{"id":622,"date":"2020-06-21T23:29:53","date_gmt":"2020-06-21T20:29:53","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/jason-armstrong-ist-polizeichef-von-ferguson-ein-fast-unmoglicher-job\/"},"modified":"2020-06-21T23:29:53","modified_gmt":"2020-06-21T20:29:53","slug":"jason-armstrong-ist-polizeichef-von-ferguson-ein-fast-unmoglicher-job","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/jason-armstrong-ist-polizeichef-von-ferguson-ein-fast-unmoglicher-job\/","title":{"rendered":"Jason Armstrong ist Polizeichef von Ferguson &#8211; ein fast unm\u00f6glicher Job"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/e3b1cce5-0a16-410f-bb0f-ef7b784b2655_w948_r1.77_fpx67.34_fpy55.01.jpg\" title=\"Die Wut entl\u00e4dt sich: Proteste vor der Polizeiwache in Ferguson\" alt=\"Die Wut entl\u00e4dt sich: Proteste vor der Polizeiwache in Ferguson\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Die Wut entl\u00e4dt sich: Proteste vor der Polizeiwache in Ferguson<\/p>\n<p> Christian Gooden\/ AP <\/figcaption><\/figure>\n<p>Wie schwer es ist, Vertrauen aufzubauen, musste Jason Armstrong in den vergangenen Wochen erfahren. Der Polizeichef von Ferguson hatte sich unter die Demonstranten gemischt, die gegen den Tod von George Floyd in Minneapolis protestierten.<\/p>\n<p>Als der Zug an seiner Wache vorbeikam, ging er wie viele Teilnehmer f\u00fcr neuneinhalb Minuten auf die Knie. So lange hatte ein Polizist sein Knie auf den Hals von Floyd gedr\u00fcckt, bis dieser starb.<\/p>\n<p>Die Geste der Solidarit\u00e4t bewirkte nichts. Wenige Stunden sp\u00e4ter schlugen Demonstranten die Scheiben der Wache mit Baseballschl\u00e4gern ein, schossen mit Feuerwerksk\u00f6rpern auf Polizisten und begannen, Autos zu demolieren. Armstrong wies seine Leute schlie\u00dflich an, Tr\u00e4nengas einzusetzen.<\/p>\n<p>Noch Tage danach sieht die Polizeiwache aus, als m\u00fcsse sie sich vor neuen Attacken sch\u00fctzen. Fenster und T\u00fcren sind mit Sperrholzplatten verrammelt. Wer einen Termin mit Armstrong hat, kann nicht einfach zur Anmeldung gehen, er muss sich drau\u00dfen von einem Polizisten abholen lassen.<\/p>\n<p>Die Wache ist eine Festung. Sie sieht jetzt so aus, wie der Chief es nie wollte.<\/p>\n<p>Armstrong, ein 40-j\u00e4hriger Afroamerikaner, leitet die Polizei in Ferguson seit etwa einem Jahr. Die Wache ist landesweit ber\u00fcchtigt, seitdem ein wei\u00dfer Beamter im Jahr 2014 den unbewaffneten Schwarzen Michael Brown mit sechs Sch\u00fcssen niederstreckte. Wochenlange Ausschreitungen waren die Folge.<\/p>\n<p>Armstrong wei\u00df, wie schwer es ist, die Beziehung zur Bev\u00f6lkerung zu verbessern. &quot;Nicht alle sind zufrieden mit den Ver\u00e4nderungen, die sie wahrnehmen&quot;, sagt er. &quot;Das ist etwas, woran wir definitiv noch arbeiten m\u00fcssen.&quot;<\/p>\n<p>Es wird nicht leicht. Armstrong ist &#8211; nach zwei Interimspolizeichefs und einem Vorg\u00e4nger, der nur zwei Jahre im Amt war &#8211; bereits der vierte Beh\u00f6rdenleiter, der das versucht.<\/p>\n<p>Er steht exemplarisch f\u00fcr die Probleme, vor denen gerade auch schwarze Polizeichefs im ganzen Land stehen:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Die afroamerikanische Community w\u00fcnscht sich schnelle, sichtbare Verbesserungen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Die Polizisten erwarten, dass ihr Boss hinter ihnen steht und sie gegen pauschale Vorw\u00fcrfe sch\u00fctzt.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Und die Politik schwankt, ob sie den radikalen Forderungen mancher B\u00fcrgerrechtsgruppen oder dem Bed\u00fcrfnis der B\u00fcrger nach Sicherheit folgen soll.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Der W\u00fcrgegriff ist in Ferguson bereits verboten<\/h3>\n<p>Armstrong weist darauf hin, dass in Ferguson bereits eine Menge geschehen ist. Der W\u00fcrgegriff, der in Washington derzeit heftig diskutiert wird, ist in Ferguson bereits verboten. Als Michael Brown starb, seien unter den etwa 50 Polizisten f\u00fcnf Schwarze gewesen, sagt Polizeichef Armstrong. Mittlerweile geh\u00f6re \u00fcber die H\u00e4lfte seiner Beamten einer Minderheit an.<\/p>\n<p>Armstrong hat versucht, die Kluft zwischen Bev\u00f6lkerung und Polizei zu verringern. Er hat Treffen zwischen der Polizei und Gemeindemitgliedern organisiert. Er ist in Friseursalons gegangen, um Teile der Bev\u00f6lkerung zu treffen, die zu Polizeiveranstaltungen nicht gekommen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Aber er sieht auch, wie m\u00fchsam es ist, Ver\u00e4nderungen durchzusetzen. &quot;Niemand \u00e4ndert gern Verhaltensweisen, die seit Jahrzehnten Bestand haben&quot;, sagt er. Wichtig sei es, genau zu erkl\u00e4ren, warum er Dinge ver\u00e4ndern wolle. Nur dann habe er eine Chance, bei seinen Leuten auch Geh\u00f6r zu finden.<\/p>\n<h3>Rassismus ist ein Problem in der Polizei<\/h3>\n<p>\u00dcber den Rassismus in der eigenen Truppe redet er offen. &quot;Das ist ein gro\u00dfes Problem innerhalb der Polizei, weil die Leute ihre Einstellungen aus dem Alltagsleben mit in ihren Beruf bringen&quot;, sagt er. &quot;Wir kennen alle die Geschichte des Rassismus in diesem Land.&quot;<\/p>\n<p>&quot;Das Problem ist, dass ich einem Menschen nicht ansehe, was er denkt&quot;, sagt Armstrong. Er k\u00f6nne bei seinen Beamten keinen DNA-Test auf Rassismus machen lassen. &quot;Ich kann nur sicherstellen, dass ihre Arbeit genau beobachtet wird, damit sich solche Menschen nicht innerhalb der Organisation verstecken k\u00f6nnen&quot;, sagt er.<\/p>\n<p>Das ist bei einer kleinen Polizei wie der in Ferguson leichter als in einer Gro\u00dfstadt mit mehreren Tausend Polizisten. Alle Beamten in Ferguson tragen Kameras am K\u00f6rper. Das macht es schwieriger, falsches Verhalten hinterher zu vertuschen.<\/p>\n<p>Das wichtigste sei, dass die Polizisten sich f\u00fcr ihr Vorgehen verantworten m\u00fcssten, sagt Armstrong. Dazu geh\u00f6re auch, dass Beamte dazu verpflichtet seien, Kollegen zu melden, die unn\u00f6tig Gewalt anwendeten oder sonst gegen die Regeln verstie\u00dfen. So etwas wie in Minneapolis, als drei Polizisten ihrem Kollegen dabei zusahen, wie er Floyd George umbrachte, soll es in Ferguson nicht geben.<\/p>\n<p>&quot;Wenn du dabei warst, wie ein Polizist falsch gehandelt hat, und du meldest es nicht, dann bist du genauso mitschuldig&quot;, sagt Armstrong. Es sei eine F\u00fchrungsaufgabe, das allen klar zumachen.<\/p>\n<p>F\u00fcr eins hat der Polizeichef wenig Verst\u00e4ndnis: &quot;Defund the Police&quot;, also weniger Geld f\u00fcr die Polizei. Das sei eine Forderung, die ein Teil der Politiker sich zu eigen mache, weil sie glaubten, die Menschen im Land wollten das h\u00f6ren. Teil einer seri\u00f6sen Polizeireform sei das nicht.<\/p>\n<h3>Donald Trump ist nicht hilfreich<\/h3>\n<p>Ohne die Politik, das wei\u00df Armstrong aber auch, ist eine dauerhafte Verbesserung schwierig. Ist Pr\u00e4sident Donald Trump dabei hilfreich? Armstrong muss nicht lange \u00fcberlegen. &quot;Nein&quot;, sagt er.<\/p>\n<p>&quot;Ich versuche die Leute so zu respektieren, wie sie sind&quot;, sagt er. &quot;Aber wenn man eine solche B\u00fchne hat, dann sollte man eine Botschaft der Einheit senden und keine, die die Leute spaltet.&quot; Seine Arbeit in Ferguson machen diese Botschaften nicht leichter.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Die Wut entl\u00e4dt sich: Proteste vor der Polizeiwache in Ferguson Christian Gooden\/ AP Wie schwer es ist, Vertrauen aufzubauen, musste Jason Armstrong in den vergangenen Wochen erfahren. 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