{"id":6365,"date":"2021-03-08T21:56:05","date_gmt":"2021-03-08T18:56:05","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-zahlen-der-sorgenvolle-blick-zu-den-nachbarn-drei-szenarien-fur-deutschland\/"},"modified":"2021-03-08T21:56:05","modified_gmt":"2021-03-08T18:56:05","slug":"corona-zahlen-der-sorgenvolle-blick-zu-den-nachbarn-drei-szenarien-fur-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-zahlen-der-sorgenvolle-blick-zu-den-nachbarn-drei-szenarien-fur-deutschland\/","title":{"rendered":"Corona-Zahlen: Der sorgenvolle Blick zu den Nachbarn &#8211; drei Szenarien f\u00fcr Deutschland"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/fe091427-1b88-43fc-b531-868241811f32_w948_r1.77_fpx56_fpy60.jpg\" title=\"Paris: In Frankreich blieben die Infektionszahlen auch ohne Shutdown auf gleichem, aber hohem Niveau\" alt=\"Paris: In Frankreich blieben die Infektionszahlen auch ohne Shutdown auf gleichem, aber hohem Niveau\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Paris: In Frankreich blieben die Infektionszahlen auch ohne Shutdown auf gleichem, aber hohem Niveau<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Christophe Petit Tesson \/ EPA  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Erst 50, dann 35, jetzt 100: In den vergangenen Wochen haben Bund und L\u00e4nder immer neue Grenzwerte festgelegt, bei denen Lockerungen m\u00f6glich sein sollen. Die Virologin Isabelle Eckerle von der Universit\u00e4t Genf verglich das Hin und Her mit jemandem, der eigentlich abnehmen will, sich f\u00fcr jedes verlorene Pfund aber sofort mit einer Riesenpizza belohnt und sich dann wundert, dass es mit dem Abnehmen nicht klappt.<\/p>\n<p>Sie ist nicht die einzige Expertin, die mit Sorge auf die kommenden Wochen blickt. Durch die vereinbarten schrittweisen Lockerungen und die sich ausbreitende Mutante B.1.1.7 d\u00fcrfte die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland wieder steigen. Die entscheidende Frage wird nun sein, was Schnelltests und Impfungen dem entgegensetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zuletzt verzeichnete das Robert Koch-Institut (RKI) einen Anstieg der gemeldeten Neuinfektionen, aber einen Tiefstand bei den Todesf\u00e4llen. Dass weniger Covid-19-Tote gemeldet werden, k\u00f6nnte bereits ein Erfolg der Impfungen sein. Die Inzidenz bei den \u00fcber 80-J\u00e4hrigen ist zuletzt zur\u00fcckgegangen, wahrscheinlich weil viele Senioren mit der Impfung vor einer Covid-19-Erkrankung gesch\u00fctzt sind.<\/p>\n<p>Auf ein vermindertes Infektionsgeschehen l\u00e4sst sich daraus aber nicht schlie\u00dfen \u2013 im Gegenteil. Wichtige Kennwerte geben deutliche Hinweise auf einen neuen Anstieg.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>So wurden am Montag mit 5011 <strong>Corona-Neuinfektionen merklich mehr gemeldet als am Montag vergangener Woche<\/strong> (4732).<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Die Zahl der binnen <strong>sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner<\/strong> (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Montag <strong>bundesweit bei 68 \u2013 und damit h\u00f6her als am Vortag<\/strong> (66,1). Einen solchen Wert hatte es zuletzt am 10. Februar gegeben, also vor fast vier Wochen. Danach war die Inzidenz noch einige Tage gesunken, ein Tiefstand wurde mit 56,8 am 19. Februar erreicht. Seither geht es mit dem Wert in der Tendenz wieder merklich aufw\u00e4rts.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Best\u00e4tigt wird der Trend von der Entwicklung der sogenannten <strong>Reproduktionszahl<\/strong>: Der im abendlichen Lagebericht des RKI angegebene bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag in den vergangenen zwei Wochen (seit 22. Februar) <strong>stets deutlich \u00fcber 0,9 und an der Mehrzahl der Tage \u00fcber 1<\/strong>. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch mehr als 100 weitere Menschen anstecken \u2013 ein anhaltend \u00fcber 1 liegender Wert gilt darum als Signal f\u00fcr eine Zunahme beim Infektionsgeschehen.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Geht der Trend weiter, k\u00f6nnte die Sieben-Tage-Inzidenz bundesweit bereits in den kommenden ein bis drei Wochen die Grenze von 100 knacken. Dann m\u00fcsste theoretisch die von Bund und L\u00e4ndern vereinbarte Notbremse greifen \u2013 Lockerungen w\u00fcrden wieder zur\u00fcckgenommen. Oder die Politik einigt sich auf neue Grenzwerte.<\/p>\n<p>Ein Blick in die europ\u00e4ischen Nachbarl\u00e4nder zeigt, wie es nun weitergehen k\u00f6nnte. Denn auch der Rest Europas durchl\u00e4uft eine Corona-Berg-und-Tal-Fahrt. Dort zeigen sich drei denkbare Szenarien:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Die Corona-Achterbahn ger\u00e4t ins Stocken, <strong>weitere Lockerungen w\u00fcrden dadurch m\u00f6glicherweise unerreichbar<\/strong>.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Die Achterbahn rauscht in immer <strong>wieder neue Shutdown-Loopings<\/strong>.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Oder sie rumpelt auf hohem Niveau in einem <strong>Dauer-Shutdown light<\/strong> voran.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Beispiel \u00d6sterreich \u2013 weitere \u00d6ffnungen in Gefahr<\/h3>\n<p>\u00d6sterreich hat schon vor knapp einem Monat \u00e4hnliche Lockerungen beschlossen wie Deutschland. Die Gesch\u00e4fte sind seit Anfang Februar unter Auflagen wieder ge\u00f6ffnet, auch die Schule l\u00e4uft vielerorts im Regelbetrieb. Andere Einschr\u00e4nkungen gelten dagegen weiterhin. Restaurants d\u00fcrfen nur Essen zum Mitnehmen anbieten, private Treffen sind auf zwei Haushalte beschr\u00e4nkt, zwischen 20 Uhr und 6 Uhr gelten anders als in Deutschland zus\u00e4tzlich Ausgangsbeschr\u00e4nkungen. Allerdings darf man in dieser Zeit auch zum Spazierengehen raus.<\/p>\n<p>Als \u00d6sterreich die Lockerungen beschlossen hatte, lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei etwa 100, inzwischen steuert die Alpenrepublik auf eine Marke von 200 zu. Nach j\u00fcngsten Daten des Covid-Prognose-Konsortiums droht die Sieben-Tage-Inzidenz von jetzt rund 165 auf 228 n\u00e4chste Woche zu steigen. Die Entwicklung sei regional voraussichtlich sehr unterschiedlich. Ein besonders hoher Wert von rund 320 sei im Bundesland Salzburg zu erwarten. \u00bbDas Ruder zeigt leider in die falsche Richtung\u00ab, sagte \u00d6sterreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober.<\/p>\n<p>Ein Grund f\u00fcr die steigenden Zahlen k\u00f6nnten auch zunehmende Tests sein. Das t\u00e4gliche Aufkommen bei Antigen- und PCR-Tests hat sich in \u00d6sterreich bei etwa 220.000 eingependelt. Das w\u00fcrde unter Ber\u00fccksichtigung der Einwohnerzahl etwa zwei Millionen t\u00e4glichen Tests in Deutschland entsprechen.<\/p>\n<p>Allerdings ist die Zahl der Tests zuletzt nicht signifikant gestiegen, und auch die Zahl der Covid-19-Patienten in Krankenh\u00e4usern steigt sp\u00fcrbar. Ein Indikator, dass sich das Virus tats\u00e4chlich wieder st\u00e4rker ausbreitet. Eine \u00dcberlastung der Intensivstationen droht laut Beh\u00f6rdenangaben aber nicht.<\/p>\n<p>Laut dem \u00f6sterreichischen Covid-Prognose-Konsortium geht die Steigerung bei den neu gemeldeten Infektionen auf die aus Gro\u00dfbritannien bekannte Mutante B.1.1.7 zur\u00fcck. Die Reproduktionszahl sei auf 1,14 gestiegen. Das hei\u00dft, dass 100 Erkrankte 114 weitere Menschen anstecken.<\/p>\n<p>Inzwischen gibt es Zweifel, ob die Au\u00dfenbereiche der Gastronomie in \u00d6sterreich wie geplant am 15. M\u00e4rz \u00f6ffnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Beispiel Italien \u2013 Lockerungen m\u00fcssen zur\u00fcckgenommen werden<\/h3>\n<p>Italien setzt seit dem Herbst auf ein Ampelsystem, das einzelne Gebiete in Risikozonen einteilt \u2013 je nachdem, wie stark sich das Virus dort verbreitet. Anfang Februar gab es auch in Italien erste Lockerungen. In gelben Zonen durften Restaurants bis 18 Uhr \u00f6ffnen, auch Museumsbesuche sind seitdem wieder m\u00f6glich. Zun\u00e4chst schienen die \u00d6ffnungen die Infektionszahlen kaum nach oben zu treiben. Bis Ende Februar blieb die Inzidenz landesweit bei stabil um etwa 149.<\/p>\n<p>Allerdings machen sich die \u00d6ffnungen verz\u00f6gert bemerkbar, weil einige Zeit zwischen dem Tag der Ansteckung und positivem Testergebnis vergeht. Seit Ende Februar steigen die Zahlen wieder deutlich. Die Gesundheitsbeh\u00f6rden in Italien z\u00e4hlten am Sonntag fast 21.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden.<\/p>\n<p>Italien hat deshalb in mehreren Regionen die Beschr\u00e4nkungen versch\u00e4rft. Viele Schulen bleiben dort ab Montag wieder geschlossen, Restaurants in betroffenen Gebieten d\u00fcrfen nicht mehr f\u00fcr G\u00e4ste \u00f6ffnen. Die s\u00fcditalienische Urlaubsregion Kampanien, zu der Neapel und die Amalfik\u00fcste geh\u00f6ren, ist nun als dritte Region eine rote Zone mit den sch\u00e4rfsten Corona-Sperren.<\/p>\n<p>Bisher sind schon die Basilikata im S\u00fcden und die kleine Adria-Region Molise solche roten Zonen. In diesen Gebieten m\u00fcssen Schulen schlie\u00dfen. Die Menschen sollen ihre Wohnungen m\u00f6glichst selten verlassen. In ganz Italien gilt zudem weiter eine n\u00e4chtliche Ausgangssperre ab 22.00 Uhr. Die Regionalgrenzen d\u00fcrfen nur in Ausnahmef\u00e4llen \u00fcberschritten werden. Wegen der nach oben gehenden Corona-Kurve hatten Experten am Wochenende von der Regierung eine weitere Versch\u00e4rfung der Schutzma\u00dfnahmen gefordert.<\/p>\n<h3>Beispiel Frankreich \u2013 Seitw\u00e4rtsbewegung<\/h3>\n<p>Anders als andere L\u00e4nder setzte Frankreich nicht auf einen strengen nationalen Shutdown, stattdessen tastet sich das Land durch einen Dauer-Halb-Shutdown. Schulen und Gesch\u00e4fte blieben ge\u00f6ffnet. Allerdings gilt weiterhin eine n\u00e4chtliche Ausgangssperre, gro\u00dfe Einkaufszentren und Restaurants bleiben geschlossen. Die Infektionskurve macht seitdem eine Seitw\u00e4rtsbewegung.<\/p>\n<p>Etwa seit Anfang des Jahres stagnieren die pro Tag gemeldeten Neuinfektionen auf hohem Niveau bei etwa 20.000. Die Inzidenz f\u00fcr ganz Frankreich lag zuletzt etwa bei 220, in Paris war sie mit 320 noch deutlich h\u00f6her. Anders als Deutschland konzentriert sich Frankreich jedoch nicht mehr haupts\u00e4chlich auf die gemeldete Zahl der Neuinfektionen, sondern auf die Situation in den Krankenh\u00e4usern.<\/p>\n<p>Wegen der steigenden Zahl von Covid-19-Patienten gelten in Nord- und S\u00fcdfrankreich zus\u00e4tzliche Wochenend-Lockdowns. Von Freitag 18 Uhr bis Montag sechs Uhr d\u00fcrfen Anwohner ihre H\u00e4user nur verlassen, wenn sie einen triftigen Grund daf\u00fcr haben. Die Betroffenen sollen sich nur in einem Umkreis von f\u00fcnf Kilometern bewegen.<\/p>\n<p>Das an Deutschland grenzende franz\u00f6sische D\u00e9partement Moselle gilt seit Anfang M\u00e4rz als Risikogebiet mit besonders hohem Infektionsrisiko, weil sich dort die ansteckendere Virusvariante rasant ausbreitet. Der saarl\u00e4ndische Ministerpr\u00e4sident Tobias Hans forderte im SPIEGEL-Interview, mehr Impfstoffdosen in den saarl\u00e4ndischen Grenzregionen zur Verf\u00fcgung zu stellen, um die Ausbreitung der Virusvariante zu d\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Die Menschen in Frankreich m\u00fcssten noch vier bis sechs Wochen durchhalten, sagte Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron. Dann k\u00f6nnten Auswirkungen der Impfkampagne sp\u00fcrbare Lockerungen bringen. Sein Regierungssprecher stellte bis Mitte April eine \u00bbR\u00fcckkehr zu einem normalen Leben\u00ab in Aussicht. Im franz\u00f6sischen Verteidigungsrat soll Macron gesagt haben: \u00bbSolange ihr Impfstoff im K\u00fchlschrank liegen lasst, sperre ich die Leute nicht wieder ein.\u00ab Nun muss sich zeigen, ob der Pr\u00e4sident das Versprechen halten kann.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Paris: In Frankreich blieben die Infektionszahlen auch ohne Shutdown auf gleichem, aber hohem Niveau Foto:\u2002Christophe Petit Tesson \/ EPA Erst 50, dann 35, jetzt 100: In den vergangenen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":6366,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6365","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6365","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6365"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6365\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6366"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6365"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6365"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6365"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}