{"id":5972,"date":"2021-02-18T18:59:44","date_gmt":"2021-02-18T15:59:44","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-impfstoffe-was-die-neuen-studien-zu-biontech-und-moderna-aussagen-und-was-nicht\/"},"modified":"2021-02-18T18:59:44","modified_gmt":"2021-02-18T15:59:44","slug":"corona-impfstoffe-was-die-neuen-studien-zu-biontech-und-moderna-aussagen-und-was-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-impfstoffe-was-die-neuen-studien-zu-biontech-und-moderna-aussagen-und-was-nicht\/","title":{"rendered":"Corona-Impfstoffe: Was die neuen Studien zu Biontech und Moderna aussagen \u2013 und was nicht"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/ce587cea-4ea7-4e34-9720-029672e77175_w948_r1.77_fpx56_fpy63.jpg\" title=\"Hindernislauf zum Impfziel: Szene aus dem Impfzentrum in den Hamburger Messehallen\" alt=\"Hindernislauf zum Impfziel: Szene aus dem Impfzentrum in den Hamburger Messehallen\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Hindernislauf zum Impfziel: Szene aus dem Impfzentrum in den Hamburger Messehallen<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Christian Charisius \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>\u00bbCorona-Laborstudie: Biontech-Impfstoff weniger effektiv gegen s\u00fcdafrikanische Mutation\u00ab \u2013 \u00dcberschriften wie diese k\u00f6nnen einen in der aktuellen Corona-Situation pessimistisch stimmen. Was die Forschenden in der Studie untersucht haben, welche R\u00fcckschl\u00fcsse sich daraus f\u00fcr den Impfschutz vor Covid-19 ziehen lassen und warum Optimismus trotzdem angebracht ist: der \u00dcberblick.<\/p>\n<h3>Welche neuen Daten liegen vor?<\/h3>\n<p>Am Mittwoch hat eine Forschungsgruppe im Fachblatt \u00bbNEJM\u00ab einen vorl\u00e4ufigen Bericht ver\u00f6ffentlicht, der sich mit der Wirkung des Impfstoffs von Biontech und Pfizer auf die Coronavirus-Variante B.1.351 besch\u00e4ftigt. B.1.351 wurde zuerst in S\u00fcdafrika entdeckt. Es war bereits aus anderen Studien bekannt, dass mehrere Impfstoffe gegen diese Virusvariante wohl nicht so effektiv sind wie gegen das urspr\u00fcnglich kursierende Coronavirus Sars-CoV-2.<\/p>\n<p>In der aktuellen Ver\u00f6ffentlichung wird berichtet, wie gut Antik\u00f6rper aus dem Blut verschiedene Virusvarianten bei Geimpften, die das Pfizer\/Biontech-Mittel erhalten haben, neutralisieren \u2013 also unsch\u00e4dlich machen. Die Forschungsgruppe hat f\u00fcr die Experimente Virusvarianten mit unterschiedlichen Mutationen im Spike-Protein verwendet. Gegen dieses Protein richten sich die meisten der Covid-19-Impfstoffe.<\/p>\n<p>Ergebnis der Tests: Die Antik\u00f6rper konnten die Virusvariante, die alle Spike-Mutationen der Variante B.1.351 enthielt, noch neutralisieren \u2013 sie waren aber deutlich weniger effektiv als gegen die urspr\u00fcngliche Variante. Die Effektivit\u00e4t war um rund zwei Drittel geringer.<\/p>\n<p>\u00c4hnliches berichtet eine Forschungsgruppe ebenfalls im \u00bbNEJM\u00ab in Bezug auf den Impfstoff von Moderna, wie der von Pfizer\/Biontech ein mRNA-Impfstoff. Auch hier sind die Antik\u00f6rper von Geimpften weniger effektiv darin, das mutierte Virus B.1.351 auszuschalten.<\/p>\n<h3>Was l\u00e4sst sich daraus ableiten und was nicht?<\/h3>\n<p>In beiden Fachberichten steht: Was das genau f\u00fcr die Immunantwort von Geimpften bedeutet, sei unklar. Es handele sich lediglich um Laborversuche mit Viren und Blutseren Geimpfter. Wie sich die Immunantwort im menschlichen K\u00f6rper ver\u00e4ndert, k\u00f6nnen die Experimente nicht genau vorhersagen, sie k\u00f6nnen nur einen Trend anzeigen: n\u00e4mlich, dass die Antik\u00f6rper-Antwort weniger effektiv ist.<\/p>\n<p>Ein relevanter Punkt, den diese Experimente nicht angehen, sind die sogenannten T-Zellen. Die Immunantwort auf Krankheitserreger wie Sars-CoV-2 beruht nicht nur auf Antik\u00f6rpern. Ein weiterer wichtiger Baustein sind T-Zellen, von denen einige darauf spezialisiert sind, von Viren befallene K\u00f6rperzellen zu eliminieren. Impfungen wirken, indem sie dem K\u00f6rper eine Infektion vorspielen. Dabei kurbeln nicht nur die Antik\u00f6rper-Produktion an, sie f\u00f6rdern auch entsprechende T-Zellen.<\/p>\n<p>\u00bbDie T-Zell-Antwort richtet sich gegen andere Zielstrukturen, sogenannte Epitope, die in anderen Bereichen des Spike-Proteins liegen\u00ab, sagt der Impfstoffforscher und Infektiologe Leif Erik Sander von der Berliner Charit\u00e9. Das bedeutet, dass Ver\u00e4nderungen des Proteins, die die Antik\u00f6rper-Reaktion vermindern, keinen Effekt auf die Arbeit der T-Zellen haben m\u00fcssen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Antik\u00f6rper vor allem in der Fr\u00fchphase einer Infektion wichtig sind, spielen die T-Zellen m\u00f6glicherweise etwas sp\u00e4ter eine Rolle. \u00bbSchwere Covid-19-Erkrankungen entwickeln sich in der zweiten bis dritten Woche der Infektion. Und hier ist die T-Zell-Antwort sicher relevant\u00ab, sagt Sander. Er vermutet deshalb, dass die Impfungen weiterhin vor schweren Krankheitsverl\u00e4ufen sch\u00fctzen k\u00f6nnen, auch wenn sich jemand mit B.1.351 angesteckt hat.<\/p>\n<p>Allerdings best\u00e4tigten die Experimente, dass B.1.351 es geschafft hat, dem Immunsystem besser auszuweichen. Sander: \u00bbWenn die Antik\u00f6rper-Antwort vermindert ist, h\u00e4ufen sich wahrscheinlich milde Durchbruchinfekte bei Geimpften sowie bei Menschen, die schon eine Coronavirus-Infektion hatten.\u00ab<\/p>\n<h3>Wie wirken die anderen Impfstoffe gegen B.1.351?<\/h3>\n<p>F\u00fcr Aufsehen sorgte die Entscheidung S\u00fcdafrikas, den Impfstoff von <strong>AstraZeneca <\/strong>zun\u00e4chst nicht zu nutzen. Grund daf\u00fcr war eine Studie mit rund 2000 Teilnehmenden in dem Land, in dem B.1.351 inzwischen f\u00fcr einen Gro\u00dfteil der Coronavirus-Infektionen verantwortlich ist. Die Untersuchung ergab, dass die Impfung nicht das Risiko senkte, eine milde bis moderate Covid-19-Erkrankung zu entwickeln.<\/p>\n<p>Die Studie konnte allerdings die relevante Frage nicht beantworten, ob die Impfung vor schweren Verl\u00e4ufen \u2013 und somit auch vor dem Tod durch Covid-19 \u2013 sch\u00fctzt. Denn unter den vergleichsweise jungen Teilnehmenden gab es w\u00e4hrend der Studie keinen einzigen schweren Covid-19-Verlauf. Warum? In der Studie gab es keine einzige schwere Covid-Erkrankung, weder unter den Geimpften noch in der Placebo-Gruppe. Das lag vor allem daran, dass die relativ kleine Studie nur vergleichsweise junge, gesunde Teilnehmende hatte. Sie war also von ihrem Aufbau gar nicht daf\u00fcr geeignet zu kl\u00e4ren, ob die Impfung vor einem schweren Covid-19-Verlauf sch\u00fctzt. Die Studie ist bisher nur als Vorver\u00f6ffentlichung verf\u00fcgbar, sie wurde noch nicht von anderen Forschenden begutachtet.<\/p>\n<p><strong>Johnson &amp; Johnson<\/strong> berichtete Ende Januar \u00fcber die Ergebnisse seiner Phase-3-Studien zu einem Vektorimpfstoff, bei dem eine einmalige Impfung ausreichen soll. Die Effektivit\u00e4t des Mittels, vor einer moderaten bis schweren Covid-19-Erkrankung zu sch\u00fctzen, unterschied sich regional. Dies ist auf die Verbreitung neuer Mutanten zur\u00fcckzuf\u00fchren. Denn w\u00e4hrend die Effektivit\u00e4t in den USA bei 72 Prozent lag, betrug sie in Lateinamerika nur 66 Prozent, in S\u00fcdafrika nur 57 Prozent.<\/p>\n<p>Auch <strong>Novavax <\/strong>berichtete von einer geringeren Effektivit\u00e4t seines Impfstoffs gegen die Variante B.1.351, die sich durch eine Studie dort offenbarte. Bei Probandinnen und Probanden ohne HIV-Infektion lag die Wirksamkeit des Mittels demnach bei 60 Prozent gegen B.1.351.<\/p>\n<p>Die genannten Impfstoffe arbeiten zwar nach unterschiedlichen Prinzipien, sie funktionieren aber alle grunds\u00e4tzlich dar\u00fcber, dass sie eine Immunantwort gegen das Spike-Protein von Sars-CoV-2 hervorrufen. Die RNA-Impfstoffe von Pfizer\/Biontech und Moderna schleusen daf\u00fcr einen RNA-Bauplan f\u00fcr das Spike-Protein in den K\u00f6rper ein. Die Vektorimpfstoffe von AstraZeneca und Johnson &amp; Johnson bringen es mithilfe eines ungef\u00e4hrlichen Virus, des Vektors, ein. Novavax enth\u00e4lt Nanopartikel, die das Spike-Protein transportieren.<\/p>\n<p>Da B.1.351 mehrere Mutationen enth\u00e4lt, die das Spike-Protein betreffen und die Immunantwort des K\u00f6rpers beeinflussen, ist es also nicht v\u00f6llig \u00fcberraschend, wenn es sich auf all diese Impfstoffe auswirkt.<\/p>\n<h3>Wie geht es weiter?<\/h3>\n<p>Das Coronavirus mutiert \u2013 im Vergleich zu anderen Viren \u2013 relativ langsam. Doch durch seine starke Verbreitung hat es bereits einige besorgniserregende Varianten entwickelt, die sich auch auf die Impfstoffe auszuwirken scheinen. Forschende und Hersteller haben das im Blick. \u00bbIn Zukunft w\u00e4ren zum Beispiel Booster-Impfungen m\u00f6glich, mit denen man bereits Geimpfte vor Virusvarianten sch\u00fctzt. Ebenso k\u00f6nnte man noch nicht Geimpften gleich polyvalente Impfstoffe geben, also Impfstoffe, die sich gegen mehrere Varianten richten \u2013 wie bei der j\u00e4hrlichen Grippeimpfung\u00ab, sagt Sander.<\/p>\n<p>Das bedeutet wahrscheinlich: Die erste oder zweite Covid-Impfung wird nicht unbedingt die letzte sein.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Hindernislauf zum Impfziel: Szene aus dem Impfzentrum in den Hamburger Messehallen Foto:\u2002Christian Charisius \/ dpa \u00bbCorona-Laborstudie: Biontech-Impfstoff weniger effektiv gegen s\u00fcdafrikanische Mutation\u00ab \u2013 \u00dcberschriften wie diese k\u00f6nnen einen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5973,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-5972","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5972","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5972"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5972\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5973"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5972"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5972"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5972"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}