{"id":5936,"date":"2021-02-17T00:57:23","date_gmt":"2021-02-16T21:57:23","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/apple-sony-pininfarina-und-co-elektroauto-technik-kommt-quereinsteigern-zugute\/"},"modified":"2021-02-17T00:57:23","modified_gmt":"2021-02-16T21:57:23","slug":"apple-sony-pininfarina-und-co-elektroauto-technik-kommt-quereinsteigern-zugute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/apple-sony-pininfarina-und-co-elektroauto-technik-kommt-quereinsteigern-zugute\/","title":{"rendered":"Apple, Sony, Pininfarina und Co: Elektroauto-Technik kommt Quereinsteigern zugute"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/54dcf542-d48c-4dea-8bde-1ad5b34c26b1_w948_r1.77_fpx49.88_fpy50.jpg\" title=\"Das \u00bbRolling Chassis\u00ab der deutschen Zulieferer Bosch und Benteler. Auf dieser technischen Basis soll ein k\u00fcnftiges Elektroauto von Pininfarina aufbauen\" alt=\"Das \u00bbRolling Chassis\u00ab der deutschen Zulieferer Bosch und Benteler. Auf dieser technischen Basis soll ein k\u00fcnftiges Elektroauto von Pininfarina aufbauen\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Das \u00bbRolling Chassis\u00ab der deutschen Zulieferer Bosch und Benteler. Auf dieser technischen Basis soll ein k\u00fcnftiges Elektroauto von Pininfarina aufbauen<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Bosch  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Der per Maus bedienbare Apple Macintosh ver\u00e4nderte 1984 die Computerwelt; das iPhone von Apple revolutionierte 2007 die Mobiltelefonbranche. Folgt 2024 Apples Attacke auf die Autowelt?<\/p>\n<p>Unter dem Projektnamen \u00bbTitan\u00ab arbeitet der kalifornische Elektronikkonzern seit Jahren an einem elektrisch und autonom fahrenden Fahrzeug. Schon in drei Jahren k\u00f6nne es fahren, hie\u00df es zuletzt in unbest\u00e4tigten Berichten.<\/p>\n<p>J\u00fcngst haben sich Ger\u00fcchte dahin gehend verdichtet, dass Apple kein eigenes iCar entwickelt, sondern auf eine fertige Technikplattform zugreift. Die Basis des Apple-Autos \u2013 Fahrwerk, Elektroantrieb, Akku \u2013 w\u00fcrde also zugekauft. Der Techkonzern k\u00f6nnte sich voll und ganz auf seine Kernkompetenz konzentrieren: die elektronische Vernetzung.<\/p>\n<p>Mit welchem Partner dies geschehen k\u00f6nnte, ist unklar. Spekulationen \u00fcber eine Zusammenarbeit zwischen Apple und dem koreanischen Hyundai-Kia-Konzern hat der Autohersteller dementiert. Auch Nissan sah sich zuletzt gen\u00f6tigt, Berichte \u00fcber Gespr\u00e4che mit Apple zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<p>Doch Apple hat theoretisch viele andere Optionen. F\u00fcr Quereinsteiger kommen heutzutage nicht nur origin\u00e4re Pkw-Hersteller als Kooperationspartner infrage. Auch etliche Zulieferunternehmen stehen f\u00fcr eine Zusammenarbeit bereit. Dabei hilft es enorm, dass es um Autos mit dem vergleichsweise einfach aufgebauten Elektroantrieb geht \u2013 und nicht mehr um Wagen mit Verbrennungsmotor.<\/p>\n<p>Zulieferer bieten inzwischen komplette Baukastensysteme f\u00fcr E-Fahrzeuge an. F\u00fcr Start-ups und andere Newcomer in der Autobranche k\u00f6nnte das interessant sein, sagt Stefan Reindl, Direktor des Instituts f\u00fcr Automobilwirtschaft (IFA) in Geislingen: \u00bbSie k\u00f6nnen solche Plattformen nutzen, um kostenoptimiert und schnell mit Fahrzeugen auf den Markt zu gehen.\u00ab<\/p>\n<h3>Aufs Technikpaket muss nur noch ein \u00bbDeckel\u00ab<\/h3>\n<p>Blaupausen f\u00fcr derartige Projekte gibt es. So ist das italienische Designstudio Pininfarina inzwischen als Autohersteller aktiv. Zuvor war es \u00fcber Jahrzehnte unter anderem daf\u00fcr bekannt, Sportwagen von Ferrari einzukleiden. Dem ersten eigenen Modell, dem Supersportwagen Battista mit 1900 PS Motorleistung, sollen weniger brachiale E-Autos folgen. Das technische Know-how kauft Pininfarina im Komplettpaket bei den deutschen Zulieferern Bosch und Benteler ein.<\/p>\n<p>Die beiden Firmen haben gemeinsam ein \u00bbRolling Chassis\u00ab entwickelt, eine modulare Plattform f\u00fcr Elektroautos. Sie vereint alle Komponenten der beiden Zulieferer, die f\u00fcrs Fahren relevant sind. Die E-Mobilit\u00e4t lasse die Nachfrage nach solchen integrierten L\u00f6sungen wachsen, hei\u00dft es bei Bosch.<\/p>\n<p>Benteler entwickelte das skalierbare Batteriespeichersystem und das Fahrwerk, Bosch stellt das darauf abgestimmte elektronische Zubeh\u00f6r \u2013 vom Steuerger\u00e4t \u00fcber den Elektromotor bis zum Bremssystem. Wer also ein Elektroauto produzieren m\u00f6chte, kann es mit einem bereits fertigen Grundger\u00fcst tun. Es muss nur noch der individuelle \u00bbDeckel\u00ab drauf \u2013 bestehend aus Innenausstattung und Karosserie.<\/p>\n<p>Bosch und Benteler sind nicht die einzigen Zulieferer, die ihre Chance wittern. Gefragt ist offenbar auch die Elektroplattform des kanadisch-\u00f6sterreichischen Konzerns Magna Steyr. Der Auftragsfertiger, der unter anderem die Mercedes G-Klasse sowie einige BMW- und Jaguar-Modelle baut, wurde in der Vergangenheit auch als m\u00f6glicher Partner von Apple gehandelt.<\/p>\n<p>Best\u00e4tigt ist hingegen die Verbindung der \u00d6sterreicher mit dem japanischen Elektronikkonzern Sony. Dessen vor einem Jahr vorgestelltes Elektroauto rollt mit Magna-Steyr-Technik bereits zu Testzwecken durch \u00d6sterreich.<\/p>\n<h3>Zulieferer machen neue Automarken mobil<\/h3>\n<p>Zuletzt hatte das amerikanische Auto-Start-up Fisker bekannt gegeben, seine Elektrofahrzeuge auf Basis der Magna-Steyr-Plattform herzustellen. Das kam \u00fcberraschend. Denn die Studie des Fisker-Wagens basierte noch auf dem modularen Elektronikbaukasten MEB von Volkswagen. Diese Kooperation zerschlug sich jedoch, und so wird das SUV-Modell Fisker Ocean im kommenden Jahr ohne VW-Technik deb\u00fctieren.<\/p>\n<p>Die zugekauften Technikplattformen ver\u00e4ndern das Gef\u00fcge in der Automobilbranche \u2013 und sie erm\u00f6glichen neue Gesch\u00e4ftsmodelle. Das Low-Budget-Segment sei von niedrigen Gewinnmargen gekennzeichnet, sagt IFA-Direktor Reindl. \u00bbIn diesem Bereich k\u00f6nnten \u00fcber die Nutzung einer solchen Plattform durch mehrere Hersteller die notwendigen Skaleneffekte realisiert werden.\u00ab Kurz gesagt: Kaufen mehrere Kleinhersteller bei einem Zulieferer das gleiche Technikger\u00fcst, rechnet es sich f\u00fcr alle.<\/p>\n<p>Auch das Gegenteil, also m\u00e4chtiges Protzen, ist per Plattformstrategie m\u00f6glich. Auf dem \u00bbRolling Chassis\u00ab von Bosch und Benteler l\u00e4sst sich zum Beispiel ein SUV-Modell mit 100 kWh Akkukapazit\u00e4t und bis zu 300 kW Leistung (umgerechnet 408 PS) aufbauen.<\/p>\n<h3><strong>Wer baut denn nun das Apple-Auto?<\/strong><\/h3>\n<p>Die Vielfalt der Optionen lockt viele Unternehmen. Darunter den Herzogenauracher Zulieferer Schaeffler, der ebenfalls eine eigene Plattform entwickelt hat. Continental aus Hannover fertigt bei seinem Tochterunternehmen Vitesco einen integrierten Achsantrieb, der E-Maschine, Leistungselektronik und Getriebe vereint. Seit 2019 wird das Teil in den Elektroautos Peugeot e-208 und Opel Corsa-e verbaut. Das M\u00fcnchener Start-up Sono Motors setzt ebenfalls auf die Vitesco-Technik.<\/p>\n<p>Auch neue Firmen dr\u00e4ngen auf den Markt. Das 2018 gegr\u00fcndete kalifornische Start-up Canoo hat eine besonders flache Elektroplattform entwickelt, auf der Canoo eigene Pkw und Transporter aufbauen will. Bis zu 368 kW Leistung und gut 480 Kilometer Reichweite sind m\u00f6glich. Der erste Typ auf dieser Plattform, ein Kleinbus, ist f\u00fcr 2023 angek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>\u00bbIndem wir den kritischsten und teuersten Teil des Fahrzeugs in allen unseren Modellen einheitlich halten, k\u00f6nnen wir schnell und kosteneffektiv eine vollst\u00e4ndige Palette von Elektrofahrzeugen auf den Markt bringen\u00ab, sagte Ulrich Kranz, Chef von Canoo und ehemals Leiter der BMW-Elektrooffensive \u00bbi\u00ab.<\/p>\n<h3>Jetzt will auch Foxconn mitmischen<\/h3>\n<p>Amerikanische Medien berichteten im vergangenen Jahr, Apple sei an einer \u00dcbernahme von Canoo interessiert. Pikant: Das Start-up ist seit 2020 offiziell Partner von Hyundai \u2013 jenem Konzern, um den es die Apple-Ger\u00fcchte gegeben hatte. Ganz verstummt sind diese auch wegen Canoo noch nicht. Es passt ja alles auch so sch\u00f6n: Hyundai und Canoo haben angek\u00fcndigt, gemeinsam eine Elektroplattform zu entwickeln.<\/p>\n<p>Wom\u00f6glich wendet sich Apple in Sachen Autobau aber auch an einen alten Bekannten: das taiwanische Unternehmen Foxconn. Der Elektronikriese fertigt unter anderem das iPhone. Im Oktober 2020 brachte sich Foxconn erstmals als Automobilzulieferer ins Spiel und pr\u00e4sentierte eine Elektroautoplattform.<\/p>\n<p>Bis zum Jahr 2027 will Foxconn nach eigenen Angaben mit Bauteilen in jedem zehnten Elektroauto weltweit vertreten sein. Ob auch Modelle von Apple darunter sein werden? Antworten auf diese und andere Fragen blieben die Amerikaner dem SPIEGEL schuldig.<\/p>\n<p>Klar ist dennoch: Nie war es f\u00fcr Quereinsteiger wie Apple so einfach wie heute, ein eigenes Auto zu bauen.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Das \u00bbRolling Chassis\u00ab der deutschen Zulieferer Bosch und Benteler. 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