{"id":6997,"date":"2021-04-06T21:20:03","date_gmt":"2021-04-06T18:20:03","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ostukraine-gefechte-mehr-truppen-und-panzer-an-der-grenze-was-hat-waldimir-putin-vor\/"},"modified":"2021-04-06T21:20:03","modified_gmt":"2021-04-06T18:20:03","slug":"ostukraine-gefechte-mehr-truppen-und-panzer-an-der-grenze-was-hat-waldimir-putin-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ostukraine-gefechte-mehr-truppen-und-panzer-an-der-grenze-was-hat-waldimir-putin-vor\/","title":{"rendered":"Ostukraine: Gefechte, mehr Truppen und Panzer an der Grenze &#8211; was hat Waldimir Putin vor?"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/7f6acba3-9229-4068-9b25-1b21abaca168_w948_r1.77_fpx67_fpy33.jpg\" title=\"Ein prorussischer K\u00e4mpfer in der Region Donezk\" alt=\"Ein prorussischer K\u00e4mpfer in der Region Donezk\"\/>        Bild vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Ein prorussischer K\u00e4mpfer in der Region Donezk<\/p>\n<p>  Foto:\u2002ALEXANDER ERMOCHENKO \/ REUTERS  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Gepanzerte Fahrzeuge, die auf Waggons aus der N\u00e4he von Pskow im Nordwesten Russlands Richtung Krim rollen; Lastwagen-Kolonnen mit Nummernschildern aus dem zentralrussischen Milit\u00e4rbezirk, die weit entfernt von ihrer Heimat in der s\u00fcdlichen Region Woronesch unterwegs sind; Raketenwerfer und Panzer, die per Zug aus dem westsibirischen Jurga ebenfalls nach Woronesch gebracht werden. In den vergangenen Tagen tauchten auf TikTok und in anderen sozialen Medien viele Fotos und Videos von russischen Truppen und Waffen auf.<\/p>\n<p>Nicht alle lassen sich verifizieren, auch ist die genaue Zahl der Soldaten unklar, die \u00bbNew York Times\u00ab schreibt von 4000 Kr\u00e4ften. Doch auff\u00e4llig ist nach Analysen der Aktivisten des Conflict Intelligence Team (CIT), die Informationen \u00fcber russische Milit\u00e4reins\u00e4tze recherchieren, dass sich die Konvois und Kolonnen entlang der Grenze zur Ukraine und in der N\u00e4he der annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim lokalisieren lassen, auch nachdem Moskau dort ein Man\u00f6ver im M\u00e4rz abgehalten hatte.<\/p>\n<p>Das sorgt f\u00fcr vielf\u00e4ltige Spekulationen \u2013 bereitet der Kreml eine neue Phase im Krieg gegen die Ukraine vor? Will Russland weitere ukrainische Gebiete im S\u00fcdosten besetzen?<\/p>\n<h3>Sch\u00fcsse und Explosionen \u2013 Waffenruhe wieder gescheitert<\/h3>\n<p>Die russischen Truppen an der Grenze, dazu die verst\u00e4rkten Gefechte an der \u00fcber 400 Kilometer langen Front zwischen den ukrainisch kontrollierten Gebieten und den von Moskau gesteuerten \u00bbVolksrepubliken Donezk und Luhansk\u00ab verst\u00e4rken das Gef\u00fchl der Bedrohung. In Kiew warnt man vor einer Eskalation des Konflikts.<\/p>\n<p>Allein in den letzten sieben Tagen starben nach Angaben der ukrainischen Armee drei Soldaten bei Gefechten. Sch\u00fcsse und Explosionen nahmen in den vergangenen Wochen nach Angaben der Beobachter der OSZE wieder teils massiv zu, wof\u00fcr sich Kiew und die prorussischen K\u00e4mpfer gegenseitig die Schuld geben. Die erst Ende Juli 2020 erneuerte Waffenruhe, die zumindest daf\u00fcr sorgte, dass Sch\u00fcsse und Explosionen an der Kontaktlinie abnahmen, ist erneut gescheitert.<\/p>\n<p>Es sind beunruhigende Nachrichten, die aufhorchen lassen. Schlie\u00dflich hatte doch niemand vor mehr als sieben Jahren so richtig kommen sehen, dass der russische Staatschef Wladimir Putin die Krim besetzen und wenig sp\u00e4ter mithilfe getreuer K\u00e4mpfer im Donbass einen Krieg beginnen lassen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Doch plant Moskau wirklich eine Invasion, wie manch einer mit Blick auf die prek\u00e4re Wasserversorgung der Krim schon vermutet? So k\u00f6nnte der Kreml den Landkorridor im S\u00fcden erobern, auf dem auch der Kanal liegt, der die Halbinsel mit Wasser versorgte, bis er nach der Annexion von Kiew unterbrochen wurde. Der Preis w\u00e4re hoch, solch ein Kriegsakt w\u00fcrde Russland international weiter isolieren. Selbst der ukrainische Generalstab zweifelt derzeit an solch einem Schritt, zumal die Wasserversorgung schon lange schwierig ist.<\/p>\n<p>Auch das Szenario von russischen \u00bbFriedenstruppen\u00ab im Donbass scheint bisher wenig realistisch. Moskau k\u00f6nnte so ganz offiziell Soldaten in dem Gebiet stationieren und seine Pr\u00e4senz verfestigen. Nach eigenen Angaben hat Russland bisher keine Truppen vor Ort. In den \u00bbVolksrepubliken\u00ab k\u00e4mpfen laut westlichen Milit\u00e4rbeobachtern Tausende moskautreue S\u00f6ldner unter der F\u00fchrung von russischen Milit\u00e4rberatern; Recherchen unabh\u00e4ngiger Journalistinnen und Journalisten best\u00e4tigen diese Beobachtung.<\/p>\n<p>Offizielle Truppen w\u00e4ren aber nicht ganz ohne Risiko; Moskau m\u00fcsste \u2013 wie im Minsker Protokoll von 2015 ausgehandelt \u2013 einen Grund geltend machen, warum diese \u00bbFriedenstruppen\u00ab stationiert werden m\u00fcssen, die russischsprachige Bev\u00f6lkerung Schutz braucht. \u00dcber 440.000 Menschen im Donbass haben bereits russische P\u00e4sse erhalten. Dazu m\u00fcsste der Kreml auf angebliche ukrainische Aggressionen verweisen. Vor allem aber w\u00fcrde er mit dem Entsenden von \u00bbFriedenstruppen\u00ab selbst mehr Verantwortung f\u00fcr die Region \u00fcbernehmen und seine offizielle Rolle st\u00e4rken, was derzeit kaum in seinem Interesse liegen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Moskau wollte bisher vor allem eines: den ukrainischen Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj mit dem Abnutzungskrieg unter Zugzwang setzen.<\/p>\n<h3>Selenskyj steht unter Druck der Nationalisten<\/h3>\n<p>Die erneute Machtdemonstration Moskaus richtet sich zuallererst an ihn. Selenskyj hatte zuletzt Verm\u00f6gen des Oligarchen Wiktor Medwedtschuk einfrieren und drei von ihm kontrollierte TV-Sender die Sendelizenzen entziehen lassen. Dies d\u00fcrfte dem Kreml wenig gefallen haben, Medwedtschuk ist Putins Vertrauter in der Ukraine.<\/p>\n<p>Noch st\u00e4rker ins Gewicht fallen d\u00fcrfte aber, dass Selenskyj seinen Landsleuten versprochen hat, den Krieg im Donbass zu beenden. Doch danach sieht es immer weniger aus. Nachdem zuletzt zumindest etwas Bewegung in die sogenannten Normandie-Gespr\u00e4che zur L\u00f6sung des Konflikts kam \u2013 Gefangene ausgetauscht, Truppen an einigen Orten beidseits der Konfliktlinie weiter weg verlegt, die Waffenruhe erneuert wurde \u2013, stecken die Verhandlungen seit Monaten in einer Sackgasse.<\/p>\n<p>Russland fordert von Selenskyj Zugest\u00e4ndnisse, insbesondere einen Sonderstatus f\u00fcr die Regionen Donezk und Luhansk, den der ukrainische Pr\u00e4sident so nicht bereit ist zu garantieren. Selenskyjs Zustimmungswerte sind gefallen, er steht unter Druck der Nationalisten. Diese w\u00fcrden niemals direkte Gespr\u00e4che Kiews mit den moskaugetreuen Separatistenf\u00fchrer akzeptieren, auf die Putins jetziger Ukraine-Berater Dmitrij Kosak so beharrt.<\/p>\n<h3>Test f\u00fcr Biden<\/h3>\n<p>Moskau d\u00fcrfte nun nicht nur darauf setzen, Selenskyi weiter zu zerm\u00fcrben und unter Druck zu setzen. Der Kreml testet auch US-Pr\u00e4sident Joe Biden, pr\u00fcft, wie weit Russland gehen kann, wie sehr der neue amerikanische Pr\u00e4sident bereit ist, sich selbst in Gespr\u00e4che \u00fcber den Ukraine-Konflikt auch mit Moskau einzubringen. Der telefonierte zu Ostern zum ersten Mal nach Amtsantritt mit Selenskyj und sicherte ihm die \u00bbunersch\u00fctterliche Unterst\u00fctzung\u00ab der USA zu.<\/p>\n<p>Wie Biden sich f\u00fcr Selenskyj weiter einsetzen wird, der am Dienstag auf eine Nato-Aufnahme f\u00fcr sein Land als \u00bbklares Signal\u00ab an Russland dr\u00e4ngte, wird man im Kreml jetzt genau beobachten. Ein solcher Schritt ist f\u00fcr Moskau nicht akzeptabel, kommt einer roten Linie gleich.<\/p>\n<p>Sprecher Dmitrij Peskow reagierte nach Selenskyjs Forderung prompt: F\u00fcr Millionen Bewohner in den \u00bbVolksrepubliken\u00ab w\u00e4re \u00bbeine Nato-Mitgliedschaft zutiefst inakzeptabel\u00ab, sagte er und warnte: \u00bbAus unserer Sicht w\u00fcrde es die Lage nur verschlimmern.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bild vergr\u00f6\u00dfern Ein prorussischer K\u00e4mpfer in der Region Donezk Foto:\u2002ALEXANDER ERMOCHENKO \/ REUTERS Gepanzerte Fahrzeuge, die auf Waggons aus der N\u00e4he von Pskow im Nordwesten Russlands Richtung Krim rollen; Lastwagen-Kolonnen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":6998,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6997","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6997","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6997"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6997\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6998"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6997"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6997"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6997"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}