{"id":6732,"date":"2021-03-25T10:59:12","date_gmt":"2021-03-25T07:59:12","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/news-angela-merkel-bittet-um-verzeihung-joe-biden-besucht-virtuell-die-eu\/"},"modified":"2021-03-25T10:59:12","modified_gmt":"2021-03-25T07:59:12","slug":"news-angela-merkel-bittet-um-verzeihung-joe-biden-besucht-virtuell-die-eu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/news-angela-merkel-bittet-um-verzeihung-joe-biden-besucht-virtuell-die-eu\/","title":{"rendered":"News: Angela Merkel bittet um Verzeihung, Joe Biden besucht virtuell die EU"},"content":{"rendered":"<h3>Fehler eingestehen ist gut, daraus lernen noch besser<\/h3>\n<p class=\"caps\"><strong>Das Wort fiel schon in der Nacht zum Dienstag<\/strong>, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel im Anschluss an die Bund-L\u00e4nder-Runde auf der Pressekonferenz den Journalistinnen und Journalisten das Konzept der \u00bbRuhetage\u00ab um Ostern vorstellte und schlie\u00dflich Fragen beantwortete. Das Wort \u00bbVerzeihung\u00ab war nach 24 Minuten und 29 Sekunden der laufenden Pressekonferenz zu h\u00f6ren, und nicht die Kanzlerin selbst nahm es in den Mund, sondern eine Journalistin vom RND, die die erste Frage stellte: \u00bbW\u00fcrden Sie es im Nachhinein als Fehler bezeichnen, dass Sie am 3. M\u00e4rz \u00d6ffnungsschritte und Lockerungen zugelassen haben im Wissen der dritten Welle? W\u00e4re es jetzt nicht der Zeitpunkt zu sagen, wir haben uns vertan, wir mussten umkehren <strong>und bitten die B\u00fcrger daf\u00fcr auch um Nachsicht oder Verzeihung<\/strong>? Denn dass jetzt Ostern geschlossen wird, ist ja ein Riesenschlag ins Kontor f\u00fcr die Leute, die sich darauf gefreut haben.\u00ab<\/p>\n<p>Gut m\u00f6glich, dass Merkel stutzte, als sie mit dem Wort konfrontiert wurde, so genau l\u00e4sst sich das auf dem Video, das auf der offiziellen Seite der Bundeskanzlerin zu sehen ist, nicht erkennen. Um Verzeihung zu bitten, das geh\u00f6rte ja bisher kaum je zu ihrem Repertoire. Jedenfalls \u00fcberging sie das Wort und sagte, es sei jetzt halt \u00bbabsolut richtig\u00ab \u00bbdie Notbremse\u00ab zu ziehen. <strong>Die Notbremse, das sollten die Ruhetage sein<\/strong>.<\/p>\n<p>Gestern nun nahm sie dieses wuchtige Wort selbst in den Mund, <strong>bat um \u00bbVerzeihung\u00ab daf\u00fcr, jene Ruhetage verordnet<\/strong>, ohne genau gepr\u00fcft zu haben, ob sich das Vorhaben umsetzen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Sie hat f\u00fcr diesen ungew\u00f6hnlichen Schritt viel Lob bekommen, von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern auf der Stra\u00dfe, von Politikern aus der Ministerpr\u00e4sidentenrunde (Winfried Kretschmann, Armin Laschet zum Beispiel), in Kommentarspalten. Sie hat aber auch Verwunderung ausgel\u00f6st, zum Beispiel daf\u00fcr, dass sie <strong>keine Alternative zum Oster-Lockdown<\/strong> pr\u00e4sentierte. Denn dass die Lage, wie sie jetzt nun mal ist, harte Ma\u00dfnahmen erfordert, war ja in der Nacht zum Dienstag ein richtiger Gedanke.<\/p>\n<p>Es gab nicht nur Lob und Verwunderung, sondern auch <strong>viel Kritik<\/strong>: Es fehle an F\u00fchrung, alles sei ein Chaos, im Bundestag wurde Merkel aufgefordert, die Vertrauensfrage zu stellen. Es hie\u00df au\u00dferdem, dieses n\u00e4chtliche Konferieren f\u00fchre zu Ersch\u00f6pfung, also auch zu unausgegorenen Beschl\u00fcssen. Ihre gemeinsamen Runden mit den Ministerpr\u00e4sidentinnen und Ministerpr\u00e4sidenten h\u00e4tten sich nicht bew\u00e4hrt, sie m\u00f6ge in Zukunft <strong>mit und im Parlament entscheiden<\/strong>. Dieses aber wies Merkel, unter anderem in einem abendlichen Interview mit der ARD, zur\u00fcck.<\/p>\n<p>\u00dcber eine <strong>Reform der Bund-L\u00e4nder-Runde<\/strong> nachzudenken, das zumindest sollte die Kanzlerin nicht abwehren. Sich nun aber nicht von internen Machtk\u00e4mpfen aufhalten zu lassen, erst recht nicht von dann m\u00f6glichen Neuwahlen, das ist richtig. Es ist ja unter anderem ungewiss, wer f\u00fcr die Union oder die Gr\u00fcnen \u00fcberhaupt antreten wird. Es braucht einen ordentlichen Wahlkampf, schon jetzt zeichnet sich ja ab, dass die Krise <strong>neue Machtkonstellationen im Bund<\/strong> herausfordert, und das ist gut, aber gr\u00fcndliche Erw\u00e4gungen sind hier notwendig.<\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen hat es durchaus Vorteile, dass das Land in dieser Phase der Pandemie in den H\u00e4nden einer Person liegt, die sich nicht zur Wiederwahl stellt. Merkel hat nichts zu verlieren, auch deswegen war sie ja jetzt bereit, Fehler einzugestehen \u2013 die Rechnung f\u00fcr ihren gestrigen Schritt wird sie jedenfalls bei Wahlen nicht zahlen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Schritte wie diese \u00e4ndern im Moment zwar nicht viel, aber mittel- und langfristig tragen sie zu einer <strong>Verbesserung der politischen Kultur<\/strong> bei, die dringend notwendig ist. \u00bbDie Verlockung des Autorit\u00e4ren\u00ab, wie ein Buchtitel der US-amerikanischen Autorin Anne Applebaum lautet, geht in der Welt umher. <strong>Ein Autorit\u00e4rer wie Donald Trump<\/strong>, nur als Beispiel, w\u00fcrde wohl kaum je Fehler eingestehen (und einzugestehen g\u00e4be es da viel). Und er hat die Wahl in den USA nur relativ knapp verloren.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist es extrem \u00e4rgerlich, wenn die Regierenden etwas verk\u00fcnden, was sich dann, auch aus juristischen Gr\u00fcnden, kaum umsetzen l\u00e4sst. Es mindert Vertrauen. Allerdings hatten sich die Verantwortlichen zuvor von vielen Seiten anh\u00f6ren m\u00fcssen, sie agierten in der Pandemie ohne Kreativit\u00e4t. Es w\u00e4re nun mehr als schade, wenn sie vor lauter Schreck nur noch abgesichert d\u00e4chten. Kreativit\u00e4t plus Absicherung, ob \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist, was man sich w\u00fcnscht, darum geht es jetzt.<\/p>\n<p>Gravierend gepatzt zu haben \u2013 und die nicht umsetzbaren Pl\u00e4ne f\u00fcr Ostern waren nun wirklich nicht die einzigen Patzer \u2013 hat, wenn es gut l\u00e4uft, zur Folge, dass die Einsichtigen sich anstrengen, es nun besser zu machen. Man kann nur hoffen, dass es in ein paar Monaten hei\u00dft, der gestrige Tag sei der Wendepunkt in der Pandemiepolitik gewesen. Es ist jetzt noch zu fr\u00fch, die Bitte der Kanzlerin um Verzeihung als historisch einzuordnen. Historisch wird sie nur, eben wenn sie einen solchen Wendepunkt markiert.<\/p>\n<p>Sollte es tats\u00e4chlich so kommen, wie von der Regierung angek\u00fcndigt, dass n\u00e4mlich ab April Impfstoffe in immer gr\u00f6\u00dferem Umfang zur Verf\u00fcgung stehen, wird die Kanzlerin m\u00f6glicherweise Wort halten k\u00f6nnen, dass im September diejenigen, die es wollen, geimpft sein werden. Es muss nicht so kommen, wir haben mit dieser Regierung jetzt einige <strong>denkw\u00fcrdige \u00dcberraschungen <\/strong>erlebt. Aber es m\u00fcsste mit dem Teufel zugehen, wenn eine Wende zu mehr Effizienz nicht das unbedingte Ziel einer Kanzlerin w\u00e4re, der es jetzt um ihre Legacy, <strong>um ihr Erbe<\/strong> gehen muss. <strong>Der letzte Eindruck ist immer entscheidend<\/strong>.<\/p>\n<p>Ansonsten gilt, was die Kollegin vom RND gesagt hat. Die Lockerungen am 3. M\u00e4rz sind unter hohem Druck der \u00d6ffentlichkeit beschlossen worden. Im Nachhinein waren sie falsch.<\/p>\n<p><strong>Gestern war vielleicht ein historischer Tag<\/strong>, deswegen heute f\u00fcr Sie diese fast monothematische Lage. Die Lage am Morgen hat eigentlich die Funktion, in die Ereignisse der folgenden Stunden hineinzuschreiben. Sie wird in der Regel nachts oder in den fr\u00fchen Morgenstunden verfasst. Dass die Dinge manchmal anders kommen, als man sie nachts nach bestem Gewissen und Gef\u00fchl eingesch\u00e4tzt hat, hat sich in der Politik jetzt gezeigt.<\/p>\n<p>Im Journalismus etabliert sich eine Fehlerkultur; Fehler werden jedenfalls heute eher zugegeben als fr\u00fcher. Journalismus ist Menschenwerk, Politik ist es auch. Wie gut, dass auch hier eine <strong>neue Fehlerkultur <\/strong>ausprobiert, ja, sogar gelebt wird.<\/p>\n<h3>Gewinner des Tages\u2026<\/h3>\n<p>&#8230; soll deswegen nur unter Vorbehalt <strong>US-Pr\u00e4sident Joe Biden<\/strong> sein. Beim heutigen Videogipfel der EU-Staats- und Regierungschefs wird sich Biden per Video dazu schalten. Nach vier Jahren Trump, der von der EU so gar nichts hielt, ist dies zumindest ein hoffnungsvolles Zeichen. Au\u00dferdem wird Biden sich der ersten formellen Pressekonferenz seiner Amtszeit stellen. Seit dem Beginn dieser Amtszeit am 20. Januar hat er zwar Fragen einzelner Journalistinnen und Journalisten am Rande von Auftritten beantwortet, aber noch keine Pressekonferenz abgehalten. Die Pressekonferenzen von Trump hatten dazu beigetragen, die Anzahl seiner L\u00fcgen in die H\u00f6he zu treiben. M\u00f6ge Biden es besser machen.<\/p>\n<h3>Die j\u00fcngsten Meldungen aus der Nacht<\/h3>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Olympia-Fackellauf startet \u2013 und dann f\u00e4llt der Stream aus: <\/strong>9600 Kilometer durch alle 47 japanischen Pr\u00e4fekturen: Der Fackellauf des olympischen Feuers hat begonnen. Zum Auftakt gab es blumige Worte und technische Probleme<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Transgender Rachel Levine als Vizeministerin best\u00e4tigt: <\/strong>Das Wei\u00dfe Haus sprach von einem \u00bbWendepunkt in der US-Geschichte\u00ab: Die Kinder\u00e4rztin Rachel Levine wird als erste Transperson einen hohen Ministeriumsposten einnehmen<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Unwetter zaubern Wasserf\u00e4lle auf Australiens Wahrzeichen: <\/strong>Extreme Regenf\u00e4lle haben die Ostk\u00fcste Australiens geflutet. Doch auch im roten Zentrum des Kontinents sch\u00fcttet es. Das sorgt f\u00fcr spektakul\u00e4re Naturph\u00e4nomene auf dem heiligen Berg Uluru<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Die SPIEGEL+-Empfehlungen f\u00fcr heute<\/h3>\n<ul>\n<li>\n<p>\u00d6konom Felbermayr \u00fcber Shutdown-Folgen: \u00bbWir untersch\u00e4tzen den wirtschaftlichen Schaden dramatisch\u00ab<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Zukunft von Tui, Carnival oder Pullmantur: Ist Corona f\u00fcr die Kreuzfahrtindustrie auch eine Chance?<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Beerdigungen in der Coronakrise: \u00bbDiese Toten werden uns noch lange begleiten\u00ab<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Englische Monarchie: Wie Queen Victoria die \u00bbRoyal Family\u00ab inszenierte<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihnen einen guten Start in den Tag.<\/p>\n<p><em>Ihre Susanne Beyer<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fehler eingestehen ist gut, daraus lernen noch besser Das Wort fiel schon in der Nacht zum Dienstag, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel im Anschluss an die Bund-L\u00e4nder-Runde auf der Pressekonferenz den<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6732","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6732","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6732"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6732\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6732"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6732"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6732"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}