{"id":6822,"date":"2021-03-29T17:50:37","date_gmt":"2021-03-29T14:50:37","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-an-ostern-forscher-warnen-vor-fahrlassigen-familientreffen\/"},"modified":"2021-03-29T17:50:37","modified_gmt":"2021-03-29T14:50:37","slug":"corona-an-ostern-forscher-warnen-vor-fahrlassigen-familientreffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-an-ostern-forscher-warnen-vor-fahrlassigen-familientreffen\/","title":{"rendered":"Corona an Ostern: Forscher warnen vor fahrl\u00e4ssigen Familientreffen"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/48ad7e8b-436b-41c2-8f1b-c089c7b9acd1_w948_r1.77_fpx42_fpy44.jpg\" title=\"Virtuelles Osterfest: Ein Kind zeigt der Oma Ostereier\" alt=\"Virtuelles Osterfest: Ein Kind zeigt der Oma Ostereier\"\/>        Bild vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Virtuelles Osterfest: Ein Kind zeigt der Oma Ostereier<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Charli Bandit \/ Getty Images  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Die britische Mutation B.1.1.7 vermiest den Deutschen das Osterfest. Mittlerweile gehen mehr als 70 Prozent der sequenzierten Patiententests auf diese ansteckendere Variante zur\u00fcck, zeigen Berichte des Robert Koch-Instituts.<\/p>\n<p>Mit Blick auf die Feiertage und damit verbundenen Treffen im Familienkreis mahnt der Saarbr\u00fccker Pharmazieprofessor Thorsten Lehr deshalb nun zur Vorsicht. Die Lage sei nicht ohne Weiteres mit der vor Weihnachten vergleichbar. Sollte es zu \u00e4hnlich hohen Fallzahlen wie damals kommen, h\u00e4tte das nun weitreichendere Folgen. Zumal Corona-Ausbr\u00fcche laut Robert Koch-Institut (RKI) momentan insbesondere private Haushalte sowie zunehmend auch Kitas, Schulen und das berufliche Umfeld betreffen.<\/p>\n<p>Anders als das urspr\u00fcngliche Virus breite sich B.1.1.7 schneller innerhalb von Familien aus, sagt Lehr. Bei dieser Mutante sei oft jedes Mitglied infiziert, wohingegen fr\u00fcher selbst enge Angeh\u00f6rige nicht immer angesteckt wurden. Zudem steigen die Gesamtzahlen derzeit noch. Bei dieser Kombination ist die Lage brisant. \u00bbDas ist ein Pulverfass, auf dem wir sitzen.\u00ab<\/p>\n<p>Lehr verantwortet einen Covid-19-Simulator, der Vorhersagen der Coronainfektionen samt Krankenhausbettenbelegung, intensivmedizinischer Behandlung, Beatmung und Todesraten in den einzelnen Bundesl\u00e4ndern und die Absch\u00e4tzung von nicht pharmazeutischen Interventionen erm\u00f6glichen soll.<\/p>\n<p>Auch Kai Nagel von der TU Berlin geht aufgrund seiner Simulationen von steigenden Zahlen aus. Infektionen finden nach Daten des Mobilit\u00e4tsforschers vor allem durch ungesch\u00fctzte Kontakte in Innenr\u00e4umen statt. Nagel bef\u00fcrchtet als schlimmstes Szenario bis zu 230.000 Neuinfektionen pro Tag im Mai. Die d\u00e4mpfende Wirkung der w\u00e4rmeren Jahreszeit sei schon ber\u00fccksichtigt. Auch wenn bis Mitte April 15 Prozent der B\u00fcrger mindestens eine Impfung haben, sei dies deutlich zu gering, um die um 35 bis 70 Prozent h\u00f6here Zahl von \u00dcbertragungen durch die neue Variante B.1.1.7 auszugleichen.<\/p>\n<h3>Tests k\u00f6nnen Welle ausbremsen<\/h3>\n<p>Die hohen Infektionsraten haben Folgen: Auch bei j\u00fcngeren Menschen f\u00fchre das zu mehr krankheitsbedingten Ausf\u00e4llen, sagt Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut f\u00fcr Pr\u00e4ventionsforschung und Epidemiologie in Bremen. Das liege allein schon daran, dass mehr Kontaktpersonen in Quarant\u00e4ne m\u00fcssten und das Umfeld \u2013 im Job oder in der Familie \u2013 bei J\u00fcngeren, Berufst\u00e4tigen, Eltern gr\u00f6\u00dfer sei. \u00bbUnd sicher ist es auch so, dass der Anstieg bei Kindern in Kitas und Schulen ebenfalls diese Konsequenzen hat.\u00ab Mehr Tests sollten daher vor allem daf\u00fcr sorgen, dass F\u00e4lle fr\u00fcher erkannt und so aus dem Geschehen genommen werden k\u00f6nnen, erkl\u00e4rt der Wissenschaftler.<\/p>\n<p>So sieht es auch Nagel: Schnelltests in Schulen und Kitas k\u00f6nnten die Inzidenz vermindern. Schon wenn dort einmal pro Woche getestet w\u00fcrde, k\u00f6nnte die Sieben-Tage-Inzidenz von etwa 2000 auf 1600 sinken. Bei drei Tests pro Woche liegt der Wert Anfang Mai bei 1200.<\/p>\n<p>Das RKI mahnt, es sei weiterhin unbedingt notwendig, sich am Arbeitsplatz konsequent vor Infektionen zu sch\u00fctzen. Die gesamte Bev\u00f6lkerung m\u00fcsse wachsam sein, Abstands- und Hygieneregeln einhalten \u2013 auch im Freien. Zudem m\u00fcssten Innenr\u00e4ume regelm\u00e4\u00dfig gel\u00fcftet und, wo geboten, Masken getragen werden, Menschenansammlungen besonders in Innenr\u00e4umen seien zu meiden.<\/p>\n<p>Die gute Nachricht: Anders als Ende 2020 sind inzwischen viele Menschen aus der besonders gef\u00e4hrdeten h\u00f6chsten Altersgruppe geimpft. Die Inzidenz falle dort besonders ab, sagt Zeeb. Allerdings liege der Anteil der Geimpften in den Gruppen darunter, bei den \u00fcber 70-J\u00e4hrigen, insgesamt erst bei gut einem Viertel, so Thorsten Lehr. \u00bbEs sind also ziemlich viele noch nicht geimpft. Und bis Ostern wird sich daran wohl auch nicht viel \u00e4ndern.\u00ab Zudem dauere es ein paar Wochen, bis die Wirkung richtig einsetze. Daher k\u00f6nne hier noch keine Entwarnung gegeben werden, sagt Lehr. \u00bbWir haben also ein bisschen Entsch\u00e4rfung durch die Impfung, aber eine Versch\u00e4rfung durch die Mutanten\u00ab, bilanziert er.<\/p>\n<p>Das Alter ist nach wie vor einer der wichtigsten Corona-Risikofaktoren, sagt der Pr\u00e4sident der Interdisziplin\u00e4ren Vereinigung f\u00fcr Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx. \u00bbF\u00fcr die dritte Welle erwarten wir aber einen deutlich j\u00fcngeren Altersdurchschnitt, da die 80-J\u00e4hrigen zum Gro\u00dfteil geimpft sind.\u00ab Mehr als drei Viertel der Intensivpatienten seien derzeit unter 80 Jahre alt. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft sieht aufgrund des zunehmenden Impfschutzes immerhin einen positiven Punkt: Sollten wir vergleichbar hohe Inzidenzzahlen bekommen wie Weihnachten, werden die schweren Verl\u00e4ufe dennoch weniger h\u00e4ufig sein als in der zweiten Welle. Damals erreichte Deutschland knapp 200 Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz).<\/p>\n<h3>Welche Gruppen sind wie stark betroffen?<\/h3>\n<p>Die Pr\u00e4sidentin der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Epidemiologie, Eva Grill, sagt, neben der \u00dcberlastung des Gesundheitssystems sollte man auch andere Folgen der Sars-CoV-2-Infektion ber\u00fccksichtigen. So leide etwa jeder zehnte Erkrankte noch monatelang am sogenannten Post-Covid-Syndrom mit Symptomen wie Atemnot, M\u00fcdigkeit und kognitiven Einschr\u00e4nkungen.<\/p>\n<p>Zeeb und Lehr pl\u00e4dieren daf\u00fcr, k\u00fcnftig auch die Wirkung einzelner Ma\u00dfnahmen in Betrieben, Schulen und Kitas genauer unter die Lupe zu nehmen. Nur dann k\u00f6nne man sinnvoll dar\u00fcber entscheiden, welche Wege zum Ziel f\u00fchren, und die Pandemie wirklich bek\u00e4mpfen. Weiter sagt Zeeb: \u00bbUnbedingt wichtig werden auch Ma\u00dfzahlen, die sich damit auseinandersetzen, wie unterschiedliche soziale Gruppen betroffen sind, sowohl von Infektionen als auch von vielen der Ma\u00dfnahmen.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bild vergr\u00f6\u00dfern Virtuelles Osterfest: Ein Kind zeigt der Oma Ostereier Foto:\u2002Charli Bandit \/ Getty Images Die britische Mutation B.1.1.7 vermiest den Deutschen das Osterfest. 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