{"id":6527,"date":"2021-03-16T03:06:17","date_gmt":"2021-03-16T00:06:17","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-impstopp-mit-astrazeneca-was-geimpfte-jetzt-wissen-mussen\/"},"modified":"2021-03-16T03:06:17","modified_gmt":"2021-03-16T00:06:17","slug":"coronavirus-impstopp-mit-astrazeneca-was-geimpfte-jetzt-wissen-mussen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-impstopp-mit-astrazeneca-was-geimpfte-jetzt-wissen-mussen\/","title":{"rendered":"Coronavirus: Impstopp mit AstraZeneca &#8211; Was Geimpfte jetzt wissen m\u00fcssen"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/42065981-5c28-492b-8d3c-0bd8fa2bcc1c_w948_r1.77_fpx27_fpy29.jpg\" title=\"Impfzentrum im Vogtland\" alt=\"Impfzentrum im Vogtland\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Impfzentrum im Vogtland<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Jan Woitas \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Vorerst finden in Deutschland vorsorglich keine Covid-19-Impfungen mit dem Mittel von AstraZeneca mehr statt. Das hat das Bundesgesundheitsministerium am Montag mitgeteilt. Grundlage ist eine Auskunft des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), das zun\u00e4chst neue Meldungen von Blutgerinnseln der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung pr\u00fcfen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Die europ\u00e4ische Arzneimittelbeh\u00f6rde Ema hatte den Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca Ende Januar zur Zulassung empfohlen.<\/p>\n<p>Am Donnerstag setzte zun\u00e4chst D\u00e4nemark die Impfungen vorsichtshalber aus. Der Ema waren bis zu dem Zeitpunkt 30 F\u00e4lle von Gerinnungsst\u00f6rungen nach einer AstraZeneca-Impfung gemeldet worden \u2013 bei bislang knapp f\u00fcnf Millionen Geimpften im Europ\u00e4ischen Wirtschaftsraum. Die Beschwerden waren unter Geimpften demnach nicht h\u00e4ufiger als in der Allgemeinbev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Was bedeutet das f\u00fcr jene Menschen, die den Impfstoff bereits erhalten haben? Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen und wann sollten frisch Geimpfte zum Arzt gehen?<\/p>\n<h3>Unklar, ob Impfung die Ursache ist<\/h3>\n<p>Der Impfstopp erfolgt vorsorglich. Bislang ist nicht gekl\u00e4rt, ob die Blutgerinnsel, auch bekannt als Thrombosen, durch die Impfung verursacht werden oder ohnehin aufgetreten w\u00e4ren. Falls ein urs\u00e4chlicher Zusammenhang bestehen sollte, w\u00e4re es eine sehr seltene Nebenwirkung.<\/p>\n<p>Geimpfte sollten allerdings wachsam sein, falls es ihnen nach der Impfung \u00fcber mehrere Tage immer schlechter geht. Personen, die den Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca erhalten h\u00e4tten und sich \u00bb<strong>mehr als vier Tage<\/strong> nach der Impfung zunehmend unwohl f\u00fchlen \u2013 zum Beispiel mit starken und anhaltenden Kopfschmerzen oder punktf\u00f6rmigen Hautblutungen\u00ab \u2013, sollten sich unverz\u00fcglich in \u00e4rztliche Behandlung begeben, r\u00e4t das PEI.<\/p>\n<p>Treten Kopfschmerzen nach der Impfung \u00fcber einen k\u00fcrzeren Zeitraum auf, ist das dagegen kein Hinweis auf eine ernste Nebenwirkung. Stattdessen geh\u00f6ren die Beschwerden zu den sogenannten Impfreaktionen. Diese treten auf, wenn sich der K\u00f6rper mit dem Impfstoff auseinandersetzt und eine Immunantwort entsteht. Sie sind ein Zeichen, dass die Impfung wirkt.<\/p>\n<h3>Impfreaktionen h\u00e4ufig, aber nicht gef\u00e4hrlich<\/h3>\n<p>Sowohl Vektorimpfstoffe wie die Covid-19-Vakzinen von AstraZeneca oder Johnson &amp; Johnson als auch mRNA-Impfstoffe wie die Covid-19-Mittel von Biontech\/Pfizer und Moderna rufen Impfreaktionen deutlich h\u00e4ufiger hervor als herk\u00f6mmliche Impfstoffe, die etwa auf abgeschw\u00e4chten Viren basieren. Impfreaktionen sind unangenehm, aber nicht gef\u00e4hrlich, und sie verschwinden von allein wieder, wenn der Impfstoff im K\u00f6rper abgebaut wurde.<\/p>\n<p>Laut Beipackzettel des AstraZeneca-Mittels muss mehr als eine von zehn Personen nach der Impfung mit Schmerzen, Druck, W\u00e4rme, Juckreiz oder Bluterg\u00fcssen an der Einstichstelle rechnen. Zu den sehr h\u00e4ufigen Reaktionen geh\u00f6ren zudem M\u00fcdigkeit, Unwohlsein, Sch\u00fcttelfrost oder erh\u00f6hte Temperatur, Kopfschmerzen, \u00dcbelkeit und Muskelschmerzen.<\/p>\n<p>Bei bis zu einer unter zehn geimpften Personen kommt es zudem zu Schwellungen an der Einstichstelle, Fieber mit einer K\u00f6rpertemperatur von \u00fcber 38 Grad, Erbrechen und Durchfall. Selten, bei bis zu einer unter hundert Personen, treten zwischenzeitlich Symptome wie geringerer Appetit, vergr\u00f6\u00dferte Lymphknoten, Schwei\u00dfausbr\u00fcche oder Ausschlag auf.<\/p>\n<p>Bereits vor Start der Impfkampagne in Deutschland hatten Fachleute gewarnt, dass die Bev\u00f6lkerung besser \u00fcber Impfreaktionen im Zusammenhang mit den Covid-19-Impfstoffen aufgekl\u00e4rt werden m\u00fcsse. Zwar seien die Beschwerden unbedenklich und vor\u00fcbergehend, Geimpfte m\u00fcssten aber Bescheid wissen, um sie richtig einordnen zu k\u00f6nnen, hie\u00df es damals.<\/p>\n<h3>Zweitimpfung l\u00e4sst sich nachholen<\/h3>\n<p>Der Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca verhindert schwere bis t\u00f6dliche Verl\u00e4ufe der Krankheit mit nahezu absoluter Sicherheit und reduziert das Erkrankungsrisiko deutlich \u2013 um ungef\u00e4hr 60 bis 80 Prozent. Eine Verz\u00f6gerung bei den Impfungen ist demnach auch nicht ohne Risiko und kann Menschenleben kosten.<\/p>\n<p>In Deutschland wurden bislang ungef\u00e4hr 1,6 Millionen Menschen einmal mit dem Mittel geimpft. Die zweite Dosis, die f\u00fcr einen vollen Impfschutz ben\u00f6tigt wird, steht in aller Regel noch aus. Ein paar Tage Verz\u00f6gerung d\u00fcrften hier allerdings keine Probleme machen.<\/p>\n<p>Laut Daten aus gro\u00dfen Phase-III-Studien verringert der AstraZeneca-Impfstoff das Covid-19-Risiko um gut 80 Prozent, wenn zwischen zwei vollen Impfdosen mindestens drei Monate liegen. Wie lange der Abstand maximal sein sollte, ist nicht klar. Grunds\u00e4tzlich gilt beim Impfen aber: Jede Dosis z\u00e4hlt, auch wenn Abst\u00e4nde nicht perfekt eingehalten werden.<\/p>\n<p>Auch die erste Impfung d\u00fcrfte das Erkrankungsrisiko bereits reduzieren. Unter knapp 6000 Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern, die in den Zulassungsstudien nach 61 bis 90 Tagen nur eine Impfdosis erhalten hatten, gab es 23 Covid-19-F\u00e4lle. Sechs davon traten unter den mit dem Wirkstoff geimpften Personen auf, 19 in der Placebogruppe.<\/p>\n<p>Das entspr\u00e4che einer Wirksamkeit von 78 Prozent. Allerdings gibt es aufgrund der kleinen Datenbasis noch Unsicherheiten. Die Wirksamkeit nach einer Impfung k\u00f6nnte demnach auch nur bei 36 Prozent liegen. Wie lange der Schutz h\u00e4lt, ist offen.<\/p>\n<p>Gesundheitsminister Jens Spahn erkl\u00e4rte am Montag, Folgeimpfungen k\u00f6nnten nachgeholt werden, falls die Ema nach der Pr\u00fcfung des Covid-19-Impfstoffs von AstraZeneca keine Probleme sieht. Es besteht zudem die M\u00f6glichkeit, einen anderen Impfstoff zu erhalten, falls die Zulassung f\u00fcr das Produkt zur\u00fcckgezogen werden sollte.<\/p>\n<p>Spahn hofft, dass die Ema \u00bbidealerweise\u00ab noch in dieser Woche zu einer Entscheidung kommt.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Impfzentrum im Vogtland Foto:\u2002Jan Woitas \/ dpa Vorerst finden in Deutschland vorsorglich keine Covid-19-Impfungen mit dem Mittel von AstraZeneca mehr statt. 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