{"id":6842,"date":"2021-03-30T16:59:13","date_gmt":"2021-03-30T13:59:13","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-berlin-setzt-impfungen-mit-astrazeneca-fur-menschen-unter-60-jahren-aus\/"},"modified":"2021-03-30T16:59:13","modified_gmt":"2021-03-30T13:59:13","slug":"coronavirus-berlin-setzt-impfungen-mit-astrazeneca-fur-menschen-unter-60-jahren-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-berlin-setzt-impfungen-mit-astrazeneca-fur-menschen-unter-60-jahren-aus\/","title":{"rendered":"Coronavirus: Berlin setzt Impfungen mit AstraZeneca f\u00fcr Menschen unter 60 Jahren aus"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/ece0785d-a42b-4ab2-be4a-82f7a6072a3a_w948_r1.77_fpx50_fpy90.jpg\" title=\"Impfstopp in Berlin: Vorsorglich wird niemand unter 60 Jahren mehr mit AstraZeneca geimpft\" alt=\"Impfstopp in Berlin: Vorsorglich wird niemand unter 60 Jahren mehr mit AstraZeneca geimpft\"\/>        Bild vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Impfstopp in Berlin: Vorsorglich wird niemand unter 60 Jahren mehr mit AstraZeneca geimpft<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Kay Nietfeld \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Die St\u00e4ndige Impfkommission (Stiko) will einer Beschlussvorlage zufolge ihre Empfehlungen f\u00fcr den Einsatz des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca \u00e4ndern. Wie die \u00bbAugsburger Allgemeine\u00ab und die Deutsche Presseagentur \u00fcbereinstimmend berichten, empfiehlt die Stiko Corona-Impfungen mit AstraZeneca nur noch f\u00fcr \u00fcber 60-j\u00e4hrige Frauen und M\u00e4nner in Deutschland. Der Entwurf der Stiko zur Aktualisierung der Covid-19-Impfempfehlung liegt den Medien vor.<\/p>\n<p>Darin soll es hei\u00dfen: \u00bbAuf Basis der derzeit verf\u00fcgbaren, allerdings noch begrenzten Evidenz und unter Ber\u00fccksichtigung der gegenw\u00e4rtigen pandemischen Lage empfiehlt die Stiko, die Covid-19 Vaccine AstraZeneca f\u00fcr Personen im Alter \u00fcber 60 Jahren zu verwenden.\u00ab<\/p>\n<p>Und weiter: \u00bbIhr Einsatz unterhalb dieser Altersgrenze bleibt indes nach \u00e4rztlichem Ermessen und bei individueller Risikoakzeptanz nach sorgf\u00e4ltiger Aufkl\u00e4rung m\u00f6glich\u00ab, hei\u00dft es demnach in der Beschlussvorlage. \u00bbHinsichtlich der zweiten Impfstoffdosis f\u00fcr j\u00fcngere Personen, die bereits eine erste Dosis der Covid-19 Vaccine AstraZeneca erhalten haben, wird die Stiko bis Ende April Stellung nehmen.\u00ab Bis dahin sollen Studien ausgewertet werden, ob eine Zweitimpfung auch mit einem mRNA-Impfstoff m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Zuvor hatten das Land Berlin und die Stadt M\u00fcnchen die Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff des Herstellers AstraZeneca f\u00fcr Menschen unter 60 Jahren vorsorglich ausgesetzt. Inzwischen zogen weitere Bundesl\u00e4nder nach.<\/p>\n<h3>Gesundheitsminister tagen am Abend<\/h3>\n<p>Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) bezeichnete den Impfstopp als \u00bbVorsichtsma\u00dfnahme\u00ab. Entsprechende Termine in Impfzentren w\u00fcrden Kalayci zufolge nun erst einmal abgesagt. Das Land wolle nun die Beratungen auf Bundesebene und Stellungnahmen der Fachleute wie des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) abwarten. Die Gesundheitsminister von Bund und L\u00e4ndern wollen am Dienstagabend in einer Sondersitzung \u00fcber den weiteren Umgang mit dem Impfstoff beraten.<\/p>\n<p>Nach der Hauptstadt k\u00fcndigte auch M\u00fcnchen an, bis auf Weiteres keine Menschen unter 60 mehr mit AstraZeneca zu impfen. \u00bbAufgrund der aktuellen Entwicklung hat die Stadt entschieden, wie Berlin die Impfungen mit AstraZeneca f\u00fcr Personen unter 60 Jahren vorsorglich auszusetzen, bis die Frage m\u00f6glicher Impfkomplikationen f\u00fcr diese Personengruppe gekl\u00e4rt ist\u00ab, teilte ein Sprecher der Stadt mit. Dies betreffe vor allem die geplanten Impfungen im Impfzentrum und im Isar-Klinikum. Die Impfungen in den Alten- und Service-Zentren k\u00f6nnten fortgesetzt werden.<\/p>\n<p>Zuvor hatten die Berliner Kliniken Charit\u00e9 und Vivantes den Impfstopp mit Verweis auf F\u00e4lle von Hirnvenenthrombosen verk\u00fcndet. Die Charit\u00e9 schloss zun\u00e4chst nur Frauen unter 55 Jahren und nach der Entscheidung der Gesundheitssenatorin ebenfalls alle unter 60-J\u00e4hrigen von der Impfung aus. \u00bbWir werden uns der Ank\u00fcndigung von Frau Kalayci anschlie\u00dfen\u00ab, teilte Charit\u00e9-Sprecherin Manuela Zingl mit. Zuvor hatte sie zur prinzipiellen entscheidung der Charit\u00e9 gesagt: \u00bbDieser Schritt ist aus Sicht der Charit\u00e9 notwendig, da in der Zwischenzeit weitere Hirnvenenthrombosen bei Frauen in Deutschland bekannt geworden sind.\u00ab<\/p>\n<p>Auch der Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen hatte am Montag einen Impfstopp von AstraZeneca f\u00fcr Frauen unter 55 Jahren verk\u00fcndet. Nachdem eine geimpfte Frau (47) vergangene Woche gestorben war, sei dem Kreis nun der Verdacht auf \u00bbeine schwerwiegende Erkrankung\u00ab einer 28-J\u00e4hrigen nach der Impfung mit AstraZeneca gemeldet worden, hie\u00df es. Beide hatten laut Kreis eine Sinusvenenthrombose erlitten.<\/p>\n<p>In dem Bundesland sprachen sich zudem die Leiter von f\u00fcnf der sechs Uni-Kliniken f\u00fcr einen vorl\u00e4ufigen Stopp von Impfungen j\u00fcngerer Frauen mit AstraZeneca aus. Das Risiko von weiteren Todesf\u00e4llen sei zu hoch, hei\u00dft es laut Deutscher Presseagentur in einem gemeinsamen Brief an den Bundes- und Landesgesundheitsminister.<\/p>\n<p>Die Berliner Charit\u00e9-Sprecherin Zingl betonte, dass in der Charit\u00e9 keine Komplikationen nach Impfungen mit AstraZeneca aufgetreten seien. Diese wolle jedoch vorsorglich agieren und abschlie\u00dfende Bewertungen abwarten. Die Charit\u00e9 habe in der Pandemie bisher rund 16.000 Erst- und Zweitimpfungen an ihr Personal verabreicht. \u00bbDavon entfiel der gr\u00f6\u00dfte Teil auf AstraZeneca\u00ab, sagte Zingl.<\/p>\n<h3>Lauterbach f\u00fcr AstraZeneca-Stopp f\u00fcr unter 55-J\u00e4hrige<\/h3>\n<p>Der Impfstoffforscher Leif Erik Sander von der Charit\u00e9 schrieb bereits am Sonntag, die Inzidenz liege vermutlich bei mehr als einem Fall pro 100.000 und schloss daraus, dass die Impfempfehlung f\u00fcr Frauen unter 60 ge\u00e4ndert werden sollte. Dem SPIEGEL sagte er: \u00bbEs gibt inzwischen noch mehr F\u00e4lle von Sinusvenenthrombosen nach der Impfung \u2013 und diese betreffen prim\u00e4r eine bestimmte Bev\u00f6lkerungsgruppe: Frauen bis circa 60 Jahre. Wir stehen ja nicht vor der Abw\u00e4gung, ob jemand mit Vaxzevria geimpft wird oder \u00fcberhaupt keine Impfung bekommt, da ja mit den mRNA-Impfstoffen Alternativen zur Verf\u00fcgung stehen, f\u00fcr die in der betroffenen Gruppe keine geh\u00e4uften Komplikationen beobachtet wurden.\u00ab Vaxzevria ist der Handelsname des AstraZeneca-Impfstoffs.<\/p>\n<p>Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich ebenfalls f\u00fcr einen Stopp der AstraZeneca-Impfungen f\u00fcr Menschen unter 55 Jahren ausgesprochen. \u00bbEs sollte aufgrund der Datenlage noch einmal gepr\u00fcft werden, die Impfung mit AstraZeneca auf Menschen \u00fcber 55 Jahren vorerst zu begrenzen\u00ab, sagte Lauterbach der \u00bbRheinischen Post\u00ab. \u00bbBislang sind wir von einem Risiko von deutlich weniger als eins zu 100.000 F\u00e4llen ausgegangen, bei denen eine oft t\u00f6dliche Hirnvenenthrombose auftreten kann. Dieses Risiko scheint nach aktuellen Erkenntnissen f\u00fcr J\u00fcngere, insbesondere Frauen, etwas h\u00f6her zu sein. Ich pl\u00e4diere deswegen daf\u00fcr, die AstraZeneca-Impfungen nicht wie gehabt laufen zu lassen, bis der Impfstoff wom\u00f6glich angepasst wurde\u00ab, sagte er. Eine Dosisver\u00e4nderung k\u00f6nne eine L\u00f6sung sein.<\/p>\n<h3>Bislang 31 F\u00e4lle von Sinusvenenthrombosen<\/h3>\n<p>Deutschland \u2013 und zahlreiche andere Staaten \u2013 hatten die Impfung mit dem AstraZeneca-Stoff im M\u00e4rz vor\u00fcbergehend ausgesetzt, weil mehrere F\u00e4lle mit Thrombosen (Blutgerinnseln) in den Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zur Impfung gemeldet wurden. Mittlerweile wird der Impfstoff wieder verabreicht. Die Europ\u00e4ische Arzneimittel-Agentur Ema hatte die Sicherheit der Vakzine bekr\u00e4ftigt, auch die St\u00e4ndige Impfkommission in Deutschland hatte sich f\u00fcr einen weiteren Einsatz des Mittels ausgesprochen.<\/p>\n<p>In Deutschland sind bislang 31 F\u00e4lle einer Sinusvenenthrombose nach Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca bekannt, wie das PEI am Dienstag berichtete. Bis Montagmittag (29. M\u00e4rz) waren dem Institut 31 F\u00e4lle gemeldet worden, in 19 F\u00e4llen wurde zus\u00e4tzlich eine Thrombozytopenie gemeldet. In neun F\u00e4llen war der Ausgang t\u00f6dlich, wie das f\u00fcr die Sicherheit von Impfstoffen zust\u00e4ndige Institut in Langen berichtete.<\/p>\n<p>Mit Ausnahme von zwei F\u00e4llen betrafen laut PEI alle Meldungen Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren. Die beiden M\u00e4nner waren 36 und 57 Jahre alt. Laut Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts wurden bis einschlie\u00dflich Montag 2,7 Millionen Erstdosen und 767 Zweitdosen von AstraZeneca verimpft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bild vergr\u00f6\u00dfern Impfstopp in Berlin: Vorsorglich wird niemand unter 60 Jahren mehr mit AstraZeneca geimpft Foto:\u2002Kay Nietfeld \/ dpa Die St\u00e4ndige Impfkommission (Stiko) will einer Beschlussvorlage zufolge ihre Empfehlungen f\u00fcr<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":6843,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6842","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6842","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6842"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6842\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6843"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6842"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6842"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6842"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}