich bei T\u00f6nnies der gr\u00f6\u00dfte Corona-Ausbruch seit dem Lockdown in ganz Europa zusammenbraute, habe die Firma Mitarbeiter zum Fiebermessen abgestellt. &quot;Da war es schon zu sp\u00e4t&quot;, sagt George.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Clemens T\u00f6nnies Bernd Thissen\/ dpa Von Markus Becker, J\u00fcrgen Dahlkamp, Markus Dettmer, J\u00f6rg Diehl, Lukas Eberle, Michael Fr\u00f6hlingsdorf, Kristina Gnirke, Florian Gontek, Hubert Gude, Claus Hecking, Julia Amalia<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-735","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/735","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=735"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/735\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=735"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=735"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=735"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}