{"id":633,"date":"2020-06-22T12:04:00","date_gmt":"2020-06-22T09:04:00","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/wirecard-aktien-brechen-an-der-borse-dramatisch-ein\/"},"modified":"2020-06-22T12:04:00","modified_gmt":"2020-06-22T09:04:00","slug":"wirecard-aktien-brechen-an-der-borse-dramatisch-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/wirecard-aktien-brechen-an-der-borse-dramatisch-ein\/","title":{"rendered":"Wirecard-Aktien brechen an der B\u00f6rse dramatisch ein"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/be86d875-cdf0-40bf-87d7-e271e547da67_w948_r1.77_fpx42_fpy54.98.jpg\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption> LUKAS BARTH-TUTTAS\/EPA-EFE\/Shutterstock <\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"caps\">Der Ausverkauf der Wirecard-Aktien setzt sich vor. Die Papiere des von einem schweren Bilanzskandal getroffenen Bezahldienstleisters b\u00fc\u00dften im fr\u00fchen Handel weitere knapp 38 Prozent auf 15,10 Euro ein, nachdem sie bereits am Donnerstag und Freitag um bis zu 82 Prozent eingebrochen waren.<\/p>\n<p>Der B\u00f6rsenwert ist so auf knapp 1,9 Milliarden Euro geschrumpft, womit sich seit Mittwoch elf Milliarden Euro in Luft aufgel\u00f6st haben.<\/p>\n<p>1,9 Milliarden Euro ist bezeichnenderweise auch die Summe, die der Konzern vermisst. Denn im Bilanzskandal hat Wirecard einr\u00e4umen m\u00fcssen, dass das angeblich auf Treuhandkonten befindliche Bankguthaben &quot;mit \u00fcberwiegender Wahrscheinlichkeit nicht besteht.&quot; Es steht ein Milliardenbetrug im Raum.<\/p>\n<h3>H\u00e4ndler: &quot;Keiner will in fallendes Messer greifen&quot;<\/h3>\n<p>An der B\u00f6rse herrscht Vorsicht. &quot;In das fallende Messer will keiner reingreifen&quot;, sagte ein H\u00e4ndler. &quot;Die Zukunft des Unternehmens ist aktuell mehr als unsicher.&quot; Hinzu d\u00fcrfte eine Klagewelle kommen. Wirecard wickelt bargeldlose Zahlungen f\u00fcr H\u00e4ndler ab, sowohl an Ladenkassen als auch online. Das Unternehmen ist seit \u00fcber einem Jahr in Bedr\u00e4ngnis, seit die Londoner &quot;Financial Times&quot; dem Management in einer Serie von Artikeln Bilanzmanipulationen vorwarf. Auch die Finanzaufsicht Bafin und die M\u00fcnchner Staatsanwaltschaft untersuchen den Fall Wirecard.<\/p>\n<p>Nach den aktuellen Hinweisen auf m\u00f6gliche Luftbuchungen in Milliardenh\u00f6he k\u00f6nnten auf Wirecard weitere Ermittlungen zukommen. &quot;Wir pr\u00fcfen alle in Betracht kommenden Straftaten&quot;, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft M\u00fcnchen I. <\/p>\n<p>Nachdem die Wirtschaftspr\u00fcfer von EY das Testat f\u00fcr den Jahresabschluss wegen der fehlenden Gelder verweigert hatten, k\u00f6nnten die Banken Wirecard nun die Kredite k\u00fcndigen. Au\u00dferdem nahm Wirecard in der Folge nicht nur seine vorl\u00e4ufige Einsch\u00e4tzung f\u00fcr das Gesch\u00e4ftsjahr 2019 zur\u00fcck, sondern auch die Zahlen f\u00fcr das erste Quartal. M\u00f6gliche Auswirkungen auf die Jahresabschl\u00fcsse vorangegangener Gesch\u00e4ftsjahre werden zudem nicht ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Die Ratingagentur Moody&#039;s hat bereits am sp\u00e4ten Freitagabend ihr Urteil f\u00fcr die Kreditw\u00fcrdigkeit von Wirecard auf &quot;Ramsch&quot; gesenkt und mitgeteilt, dass weitere Abstufungen m\u00f6glich seien. Dennoch k\u00f6nnten die Banken vorerst weiter zu dem Konzern stehen: &quot;Keiner hat ein Interesse daran, den Kredit zu k\u00fcndigen&quot;, zitierte die &quot;Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung&quot; aus einem der beteiligten Geldh\u00e4user. &quot;Alle wollen jetzt das Ding kurzfristig stabilisieren.&quot;<\/p>\n<h3>Interims-Chef Freis: In &quot;konstruktiven Gespr\u00e4chen&quot;<\/h3>\n<p>Auch Interims-Chef James Freis k\u00e4mpft um das \u00dcberleben des Konzerns: Man stehe weiterhin mit Hilfe der am Freitag angeheuerten Investmentbank Houlihan Lokey in &quot;konstruktiven Gespr\u00e4chen&quot; mit den kreditgebenden Banken. Aus dem Umfeld von Wirecard hie\u00df es dem Bericht zufolge, man hoffe auf eine Einigung bis Ende kommender Woche.<\/p>\n<p>Wirecard war bisher von der Existenz der Treuhandkonten ausgegangen und hatte sie als Aktivposten ausgewiesen &#8211; und musste mit der Einsicht, dass das Geld wohl weg ist, einr\u00e4umen: &quot;M\u00f6gliche Auswirkungen auf die Jahresabschl\u00fcsse vorangegangener Gesch\u00e4ftsjahre k\u00f6nnen nicht ausgeschlossen werden.&quot;<\/p>\n<p>In der vergangenen Woche hatte sich der Bilanzskandal um Wirecard drastisch versch\u00e4rft. Der umstrittene Vorstandschef Markus Braun musste seinen Posten r\u00e4umen. Am Freitag teilten die philippinischen Banken BDO Unibank und Bank of the Philippine Islands mit, dass der deutsche Dax-Konzern kein Klient bei ihnen sei. Dokumente externer Pr\u00fcfer, die das Gegenteil besagten, seien gef\u00e4lscht. Auf den Konten der beiden Banken h\u00e4tte die Summe eigentlich liegen sollen. Am Sonntag erkl\u00e4rte auch die Zentralbank in Manila, dass die fehlenden Milliarden wohl nicht auf den Philippinen sind.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern LUKAS BARTH-TUTTAS\/EPA-EFE\/Shutterstock Der Ausverkauf der Wirecard-Aktien setzt sich vor. 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