{"id":6793,"date":"2021-03-28T08:07:26","date_gmt":"2021-03-28T05:07:26","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-gibt-es-einen-treiber-der-pandemie\/"},"modified":"2021-03-28T08:07:26","modified_gmt":"2021-03-28T05:07:26","slug":"corona-gibt-es-einen-treiber-der-pandemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-gibt-es-einen-treiber-der-pandemie\/","title":{"rendered":"Corona: Gibt es einen Treiber der Pandemie?"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/5104d027-272d-40e4-8542-a79ab227779f_w948_r1.77_fpx36_fpy50.jpg\" title=\"Corona-Schnelltests an einer Schule in Sachsen-Anhalt\" alt=\"Corona-Schnelltests an einer Schule in Sachsen-Anhalt\"\/>        Bild vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Corona-Schnelltests an einer Schule in Sachsen-Anhalt<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Holger John \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Sind es die Kinder? Die jungen Erwachsenen? Oder doch die Hochbetagten? Im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 wird h\u00e4ufig diskutiert, wer die Pandemie anfacht. Die Wahrheit aber ist: Es gibt gar keine Treiber der Pandemie. Viel entscheidender als etwa das Alter einer Person seien die \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nde, erkl\u00e4rten Expertinnen und Experten bei einer Podiumsdiskussion der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Virologie.<\/p>\n<p>\u00bbWir haben weiterhin den Eindruck, dass eigentlich alle Altersgruppen gleich viel Virus ausscheiden\u00ab, sagte etwa Christian Drosten von der Charit\u00e9 in Berlin. Manche Daten wiesen zwar darauf hin, dass Kinder einen Tick weniger Viren bildeten. Diese Unterschiede seien jedoch sehr gering und lie\u00dfen sich unter anderem dadurch erkl\u00e4ren, dass die Abstrichtupfer bei Kindern viel kleiner seien, so Drosten weiter.<\/p>\n<p>Genauso k\u00f6nne man sagen, dass ganz alte Menschen eine etwas h\u00f6here Viruslast haben, also etwas mehr Viren ausscheiden. \u00bbDas mag vielleicht damit zu tun haben, dass die akute Immunreaktion ein bisschen schw\u00e4cher ist\u00ab, erkl\u00e4rte Drosten. Diese Gruppe reagiere auch auf Impfungen ein bisschen schlechter. \u00bbAber ansonsten sind wir alle gleich f\u00fcr dieses Virus.\u00ab<\/p>\n<p>Diskussionen dar\u00fcber, welche Gruppen gerade <em>nicht <\/em>Treiber der Pandemie seien, bezeichnete Drosten als \u00bbmanchmal auch ein bisschen interessengeleitet\u00ab. \u00bbWeil auch gesagt werden sollte, wo man vielleicht weniger Ma\u00dfnahmen anwenden kann\u00ab, so Drosten. Dies sei jedoch kein wissenschaftlicher Angang.<\/p>\n<h3>Unterschied zur Grippe \u2013 dort gibt es Treiber<\/h3>\n<p>Dieser Meinung ist auch Sandra Ciesek, Virologin an der Universit\u00e4t Frankfurt. Bei der Frage nach m\u00f6glichen Treibern unterscheide sich Corona von der Grippe, bei der viele \u00e4ltere Menschen geimpft seien oder die Infektion schon mehrmals in ihrem Leben durchgemacht hatten. \u00bbSie haben deshalb eine gewisse Teilimmunit\u00e4t, also ein bisschen Schutz davor\u00ab, so Ciesek. \u00bbDas haben kleine Kinder nicht, die gerade im Kindergarten sind.\u00ab<\/p>\n<p>Kleine Kinder seien deshalb bei Grippewellen haupts\u00e4chlich betroffen, infizierten sich h\u00e4ufiger und tr\u00fcgen den Erreger auch eher in andere Bev\u00f6lkerungsschichten. \u00bbWenn man jetzt an Sars-CoV-2 denkt, gibt es diese Teilimmunit\u00e4t nicht\u00ab, sagte Ciesek. \u00bbDas hei\u00dft, jeder von uns kann sich infizieren, und keiner hatte schon mal vor Jahren eine solche Infektion.\u00ab<\/p>\n<p>Ausschlaggebend f\u00fcr die Verbreitung des Coronavirus ist vielmehr, wo Kontakte unter welchen Umst\u00e4nden stattfinden. Haben Schulen oder Kitas etwa aufgrund der besonderen Bed\u00fcrfnisse ge\u00f6ffnet, w\u00e4hrend viele andere Bereiche geschlossen sind, kommt es dort auch eher zu Infektionen. Das Risiko l\u00e4sst sich jedoch durch Hygienema\u00dfnahmen senken.<\/p>\n<p>\u00bbMan kann Treiber nicht einer bestimmten Altersgruppe oder Bev\u00f6lkerungsgruppe zuordnen, sondern eigentlich nur Situationen\u00ab, sagte Thomas Stamminger, Virologe am Universit\u00e4tsklinikum Ulm. \u00bbImmer dann, wenn Leute schlampig mit Hygienema\u00dfnahmen umgehen und keine Masken tragen, muss man mit \u00dcbertragungen dieses Virus rechnen. Das ist letztendlich vollkommen unabh\u00e4ngig davon, ob das \u00e4ltere Menschen sind oder Kinder.\u00ab<\/p>\n<h3>B.1.1.7: Durch gr\u00f6\u00dfere Virusmengen ansteckender<\/h3>\n<p>Neben diesem Thema \u00e4u\u00dferten sich die Virologinnen und Virologen unter anderem zur Frage, warum B.1.1.7 ansteckender ist als der Wildtyp des Virus. Wer sich mit der Mutante infiziert, scheidet demnach gr\u00f6\u00dfere Virusmengen aus als beim Wildtyp. Hinzu kommen Hinweise, dass Betroffene die Viren auch \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum ausscheiden und damit l\u00e4nger ansteckend sind.<\/p>\n<p>Trotz dieser Erkenntnisse \u00e4ndert sich erst mal nichts an den bereits bestehenden Schutzma\u00dfnahmen. Abstandsregeln und Masken etwa sch\u00fctzten auch vor B.1.1.7, hie\u00df es auf dem Podium. Allerdings m\u00fcsse man davon ausgehen, dass Verhaltensfehler schneller bestraft w\u00fcrden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bild vergr\u00f6\u00dfern Corona-Schnelltests an einer Schule in Sachsen-Anhalt Foto:\u2002Holger John \/ dpa Sind es die Kinder? Die jungen Erwachsenen? Oder doch die Hochbetagten? 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