{"id":6930,"date":"2021-04-03T19:27:12","date_gmt":"2021-04-03T16:27:12","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-so-ist-die-aktuelle-situation-in-deutschland\/"},"modified":"2021-04-03T19:27:12","modified_gmt":"2021-04-03T16:27:12","slug":"corona-so-ist-die-aktuelle-situation-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-so-ist-die-aktuelle-situation-in-deutschland\/","title":{"rendered":"Corona: So ist die aktuelle Situation in Deutschland"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/49bbe1c2-cbb9-487c-8630-10faabc0891a_w948_r1.77_fpx66_fpy49.jpg\" title=\"Isolierstation f\u00fcr Covid-Erkrankte in einem Klinikum in Mecklenburg-Vorpommern\" alt=\"Isolierstation f\u00fcr Covid-Erkrankte in einem Klinikum in Mecklenburg-Vorpommern\"\/>        Bild vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Isolierstation f\u00fcr Covid-Erkrankte in einem Klinikum in Mecklenburg-Vorpommern<\/p>\n<p>  Foto:\u2002<\/p>\n<p>Jens B\u00fcttner\/ dpa<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Deutschland befindet sich mitten in der dritten Corona-Welle, die Folgen machen sich auch auf den Intensivstationen bemerkbar. Gleichzeitig schreitet die Impfkampagne zwar schleppend, aber stetig voran. Die wichtigsten Informationen zur aktuellen Situation.<\/p>\n<h3>Wie entwickelt sich die Inzidenz?<\/h3>\n<p>Seit Mitte Februar steigt die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen in Deutschland stark an, etwa seit Mitte M\u00e4rz hat sich die Entwicklung noch einmal beschleunigt. Am Karfreitag wurden dem Robert Koch-Institut innerhalb von 24 Stunden 18.129 neue F\u00e4lle gemeldet. Die Zahl der Todesf\u00e4lle stieg um 120. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt damit bei rund 131 gemeldeten Infektionen pro 100.000 Menschen und Woche.<\/p>\n<p>Zwar schwankt der 7-Tage-R-Wert seit wenigen Tagen um die eins, das hei\u00dft, dass jeder Infizierte im Schnitt nur noch einen weiteren Menschen ansteckt. Solange das so bleibt, wird der Ausbruch zwar nicht kleiner, aber auch nicht gr\u00f6\u00dfer. Grund f\u00fcr Entwarnung gibt es trotzdem noch nicht.<\/p>\n<p>\u00bbIm Rahmen der tagesaktuellen Berichterstattung k\u00f6nnen an einzelnen Tagen und auch an wenigen Tagen hintereinander Schwankungen der 7-Tage-Inzidenzen und des R-Werts auftreten, die nicht \u00fcberbewertet werden sollten\u00ab, schreibt das RKI. Das Risiko einer weiteren starken Zunahme der F\u00e4lle ist demnach noch immer deutlich erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Nach Ostern k\u00f6nnten die Zahlen zudem weniger aussagekr\u00e4ftig sein, da aufgrund der Feiertage wahrscheinlich weniger Menschen zum Arzt gehen und sich testen lassen werden. Dies k\u00f6nnte zu einem tr\u00fcgerischen R\u00fcckgang der gemeldeten Infektionen f\u00fchren. So war es zumindest um Weihnachten.<\/p>\n<h3>Wie gro\u00df ist der Einfluss von B.1.1.7?<\/h3>\n<p>Dass sich Sars-CoV-2 trotz Kontaktbeschr\u00e4nkungen wieder ausbreitet, l\u00e4sst sich zum Gro\u00dfteil durch die deutlich ansteckendere Variante B.1.1.7 erkl\u00e4ren. Sie dominiert mittlerweile das Infektionsgeschehen in Deutschland. Das hei\u00dft: Bei neuen Infektionen ist sehr wahrscheinlich, dass sich die Betroffenen mit B.1.1.7 angesteckt haben:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Laut Laborauswertungen macht B.1.1.7 mittlerweile <strong>88 Prozen<\/strong>t der Infektionen aus. Untersucht wurden mehr als 48.000 Proben aus der vergangenen Woche (KW 12\/2021).<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Das RKI kam bei einer Analyse zwei Kalenderwochen zuvor (KW 10\/2021) auf einen Anteil von<strong> 78 Prozent<\/strong>.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zum Vergleich: Ende Januar konnten die Labore B.1.1.7 nur in knapp sechs Prozent der untersuchten Proben nachweisen, Mitte Februar bereits in 22 Prozent, Mitte M\u00e4rz dann in 72 Prozent (hier ein Bericht des RKI mit den Daten).<\/p>\n<p>Dass B.1.1.7 infekti\u00f6ser ist als der Wildtyp, hat wahrscheinlich zwei Gr\u00fcnde. Zum einen scheiden Betroffene mehr Viren aus. Hinzu kommt, dass sich B.1.1.7 vermutlich leichter Zutritt zu menschlichen Zellen verschaffen kann, da es st\u00e4rker an den sogenannten ACE2-Rezeptor bindet.<\/p>\n<p>Auch die Variante B.1.351, die zuerst in S\u00fcdafrika nachgewiesen wurde, sowie die Variante P.1, die vor allem in Brasilien zirkuliert, verbreiten sich in Deutschland \u2013 allerdings noch in einem viel kleineren Ma\u00dfstab. Bei den Analysen von mehr als 48.000 Proben gingen 365 auf B.1.351 zur\u00fcck, das entspricht 0,8 Prozent. P.1 war mit einem Anteil von 46 Proben und 0,1 Prozent noch seltener.<\/p>\n<h3>Wie unterscheidet sich die Lage in den Bundesl\u00e4ndern?<\/h3>\n<p>Aktuell gibt es laut RKI-Situationsbericht deutschlandweit nur drei Bundesl\u00e4nder, in denen die Inzidenz unter 100 liegt \u2013 in denen also in der vergangenen Woche weniger als 100 von 100.000 Menschen eine Corona-Diagnose erhalten haben: Mecklenburg-Vorpommern (Inzidenz von 90), das Saarland (Inzidenz von 90) sowie Schleswig-Holstein (Inzidenz von 73).<\/p>\n<p>Die h\u00f6chsten Inzidenzen dokumentierte das RKI in Sachsen-Anhalt (Inzidenz von 164), Sachsen (Inzidenz von 186) und Th\u00fcringen (Inzidenz von 245).<\/p>\n<p>Von 412 Kreisen in ganz Deutschland haben nur noch elf eine Inzidenz von unter 50, die einst als Grenze f\u00fcr Lockerungen angedacht war.<\/p>\n<h3>Wie sieht es in den deutschen Krankenh\u00e4usern aus?<\/h3>\n<p>Das Robert Koch-Institut betreibt mit der Deutschen Interdisziplin\u00e4ren Vereinigung f\u00fcr Intensiv- und Notfallmedizin ein Register, f\u00fcr das Kliniken in ganz Deutschland ihre Bettenauslastung melden.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Laut Tagesbericht vom Samstag werden momentan mehr als 3900 Menschen mit Covid-19 auf Intensivstationen behandelt.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Von den Betroffenen werden 55 Prozent k\u00fcnstlich beatmet.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Im Vergleich zum Vortag ist die Zahl der Covid-19-Patientinnen und Patienten auf den Intensivstationen um 69 gestiegen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Deutschlandweit sind demnach knapp 20.000 Intensivbetten belegt, rund 3900 stehen noch zur Verf\u00fcgung. Hinzu kommt noch eine Notfallreserve von mehr als 10.000 Betten.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zwischen einer Infektion und einer Aufnahme auf der Intensivstation vergehen in der Regel zwei bis drei Wochen. Die aktuelle Situation spiegelt also das Infektionsgeschehen in Deutschland von einem Zeitpunkt vor zwei bis drei Wochen wider. Seitdem ist die Zahl der Neuinfektionen noch einmal deutlich gestiegen.<\/p>\n<p>Dies l\u00e4sst bef\u00fcrchten, dass auch die Intensivstationen in den n\u00e4chsten Wochen noch st\u00e4rker ausgelastet sein werden. Umgekehrt machen sich auch sinkende Zahlen erst mit einer Verz\u00f6gerung von zwei bis drei Wochen bemerkbar.<\/p>\n<p>Fachleute bef\u00fcrchten, dass die Intensivstationen in einem Monat \u00fcberf\u00fcllt sein k\u00f6nnten. Sie warnen bereits seit Wochen vor den Auswirkungen der dritten Welle und fordern st\u00e4rkere Ma\u00dfnahmen, um die Verbreitung des Virus einzud\u00e4mmen. \u00bbSchwere Erkrankungen an Covid-19, die im Krankenhaus behandelt werden m\u00fcssen, betreffen dabei auch Menschen unter 60 Jahren\u00ab, schreibt das RKI in einer aktuellen Risikobewertung.<\/p>\n<h3>Wer infiziert sich wo?<\/h3>\n<p>Das Infektionsgeschehen konzentriert sich momentan im Vergleich zu den ersten beiden Wellen deutlich st\u00e4rker auf j\u00fcngere Altersgruppen. \u00bbDie Covid-19-Fallzahlen steigen in allen Altersgruppen wieder an, besonders stark jedoch bei Kindern und Jugendlichen, von denen auch zunehmend \u00dcbertragungen und Ausbruchsgeschehen ausgehen\u00ab, hei\u00dft es im aktuellen Situationsbericht des Robert Koch-Instituts.<\/p>\n<p>Bei den \u00fcber 80-J\u00e4hrigen hingegen liegt die Inzidenz mit einem Wert von 65 F\u00e4llen pro Woche und 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern mittlerweile deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 130. Daran lassen sich die positiven Effekte der Impfungen ablesen.<\/p>\n<p>Noch immer ist bei einem Gro\u00dfteil der F\u00e4lle nicht bekannt, wo sich die Menschen infiziert haben. Werden Ausbr\u00fcche gemeldet, betreffen diese laut RKI jedoch insbesondere Privathaushalte sowie zunehmend Kitas, Schulen und das Arbeitsumfeld. Die Ausbr\u00fcche in Alters- und Pflegeheimen hingegen nehmen immer weiter ab, auch das ist ein Effekt der Impfungen.<\/p>\n<p>Um m\u00f6glichst wenig Infektionen in Schulen und Kitas hineinzutragen, ruft das RKI dazu auf, Kontakte au\u00dferhalb so stark wie m\u00f6glich zu reduzieren und auf die bekannten Abstandregeln zu achten sowie bei den kleinsten Anzeichen einer Erkrankung zu Hause zu bleiben.<\/p>\n<h3>Wie viele Menschen sind mittlerweile geimpft?<\/h3>\n<p>Immerhin rund zw\u00f6lf Prozent der Menschen in Deutschland haben die erste von zwei notwendigen Impfdosen erhalten. Das ist mehr als jede zehnte Person. Voll geimpft sind bislang allerdings nur rund f\u00fcnf Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung. Bis die Impfungen die Ausbreitung des Virus merklich bremsen k\u00f6nnen, wird es deshalb noch einige Zeit dauern.<\/p>\n<p>Bleibt es bei den aktuellen Lieferzusagen, k\u00f6nnte das Impftempo in den n\u00e4chsten Wochen jedoch deutlich steigen. Dann ist sogar denkbar, dass bis Ende Juli alle impfwilligen Erwachsenen geimpft sein k\u00f6nnten \u2013 trotz der Schwierigkeiten rund um den AstraZeneca-Impfstoff.<\/p>\n<p>Hinzu kommt eine weitere, gute Nachricht: \u00bbAlle Impfstoffe, die aktuell in Deutschland zur Verf\u00fcgung stehen, sch\u00fctzen nach derzeitigen Erkenntnissen sehr gut vor einer Erkrankung durch die in Deutschland haupts\u00e4chlich zirkulierende Virusvariante B.1.1.7, und sie sch\u00fctzen auch vor schweren Erkrankungen durch die anderen Varianten\u00ab, schreibt das Robert Koch-Institut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bild vergr\u00f6\u00dfern Isolierstation f\u00fcr Covid-Erkrankte in einem Klinikum in Mecklenburg-Vorpommern Foto:\u2002 Jens B\u00fcttner\/ dpa Deutschland befindet sich mitten in der dritten Corona-Welle, die Folgen machen sich auch auf den Intensivstationen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":6931,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6930","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6930","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6930"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6930\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6931"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6930"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6930"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6930"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}