{"id":6383,"date":"2021-03-09T16:47:28","date_gmt":"2021-03-09T13:47:28","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/joachim-low-hort-als-bundestrainer-auf-es-ist-zeit-kommentar\/"},"modified":"2021-03-09T16:47:28","modified_gmt":"2021-03-09T13:47:28","slug":"joachim-low-hort-als-bundestrainer-auf-es-ist-zeit-kommentar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/joachim-low-hort-als-bundestrainer-auf-es-ist-zeit-kommentar\/","title":{"rendered":"Joachim L\u00f6w h\u00f6rt als Bundestrainer auf: Es ist Zeit &#8211; Kommentar"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/cc158ed8-90ea-4ccc-b312-7945776b0453_w948_r1.77_fpx64_fpy46.jpg\" title=\"Bundestrainer Joachim L\u00f6w\" alt=\"Bundestrainer Joachim L\u00f6w\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Bundestrainer Joachim L\u00f6w<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Pius Koller \/ imago images  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Nun hat Joachim L\u00f6w es doch noch einmal geschafft, die \u00d6ffentlichkeit zu \u00fcberraschen. Man h\u00e4tte ihm das gar nicht mehr zugetraut, jenem passiv wirkenden Joachim L\u00f6w, der da im November an der Seitenlinie ohnm\u00e4chtig und fast regungslos verharrte und diese desastr\u00f6se 0:6-Niederlage von Sevilla hinnahm. L\u00f6w, dem man zudem seit Langem unterstellt hatte, er klebe an seinem Job und habe die Zeichen der Zeit verpasst. Und den Zeitpunkt eines R\u00fccktritts erst recht.<\/p>\n<p>Jetzt hat der Bundestrainer, der ab sofort ein Nochbundestrainer ist, wieder die Initiative auf seiner Seite, so wie er es am liebsten hatte \u00fcber all die Jahre.<\/p>\n<p>L\u00f6w, der sein eigenes Ding f\u00e4hrt, L\u00f6w, der sich nicht hereinreden lassen will, L\u00f6w, der nur das tut, was er f\u00fcr richtig h\u00e4lt. Mit dieser Art ist er 2014 Weltmeister geworden, mit dieser Art hat er sich allerdings auch das Vorrunden-Aus bei der WM 2018 in Russland eingebrockt.<\/p>\n<p>Der Bundestrainer war nach dem WM-Triumph von Rio de Janeiro zunehmend als entr\u00fcckt wahrgenommen worden, das hatte man ihm dann noch verziehen, solange der sportliche Erfolg es einigerma\u00dfen \u00fcberdeckte. Nach Russland konnte sich Joachim L\u00f6w diese Haltung nicht mehr erlauben. Er erlaubte sie sich dennoch.<\/p>\n<p>Dann kam der Abend von Sevilla, und alle Rechnungen wurden beglichen, aller gestauter Unmut wurde freigesetzt. Das war viel mehr als eine Niederlage, das war sozusagen der Moment der Wahrheit.<\/p>\n<p>Was in den Tagen nach dem 0:6 \u00fcber L\u00f6w und den DFB hereinbrach, an Verdruss, an Ressentiment, an H\u00e4me, musste jedem, der in dem Verband Verantwortung trug, klarmachen, dass es so nicht mehr weitergeht. Es spricht f\u00fcr L\u00f6w, dass er dies jetzt mit dem f\u00fcr ihn so typischen zeitlichen Aufschub auch eingesehen hat.<\/p>\n<h3>Sein Meisterst\u00fcck bleibt die WM 2010<\/h3>\n<p>Joachim L\u00f6ws Verdienste um den DFB sind unbestritten, er bleibt der Weltmeistertrainer, auch wenn sie mittlerweile ewig her scheinen, diese sonnigen Tage von Campo Bahia. Viel wichtiger aber ist seine Pionierarbeit aus den ersten DFB-Jahren. 2014 war die Kr\u00f6nung, aber was er vier Jahre zuvor in S\u00fcdafrika spielen lie\u00df, diese Mannschaft, die Aufbruch verstr\u00f6mte, die jungen Kerle Mesut \u00d6zil, Thomas M\u00fcller, Sami Khedira, Manuel Neuer, J\u00e9r\u00f4me Boateng, diese Elf, die dem DFB das Odium des Miefs wegspielte, das war Joachim L\u00f6ws Meisterst\u00fcck. Es war sein Verdienst. Es war L\u00f6ws Elf. Vier Jahre sp\u00e4ter wurde nur vollendet, was damals aufgebaut worden war.<\/p>\n<p>17 Jahre ist L\u00f6w nun beim DFB, davon 15 Jahre als verantwortlicher Bundestrainer, das ist eine lange Zeit, und in L\u00f6ws Fall muss man sagen, war es jetzt auch lang genug.<\/p>\n<p>Die Entscheidung vom Dienstag ist daher f\u00fcr beide Seiten weise: L\u00f6w kann jetzt mehr oder weniger ohne Druck das EM-Turnier, falls es denn stattfindet, angehen. Er hat das Heft des Handelns in der Hand und nichts mehr zu verlieren. An seiner Motivation, sich mit einem guten Abschneiden bei der EM zu verabschieden, d\u00fcrfte jetzt auch kein Zweifel mehr herrschen. L\u00f6w kann noch mal zeigen, was er kann.<\/p>\n<p>Die Frage, ob Thomas M\u00fcller jetzt noch zum EM-Kader geh\u00f6rt oder nicht, die bis zuletzt noch wie eine Schicksalsdebatte \u00fcber Wohl und Wehe des deutschen Fu\u00dfballs verhandelt wurde, ist pl\u00f6tzlich nur noch ein Randthema: Jede Entscheidung, die der Bundestrainer jetzt trifft, gilt nur noch f\u00fcr das kommende Turnier und hat damit an Nachhaltigkeit und Schwere eingeb\u00fc\u00dft. Danach hat der Nachfolger freie Hand f\u00fcr ganz neue Personalentscheidungen. Sie werden von einem Nachfolger sogar erwartet.<\/p>\n<p>Der DFB hat jetzt genug Zeit, sich diesen Nachfolger auszuw\u00e4hlen. Entsprechende Vorstellungen wird es im Verband seit Sevilla ohnehin schon gegeben haben, m\u00f6glicherweise auch bereits Vorgespr\u00e4che. F\u00fcr DFB-Pr\u00e4sident Fritz Keller, seit Monaten unter Druck, ist der heutige Tag auch eine Gelegenheit, mit einer klugen Personalie Boden gutzumachen.<\/p>\n<p>Ab Sommer beginnt f\u00fcr den Deutschen Fu\u00dfball-Bund eine neue Zeit. Es wurde Zeit.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Bundestrainer Joachim L\u00f6w Foto:\u2002Pius Koller \/ imago images Nun hat Joachim L\u00f6w es doch noch einmal geschafft, die \u00d6ffentlichkeit zu \u00fcberraschen. 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