{"id":6580,"date":"2021-03-18T13:17:56","date_gmt":"2021-03-18T10:17:56","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/erzbistum-koln-gutachten-entlastet-rainer-maria-woelki-und-belastet-hamburger-erzbischof\/"},"modified":"2021-03-18T13:17:56","modified_gmt":"2021-03-18T10:17:56","slug":"erzbistum-koln-gutachten-entlastet-rainer-maria-woelki-und-belastet-hamburger-erzbischof","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/erzbistum-koln-gutachten-entlastet-rainer-maria-woelki-und-belastet-hamburger-erzbischof\/","title":{"rendered":"Erzbistum K\u00f6ln: Gutachten entlastet Rainer Maria Woelki und belastet Hamburger Erzbischof"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/d8912e49-e301-4dac-b360-f9409e841b69_w948_r1.77_fpx70_fpy51.jpg\" title=\"Das Missbrauchsgutachten der Kanzlei Gercke Wollschl\u00e4ger belastet verstorbene und lebende Kleriker: Steckte hinter den fehlerhaften Abl\u00e4ufen ein System?\" alt=\"Das Missbrauchsgutachten der Kanzlei Gercke Wollschl\u00e4ger belastet verstorbene und lebende Kleriker: Steckte hinter den fehlerhaften Abl\u00e4ufen ein System?\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Das Missbrauchsgutachten der Kanzlei Gercke Wollschl\u00e4ger belastet verstorbene und lebende Kleriker: Steckte hinter den fehlerhaften Abl\u00e4ufen ein System?<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Felix K\u00e4stle \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Das mit Spannung erwartete Gutachten zu Missbrauchsf\u00e4llen im Erzbistum K\u00f6ln in den Jahren 1975 bis 2018 belastet den Hamburger Erzbischof Stefan He\u00dfe. Er hat demnach Fehler im Umgang mit T\u00e4tern und Opfern zu verantworten. In insgesamt elf F\u00e4llen soll er nicht vorschriftsm\u00e4\u00dfig gehandelt und kirchenrechtlich vorgeschriebene Verfahren unterlassen haben. Ebenso Kardinal Joachim Meisner. Der 2017 verstorbene Theologe soll in 24 F\u00e4llen gegen seine Pflicht versto\u00dfen haben.<\/p>\n<p>Das stellten die Anw\u00e4lte Bj\u00f6rn Gercke und Kerstin Stirner der K\u00f6lner Kanzlei Gercke Wollschl\u00e4ger nun in ihrem Gutachten vor. Das Erzbistum K\u00f6ln hatte sie beauftragt, herauszufinden, wer Verantwortung f\u00fcr m\u00f6gliche Fehler im Umgang mit Missbrauchsf\u00e4llen tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>In dem Gutachten werden unter anderem auch den fr\u00fcheren Generalvikaren Norbert Feldhoff in 13 F\u00e4llen und Dominikus Schwaderlapp in 8 F\u00e4llen Pflichtverletzungen vorgeworfen. Weitere Pflichtverletzungen betreffen eine Justitiarin in neun F\u00e4llen und den verstorbenen Erzbischof Joseph H\u00f6ffner in acht F\u00e4llen. Der K\u00f6lner Kardinal Rainer Maria Woelki und Generalvikar Markus Hofmann haben der Untersuchung zufolge keine Pflichten verletzt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Woelki d\u00fcrfte dies ein Befreiungsschlag sein, f\u00fcr He\u00dfe hingegen ein Desaster. He\u00dfe war von 2006 bis 2012 Personalchef und von 2012 bis 2015 Generalvikar in K\u00f6ln. He\u00dfe wies die Anschuldigungen in der Vergangenheit entschieden zur\u00fcck. Zu den Vorw\u00fcrfen Gerckes wird er nach Auskunft des Hamburger Erzbistums wohl noch Stellung beziehen. Schwaderlapp und Feldhoff \u00e4u\u00dferten sich nicht.<\/p>\n<h3>Wurde absichtlich vertuscht?<\/h3>\n<p>Woelki hatte im Herbst ein erstes Gutachten wegen \u00bbmethodischer M\u00e4ngel\u00ab zur\u00fcckgezogen und die Kanzlei Gercke Wollschl\u00e4ger mit einer zweiten Pr\u00fcfung beauftragt. Diese kommen nun zu dem Ergebnis, dass weitere Pflichtverletzungen m\u00f6glich sein k\u00f6nnen, feststellbar seien sie nicht. Zu Pflichtverst\u00f6\u00dfen von Verantwortungstr\u00e4gern, die nach weltlichem Recht strafbar sind, sei es nicht gekommen. Die Einordnung der Handlungen von Missbrauchst\u00e4tern war nicht Teil des Gutachtenauftrags.<\/p>\n<p>Gercke und Stirner haben im Rahmen ihres Gutachtens 236 Aktenvorg\u00e4nge ausgewertet und Personen zu konkreten Vorw\u00fcrfen befragt: In welchem Umfang gab es Fa\u0308lle sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Ko\u0308ln in den Jahren 1975 bis 2018? Wurden diese von den Verantwortlichen &#8211; gemessen an den zum Zeitpunkt ihrer Bearbeitung geltenden Rechtsnormen, aber auch gemessen am kirchlichen Selbstverst\u00e4ndnis &#8211; ada\u0308quat behandelt? Wurde absichtlich vertuscht? Steckte hinter den fehlerhaften Abl\u00e4ufen ein System?<\/p>\n<p>Dem Gutachten zufolge gab es Hinweise auf insgesamt 202 Beschuldigte aus dem Erzbistum K\u00f6ln und mindestens 314 Betroffene. Gercke und Stirner halten 236 Verdachtsf\u00e4lle f\u00fcr m\u00f6glich, eine Dunkelziffer konnten sie nicht ermitteln. Demnach fanden die meisten Taten vor dem Jahr 1975 statt. Die meisten Beschuldigten Kleriker, ihre Opfer \u00fcberwiegend Jungen unter 14 Jahren. Ihnen wird \u00fcberwiegend (schwerer) sexueller Missbrauch vorgeworfen.<\/p>\n<p>In einigen F\u00e4llen soll es keine Anh\u00f6rung von Beschuldigten gegeben haben, obwohl diese noch lebten; etwa die H\u00e4lfte der Betroffenen wurden angeh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Gercke und Stirner sehen die Ursachen f\u00fcr die Pflichtverletzungen in einem unklaren Normgef\u00fcge: Die Zust\u00e4ndigkeiten im Erzbistum seien bis heute unklar, die Aktenf\u00fchrung und Dokumentation desolat; es fehle an Kontrolle, an Austausch mit anderen Disziplinen und an Bewusstsein von der Notwendigkeit der Rechtsbefolgung. Im Erzbistum habe im untersuchten Zeitraum \u00dcberforderung geherrscht.<\/p>\n<p>Am 23. M\u00e4rz will Woelki auf einer Pressekonferenz erste Ergebnisse und Konsequenzen aus dem jetzt vorgestellten Gutachten bekanntgeben.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Das Missbrauchsgutachten der Kanzlei Gercke Wollschl\u00e4ger belastet verstorbene und lebende Kleriker: Steckte hinter den fehlerhaften Abl\u00e4ufen ein System? 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