{"id":6433,"date":"2021-03-11T22:56:01","date_gmt":"2021-03-11T19:56:01","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/sudafrika-vor-dritter-corona-welle-es-wird-verheerend-sein-fur-das-land\/"},"modified":"2021-03-11T22:56:01","modified_gmt":"2021-03-11T19:56:01","slug":"sudafrika-vor-dritter-corona-welle-es-wird-verheerend-sein-fur-das-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/sudafrika-vor-dritter-corona-welle-es-wird-verheerend-sein-fur-das-land\/","title":{"rendered":"S\u00fcdafrika vor dritter Corona-Welle: \u00bbEs wird verheerend sein f\u00fcr das Land\u00ab"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\"><strong>SPIEGEL:<\/strong> Frau Gray, S\u00fcdafrika hat die zweite Welle hinter sich. Die Zahlen sind auf \u00e4hnlichem Niveau wie nach der ersten Welle, t\u00e4glich werden zwischen 1000 und 2000 Neuninfektionen registriert. Wie ist das gelungen?<\/p>\n<p><strong>Gray:<\/strong> Ich denke, es ist ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Die Regierung hat ziemlich strikte Ma\u00dfnahmen verh\u00e4ngt. Ausgangssperren, ein Verbot von Alkohol, Einschr\u00e4nkung der Bewegungsfreiheit im \u00f6ffentlichen Raum, wie an Str\u00e4nden, Fl\u00fcssen und in Parks. Der zweite Faktor ist, dass die Reproduktionszahl zu sinken beginnt, wenn man auf Gemeindeebene eine kritische Masse an Infizierten erreicht, weil es dann eine gro\u00dfe Gruppe von Menschen gibt, die in der Gemeinde bereits infiziert sind und Antik\u00f6rper in sich tragen. In Kombination mit Ma\u00dfnahmen wie Bewegungseinschr\u00e4nkungen und Ausgangssperren gelingt es dann, die Infektionsrate und die Weiterverbreitung sehr viel erfolgreicher zu kontrollieren.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Das hei\u00dft aber, es gibt Gemeinden, wo bereits so viele Menschen infiziert wurden, dass eine Ausbreitung nur noch langsam stattfindet?<\/p>\n<p><strong>Gray: <\/strong>Eine Pr\u00e4valenzerhebung auf nationaler Ebene sowie Analysen von Blutspenden haben ergeben, dass es hohe Raten vorangegangener Infektionen gibt. Es h\u00e4ngt von der Bev\u00f6lkerungsgruppe ab, aber die Zahlen der bereits Infizierten liegen irgendwo zwischen 25 und 60 Prozent.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Was nun aber trotzdem nicht zwangsl\u00e4ufig einen Schutz darstellt.<\/p>\n<p><strong>Gray: <\/strong>Es ist kompliziert, weil wir eine Mutante haben, bei der es vorkommt, dass eine vorherige Infektion unter bestimmten Umst\u00e4nden keinen Schutz mehr bietet.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Wie sehr hat die neue Mutante, die um bis zu 50 Prozent ansteckender ist, die zweite Welle in S\u00fcdafrika gepr\u00e4gt?<\/p>\n<p><strong>Gray: <\/strong>Die zweite Welle war weitaus schlimmer als die erste. Es gab mehr Tote und mehr Infizierte. Und das, obwohl sie im Sommer stattfand. Unsere erste Welle, die milder verlief, hatten wir im Winter.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Wie hoch ist das Risiko von Reinfektionen mit der neuen Mutation?<\/p>\n<p><strong>Gray: <\/strong>Wir haben in S\u00fcdafrika Berichte \u00fcber Reinfektionen. In welchem Ausma\u00df, k\u00f6nnen wir schwer sagen, da wir nicht wissen, wie viele der Neuinfizierten vorher schon infiziert waren. Es h\u00e4ngt davon ab, wie schwer ihre erste Infektion war. Welche Art von Antik\u00f6rperreaktion sie hatten. Es muss dazu noch viel geforscht werden.<\/p>\n<h3>So lassen sich weitere Wellen noch verhindern<\/h3>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Sie haben in der Vergangenheit nicht nur vor einer dritten, sondern auch einer vierten und f\u00fcnften Welle geredet. Denken Sie immer noch, dass es so kommen wird?<\/p>\n<p><strong>Gray: <\/strong>Sicherlich. Wenn wir die \u00dcbertragungsketten in den Gemeinden nicht kontrollieren oder verhindern, werden wir weiterhin Probleme haben. Wenn die Menschen \u00fcber lange Zeit das Virus weiterverbreiten, werden wir neue Mutanten sehen, die dann in der n\u00e4chsten Welle mehr \u00dcbertragungen verursachen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Wann wird die n\u00e4chste Welle kommen?<\/p>\n<p><strong>Gray: <\/strong>Um Ostern herum, wenn es anf\u00e4ngt, kalt zu werden. \u00dcber die Osterfeiertage werden viele Menschen durch das Land reisen und es werden Superspreader-Events wie Gottesdienste stattfinden. Und wenn der Winter anf\u00e4ngt, werden sich die Menschen weniger drau\u00dfen aufhalten und sich in teils kleinen, engen Unterk\u00fcnften dr\u00e4ngen.<\/p>\n<h3>Ohne Impfungen drohen weitere Mutanten des Virus<\/h3>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Auch in der zweiten Jahresh\u00e4lfte sieht es nicht viel besser aus.<\/p>\n<p><strong>Gray: <\/strong>Ja. Das geringe Tempo der Impfungen behindert uns. Wir versuchen nat\u00fcrlich, alle Mitarbeiter des Gesundheitswesens vor dem Winter zu impfen. Aber die Impfstoffversorgung ist ein Problem. Im Moment haben wir nur eine halbe Million Dosen des Johnson-&amp;-Johnson-Impfstoffs. Die Regierung verhandelt gerade \u00fcber einen weiteren Deal mit Johnson &amp; Johnson und Pfizer. Hoffentlich werden wir dadurch im April oder Mai mehr Impfstoffe ins Land bekommen. Aber das Problem ist: Solange ein Virus im Umlauf ist, wird es eine Evolution geben \u2013 in S\u00fcdafrika oder in anderen Teilen der Welt, wo die Impfungen nicht ausreichen.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Reiche L\u00e4nder, die mehr Impfstoffe kaufen, als sie eigentlich brauchen, erh\u00f6hen das Risiko, dass das Virus in einer anderen Form zu ihnen zur\u00fcckkommt?<\/p>\n<p><strong>Gray: <\/strong>Ja. Au\u00dferdem sprechen wir von Impfstoffen der ersten Generation. Es ergibt keinen Sinn, Millionen von Impfstoffdosen zu bunkern, die man m\u00f6glicherweise nicht mehr verwenden kann, wenn neue Varianten auftauchen. Die Aufgabe sollte eher sein, die erste Generation von Impfstoffen so schnell wie m\u00f6glich auf der ganzen Welt zu verteilen.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>So sind weitere, schlimmere Wellen in S\u00fcdafrika und in ganz Afrika unvermeidlich?<\/p>\n<p><strong>Gray: <\/strong>Auf jeden Fall. Eine Welle im Winter ist immer ziemlich brutal. Es ist schrecklich, dass in S\u00fcdafrika bereits 143.000 Menschen gestorben sind \u2013 das sind n\u00e4mlich unsere Zahlen zur \u00dcbersterblichkeit. Eine noch schlimmere dritte Welle ist eine be\u00e4ngstigende Vorstellung. Es wird verheerend sein f\u00fcr das Land und f\u00fcr das Gesundheitspersonal.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>SPIEGEL: Frau Gray, S\u00fcdafrika hat die zweite Welle hinter sich. Die Zahlen sind auf \u00e4hnlichem Niveau wie nach der ersten Welle, t\u00e4glich werden zwischen 1000 und 2000 Neuninfektionen registriert. 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