{"id":7079,"date":"2021-04-09T23:29:09","date_gmt":"2021-04-09T20:29:09","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/armin-laschet-oder-markus-soder-drei-wege-zur-kanzlerkandidatur-der-union\/"},"modified":"2021-04-09T23:29:09","modified_gmt":"2021-04-09T20:29:09","slug":"armin-laschet-oder-markus-soder-drei-wege-zur-kanzlerkandidatur-der-union","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/armin-laschet-oder-markus-soder-drei-wege-zur-kanzlerkandidatur-der-union\/","title":{"rendered":"Armin Laschet oder Markus S\u00f6der: Drei Wege zur Kanzlerkandidatur der Union"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/fcd7ea5d-2546-4bdc-a9ac-a360a0251abb_w948_r1.77_fpx50_fpy18.jpg\" title=\"Laschet und S\u00f6der im Gespr\u00e4ch (Archiv)\" alt=\"Laschet und S\u00f6der im Gespr\u00e4ch (Archiv)\"\/>        Bild vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Laschet und S\u00f6der im Gespr\u00e4ch (Archiv)<\/p>\n<p>  Foto:\u2002<\/p>\n<p>Sven Hoppe \/ picture alliance \/ dpa<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es waren zuletzt bittere Wochen f\u00fcr Armin Laschet. Maskenaff\u00e4re, Wahlschlappen, Coronachaos, Umfrageabsturz: Eigentlich sollte Laschet die CDU in eine glorreiche Zukunft f\u00fchren. Doch in seiner kaum dreimonatigen Amtszeit als Parteivorsitzender hat er es vor allem mit Krisen zu tun \u2013 im Land, in der Union, pers\u00f6nlich.<\/p>\n<p>Kann es so noch etwas werden mit der sicher geglaubten Kanzlerkandidatur?<\/p>\n<p>L\u00e4ngst ist bei den Christdemokraten etwas ins Rutschen geraten. Die Angst geht um vor einer Pleite bei der Bundestagswahl. Immer mehr CDU-Politiker schlagen sich auf die Seite von CSU-Chef Markus S\u00f6der.<\/p>\n<p>Dass der Vorsitzende der bayerischen Schwesterpartei die Union in den Wahlkampf f\u00fchrt, war stets eine historische Ausnahme. Doch S\u00f6der ist in der Bev\u00f6lkerung deutlich beliebter als Laschet. Alles scheint offen in diesen Tagen.<\/p>\n<p>Auch deshalb, weil S\u00f6der bislang keinerlei Anstalten macht, Laschet kampflos das Feld zu \u00fcberlassen. Im Gegenteil. Gerade erst skizzierte der bayerische Ministerpr\u00e4sident im SPIEGEL seine Visionen f\u00fcr die Union und die Republik. Es war der Auftritt eines Kanzlerkandidaten.<\/p>\n<p>Vieles deutet darauf hin, dass eine Entscheidung zwischen Laschet und S\u00f6der nun unmittelbar bevorsteht. Nicht nur, weil die Gr\u00fcnen Druck machen. Am 19. April will die \u00d6kopartei das Geheimnis ihrer Kanzlerkandidatur l\u00fcften.<\/p>\n<p>Vor allem aber w\u00e4chst sp\u00fcrbar die Nervosit\u00e4t in der Union. Und am Wochenende kommt es zum gro\u00dfen Schaulaufen der beiden Kontrahenten. Laschet und S\u00f6der nehmen beide an der Klausur des gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Fraktionsvorstands teil. Es ist ein hochbrisanter Termin, ein Showdown \u2013 jedenfalls wenn es bis dahin noch keine Einigung gibt.<\/p>\n<p>Geht es jetzt alles ganz schnell? Drei Szenarien.<\/p>\n<h3><strong>Szenario 1: Laschet zieht durch<\/strong><\/h3>\n<p>In den vergangenen Tagen suchte Laschet offenbar den Kontakt zu mehreren CDU-Spitzenpolitikern. So h\u00f6rt man es aus der Union. Das Ger\u00fccht machte die Runde, Laschet wolle am Wochenende auf eine Entscheidung dr\u00e4ngen \u2013 und S\u00f6der zur Aufgabe \u00fcberreden. Intern sollen ihm Parteifreunde signalisiert haben, Laschet m\u00fcsse nun schleunigst F\u00fchrung beweisen, wenn er es in der K-Frage ernst meine.<\/p>\n<p>Aus der CSU gab es emp\u00f6rte Reaktionen auf Laschets mutma\u00dfliche Pl\u00e4ne. Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sagte der \u00bbBild\u00ab, er hoffe nicht, \u00bbdass hier versucht wird, einseitig Fakten zu schaffen\u00ab.<\/p>\n<p>Klar ist: Kann Laschet S\u00f6der nicht ohne Weiteres durch gutes Zureden auf seine Seite ziehen, m\u00fcsste er es mit der Brechstange versuchen \u2013 und etwa Druck \u00fcber die Bundestagsfraktion und die Spitzengremien der Partei aus\u00fcben. Ein solches Man\u00f6ver birgt jedoch gro\u00dfe Gefahren.<\/p>\n<p>Zur Befriedung der Union d\u00fcrfte es jedenfalls nicht beitragen. Zu viele CDU-Politiker haben sich bereits \u00f6ffentlich gegen Laschet positioniert.<\/p>\n<h3><strong>Szenario 2: Laschet \u00fcberl\u00e4sst S\u00f6der die Kandidatur<\/strong><\/h3>\n<p>Die Absetzbewegungen sind un\u00fcbersehbar. Zahlreiche Parlamentarier gingen j\u00fcngst auf Distanz zu Laschet. Allein sieben Abgeordnete aus Baden-W\u00fcrttemberg sprachen sich k\u00fcrzlich f\u00fcr S\u00f6der aus.<\/p>\n<p>Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, verwies nun noch einmal auf Laschets miese Umfragewerte: \u00bbDas muss man schlichtweg zur Kenntnis nehmen und dann entsprechend agieren\u00ab, sagte der CDU-Politiker der \u00bbS\u00e4chsischen Zeitung\u00ab.<\/p>\n<p>Hinter vorgehaltener Hand \u00e4u\u00dfern inzwischen selbst fr\u00fchere Unterst\u00fctzer Laschets Zweifel, ob er noch der Richtige f\u00fcr die Kanzlerkandidatur ist. Wird der Druck zu gro\u00df?<\/p>\n<p>Noch glaubt Laschet offenbar an seine Chance \u2013 doch wenn ebenfalls er zu dem Schluss kommt, dass die Union bei der Bundestagswahl mit S\u00f6der bessere Chancen h\u00e4tte, bleibt ihm im Grunde nichts anderes \u00fcbrig: Dann muss er zur\u00fcckziehen und die Aufgabe seinem Kontrahenten \u00fcberlassen. F\u00fcr Laschet w\u00e4re es ein fast beispielloser Absturz binnen wenigen Wochen an der Spitze der CDU.<\/p>\n<h3><strong>Szenario 3: Offener Showdown in der Fraktion<\/strong><\/h3>\n<p>Wenn weder Laschet noch S\u00f6der ihre eigenen Ambitionen aufgeben, braucht es einen \u00bbProzess\u00ab, wie es f\u00fchrende Christdemokraten nennen, um die Sache zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Problem nur: Was man genau darunter verstehen darf, bleibt v\u00f6llig offen. In der Union herrscht offenkundig Planlosigkeit.<\/p>\n<p>Je l\u00e4nger sich die Entscheidung hinzieht, desto lauter werden jedenfalls die Forderungen aus der Bundestagsfraktion, die Sache einfach selbst in die Hand zu nehmen. Am Freitag unterzeichneten vorerst 50 Abgeordnete einen Aufruf, organisiert von Christian von Stetten, dem Chef des Parlamentskreises Mittelstand der Unionsfraktion.<\/p>\n<p>\u00bbAls Mitglieder einer selbstbewussten CDU\/CSU-Bundestagsfraktion erwarten wir, dass, bevor eine Festlegung dieser Tragweite verk\u00fcndet wird, in einer partei\u00fcbergreifenden Fraktionssitzung von CDU und CSU dar\u00fcber diskutiert und im Zweifel auch dort entschieden wird\u00ab, hei\u00dft es darin.<\/p>\n<p>Das ist vor allem eines: kein Vertrauensbeweis f\u00fcr Laschet. W\u00e4hrend die Lage in den Parteigremien f\u00fcr ihn noch besser aussieht, brodelt es l\u00e4ngst in der Fraktion. Eine Mehrheit w\u00e4re ihm keineswegs sicher.<\/p>\n<p>Fest steht: Eine offene Schlacht zwischen S\u00f6der und Laschet vor der Fraktion w\u00fcrde die Union weiter schwer belasten. Am Freitag meldete sich auch CDU-Pr\u00e4sidiumsmitglied Norbert R\u00f6ttgen, einer von Laschets Konkurrenten im Rennen um den Parteivorsitz, via Twitter zu Wort.<\/p>\n<p>Laschet und S\u00f6der, so R\u00f6ttgen, m\u00fcssten denjenigen benennen, der f\u00fcr einen Wahlsieg \u00bbdie besten Aussichten hat\u00ab. Sonst m\u00fcsse man \u00bbin der Fraktion entscheiden\u00ab.<\/p>\n<p>Einen solchen Fall gab es schon einmal in der Union. 1979 setzte sich Franz-Josef Strau\u00df in einer Abstimmung der Fraktion durch und wurde Kanzlerkandidat der Union. Als CSU-Mann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bild vergr\u00f6\u00dfern Laschet und S\u00f6der im Gespr\u00e4ch (Archiv) Foto:\u2002 Sven Hoppe \/ picture alliance \/ dpa Es waren zuletzt bittere Wochen f\u00fcr Armin Laschet. 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