{"id":6367,"date":"2021-03-08T23:56:31","date_gmt":"2021-03-08T20:56:31","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/kakuzi-in-kenia-muss-wegen-mutmaslicher-menschenrechtsverletzungen-millionen-zahlen\/"},"modified":"2021-03-08T23:56:31","modified_gmt":"2021-03-08T20:56:31","slug":"kakuzi-in-kenia-muss-wegen-mutmaslicher-menschenrechtsverletzungen-millionen-zahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/kakuzi-in-kenia-muss-wegen-mutmaslicher-menschenrechtsverletzungen-millionen-zahlen\/","title":{"rendered":"Kakuzi in Kenia muss wegen mutma\u00dflicher Menschenrechtsverletzungen Millionen zahlen"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/05f422d6-e7fe-45ee-9a77-a4bf7787ec54_w948_r1.77_fpx39_fpy26.jpg\" title=\"Eine Mutter weint um ihren Sohn, der von Mitarbeitern des Kakuzi-Agrarkonzerns totgepr\u00fcgelt worden sein soll\" alt=\"Eine Mutter weint um ihren Sohn, der von Mitarbeitern des Kakuzi-Agrarkonzerns totgepr\u00fcgelt worden sein soll\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Eine Mutter weint um ihren Sohn, der von Mitarbeitern des Kakuzi-Agrarkonzerns totgepr\u00fcgelt worden sein soll<\/p>\n<p>Illustration: Matthias Schardt \/ kombinatrotweiss \/ DER SPIEGEL<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Avocados wachsen hoch, zu hoch. Ein Werkzeug soll helfen, eine Art Greifer. Doch das dauert zu lange. Das t\u00e4gliche Soll ist so nicht zu schaffen. Also klettern die Erntehelferinnen mehrere Meter die glatten Baumst\u00e4mme hinauf, ohne Hilfsmittel.<\/p>\n<p>So hat es auch Victoria* gemacht, immer und immer wieder. Bis es einmal schiefging.<\/p>\n<p>Sie ist fast bei den Avocados angekommen, will ihre Hand ausstrecken. Doch dann verliert sie den Halt, st\u00fcrzt zu Boden. Mit dem Kopf voran. Ab diesem Moment hat sie keine Erinnerung mehr. Tage sp\u00e4ter kommt sie in einem Krankenhaus zu sich. Diagnose: Genickbruch.<\/p>\n<p>Noch heute, zwei Jahre sp\u00e4ter, ist ihr Gesicht schmerzverzerrt. St\u00e4ndig wird sie von schweren Kopfschmerzen geplagt.<\/p>\n<p>\u00bbNach meinem Krankenhausaufenthalt wollte ich gleich weiterarbeiten, zumindest leichte Aufgaben erledigen\u00ab, erz\u00e4hlt Victoria. Doch das Tor zur Kakuzi-Farm wird nicht f\u00fcr sie ge\u00f6ffnet. \u00bbSie haben mir nur gesagt: Wir wollen dich hier nie wieder sehen.\u00ab Angeblich habe sie am Krankenbett einen Umschlag mit einer Abfindung erhalten, deren Erhalt sogar unterschrieben. Daran erinnern kann sich Victoria nicht, sie war kaum bei Bewusstsein. Was mit dem Geld passiert ist \u2013 sie w\u00fcsste es selbst gern.<\/p>\n<p>Noch immer kommen Victoria die Tr\u00e4nen, wenn sie an ihren Sturz denkt. Denn mit ihrem Genick ist auch ihr Leben zerbrochen: Sie hat bleibende Hirnsch\u00e4den erlitten, ist arbeitslos, kann die Schulgeb\u00fchren f\u00fcr ihre Kinder nicht zahlen. Einen neuen Job findet sie nicht mehr. \u00bbKakuzi hat mein Leben ruiniert\u00ab, sagt sie.<\/p>\n<p>Viele aktuelle sowie ehemalige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen schildern \u00e4hnliche F\u00e4lle. Dem britisch-kenianischen Agrarriesen Kakuzi werden seit Jahren schwerste Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen: Vergewaltigung, K\u00f6rperverletzung, Totschlag; mehrfach thematisiert in kenianischen und internationalen Medien \u2013 bislang ohne Konsequenzen.<\/p>\n<p>Das \u00e4ndert sich jetzt: Einige unerschrockene Betroffene haben den Hauptanteilseigner des Konzerns in Gro\u00dfbritannien vor Gericht gebracht. Getragen wird der Widerstand vor allem von Frauen aus der Region. Mit Erfolg: Das Unternehmen hat sich vor wenigen Wochen zur Zahlung einer Millionensumme verpflichtet. Wie kam es dazu?<\/p>\n<p>Ungef\u00e4hr eineinhalb Autostunden n\u00f6rdlich von Kenias Hauptstadt Nairobi ist der Name Kakuzi allgegenw\u00e4rtig. \u00dcber mehr als hundert Quadratkilometer erstreckt sich das fruchtbare Farmland des Konzerns, bepflanzt mit Avocadob\u00e4umen, Macadamian\u00fcssen und Nutzholz. Zwischendrin riesige Viehherden. Man kann hier mehr als eine Stunde mit dem Auto fahren, ohne je \u00bbKakuzi-Land\u00ab zu verlassen, wie es die Einheimischen nennen. Keine Familie, in der nicht mindestens eine Person bei Kakuzi arbeitet.<\/p>\n<p>Der Konzern ist das, was man in Afrika koloniales Erbe nennt. Gegr\u00fcndet Anfang des 20. Jahrhunderts von wei\u00dfen Siedlern, mehrheitlich noch immer in britischer Hand. Die Nachfrage vor allem nach der \u00bbSuperfrucht\u00ab Avocado explodiert seit Jahren, eigentlich hervorragende Zeiten f\u00fcr einen Agrarkonzern. W\u00e4re da nicht Mariam Wanja.<\/p>\n<p>\u00bbDie Firma hat nur Leid \u00fcber dieses Land gebracht, so viele Arbeiterinnen sind verungl\u00fcckt\u00ab, erz\u00e4hlt sie. Wanja hat selbst auf den Feldern f\u00fcr Kakuzi gearbeitet, so wie bereits ihre Mutter und die Mutter ihrer Mutter. Doch ihren eigenen Kindern will sie das nicht mehr zumuten. Sie ist zu einer der Anf\u00fchrerinnen des lokalen Widerstands gegen den Konzernriesen geworden.<\/p>\n<p>Mariam Wanja, 68, und ihre Mitstreiterinnen haben etwas erreicht, was bislang undenkbar war: Sie haben die Vorw\u00fcrfe vor ein Gericht gebracht. Nicht in Kenia, wo das Unternehmen Einfluss bis in h\u00f6chste politische Kreise hat. Sondern in Gro\u00dfbritannien, wo der Hauptanteilseigner Camellia PLC seinen Sitz hat. Der Vorwurf: Fahrl\u00e4ssigkeit \u2013 denn Camellia habe seit Langem von mutma\u00dflichen Menschenrechtsverletzungen der kenianischen Konzerntochter Kakuzi gewusst. Ohne zu handeln.<\/p>\n<p>Und Mitte Februar konnte Mariam Wanja den Betroffenen gute Nachrichten verk\u00fcnden: Camellia hat sich verpflichtet, 4,6 Millionen britische Pfund Entsch\u00e4digung an die knapp 80 kenianischen Opfer zu zahlen. \u00bbOhne Anerkennung von Schuld\u00ab, wie der Konzern betont. Ein Urteil wollte Camellia offenbar nicht abwarten, hat sich stattdessen au\u00dfergerichtlich mit den Betroffenen geeinigt.<\/p>\n<p>\u00bbUnser Kampf hat den Blick auf die Frauen hier in der Gegend ver\u00e4ndert. Am Anfang haben mir die M\u00e4nner gesagt: Ihr macht alle nur ganz wirr. Jetzt kommen die Kerle zu mir und bitten selbst um Hilfe\u00ab, erz\u00e4hlt Wanja.<\/p>\n<p>An einem geheimen Ort, verborgen vor den Augen des Kakuzi-Sicherheitspersonals, treffen wir \u00bbAAA &amp; Others\u00ab. So hei\u00dft die Gruppe der Betroffenen auf Juristen-Englisch, denn ihre Identit\u00e4t blieb auch w\u00e4hrend des Verfahrens in Gro\u00dfbritannien geheim. Zu gro\u00df war die Sorge vor Racheakten oder Zeugenbeeinflussung durch den Agrarriesen.<\/p>\n<p>Die Gerichtsunterlagen, die dem SPIEGEL vorliegen, listen schwerste mutma\u00dfliche Menschenrechtsverletzungen auf: Vergewaltigung, K\u00f6rperverletzung, sogar Totschlag. Sieht man die Tr\u00e4nen in den Augen von \u00bbAAA &amp; Others\u00ab, h\u00f6rt man ihre br\u00fcchigen Stimmen, wird das Ausma\u00df der Vorw\u00fcrfe greifbar.<\/p>\n<p>Wir geben den Frauen einen Namen, auch wenn es nicht ihr echter ist. Wir geben ihnen ein Bild, auch wenn es nur gezeichnet ist.<\/p>\n<h3>Muthoni<\/h3>\n<p>\u00bbIch habe drei Tage lang nicht geduscht\u00ab, daran erinnert sich Muthoni* genau. Denn sie wollte Beweise sichern, so nennt sie es. Beweise in Form von Sperma in ihrem K\u00f6rper. Muthoni sei von einem Kakuzi-Wachmann vergewaltigt worden, erz\u00e4hlt sie.<\/p>\n<p>\u00bbIch wollte Brennholz im Wald auf dem Kakuzi-Gebiet sammeln, da hielt er mich an. Er versperrte mir den Weg, sagte noch: \u203aWillst du hier klauen? Heute wirst du sehen, was mit Frauen wie dir passiert.\u2039\u00ab Jetzt ist Muthoni HIV-positiv.<\/p>\n<p>Doch f\u00fcr ihre Beweise hat sich die Polizei nie interessiert. Drei Tage in Folge sei sie abgewiesen worden. \u00bbAlso habe ich es sein lassen. Kakuzi ist hier sehr m\u00e4chtig\u00ab, sagt Muthoni. Umso zufriedener ist sie mit dem Ausgang des Verfahrens in England. Sie nennt es \u00bbein St\u00fcck Gerechtigkeit\u00ab. \u00bbPl\u00f6tzlich haben wir eine Stimme. Ich bin kein Einzelfall. So viele hier reden nie \u00fcber sexuelle Gewalt, aus Scham oder aus Angst. Ich will auch f\u00fcr sie den Mund aufmachen.\u00ab<\/p>\n<h3>Grace<\/h3>\n<p>Grace* wollte auf dem Kakuzi-Land Bl\u00e4tter sammeln, f\u00fcr traditionelle Medizin. Da sei pl\u00f6tzlich ein Wachmann aufgetaucht, in Kakuzi-Uniform und mit Maske \u00fcber dem Gesicht. Er habe sie fest an beiden H\u00e4nden gepackt, als Diebin beschimpft. Er werde die Polizei rufen, wenn sie ihm nicht \u00bbzur Verf\u00fcgung stehe\u00ab, schildert Grace die Situation. Er habe versucht, ihr den Rock zu zerrei\u00dfen. \u00bbIch habe ihm fest in die Eier getreten, mich losgerissen\u00ab, erinnert sie sich. Sie ist davongekommen.<\/p>\n<p>\u00dcber Wochen konnte Grace danach ihre H\u00e4nde nicht mehr bewegen. \u00bbDer T\u00e4ter hat sie so sehr verdreht, der Schmerz war unertr\u00e4glich. Ich habe dann mit dem Mund gekocht, den Kochl\u00f6ffel zwischen den Z\u00e4hnen.\u00ab Auch psychisch tr\u00e4gt Grace Narben: Seit dem Tag im Wald h\u00e4lt sie sich von Menschen fern, hat Angstst\u00f6rungen.<\/p>\n<p>Das Gerichtsverfahren in Gro\u00dfbritannien hat ihr wieder Mut gegeben: \u00bbIch werde mir von dem Geld Nutztiere kaufen, mein eigenes Business aufbauen.\u00ab Vor allem aber habe sie ihre Geschichte endlich erz\u00e4hlen k\u00f6nnen, wenn auch anonym. Der Konzern konnte sie nicht mehr ignorieren. \u00bbJetzt haben die Sicherheitsleute Angst vor uns. Denn alle Frauen wissen nun, dass sie solche F\u00e4lle melden k\u00f6nnen. Wenn wir zusammenstehen, sind wir st\u00e4rker als die.\u00ab<\/p>\n<h3>Caroline<\/h3>\n<p>Im Leichenschauhaus wurde Caroline* zum ersten Mal klar: Ihr Sohn ist tot. Auch wenn die Leiche, die da vor ihr auf der Bahre lag, kaum noch an ihn erinnerte. Der Kopf entstellt, der K\u00f6rper voller Wunden. \u00bbEr war mein Erstgeborener, ein wundervoller Sohn, ein Freigeist\u00ab, erinnert sich Caroline. Und sie erhebt schwere Vorw\u00fcrfe: Kakuzi-Mitarbeiter h\u00e4tten ihn totgepr\u00fcgelt.<\/p>\n<p>Der Endzwanziger habe Feuerholz sammeln wollen, auf Kakuzi-Land. \u00bbNormalerweise zahlt man den Sicherheitsleuten eine Kleinigkeit, besticht sie. Dann lassen sie einen passieren. Doch an manchen Tagen sind es zu viele, um allen etwas zu geben\u00ab, berichtet Caroline. Also seien ihr Sohn und seine zwei Begleiter angehalten worden \u2013 als mutma\u00dfliche Avocadodiebe.<\/p>\n<p>Gewaltsamer Tod \u2013 so steht es im beauftragten Autopsiebericht. Die zwei Begleiter des jungen Mannes hatten Gl\u00fcck, sie waren schneller. Und konnten so den Eltern immerhin von der mutma\u00dflichen Tat berichten. Carolines Sohn wurde zu einem zentralen Fall im Verfahren vor dem britischen High Court of Justice. \u00bbDas Geld bringt mir meinen Sohn nicht zur\u00fcck. Aber ich konnte dazu beitragen, dass hoffentlich keine andere Mutter diesen Schmerz je wieder f\u00fchlen muss.\u00ab<\/p>\n<p>Muthoni, Grace, Caroline. Sie sind drei Betroffene von insgesamt 79, die Kakuzi wegen mutma\u00dflicher Menschenrechtsverletzungen vor Gericht gebracht haben. Zusammengef\u00fchrt von Mariam Wanja, unterst\u00fctzt von den Menschenrechtsorganisationen Ndula Resource Center, Kenya Human Rights Commission und SOMO.<\/p>\n<h3><strong>Die Vertreibung<\/strong><\/h3>\n<p>Es sind nur die j\u00fcngsten Vorw\u00fcrfe, die in England verhandelt wurden. Das allumfassende, strukturelle Problem dahinter bleibt ungel\u00f6st: Vertreibung. Denn dort, wo heute Kakuzi Avocados anbaut, wo die Einheimischen heimlich Holz und Bl\u00e4tter sammeln, da standen fr\u00fcher H\u00e4user und H\u00fctten. In der fruchtbaren Ebene im Norden Nairobis lebten die Menschen bis zur Kolonialzeit gut von Subsistenzwirtschaft und Viehzucht. Bis die wei\u00dfen Siedler kamen.<\/p>\n<p>Loisa Syokau ist etwa 80 Jahre alt, so genau wei\u00df sie es selbst nicht. Die Wochen, als die Kolonialherren pl\u00f6tzlich in ihr Dorf einfielen, sind ihr hingegen noch sehr pr\u00e4sent. \u00bbErst hie\u00df es, niemand darf mehr als f\u00fcnf Tiere besitzen. Den Rest haben sie uns weggenommen.\u00ab In den Vierzigerjahren sei das gewesen. \u00bbVon Woche zu Woche wurde es immer schlimmer. Schlie\u00dflich haben sie angefangen, unsere H\u00fctten abzubrennen.\u00ab Neben ihr sitzt Kamande Muchema, er best\u00e4tigt ihre Erz\u00e4hlungen.<\/p>\n<p>Die Dorfbewohner ergriffen schlie\u00dflich die Flucht, hinauf zu den kargen H\u00fcgeln \u00fcber \u00bbKakuzi-Land\u00ab. Von hier aus blicken sie hinab auf ihre fr\u00fchere Heimat, \u00fcber ihnen eine Starkstromleitung, die kontinuierlich summt. Bis heute leben sie hier als geduldete Besetzer auf Land, das der Regierung geh\u00f6rt. Eine Entsch\u00e4digung oder gar neues Land haben sie nie bekommen.<\/p>\n<p>\u00bbUnten in der Ebene hatten wir alles. Hier oben k\u00f6nnen wir kaum etwas anbauen. Die Kolonialzeit hat in diesen H\u00fcgeln nie aufgeh\u00f6rt\u00ab, sagt Loisa Syokau. Wenn jemand im Dorf krank wird, m\u00fcssen vier M\u00e4nner einen Sack aufspannen und die Patienten oder Patientinnen mehrere Stunden lang ins Tal tragen. \u00bbMeine Tochter hat auf diese Weise eine Fehlgeburt erlitten. Meine S\u00f6hne sind nach Nairobi abgehauen und kriminell geworden. Ich m\u00f6chte euch Europ\u00e4ern sagen: An euren Avocados klebt unser Blut.\u00ab<\/p>\n<h3><strong>Die Stellungnahme<\/strong><\/h3>\n<p>Kakuzi antwortet in scharfem Ton per E-Mail auf die Fragen des SPIEGEL. Es gehe um sehr ernste Vorw\u00fcrfe, die Straftaten betr\u00e4fen \u2013 \u00bbdie sollten von niemandem leichtfertig erhoben werden\u00ab, schreibt der Konzern. Die meisten F\u00e4lle seien nie bei kenianischen Ermittlungsbeh\u00f6rden angezeigt worden, Kakuzi selbst sei nicht Teil des Verfahrens in Gro\u00dfbritannien gewesen. Daher habe die Firma inzwischen selbst alle Vorw\u00fcrfe an den Generalstaatsanwalt weitergeleitet, der daraufhin polizeiliche Ermittlungen veranlasst habe.<\/p>\n<p>Warum wurden die mutma\u00dflichen Menschenrechtsverletzungen tats\u00e4chlich nicht in Kenia angeklagt, sondern im fernen England? Mary Kambo von der Kenya Human Rights Commission begr\u00fcndet das mit dem Einfluss des Unternehmens vor Ort: \u00bbKakuzi kann sich hier einfach freikaufen, sie arbeiten mit den Beh\u00f6rden Hand in Hand. Wichtige Unterlagen und Beweise verschwinden einfach oder werden beschlagnahmt. Wir haben lange genug versucht, die Probleme vor Ort zu l\u00f6sen. Es funktioniert nicht.\u00ab<\/p>\n<p>Kakuzi teilt in der Stellungnahme zudem mit, dass nach Arbeitsunf\u00e4llen stets eine angemessene Entsch\u00e4digung gezahlt werde. Das Unternehmen unterst\u00fctze keine Diskriminierung und besch\u00e4ftige viele Personen weiter, die Arbeitsunf\u00e4lle erlitten h\u00e4tten. F\u00fcr Landfragen sei die Regierung zust\u00e4ndig.<\/p>\n<h3><strong>Die Konsequenzen<\/strong><\/h3>\n<p>Mehrere Superm\u00e4rkte in England haben wegen der schweren Vorw\u00fcrfe gegen Kakuzi bereits Produkte des Konzerns aus dem Sortiment genommen, erwarten umfassende Aufkl\u00e4rung und Reformen. Loisa Syokau, Mariam Wanja und den anderen Frauen reicht das nicht. Sie wollen weiterk\u00e4mpfen. Bis \u00bbKakuzi-Land\u00ab wieder ihr Land ist.<\/p>\n<p><strong><em>*Wir haben die Namen der Protagonisten auf ihren Wunsch hin und zu ihrem Schutz ge\u00e4ndert.<\/em><\/strong><\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Eine Mutter weint um ihren Sohn, der von Mitarbeitern des Kakuzi-Agrarkonzerns totgepr\u00fcgelt worden sein soll Illustration: Matthias Schardt \/ kombinatrotweiss \/ DER SPIEGEL Die Avocados wachsen hoch, zu<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":6368,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6367","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6367","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6367"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6367\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6368"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6367"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6367"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6367"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}