{"id":6780,"date":"2021-03-27T17:07:47","date_gmt":"2021-03-27T14:07:47","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-was-uber-die-p-1-mutationen-bekannt-ist\/"},"modified":"2021-03-27T17:07:47","modified_gmt":"2021-03-27T14:07:47","slug":"corona-was-uber-die-p-1-mutationen-bekannt-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-was-uber-die-p-1-mutationen-bekannt-ist\/","title":{"rendered":"Corona: Was \u00fcber die P.1-Mutationen bekannt ist"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/f2f29a3c-1cff-4688-b320-1b5ae47c96bf_w948_r1.77_fpx38_fpy54.jpg\" title=\"Corona-Feldlazarett im brasilianischen Santo Andre: Untersuchungen zeigen, dass P.1 in 25 bis 61 Prozent aller F\u00e4lle die durch fr\u00fchere Infektionen gewonnene Immunabwehr umgeht\" alt=\"Corona-Feldlazarett im brasilianischen Santo Andre: Untersuchungen zeigen, dass P.1 in 25 bis 61 Prozent aller F\u00e4lle die durch fr\u00fchere Infektionen gewonnene Immunabwehr umgeht\"\/>        Bild vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Corona-Feldlazarett im brasilianischen Santo Andre: Untersuchungen zeigen, dass P.1 in 25 bis 61 Prozent aller F\u00e4lle die durch fr\u00fchere Infektionen gewonnene Immunabwehr umgeht<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Andre Penner \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Zuletzt mehr als 2000 Tote t\u00e4glich, rund 12 Millionen Infizierte und ein Trend bei den Fallzahlen, der nur eine Richtung kennt: nach oben. Weil in Brasilien die Coronapandemie in den vergangenen Wochen nahezu vollst\u00e4ndig au\u00dfer Kontrolle geraten ist, entwickelt sich das Land mehr und mehr zu einem globalen Epizentrum in der Viruskrise. W\u00e4hrend die Krankenh\u00e4user in so gut wie allen gro\u00dfen St\u00e4dten am absoluten Limit arbeiten, warten immer mehr Menschen auf ein freies Intensivbett. Brasilien rangiert bei den weltweiten Fallzahlen auf Platz zwei, direkt hinter den USA.<\/p>\n<p>P.1 lautet der Name einer besonders aggressiven Virusmutation, die zu gro\u00dfen Teilen f\u00fcr die verheerende Lage in dem Amazonasstaat sorgt. Sie habe sich inzwischen in mindestens sieben Bundesstaaten durchgesetzt und sei auch im Nachbarland Uruguay auf dem Vormarsch. Inzwischen sei die Variante zusammen mit einer weiteren heimisch geworden, hie\u00df es zu Beginn der Woche aus Brasilien. Doch wurde P.1 nun auch in mindestens 25 weiteren L\u00e4ndern nachgewiesen \u2013 Tendenz steigend.<\/p>\n<p>Auch in Deutschland ist die Mutante angekommen. Ende Januar entdeckten Experten durch die Sequenzierung von Virenproben erstmals einen Fall in Hessen. Bisher sind nur wenige Infektionen bekannt, laut dem letzten Bericht des Robert Koch-Instituts liegt der Anteil von P.1 noch bei maximal einem Prozent aller hierzulande sequenzierten Virenproben. Wie sich die Ausbreitung weiter entwickelt, ist allerdings offen.<\/p>\n<p>P.1 wurde erstmals im Januar in Tokio nachgewiesen, bei vier Personen, die aus dem Amazonasgebiet in Brasilien einreisten. Experten gehen davon aus, dass die Mutation dort zwischen November und Dezember entstanden ist und auf die Linie B.1.1.28 von Sars-CoV-2 zur\u00fcckgeht. In Brasilien grassiert zudem noch die P.2-Variante, die sich etwas fr\u00fcher entwickelt hat. Sie scheint weniger problematisch zu sein und unterscheidet sich deutlich von P.1.<\/p>\n<h3>Fr\u00fcher gewonnene Immunabwehr umgangen<\/h3>\n<p>Nach allem, was man wei\u00df, vereint P.1 gleich mehrere Eigenschaften bisheriger Mutationen: Offenbar ist sie, \u00e4hnlich wie die britische Variante, bis zu doppelt so infekti\u00f6s wie der Wildtyp des Virus, Infizierte haben eine vielfach h\u00f6here Viruslast, was sie potenziell infekti\u00f6ser macht, und P.1 weist gleich 17 Ver\u00e4nderungen im Erbgut auf. Zehn davon betreffen das Spike-Protein, mit dem das Virus an menschliche Wirtszellen andockt. In den genetischen Ver\u00e4nderungen \u00e4hnelt es zudem der Variante aus S\u00fcdafrika (B.1.35) \u2013 beide tragen die Mutation mit der Bezeichnung E484K.<\/p>\n<p>Wissenschaftler nehmen f\u00fcr P.1 eine Reduktion der Wirksamkeit neutralisierender Antik\u00f6rper bei Genesenen und Geimpften an. Das hei\u00dft, trotz eines Impfschutzes oder einer durchgemachten Infektion k\u00f6nnten Menschen anf\u00e4llig sein f\u00fcr das Virus. In Laborbefunden konnten Forscher bereits belegen, dass sich Antik\u00f6rper nicht so gut an das Virus binden k\u00f6nnen, um es wirksam zu bek\u00e4mpfen. Eine Untersuchung aus Brasilien und Gro\u00dfbritannien hatte zudem gezeigt, dass P.1 in 25 bis 61 Prozent aller F\u00e4lle die durch fr\u00fchere Infektionen gewonnene Immunabwehr umgeht.<\/p>\n<p>Die Situation im nordwestbrasilianischen Manaus zeigt, welche Auswirkungen diese Zahlen auf den Pandemieverlauf haben k\u00f6nnen: In der Millionenstadt gab es zuletzt erneut eine gro\u00dfe Zunahme von Coronaf\u00e4llen, obwohl dort bereits viele Menschen bei der ersten Welle im Fr\u00fchjahr des vergangenen Jahres eine Infektion durchgemacht hatten. Laut einer Studie im Fachblatt \u00bbScience\u00ab lag die Rate damals bei 66 Prozent, weshalb Epidemiologen seinerzeit sogar von einer Herdenimmunit\u00e4t ausgingen.<\/p>\n<p>Wenn aufgebaute Immunisierung durch eine durchgemachte Infektion nicht sicher vor einer Infektion mit P.1 sch\u00fctzen sollte, ist auch fraglich, wie gut die bisher zugelassenen Impfstoffe wirken. Noch liegen dazu aber kaum verl\u00e4ssliche Daten vor. Laut dem brasilianischen Virologen Atila Iamarino h\u00e4tten Labortests gezeigt, dass die Impfstoffe des chinesischen Herstellers Sinovac und des britisch-schwedischen Unternehmens AstraZeneca gegen die Mutation effektiv wirken k\u00f6nnten, ohne angepasst zu werden. Ob sich das bei der Anwendung mit Patienten best\u00e4tigt, ist noch offen. Andere Ergebnisse hatten gezeigt, dass die AstraZeneca-Vakzine gegen die s\u00fcdafrikanische Variante, die P.1 \u00e4hnlich ist, signifikant weniger wirksam war.<\/p>\n<h3>Widerspr\u00fcchliche Wirksamkeitsdaten<\/h3>\n<p>Eine noch nicht begutachtete Studie von Forschern der Universit\u00e4t Oxford lieferte immerhin positive Ergebnisse. Demnach w\u00fcrden die Impfstoffe von Biontech und AstraZeneca besser gegen P.1 wirken als zun\u00e4chst angenommen. \u00bbDie Ergebnisse deuten darauf hin, dass P.1 m\u00f6glicherweise weniger resistent gegen Impf- und Immunantworten ist als die s\u00fcdafrikanische Variante.\u00ab Die Mittel h\u00e4tten eine \u00e4hnliche Wirkung wie bei der britischen Variante.<\/p>\n<p>Eine andere noch nicht begutachtete Studie kommt dagegen zu einem anderen Schluss: Gegen\u00fcber P.1 sei die Wirksamkeit der Mittel von Biontech und Moderna signifikant geringer.<\/p>\n<p>Zulassungsstudien f\u00fcr das Mittel von Johnson &amp; Johnson wurden auch in S\u00fcdafrika und Brasilien durchgef\u00fchrt, als dort bereits Mutationen auftraten, berichtet die University of California in San Francisco. Deshalb gebe es Daten, die zeigten, dass der Impfstoff gegen Todesf\u00e4lle und schwere Krankheitsverl\u00e4ufe zuverl\u00e4ssig sch\u00fctze. Insgesamt sei aber mit einer weniger starken Wirksamkeit als gegen den Wildtyp zu rechnen.<\/p>\n<p>Auch wenn sich zeigt, dass die bisherigen Impfstoffe zumindest einen gewissen Schutz bieten, birgt die weiter eskalierende Coronalage in Brasilien weitere Gefahren: Weil die Infektionszahlen hoch sind, hat das Virus viele Gelegenheiten, sich erneut zu ver\u00e4ndern. Experten f\u00fcrchten, dass sich eine Art Supervirus entwickelt, gegen den dann tats\u00e4chlich keiner der bekannten Impfstoffe mehr helfen k\u00f6nnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bild vergr\u00f6\u00dfern Corona-Feldlazarett im brasilianischen Santo Andre: Untersuchungen zeigen, dass P.1 in 25 bis 61 Prozent aller F\u00e4lle die durch fr\u00fchere Infektionen gewonnene Immunabwehr umgeht Foto:\u2002Andre Penner \/ dpa Zuletzt<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":6781,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6780","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6780","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6780"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6780\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6781"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6780"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6780"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6780"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}