{"id":6068,"date":"2021-02-23T01:59:13","date_gmt":"2021-02-22T22:59:13","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-wer-sich-mit-der-mutante-b-1-1-7-infiziert-ist-moglicherweise-langer-ansteckend\/"},"modified":"2021-02-23T01:59:13","modified_gmt":"2021-02-22T22:59:13","slug":"corona-wer-sich-mit-der-mutante-b-1-1-7-infiziert-ist-moglicherweise-langer-ansteckend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-wer-sich-mit-der-mutante-b-1-1-7-infiziert-ist-moglicherweise-langer-ansteckend\/","title":{"rendered":"Corona: Wer sich mit der Mutante B.1.1.7 infiziert, ist m\u00f6glicherweise l\u00e4nger ansteckend"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/574b580a-b2fb-4a5a-8d0f-9903cacf5bcf_w948_r1.77_fpx50_fpy77.jpg\" title=\"Ausfl\u00fcgler in Berlin-Tegel: Die Infektionszahlen sind in Deutschland zuletzt nicht mehr so stark gesunken\" alt=\"Ausfl\u00fcgler in Berlin-Tegel: Die Infektionszahlen sind in Deutschland zuletzt nicht mehr so stark gesunken\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Ausfl\u00fcgler in Berlin-Tegel: Die Infektionszahlen sind in Deutschland zuletzt nicht mehr so stark gesunken<\/p>\n<p>  Foto:\u2002TOBIAS SCHWARZ \/ AFP  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Forscherinnen und Forscher haben eine weitere Theorie, warum die Variante des Coronavirus mit der Abk\u00fcrzung B.1.1.7 sich schneller ausbreitet. Demnach dauert die Infektion mit der Mutante l\u00e4nger \u2013 und vermutlich verl\u00e4ngert sich dadurch auch die Zeit, in der Infizierte das Virus an andere weitergeben k\u00f6nnen. Die Vermutung ist wichtig, weil sich die Variante auch in Deutschland ausbreitet und die Infektionszahlen erneut ansteigen lassen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich sinken die Infektionszahlen seit etwa einer Woche deutlich langsamer, die Kurve scheint ein Plateau zu erreichen. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist bundesweit sogar leicht gestiegen auf aktuell 61. Experten warnen schon seit L\u00e4ngerem, dass die Infektionszahlen mit der Ausbreitung der ansteckenden Virusvariante steigen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Ob dieser Trend nun eintritt, muss sich zeigen. Wom\u00f6glich k\u00f6nnte es im Laufe der Woche Gewissheit geben, sagte Lothar Wieler, Pr\u00e4sident des Robert Koch-Instituts (RKI) vergangene Woche in einer Pressekonferenz. (Eine ausf\u00fchrliche Analyse des aktuellen Infektionsgeschehens lesen Sie hier.)<\/p>\n<p>Vor allem zwei eindeutige Argumente \u00fcberzeugen Forscher, dass die neue Variante ansteckender ist:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Sie dominiert<strong> innerhalb kurzer Zeit nahezu das gesamte Infektionsgeschehen<\/strong>. W\u00e4hrend in Deutschland die Fallzahlen zuletzt insgesamt sanken, hat sich der Anteil der Coronavirus-Mutante pro Woche nahezu verdoppelt.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Breitet sich die Variante in einer Phase aus, in der weniger strenge Corona-Ma\u00dfnahmen gelten, <strong>steigen die Infektionszahlen rasant<\/strong>. Das zeigte sich besonders in Gro\u00dfbritannien, wo die Variante zuerst nachgewiesen worden war, und in Portugal. Portugal hatte zwischenzeitlich die h\u00f6chste Inzidenz weltweit, dem Gesundheitssystem drohte der Kollaps. Das Land bat international um Hilfe, auch die Bundeswehr schickte \u00c4rzte und Pfleger nach Portugal.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Anteil der Mutante in Bayern besonders hoch<\/h3>\n<p>Fest steht: Die Variante breitet sich auch in Deutschland rasant aus. In der vergangenen Woche wiesen 22 Prozent der in Deutschland untersuchten Proben die Genver\u00e4nderungen auf, die f\u00fcr B.1.1.7 typisch sind. Die nordostbayerischen Regionen Hof, Wunsiedel und Tirschenreuth meldeten einen Anteil der neuen Mutanten an den positiven Tests von 40 bis 70 Prozent. In der letzten Januarwoche lag ihr Anteil bundesweit laut Stichproben nur bei 5,6 Prozent.<\/p>\n<p>Wie viel ansteckender die britische Virusvariante genau ist \u2013 die Einsch\u00e4tzung der Wissenschaft bewegt sich im Korridor von 30 bis 60 Prozent \u2013, hat indes entscheidende Auswirkungen auf den Fortgang der Pandemie. Eine Modellrechnung des SPIEGEL zeigt, wie sich die Gesamtzahl der gemeldeten Neuinfektionen entwickeln k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Dass sich einzelne Varianten durchsetzen, ist an sich nicht ungew\u00f6hnlich. Allerdings breitet sich B.1.1.7 rasant aus \u2013 und zwar weltweit. Ein klares Indiz, dass sie gegen\u00fcber anderen Varianten einen Vorteil haben muss. Forschende haben mehrere m\u00f6gliche Erkl\u00e4rungen.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Einige der Genver\u00e4nderungen betreffen das sogenannte Spike-Protein, mit dem das Virus an Zellen andockt. Nur dort k\u00f6nnen sie sich vermehren. Diese Ver\u00e4nderungen k\u00f6nnten es dem <strong>Virus leichter machen, Zellen zu infizieren<\/strong>.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Die Mutationen k\u00f6nnten daf\u00fcr sorgen, dass sich <strong>mehr Viren ausbreiten<\/strong>. Die sogenannte Viruslast gilt als Indiz, wie ansteckend jemand ist. Denn je mehr Viren sich im Rachen oder in der Nase eines Infizierten tummeln, desto mehr werden beim Husten, Niesen, Sprechen oder Atmen freigesetzt. Dadurch steigt auch die Chance, dass einzelne Viren in einen neuen Wirt gelangen und sich dort ebenfalls ausbreiten.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eine Analyse von US-Wissenschaftlern mehrerer US-Elite-Universit\u00e4ten, darunter Yale und Harvard, spricht f\u00fcr eine weitere m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung. F\u00fcr die Analyse hatten die Forschenden 65 Infizierte jeden Tag mittels eines PCR-Tests untersucht. Dadurch konnte genau dokumentiert werden, wie sich die Infektion entwickelt.<\/p>\n<h3>Infektion mit B.1.1.7 dauerte im Schnitt f\u00fcnf Tage l\u00e4nger<\/h3>\n<p>Demnach dauerte eine Infektion mit der Variante B.1.1.7 im Schnitt f\u00fcnf Tage l\u00e4nger, n\u00e4mlich etwas mehr als 13 Tage. Infektionen mit anderen Virusvarianten klangen schon nach etwa acht Tagen ab. Die l\u00e4ngere Infektion k\u00f6nnte dazu f\u00fchren, dass Betroffene das Virus auch \u00fcber l\u00e4ngere Zeit weitergeben k\u00f6nnen, vermuten die Forscher. Die Proben enthielten auf dem H\u00f6hepunkt der Infektion jedoch einen \u00e4hnlich hohen Anteil an Viren wie die anderer Virustypen. Das spricht gegen die Theorie, die Mutationen k\u00f6nnten die Viruslast erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse sind jedoch nur vorl\u00e4ufig, betonten die Wissenschaftler. So hatten sich nur sieben der 65 untersuchten Infizierten mit der Variante B.1.1.7 infiziert. Und die Stichprobe insgesamt war auch nicht repr\u00e4sentativ. So arbeiteten alle 65 Probanden f\u00fcr die US-Basketball-Profiliga NBA \u2013 darunter waren Spieler, aber auch Mitarbeitende in den Stadien. 90 Prozent von ihnen waren M\u00e4nner.<\/p>\n<h3>Quarant\u00e4ne verl\u00e4ngern?<\/h3>\n<p>Sollten sich die Ergebnisse in weiteren Studien best\u00e4tigen, mahnen die Forscher, k\u00f6nnte eine Quarant\u00e4nezeit von zehn Tagen bei der neuen Variante nicht ausreichen, um Ansteckungen m\u00f6glichst zu verhindern. Deutschland hat die Richtlinie f\u00fcr Verdachtsf\u00e4lle wegen der sich ausbreitenden Virusvariante bereits vorsorglich angepasst.<\/p>\n<p>Wer Kontakt zu einem Infizierten hatte, muss f\u00fcr 14 Tage in h\u00e4usliche Quarant\u00e4ne. Gerechnet wird ab dem Tag des Kontakts. Die Option bei einem negativen PCR-Test die Quarant\u00e4ne schon nach zehn Tagen zu beenden, gibt es nicht mehr. Menschen, die mit einem Covid-19-Erkrankten zusammenleben, sollten ihre Kontakte m\u00f6glichst sogar f\u00fcr 20 Tage einschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Bayerns Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der warnte am Montag mit Blick auf die sich ausbreitende Virusvariante vor einer m\u00f6glichen dritten Welle. Die Pandemie sei in einer sehr sensiblen und schwierigen Phase angekommen, zwischen Hoffnungen auf Lockerungen und Sorgen vor den Mutationen, sagte S\u00f6der bei einer Sitzung des CSU-Vorstands.<\/p>\n<p>Die Wirkung der bisherigen Ma\u00dfnahmen zum Infektionsschutz lie\u00df nach. \u00bbEs stagniert, und in einigen Bundesl\u00e4ndern steigt die Inzidenz wieder an\u00ab, sagte S\u00f6der. Es bestehe daher die Gefahr, dass Deutschland in drei bis vier Wochen vor \u00e4hnlichen Herausforderungen stehe wie im vergangenen Dezember.<\/p>\n<h3>Montgomery warnt vor weiteren Lockerungen<\/h3>\n<p>Der Vorteil ist aktuell, dass sich die Variante w\u00e4hrend des bundesweit geltenden Lockdowns ausbreitet. L\u00e4nder wie Gro\u00dfbritannien und Irland haben gezeigt, dass harte Ma\u00dfnahmen auch die neue Variante in Schach halten k\u00f6nnen. Auch D\u00e4nemark hatte harte Beschr\u00e4nkungen wegen der sich rasch ausbreitenden Variante vorsorglich verl\u00e4ngert.<\/p>\n<p>Nun \u00f6ffnen in Deutschland jedoch vielerorts wieder Schulen und Kinderg\u00e4rten. Weitere Lockerungen werden diskutiert. Auch Kanzlerin Angela Merkel sprach sich f\u00fcr eine vorsichtige Lockerungsstrategie aus.<\/p>\n<p>Der Vorsitzende des Welt\u00e4rztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnte dringend vor weiteren Lockerungen. \u00bbWer in Zeiten steigender R-Werte \u00fcber Lockerungen spricht, handelt absolut unverantwortlich\u00ab, sagte der Mediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. \u00bbDer Inzidenzwert zeigt, wo wir aktuell stehen. Der R-Wert zeigt, wohin wir gerade gehen. Bei einem Wert klar \u00fcber 1,0 droht wieder exponentielles Wachstum \u2013 und genau das ist jetzt der Fall.\u00ab<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Ausfl\u00fcgler in Berlin-Tegel: Die Infektionszahlen sind in Deutschland zuletzt nicht mehr so stark gesunken Foto:\u2002TOBIAS SCHWARZ \/ AFP Forscherinnen und Forscher haben eine weitere Theorie, warum die Variante<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":6069,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6068","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6068","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6068"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6068\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6069"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6068"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6068"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6068"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}