{"id":6431,"date":"2021-03-11T20:47:41","date_gmt":"2021-03-11T17:47:41","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-was-die-covid-19-impfstoffe-verbindet-und-was-sie-unterscheidet\/"},"modified":"2021-03-11T20:47:41","modified_gmt":"2021-03-11T17:47:41","slug":"coronavirus-was-die-covid-19-impfstoffe-verbindet-und-was-sie-unterscheidet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-was-die-covid-19-impfstoffe-verbindet-und-was-sie-unterscheidet\/","title":{"rendered":"Coronavirus: Was die Covid-19-Impfstoffe verbindet &#8211; und was sie unterscheidet"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/789ed716-dddc-4821-b39d-f73b093b81ed_w948_r1.77_fpx59_fpy36.jpg\" title=\"Impfdosen von Johnson &amp; Johnson\" alt=\"Impfdosen von Johnson &amp; Johnson\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Impfdosen von Johnson &amp; Johnson<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Patrick Pleul \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Zur Eind\u00e4mmung der Coronapandemie darf in der Europ\u00e4ischen Union (EU) voraussichtlich bald auch der Impfstoff des Herstellers Johnson &amp; Johnson genutzt werden. Die EU-Arzneimittelbeh\u00f6rde EMA hat ihn am Donnerstag f\u00fcr die Zulassung empfohlen. Die endg\u00fcltige Entscheidung trifft die EU-Kommission, ihre Zustimmung gilt aber als Formsache.<\/p>\n<p>Der Corona-Impfstoff des US-Pharmakonzerns Johnson &amp; Johnson hat eine Besonderheit: Das Pr\u00e4parat muss nur einmal verabreicht werden. Damit unterscheidet es sich von den drei bislang in der EU zugelassenen Impfstoffen, die zwei Dosen ben\u00f6tigen. Ein \u00dcberblick \u00fcber Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Mittel.<\/p>\n<p><strong>Wie funktionieren die Impfstoffe?<\/strong><\/p>\n<p>Die Mittel von AstraZeneca und Johnson &amp; Johnson sind sogenannte Vektorimpfstoffe. Ein f\u00fcr den Menschen unbedenkliches Virus schleust dabei Informationen des krank machenden Erregers in den K\u00f6rper ein.<\/p>\n<p>Bei Johnson &amp; Johnson ist das Transportmittel ein unsch\u00e4dlich gemachtes menschliches Schnupfenvirus. Es enth\u00e4lt genetisches Material eines Oberfl\u00e4chenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Die K\u00f6rperzellen des Geimpften bilden mithilfe der eingebauten Bauanleitung dieses Protein, der K\u00f6rper entwickelt eine Immunantwort.<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4parate von Biontech\/Pfizer und Moderna sind dagegen sogenannte mRNA-Impfstoffe. Die mRNA liefert hier die Bauanleitung f\u00fcr einen Bestandteil des Covid-19-Erregers. Sie gelangt mithilfe winziger Fetttr\u00f6pfchen in die K\u00f6rperzellen. Diese stellen dann ebenfalls das Virusprotein her, gegen das der K\u00f6rper seine Immunantwort entwickelt.<\/p>\n<p><strong>Wie gut wirken die Impfstoffe?<\/strong><\/p>\n<p>Der Impfstoff von Johnson &amp; Johnson reduziert das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, laut den Daten gro\u00dfer Phase-III-Studien um 66 Prozent, also etwa zwei Drittel \u2013 gemessen 28 Tage nach Verabreichung. Das Risiko, schwer oder lebensbedrohlich zu erkranken, sinkt bis zu dem Zeitpunkt um 85 Prozent, ab 50 Tagen nach der Impfung kam es zu keiner einzigen schweren Erkrankung mehr.<\/p>\n<p>Das Mittel von AstraZeneca reduziert das Erkrankungsrisiko um Werte zwischen 60 und 70 Prozent und verhindert schwere bis t\u00f6dliche Verl\u00e4ufe ebenfalls mit nahezu absoluter Sicherheit. Auch dieser Impfstoff ist somit in der Lage die Krankheitslast und damit auch die Belastung der Krankenh\u00e4user in der Pandemie deutlich zu reduzieren.<\/p>\n<p>Auch die mRNA-Impfstoffe sch\u00fctzen vor schweren und t\u00f6dlichen Verl\u00e4ufen mit nahezu absoluter Sicherheit. Die generelle Wirksamkeit der Mittel von Biontech\/Pfizer und Moderna gegen Covid-19 liegt sp\u00e4testens zwei Wochen nach der zweiten Dosis bei ungef\u00e4hr 95 Prozent.<\/p>\n<p>Daten aus der Praxis best\u00e4tigen grunds\u00e4tzlich die Angaben aus den Studien. In Israel, wo \u00fcberwiegend Biontech-Impfstoff verwendet wurde und in Gro\u00dfbritannien, das sehr viel AstraZeneca verimpft hat, gehen Klinikeinweisungen stark zur\u00fcck. Studien aus Israel und Gro\u00dfbritannien legen auch nahe, dass das Biontech-Mittel Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 deutlich reduziert.<\/p>\n<p><strong>Wie oft wird geimpft?<\/strong><\/p>\n<p>Das Pr\u00e4parat von Johnson &amp; Johnson muss nur einmal verabreicht werden. Das liegt schlicht daran, dass das Unternehmen sein Produkt entsprechend getestet hat.<\/p>\n<p>In fr\u00fchen Studien experimentierte der Pharmakonzern auch mit zwei Dosen im Abstand von 56 Tagen. In der Gruppe der 18- bis 55-J\u00e4hrigen hatten jedoch etwa einen Monat nach der einmaligen Impfung bereits \u00fcber 90 Prozent der Teilnehmer neutralisierende Antik\u00f6rper gegen das Coronavirus in h\u00f6heren Konzentrationen im Blut. Der Konzern setzte daraufhin auf eine Einmalgabe.<\/p>\n<p>Alle drei weiteren in der EU zugelassenen Impfstoffe wurden mit zwei Dosen getestet. Bei Biontech\/Pfizer bekommt der Patient im Abstand von etwa drei Wochen jeweils eine Dosis. Beim Produkt von Moderna sind es rund vier, bei AstraZeneca mindestens vier Wochen.<\/p>\n<p>In einer neuen Studie erreichte das Mittel von AstraZeneca bei einem gr\u00f6\u00dferen Abstand zwischen den Dosen eine Wirksamkeit von bis zu 82 Prozent. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die St\u00e4ndige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut (RKI) empfehlen daher inzwischen, mit der Zweitimpfung zw\u00f6lf Wochen zu warten. Auch Menschen \u00fcber 65 k\u00f6nnen nun mit dem Mittel geimpft werden.<\/p>\n<p>Bei beiden Impfungen soll stets dasselbe Pr\u00e4parat zum Einsatz kommen. Eine sp\u00e4tere Nachimpfung mit einem anderen Pr\u00e4parat \u2013 etwa von Vektor- zu mRNA-Impfstoff \u2013 ist nach Ansicht von Immunologen aber problemlos m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>Welche Nebenwirkungen gibt es?<\/strong><\/p>\n<p>Unterschieden werden muss hier zwischen ernsten Nebenwirkungen und sogenannten Impfreaktionen. Letztere entstehen, wenn sich das Immunsystem des K\u00f6rpers mit dem Impfstoff auseinandersetzt und sind somit zu einem gewissen Grad erw\u00fcnscht, damit die Impfung wirken kann.<\/p>\n<p>Wer sich gegen Covid-19 impfen lassen m\u00f6chte, muss aber wissen, dass diese Reaktionen sowohl bei mRNA- als auch bei Vektorimpfstoffen deutlich h\u00e4ufiger auftreten als bei klassischen Vakzinen etwa auf der Basis von abgeschw\u00e4chten Viren. Die Reaktionen k\u00f6nnen unangenehm sein, sind aber nicht gef\u00e4hrlich und verschwinden von allein wieder.<\/p>\n<p>Zu den h\u00e4ufigsten Impfreaktionen der Mittel gegen Covid-19 z\u00e4hlen Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Sch\u00fcttelfrost. Einige der Beschwerden treten bei der H\u00e4lfte der Geimpften oder sogar mehr auf. Meistens sind die Beschwerden aber schwach bis mild ausgepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>In sehr viel selteneren F\u00e4llen treten aber auch echte Nebenwirkungen auf: Laut RKI k\u00f6nnen bei den mRNA-Pr\u00e4paraten, wie bei allen anderen Impfstoffen, \u00bbin sehr seltenen F\u00e4llen\u00ab etwa allergische Sofortreaktionen bis hin zum Schock nicht ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund werden frisch Geimpfte f\u00fcr 15 bis 20 Minuten nachbeobachtet. Allergische Schocks lassen sich dann gut behandeln.<\/p>\n<p>In D\u00e4nemark wurden die Impfungen mit dem AstraZeneca-Mittel zudem gerade gestoppt, weil schwere F\u00e4lle der Bildung von Blutgerinnseln bei Geimpften aufgetreten waren. Es gab einen Todesfall. Ob die Impfung die Ursache war, ist jedoch noch unklar und wird untersucht.<\/p>\n<p>Generell kommt es zu Nebenwirkungen von Impfungen in aller Regel in den Stunden, Tagen, Wochen oder Monaten nach der Gabe. Ernste Probleme m\u00fcssten f\u00fcr die bereits zugelassenen Impfstoffe also inzwischen bekannt sein, selbst wenn sie recht selten auftreten.<\/p>\n<p>Die St\u00e4ndige Impfkommission beim RKI (Stiko) empfiehlt die Impfung auch f\u00fcr Menschen mit Immunschw\u00e4che \u2013 also zum Beispiel bei HIV-Infektionen, Krebserkrankungen oder nach Organtransplantationen.<\/p>\n<p>\u00bbWenngleich Personen mit geschw\u00e4chtem Immunsystem m\u00f6glicherweise nicht so gut auf den Impfstoff ansprechen, bestehen keine besonderen Sicherheitsbedenken\u00ab, hei\u00dft es auch bei der EMA.<\/p>\n<p><strong>Sch\u00fctzen die Impfstoffe auch vor Varianten des Virus?<\/strong><\/p>\n<p>Erste Tests der Hersteller Biontech\/Pfizer und Moderna deuten darauf hin, dass ihre Impfstoffe auch vor den beiden zun\u00e4chst in Gro\u00dfbritannien und S\u00fcdafrika nachgewiesenen Varianten sch\u00fctzen. Allerdings stellten die Unternehmen auch fest, dass Geimpfte gegen die Variante aus S\u00fcdafrika offenbar eine schw\u00e4chere Immunantwort aufbauen.<\/p>\n<p>Das Astrazeneca-Vakzin sch\u00fctzt vor der britischen Mutante B1.1.7, die zunehmend auch in Deutschland die Oberhand gewinnt, Zweifel gibt es jedoch an der Wirksamkeit gegen die s\u00fcdafrikanische Variante<em>.<\/em><\/p>\n<p>Man k\u00f6nne den Impfstoff gegebenenfalls anpassen, teilten Pfizer und Biontech mit. Moderna will unter anderem die Wirkung einer zus\u00e4tzlichen Auffrischungsdosis testen. Noch ist allerdings unklar, ob die Impfreaktionen der mRNA-Impfstoff bei einer dritten Dosis zu stark w\u00e4ren (mehr dazu hier).<\/p>\n<p>S\u00fcdafrika setzt nun auf das Pr\u00e4parat von Johnson &amp; Johnson. In einer Studie in S\u00fcdafrika hat es laut Herstellerangaben das Risiko einer Covid-19-Erkrankung um 57 Prozent reduziert. Wie wirksam es allein gegen die Mutante ist, ist allerdings unklar.<\/p>\n<p><strong>Wie werden die Impfstoffe gelagert?<\/strong><\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Vorteil der Mittel von Johnson &amp; Johnson und AstraZeneca ist, dass diese \u00fcber Monate bei K\u00fchlschranktemperaturen von zwei bis acht Grad Celsius haltbar sind.<\/p>\n<p>Der Impfstoff von Biontech\/Pfizer wird dagegen bei rund minus 70 Grad aufbewahrt. Nach j\u00fcngsten Informationen der Unternehmen bleibt er jedoch zwei Wochen lang auch bei minus 25 bis minus 15 Grad Celsius stabil. Beim Moderna-Impfstoff muss es mit etwa minus 20 Grad nicht ganz so kalt sein.<\/p>\n<p><strong>Wie viel Impfstoff ist f\u00fcr Deutschland vorgesehen?<\/strong><\/p>\n<p>Die EU-Kommission hat mit insgesamt sechs Herstellern Rahmenvertr\u00e4ge \u00fcber die Lieferung von insgesamt etwa 2,3 Milliarden Impfstoffdosen geschlossen.<\/p>\n<p>Deutschland hat sich laut Gesundheitsministerium gut 94 Millionen Dosen von Biontech\/Pfizer gesichert, von Moderna rund 50 Millionen. Von AstraZeneca sollen 56,3 und von Johnson &amp; Johnson 36,7 Millionen Dosen geliefert werden.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Impfdosen von Johnson &amp; Johnson Foto:\u2002Patrick Pleul \/ dpa Zur Eind\u00e4mmung der Coronapandemie darf in der Europ\u00e4ischen Union (EU) voraussichtlich bald auch der Impfstoff des Herstellers Johnson &amp;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":6432,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6431","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6431","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6431"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6431\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6432"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6431"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6431"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6431"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}