{"id":6598,"date":"2021-03-19T08:08:59","date_gmt":"2021-03-19T05:08:59","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/usa-und-china-erstes-treffen-der-lander-in-anchorage-und-sofort-offener-streit\/"},"modified":"2021-03-19T08:08:59","modified_gmt":"2021-03-19T05:08:59","slug":"usa-und-china-erstes-treffen-der-lander-in-anchorage-und-sofort-offener-streit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/usa-und-china-erstes-treffen-der-lander-in-anchorage-und-sofort-offener-streit\/","title":{"rendered":"USA und China: Erstes Treffen der L\u00e4nder in Anchorage \u2013 und sofort offener Streit"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/0c433d7d-e680-4e12-a949-6a03f2a13df3_w948_r1.77_fpx48.05_fpy50.jpg\" title=\"Chinesische und US-amerikanische Delegationen (in Anchorage): \u00bbEinen Moment mal\u00ab\" alt=\"Chinesische und US-amerikanische Delegationen (in Anchorage): \u00bbEinen Moment mal\u00ab\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Chinesische und US-amerikanische Delegationen (in Anchorage): \u00bbEinen Moment mal\u00ab<\/p>\n<p>  Foto:\u2002FREDERIC J. BROWN \/ AFP  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Die diplomatischen Gepflogenheiten waren schon nach Minuten vergessen. Erstmals ist der neue US-Au\u00dfenminister Antony Blinken mit seinem chinesischen Kollegen Yang Jiechi zusammengetroffen. Statt des \u00fcblichen Gepl\u00e4nkels brach zum Auftakt des Termins in Anchorage (US-Bundesstaat Alaska) offener Streit vor Journalisten aus.<\/p>\n<p>Eigentlich waren f\u00fcr beide Seiten nur er\u00f6ffnende Stellungnahmen von zwei Minuten L\u00e4nge vorgesehen, danach sollten die echten Gespr\u00e4che ohne Presse beginnen. Blinken hielt sich auch in etwa an den Zeitrahmen, teilte aber kr\u00e4ftig in Richtung Peking aus: \u00bbWir werden unsere tiefe Sorge \u00fcber Chinas Verhalten in Xinjiang, Hongkong und Taiwan ansprechen, Cyber-Attacken gegen die USA und die \u00f6konomischen Zw\u00e4nge gegen\u00fcber unseren Verb\u00fcndeten.\u00ab<\/p>\n<p>Das wiederum wollte sein Gegen\u00fcber Yang nicht stehen lassen und attackierte die USA in einer mehr als 15-min\u00fctigen Rede. Darin sprach er unter anderem den Vereinigten Staaten die globale F\u00fchrungsrolle ab und warnte sie davor \u00bbsich in die internen Angelegenheiten China einzumischen\u00ab. Dies d\u00fcrfte auf Hongkong und Taiwan abgezielt haben.<\/p>\n<p>Danach wurden die ersten Journalisten aus dem Raum gef\u00fchrt, bis Blinken, der inzwischen die \u00dcbersetzung der chinesischen Attacken geh\u00f6rt hatte, einschritt. \u00bbEinen Moment mal\u00ab, rief der Au\u00dfenminister und signalisierte, dass die Pressevertreter doch vor Ort bleiben sollten. Danach nahm er zu den einzelnen Vorw\u00fcrfen selbst ausgiebig Stellung. Was als kurzer Pressetermin angesetzt war, dauerte am Ende mehr als eine Stunde.<\/p>\n<p>Entsprechend scharf \u00e4u\u00dferte sich hinterher auch ein ranghoher US-Vertreter: \u00bbDie chinesische Delegation scheint mit dem Ziel angereist zu sein, Effekthascherei zu betreiben und \u00f6ffentliches Theater \u00fcber Substanz zu stellen.\u00ab Vonseiten der Chinesen hie\u00df es hingegen, die USA h\u00e4tte sich \u00bbherablassend im Ton\u00ab verhalten.<\/p>\n<h3>Feindselig \u2013 wenn es sein muss<\/h3>\n<p>An konfliktreichen Themen fehlt es bei den Gespr\u00e4chen ohnehin nicht. Die USA kritisieren China unter anderem wegen der Missachtung der Menschenrechte der Uiguren in Xinjiang und der B\u00fcrger Hongkongs, wegen unfairer Handelspraktiken, Cyber-Angriffen und wegen Pekings Expansionsdrang im Indo-Pazifik-Raum. China wiederum verbittet sich die US-Kritik als Einmischung in innere Angelegenheiten und fordert zum Beispiel eine Aufhebung der unter Ex-Pr\u00e4sident Donald Trump verh\u00e4ngten Strafz\u00f6lle. Auch fordert Peking ein Ende der Unterst\u00fctzung f\u00fcr Taiwan, das China als Teil der Volksrepublik ansieht. Bei anderen Themen, etwa der Bek\u00e4mpfung des Klimawandels, wollen beide Regierungen aber zumindest grunds\u00e4tzlich zusammenarbeiten.<\/p>\n<p>Ein ranghoher Vertreter der US-Regierung hatte den Tenor f\u00fcr das Treffen unter Berufung auf Blinken schon vorab klargemacht: \u00bbDas Verh\u00e4ltnis mit China wird konkurrierend sein, wenn n\u00f6tig, zusammenarbeitend, wenn m\u00f6glich, und feindselig, wenn es sein muss.\u00ab<\/p>\n<h3>USA bestanden auf Treffen auf amerikanischem Boden<\/h3>\n<p>An dem Treffen nahmen Blinken und Yang, der h\u00f6chste Au\u00dfenpolitiker der Kommunistischen Partei, sowie der im chinesischen Machtapparat untergeordnete Au\u00dfenminister Wang Yi und Bidens Nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan teil. Die US-Regierung hatte nach eigenen Angaben darauf bestanden, dass das Treffen auf amerikanischem Boden stattfinden sollte.<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis zwischen den USA und China, den beiden gr\u00f6\u00dften Volkswirtschaften, war unter Trump auf das schlechteste Niveau seit Aufnahme der diplomatischen Beziehungen 1979 gefallen. Bidens Regierung setzt nun auf einen weniger aggressiven Ton \u2013 l\u00e4sst in der Sache aber keinen Zweifel daran, das China als Rivale angesehen wird. Bidens Regierung will sich in Bezug auf China auch enger mit demokratischen Verb\u00fcndeten in Asien und Europa abstimmen. Zudem hat Biden angek\u00fcndigt, sich in der Au\u00dfenpolitik erneut weltweit f\u00fcr die F\u00f6rderung von Demokratie und Menschenrechten einzusetzen.<\/p>\n<p>Die US-Regierung hatte wegen der umstrittenen Hongkonger Wahlrechtsreform erst diese Woche neue Sanktionen gegen 24 weitere Politiker und Beamte aus China und Hongkong verh\u00e4ngt. Der Pekinger Volkskongress hatte vergangene Woche f\u00fcr die Reform in der chinesischen Sonderverwaltungsregion gestimmt, in der Peking mit harter Hand gegen die Demokratie-Bewegung vorgeht. Das neue Gesetz w\u00fcrde laut Kritikern den Einfluss der Opposition weiter drastisch schm\u00e4lern und daf\u00fcr das Pro-Peking-Lager st\u00e4rken.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Chinesische und US-amerikanische Delegationen (in Anchorage): \u00bbEinen Moment mal\u00ab Foto:\u2002FREDERIC J. BROWN \/ AFP Die diplomatischen Gepflogenheiten waren schon nach Minuten vergessen. 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