{"id":6169,"date":"2021-02-27T15:08:46","date_gmt":"2021-02-27T12:08:46","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/die-linke-vorstand-das-sind-janine-wissler-und-susanne-hennig-wellsow\/"},"modified":"2021-02-27T15:08:46","modified_gmt":"2021-02-27T12:08:46","slug":"die-linke-vorstand-das-sind-janine-wissler-und-susanne-hennig-wellsow","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/die-linke-vorstand-das-sind-janine-wissler-und-susanne-hennig-wellsow\/","title":{"rendered":"Die Linke-Vorstand: Das sind Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/2625fe50-ac3b-428f-a328-064cf3ea23ae_w948_r1.77_fpx36.77_fpy49.98.jpg\" title=\"Die neuen Linkenchefinnen: Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow\" alt=\"Die neuen Linkenchefinnen: Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Die neuen Linkenchefinnen: Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Bernd von Jutrczenka \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow haben es geschafft: Erstmals stehen an der Spitze einer im Bundestag vertretenen Partei zwei Frauen. Die beiden werden k\u00fcnftig die Geschicke der Linken lenken.<\/p>\n<p>Sie wurden mit gro\u00dfen Mehrheiten auf dem digitalen Parteitag der Linken gew\u00e4hlt. Wissler, bisher Linkenfraktionsvorsitzende in Hessen, erhielt mit 84,2 Prozent ein gutes Ergebnis, die bisherige th\u00fcringische Linkenvorsitzende Hennig-Wellsow holte 70,5 Prozent der Delegiertenstimmen.<\/p>\n<p>Die Frauen l\u00f6sen die bisherigen Chefs Katja Kipping und Bernd Riexinger ab. Beide hatten die Linkspartei knapp neun Jahre lang gef\u00fchrt. Die Wahl auf dem Parteitag ist vorl\u00e4ufig. Erst Ende n\u00e4chster Woche wird das rechtssichere Ergebnis aus der Briefwahl bekannt gegeben.<\/p>\n<p>Wer sind die Frauen, die nun im Karl-Liebknecht-Haus in Berlin die Partei steuern werden?<\/p>\n<h3>\u00bbDie Gesellschaft grunds\u00e4tzlich \u00e4ndern\u00ab<\/h3>\n<p>Janine Wissler hielt auf dem Parteitag eine antikapitalistische, emotionale Rede. Sie wetterte gegen das \u00bbneoliberale Credo\u00ab, wies auf die niedrigen L\u00f6hne im Gesundheitssektor hin und auf die vergessenen Arbeitslosen.<\/p>\n<p>\u00bbMit diesen Zust\u00e4nden werden wir uns niemals abfinden\u00ab, rief Wissler. Es brauche ein \u00bbAufbegehren gegen die Verh\u00e4ltnisse\u00ab, gro\u00dfe Immobilienunternehmen m\u00fcssten enteignet werden. \u00bbWir wollen die Gesellschaft grunds\u00e4tzlich \u00e4ndern\u00ab, so Wissler.<\/p>\n<p>Wissler hat in der Linkspartei eine Blitzkarriere hingelegt. 2008 zog die damals 27-J\u00e4hrige mit der Linken in den hessischen Landtag ein, bereits ein Jahr sp\u00e4ter \u00fcbernahm sie den Fraktionsvorsitz, zun\u00e4chst mit Willi van Ooyen, sp\u00e4ter allein.<\/p>\n<h3>Lafontaine und Riexinger als F\u00f6rderer<\/h3>\n<p>Die Genossinnen und Genossen im hessischen Landtag loben Wissler f\u00fcr ihre pointierten Reden und ihre Schlagfertigkeit. Auch auf Bundesebene galt die Politikwissenschaftlerin schon fr\u00fch als gro\u00dfes Talent, Oskar Lafontaine und Bernd Riexinger z\u00e4hlten zu ihren F\u00f6rderern. 2014 wurde Wissler zur stellvertretenden Parteivorsitzenden gew\u00e4hlt, sie \u00fcbernahm den Posten von der scheidenden Sahra Wagenknecht.<\/p>\n<p>Wie ihre Vorg\u00e4ngerin kommt Wissler aus dem linken Fl\u00fcgel der Partei. Sie ist Trotzkistin, gepr\u00e4gt wurde sie in der Sektiererbewegung \u00bbMarx21\u00ab und beim Stra\u00dfenprotest. Die Gruppierung ist selbst vielen Linken suspekt, in der Partei haben sie nicht mehr als einen Au\u00dfenseiterstatus inne. Die Trotzkisten berufen sich in ihrer politischen Agenda auf Karl Marx, in der Vergangenheit haben sie versucht, andere linke Parteien \u2013 vor allem die SPD \u2013 zu unterwandern.<\/p>\n<p>Das Ziel: Der Konkurrenz Mitglieder abzuwerben oder wenigstens deren Positionen in Richtung Marx&#039;sche Gesellschaft zu verschieben. \u00bbMarx21\u00ab wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Kurz nach der Entscheidung, f\u00fcr den Parteivorsitz zu kandidieren, erkl\u00e4rte sie ihre Mitgliedschaft f\u00fcr beendet. Sie sei sowieso kaum noch aktiv, sagte Wissler damals betont lakonisch.<\/p>\n<h3>Keine Bundeswehreins\u00e4tze im Ausland mehr \u2013 und den Verfassungsschutz abschaffen<\/h3>\n<p>Wissler will ihre Partei f\u00fcr \u00f6kologische W\u00e4hlerschichten \u00f6ffnen, ist aber kein gro\u00dfer Fan von Rot-Rot-Gr\u00fcn. Immerhin: 2008 war sie in Hessen bereit, eine rot-gr\u00fcne Regierung unter SPD-Chefin Andrea Ypsilanti zu tolerieren. Das B\u00fcndnis scheiterte damals am Zaudern in der SPD.<\/p>\n<p>Die Realos bei den Linken hoffen nun darauf, dass Wissler auch einem m\u00f6glichen Mitte-links-B\u00fcndnis auf Bundesebene gegen\u00fcber aufgeschlossen ist. Das d\u00fcrfte aber kaum ohne radikale Zugest\u00e4ndnisse m\u00f6glich sein. Wissler will den Kapitalismus \u00bb\u00fcberwinden\u00ab und ein Ende aller Auslandseins\u00e4tze der Bundeswehr, auf dem Leipziger Parteitag 2018 forderte sie die Abschaffung des Verfassungsschutzes. Es gehe darum, \u00bbOhnmacht und Resignation\u00ab zu \u00fcberwinden, sagte sie jetzt \u2013 und einen \u00bbSystemwechsel f\u00fcr eine solidarische Gesellschaft\u00ab herbeizuf\u00fchren.<\/p>\n<h3>\u00bbGuten Morgen in Absurdistan\u00ab<\/h3>\n<p>Die zweite Parteivorsitzende ist Susanne Hennig-Wellsow, die Th\u00fcringer Landes- und Fraktionsvorsitzende. Im Team steht sie f\u00fcr das erfolgreiche Regieren. In ihrem Bundesland stellt ihre Partei mit Bodo Ramelow seit 2014 den Ministerpr\u00e4sidenten in einer rot-rot-gr\u00fcnen Koalition. In Th\u00fcringen hat Hennig-Wellsow das geschafft, was in Berlin bisher nicht gelang: Sie hat ein ziemlich eng zusammenstehendes Team in der Partei gebildet.<\/p>\n<p>Hennig-Wellsow war Eisschnelll\u00e4uferin und wechselte fr\u00fch in die Politik. 2004 wurde die ehemalige Leistungssportlerin als j\u00fcngste Abgeordnete in den Th\u00fcringer Landtag gew\u00e4hlt und lieferte sich immer wieder harte Auseinandersetzungen mit der CDU.<\/p>\n<p>Bundesweit bekannt wurde sie nach der Wahl des Kurzzeit-Ministerpr\u00e4sidenten Thomas Kemmerich. Bei der Wahl am 5. Februar 2020 warf sie dem mit Stimmen der AfD in Regierungsverantwortung gelangten FDP-Politiker Kemmerich die Blumen vor die F\u00fc\u00dfe \u2013 und stieg damit zur Ikone der Linken auf. Die im Parlament ausharrenden Journalisten begr\u00fc\u00dfte sie in den folgenden Tagen auch mal mit einem \u00bbGuten Morgen in Absurdistan\u00ab.<\/p>\n<p>In ihrer Rede auf dem Parteitag sch\u00f6pfte Hennig-Wellsow aus ihrer Ost-Vergangenheit. Als Kind der Wende habe sie schon einmal eine Zeit der Umbr\u00fcche und Sorgen erlebt, die Corona-Pandemie erinnere sie nun an die Jahre nach 1989.<\/p>\n<p>Sie habe damals \u00bbmit aller Brutalit\u00e4t gesp\u00fcrt, wie Menschen kaputtgemacht werden\u00ab, heute sei es \u00e4hnlich. Jeder, der sich in der Linkspartei engagiere, habe daf\u00fcr andere Gr\u00fcnde \u2013 \u00bbaber was uns alle eint, ist doch, dass wir wollen, dass es den Menschen besser geht\u00ab.<\/p>\n<p>Entsprechend schwor sie die Delegierten auf eine m\u00f6gliche Regierungsverantwortung im Bund ein. \u00bbWir sind viele Jahre Protestpartei gewesen\u00ab, sagte Hennig-Wellsow, \u00bbaber die Menschen haben keine Zeit, auf uns zu warten, sondern leben im Hier und Jetzt.\u00ab<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Die neuen Linkenchefinnen: Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow Foto:\u2002Bernd von Jutrczenka \/ dpa Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow haben es geschafft: Erstmals stehen an der Spitze einer im<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":6170,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6169","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6169","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6169"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6169\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6170"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6169"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6169"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6169"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}