{"id":5959,"date":"2021-02-18T02:30:01","date_gmt":"2021-02-17T23:30:01","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/kampf-gegen-corona-mutanten-ursula-von-der-leyen-stellt-funf-punkte-plan-vor\/"},"modified":"2021-02-18T02:30:01","modified_gmt":"2021-02-17T23:30:01","slug":"kampf-gegen-corona-mutanten-ursula-von-der-leyen-stellt-funf-punkte-plan-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/kampf-gegen-corona-mutanten-ursula-von-der-leyen-stellt-funf-punkte-plan-vor\/","title":{"rendered":"Kampf gegen Corona-Mutanten: Ursula von der Leyen stellt F\u00fcnf-Punkte-Plan vor"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/e0beb94e-cb7a-46cc-b07a-dc9a8fea13d0_w948_r1.77_fpx33.32_fpy49.98.jpg\" title=\"EU-Kommissionspr\u00e4sidentin von der Leyen: \u00bbDie Wissenschaft hat die Industrie \u00fcberholt.\u00ab\" alt=\"EU-Kommissionspr\u00e4sidentin von der Leyen: \u00bbDie Wissenschaft hat die Industrie \u00fcberholt.\u00ab\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">EU-Kommissionspr\u00e4sidentin von der Leyen: \u00bbDie Wissenschaft hat die Industrie \u00fcberholt.\u00ab<\/p>\n<p>  Foto:\u2002ARIS OIKONOMOU \/ AFP  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Ursula von der Leyen steht im Pressesaal des Berlaymont, des m\u00e4chtigen Hauptquartiers der EU-Kommission, und ist in ihrem Element. Wochenlang musste sie sich teils scharfe Kritik an ihrer Impfstoff-Strategie anh\u00f6ren, die vor allem in Deutschland mittlerweile als Debakel gilt, und \u00fcberdeutlich wurde dabei: Die Defensive ist von der Leyens Sache nicht. Umso gel\u00f6ster wirkt sie nun, da sie endlich wieder tun kann, was ihr besonders liegt: im Licht der Scheinwerfer Gro\u00dfes verk\u00fcnden.<\/p>\n<p>Von der Leyen, das wird schnell klar, will im Kampf gegen das Coronavirus wieder in die Offensive kommen. Ob ihr das gelingt, k\u00f6nnte dar\u00fcber entscheiden, ob ihre Amtszeit als Erfolg gewertet wird &#8211; oder ob sie wom\u00f6glich sogar vorzeitig endet. Richten soll es nun ein F\u00fcnf-Punkte-Plan:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Die <strong>Sequenzierung des Erbguts<\/strong> des Virus soll deutlich beschleunigt werden, damit man neue Varianten schneller als bisher erkennt. Die EU-L\u00e4nder sollen daf\u00fcr mindestens 75 Millionen Euro aus EU-Mitteln bekommen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Diese Informationen sollen <strong>die Anpassung von Impfstoffen an neue Virusvarianten<\/strong> erleichtern; f\u00fcr entsprechende Forschungsprojekte will von der Leyen weitere 150 Millionen Euro bereitstellen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Ein neues<strong> Netzwerk f\u00fcr klinische Studien<\/strong> namens \u00bbVaccelerate\u00ab (zusammengesetzt aus den englischen W\u00f6rtern f\u00fcr Impfstoff und Beschleunigen), an dem sich 16 EU-Staaten und f\u00fcnf weitere L\u00e4nder beteiligen, soll die Datenlage \u00fcber die Pandemie und den Erreger verbessern.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Die <strong>Zulassung neuer Impfstoffe<\/strong> durch die EU-Arzneimittelagentur EMA soll beschleunigt werden, basierend auf dem Modell der j\u00e4hrlichen Influenza.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Die <strong>Massenproduktion von Impfstoffen<\/strong> soll deutlich ausgeweitet, Lieferketten abgesichert und Engp\u00e4sse erkannt werden. Zudem sollen neue Vertr\u00e4ge mit Herstellern \u00bbdetaillierte und glaubw\u00fcrdige Pl\u00e4ne\u00ab \u00fcber Produktionskapazit\u00e4ten in der EU enthalten \u2013 ein klarer Verweis auf die bisherigen Pannen bei der Lieferung der Impfstoffe.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Plan tr\u00e4gt den etwas martialischen Namen \u00bbHera Incubator\u00ab, was ausdr\u00fccken soll, dass hier eine neue EU-Beh\u00f6rde namens Health Emergency Preparedness and Response Authority (Hera) ausgebr\u00fctet wird. Sie tauchte bereits im vergangenen November in einem Plan der Kommission zur St\u00e4rkung der Widerstandskraft gegen Gesundheitsgefahren auf.<\/p>\n<p>Doch von der Leyens Feuerwerk der Ank\u00fcndigungen ist damit noch nicht vorbei: Sie verk\u00fcndet auch einen neuen Vertrag mit dem US-Unternehmen Moderna, mit dem bisher die Lieferung von 160 Millionen Impfstoffdosen vereinbart war. Nun soll Moderna noch in diesem Jahr weitere 150 Millionen Dosen liefern, f\u00fcr 2022 gibt es eine Option auf ebenfalls 150 Millionen.<\/p>\n<h3>Zweifel an herk\u00f6mmlichen Impfstoffen?<\/h3>\n<p>Allerdings hatte die EU-Kommission zuvor bereits bei sechs Herstellern mehr als 1,5 Milliarden Impfstoffdosen fest bestellt und sich Optionen auf 760 Millionen weitere gesichert \u2013 mehr als genug f\u00fcr 450 Millionen EU-B\u00fcrger. Das Problem liegt derzeit eher in der Herstellung und Lieferung der Impfstoffe. Warum die Kommission nun dennoch weitere 300 Millionen Dosen bestellt, blieb unklar.<\/p>\n<p>Ein naheliegender Grund w\u00e4re, dass die Kommission sichergehen will, sich mit den besten Impfstoffen einzudecken \u2013 jenen, die auf dem neuartigen mRNA-Verfahren beruhen und den herk\u00f6mmlichen Impfstoffen deutlich \u00fcberlegen scheinen. Die Zweifel an den herk\u00f6mmlichen Impfstoffen von Herstellern wie AstraZeneca dagegen wachsen auch in der Bev\u00f6lkerung. Die Kommission hat nun insgesamt gut eine Milliarde Dosen mRNA-Impfstoffe der Hersteller Moderna, Biontech\/Pfizer und Curevac fest bestellt, hinzu kommen Optionen auf 430 Millionen weitere. Damit lie\u00dfen sich theoretisch alle 450 Millionen EU-B\u00fcrger nur mit mRNA-Impfstoffen immunisieren.<\/p>\n<p>Bei der Zulassung der Impfstoffe und der Frage der Haftung will von der Leyen dagegen anscheinend nicht mehr nur auf Nummer sicher gehen &#8211; denn das war nach Angaben der Hauptgrund f\u00fcr die sp\u00e4ten Bestellungen durch die Kommission. Anders als etwa Gro\u00dfbritannien und die USA entschied sie sich gegen eine Notfallzulassung. Die offizielle Begr\u00fcndung: Man wolle das Vertrauen der Bev\u00f6lkerung nicht durch ein Schnellverfahren bei der medizinischen Pr\u00fcfung gef\u00e4hrden. Eine Rolle spielte aber auch die Tatsache, dass bei einer Notfallzulassung die nationalen Regierungen f\u00fcr etwaige Impfsch\u00e4den h\u00e4tten haften m\u00fcssen \u2013 und nicht die Hersteller.<\/p>\n<p>Das wollten offenbar sowohl die EU-Kommission als auch einige Mitgliedsl\u00e4nder unbedingt verhindern. Vor allem der US-Konzern Pfizer aber soll sich lange gegen eine Haftungs\u00fcbernahme gestr\u00e4ubt haben. Nun zeigt sich von der Leyen bereit, eine Notfallgenehmigung f\u00fcr Impfstoffe auf EU-Ebene \u00bbmit gemeinsamer Haftung der Mitgliedstaaten einzuf\u00fchren\u00ab. Daf\u00fcr sei auch \u00bbeine gezielte \u00c4nderung der Arzneimittelgesetzgebung\u00ab denkbar. Tempo, das scheint klar, ist in Zukunft m\u00f6glicherweise doch etwas wichtiger als das letzte Qu\u00e4ntchen Sicherheit.<\/p>\n<p>Der SPD-Europaabgeordnete Tiemo W\u00f6lken etwa lobt von der Leyens Vorschl\u00e4ge, zeigt sich aber \u00bbverwundert\u00ab, dass sie erst jetzt kommen. Die Produktion und Beschaffung etwa \u00bbh\u00e4tten bereits im Sommer in Angriff genommen werden m\u00fcssen\u00ab. Da aber habe man noch gar nicht gewusst, welcher Impfstoff das Rennen machen w\u00fcrde, wendet Binnenmarkt-Kommissar Thierry Breton ein. Und vorher sei es eben unm\u00f6glich gewesen, Engp\u00e4sse in den Lieferketten zu identifizieren. Als dann klar war, welche Impfstoffe erfolgreich sein w\u00fcrden, habe man so schnell wie m\u00f6glich gehandelt.<\/p>\n<p>Eigentlich sei ihre Kommission gar nicht so langsam gewesen bei der Impfstoff-Beschaffung, so auch von der Leyens Botschaft. Die Forscher seien einfach noch schneller gewesen. \u00bbIm vergangenen Sommer h\u00e4tten wir uns gl\u00fccklich gesch\u00e4tzt, wenn wir im April dieses Jahres Impfstoffe gehabt h\u00e4tten\u00ab, sagt von der Leyen. \u00bbDie Wissenschaft hat die Industrie \u00fcberholt.\u00ab<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern EU-Kommissionspr\u00e4sidentin von der Leyen: \u00bbDie Wissenschaft hat die Industrie \u00fcberholt.\u00ab Foto:\u2002ARIS OIKONOMOU \/ AFP Ursula von der Leyen steht im Pressesaal des Berlaymont, des m\u00e4chtigen Hauptquartiers der EU-Kommission,<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5960,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-5959","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5959","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5959"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5959\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5960"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5959"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5959"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5959"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}