{"id":676,"date":"2020-06-24T12:06:51","date_gmt":"2020-06-24T09:06:51","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/trump-macht-dicht\/"},"modified":"2020-06-24T12:06:51","modified_gmt":"2020-06-24T09:06:51","slug":"trump-macht-dicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/trump-macht-dicht\/","title":{"rendered":"Trump macht dicht"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/0d82186d-a73f-4de9-9573-788339d72154_w948_r1.77_fpx68.67_fpy55.01.jpg\" title=\"Donald Trump besichtigt die Mauer an der US-Grenze zu Mexiko: Auch die beh\u00f6rdlichen H\u00fcrden werden h\u00f6her\" alt=\"Donald Trump besichtigt die Mauer an der US-Grenze zu Mexiko: Auch die beh\u00f6rdlichen H\u00fcrden werden h\u00f6her\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Donald Trump besichtigt die Mauer an der US-Grenze zu Mexiko: Auch die beh\u00f6rdlichen H\u00fcrden werden h\u00f6her<\/p>\n<p> Evan Vucci\/ dpa <\/figcaption><\/figure>\n<p>Als Dennis Wagner f\u00fcr ein Praktikum in Detroit ankam, wollte der Student aus dem Bergischen Land nur f\u00fcr ein paar Monate bleiben. Inzwischen lebt Wagner seit fast 20 Jahren in den USA. In Atlanta im Bundesstaat Georgia hat er eine Tochtergesellschaft des Remscheider Stahllieferanten BESTAR aufgebaut. Wagner besch\u00e4ftigt 15 Mitarbeiter, er zahlt Steuern in Amerika, seine Tochter hat gerade ihr Abitur in dem S\u00fcdstaat gemacht, und inzwischen hat die ganze Familie die amerikanische Staatsb\u00fcrgerschaft.<\/p>\n<p>Wenn es nach Donald Trump geht, k\u00f6nnte es in naher Zukunft solche Einwanderungserfolgsgeschichten kaum mehr geben.<\/p>\n<p>Diese Woche hat der US-Pr\u00e4sident neue Visa-Beschr\u00e4nkungen verh\u00e4ngt, die Studenten, Au-Pairs, Saisonarbeiter, aber auch Hochqualifizierte und Manager treffen. Trumps Begr\u00fcndung: In der durch Corona ausgel\u00f6sten Konjunkturkrise stellten die Ausl\u00e4nder eine &quot;au\u00dfergew\u00f6hnliche Bedrohung f\u00fcr die Besch\u00e4ftigung amerikanischer Arbeiter&quot; dar. Der Regierung zufolge wird der zun\u00e4chst bis Jahresende geltende Visum-Vergabestopp 500.000 Jobs f\u00fcr arbeitslose Amerikaner freir\u00e4umen. Die USA w\u00fcrden einen &quot;America-First-Aufschwung&quot; erzeugen, sagte ein hochrangiger Beamter im Gespr\u00e4ch mit Journalisten.<\/p>\n<p>F\u00fcr BESTAR-Gesellschafter Wagner hei\u00dft das, dass er k\u00fcnftig keinen Techniker mehr aus Deutschland einfliegen kann, wenn es bei einem seiner Kunden zu Problemen bei der Verarbeitung des speziellen Stahls f\u00fcr S\u00e4ge- und Industriemesser kommt. F\u00fcr andere Unternehmen sind die Folgen noch dramatischer. Autokonzerne wie VW oder BMW brauchen den st\u00e4ndigen Knowhow-Transfer, schon weil Amerika keine Ausbildungsberufe wie den Mechatroniker kennt. Die College-Absolventen schauen sich das Handwerk von den importierten Ausbildern ab.<\/p>\n<h3>Ist die Regelung nur ein Man\u00f6ver, um die Basis gl\u00fccklich zu machen?<\/h3>\n<p>Deren L-1-Visa aber blockiert Trump nun genauso wie die Arbeitserlaubnis f\u00fcr ausl\u00e4ndische Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von internationalen Konzernen. Und auch Saisonarbeiter, wie Trump selbst sie in seinen Golfklubs und Hotels als Zimmerm\u00e4dchen und Kellner besch\u00e4ftigt, trifft der Bann, abgesehen von wenigen Ausnahmen.<\/p>\n<p>Doch der Ex-Immobilienmogul hat derzeit andere Priorit\u00e4ten: Im November wird gew\u00e4hlt. &quot;Trump muss seine Basis gl\u00fccklich machen&quot;, ist Wagner klar. Schlie\u00dflich habe der Pr\u00e4sident in seiner Regierungszeit sonst wenig geliefert: &quot;Es geht um Symbolik.&quot; So wie Wagner bezweifeln die meisten Beobachter, dass die Unternehmen nun anstelle von Ausl\u00e4ndern massenhaft Amerikaner einstellen werden.<\/p>\n<p>Sophie Alcorn ist Fachanw\u00e4ltin f\u00fcr Immigrationsrecht im Silicon Valley, sie hilft Firmen dabei, im Ausland angeworbene Fachkr\u00e4fte in die USA zu holen. Viele ihrer Kunden sind Tech-Konzerne und IT-Start ups, immer wieder h\u00e4tten die das gleiche Problem. &quot;Meine Kunden sagen mir: &#039;Sophie, wir w\u00e4ren froh, wenn wir dich und die Kosten sparen k\u00f6nnten, aber wir finden hier niemanden f\u00fcr den Job&#039;.&quot;<\/p>\n<h3>Besonders in der Tech-Branche ist die Emp\u00f6rung gro\u00df<\/h3>\n<p>Rund drei Viertel der sogenannten H-1B-Visa f\u00fcr Spezialisten gehen traditionell an die Tech-Branche. Die Unternehmen lassen sich den aufwendigen Antragsprozess oft Tausende Dollar kosten, um Experten f\u00fcr Zukunftsfelder wie K\u00fcnstliche Intelligenz ins Land zu holen. Und fast jedes zweite der Fortune-500-Unternehmen wurde nach einer Studie von 2017 von einem Einwanderer oder dem Kind eines Einwanderers gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>In der Tech-Branche l\u00f6ste Trumps j\u00fcngstes Abschottungsman\u00f6ver fl\u00e4chendeckend \u00c4rger aus:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Apple<\/strong>-Chef Tim Cook \u00e4u\u00dferte sich &quot;tief entt\u00e4uscht&quot;. Amerika sei eine Einwanderungsnation, die auf Verschiedenheit und der &quot;fortw\u00e4hrenden Hoffnung auf dem Amerikanischen Traum&quot; aufgebaut sei, erkl\u00e4rte Cook: &quot;Ohne beides wird es keinen neuen Wohlstand geben.&quot;<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Amazon<\/strong>, das 2019 mehr H-1-B-Visa erhielt als jedes andere Unternehmen, warnte vor einem Verlust der Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Wirtschaftsmacht.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Selbst <strong>Tesla<\/strong>-Chef Elon Musk, der als Pr\u00e4sidenten-Versteher gilt, kritisierte den Visastopp.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Es sei &quot;jetzt nicht die Zeit, um unser Land vom Talent der Welt abzuschneiden oder Unsicherheit und Angst zu schaffen&quot;, warnte <strong>Microsoft<\/strong>-Pr\u00e4sident Brad Smith<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Genau das aber scheint Trump bereits gelungen. Ihr Telefon stehe nicht mehr still, sagt Anw\u00e4ltin Alcorn. Ob Unternehmen, Arbeitsmigranten oder auf die Wiedervereinigung hoffende Familienangeh\u00f6rige \u2013 &quot;alle haben Angst&quot;. Alcorn glaubt, dass viele nun den Kampf um eine Arbeitserlaubnis aufgeben k\u00f6nnten: &quot;Ich bef\u00fcrchte, dass die Regelung ihr Ziel erreicht, die Menschen abzuschrecken und Immigranten zu S\u00fcndenb\u00f6cken zu machen.&quot;<\/p>\n<p>Cornel Fuerer ist einer von denen, die Trumps Anti-Immigrations-Kurs mit wachsendem Unwohlsein beobachten. Der Schweizer Jurist geh\u00f6rt zu der Sorte hochqualifizierter Zuwanderer, um die sich Regierungen in aller Welt rei\u00dfen. Er hat in Genf und New York studiert und unter anderem in Hongkong und D\u00fcsseldorf gearbeitet. 2007 schickte ihn sein Arbeitgeber DuPont nach St. Louis, Missouri.<\/p>\n<h3>Zug um Zug wird der Kurs gegen Einwanderer versch\u00e4rft<\/h3>\n<p>Inzwischen haben Fuerer und seine Familie die begehrte Green Card, die ihnen ein dauerhaftes Bleiberecht in den USA gibt. Auf dem Papier jedenfalls. Ganz sicher f\u00fchlt sich der Vizepr\u00e4sident des Saatgut- und Agrarchemieunternehmens Corteva Agriscience nicht mehr: &quot;Das sind sehr be\u00e4ngstigende Zeiten f\u00fcr jeden, der nicht US-Staatsb\u00fcrger ist.&quot; Fuerer beobachtet, wie die Trump-Regierung ihren Kurs gegen Immigranten Zug um Zug versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>Dabei ist er sicher, dass er keinem Amerikaner den Job weggenommen habe. Schlie\u00dflich musste sein Arbeitgeber die US-Beh\u00f6rden davon \u00fcberzeugen, dass der Ausl\u00e4nder nicht-ersetzbare Qualifikationen mitbringt. Fuerer will seine Wahlheimat USA nicht verlassen. Trump stehe nicht f\u00fcr die Mehrheit der Gesellschaft, glaubt er: &quot;Nur ein kleiner Randanteil der Bev\u00f6lkerung ist fremdenfeindlich.&quot;<\/p>\n<p>Auch Anw\u00e4ltin Alcorn ist \u00fcberzeugt, dass Amerika f\u00fcr viele Menschen auf der Welt immer noch &quot;der Leuchtturm der Hoffnung&quot; ist. Doch wenn sie nun mit Freunden aus Deutschland telefoniere, sei von Sehnsucht nach der Neuen Welt wenig zu sp\u00fcren: &quot;Sie sagen mir: &quot;Amerika brennt, warum sollte ich dahin umziehen?&quot; Die Juristin hat darauf immer noch eine Antwort: &quot;Ich versuche zu erkl\u00e4ren, dass das Handeln unseres Pr\u00e4sidenten nicht unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft widerspiegelt.&quot;<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Donald Trump besichtigt die Mauer an der US-Grenze zu Mexiko: Auch die beh\u00f6rdlichen H\u00fcrden werden h\u00f6her Evan Vucci\/ dpa Als Dennis Wagner f\u00fcr ein Praktikum in Detroit ankam,<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-676","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/676","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=676"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/676\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=676"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=676"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=676"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}