{"id":5929,"date":"2021-02-16T16:27:31","date_gmt":"2021-02-16T13:27:31","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/einfamilienhaus-debatte-cdu-kommunalpolitiker-geben-anton-hofreiter-recht\/"},"modified":"2021-02-16T16:27:31","modified_gmt":"2021-02-16T13:27:31","slug":"einfamilienhaus-debatte-cdu-kommunalpolitiker-geben-anton-hofreiter-recht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/einfamilienhaus-debatte-cdu-kommunalpolitiker-geben-anton-hofreiter-recht\/","title":{"rendered":"Einfamilienhaus-Debatte: CDU-Kommunalpolitiker geben Anton Hofreiter recht"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/0631fd69-f9d5-4103-968e-165654ff74dd_w948_r1.77_fpx68.05_fpy44.99.jpg\" title=\"Neubau-Siedlung (in Gelsenkirchen 2013)\" alt=\"Neubau-Siedlung (in Gelsenkirchen 2013)\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Neubau-Siedlung (in Gelsenkirchen 2013)<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Oliver Berg\/ picture alliance \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Wohnraum in den Gro\u00dfst\u00e4dten wird immer knapper, die Mieten steigen. Zugleich gibt es viele Orte, die ver\u00f6den und von Wegzug betroffen sind. Sollten in der Stadt weiter Einfamilienh\u00e4user gebaut werden? Im SPIEGEL-Interview hat Gr\u00fcnenfraktionschef Anton Hofreiter daran Zweifel ge\u00e4u\u00dfert, wof\u00fcr er vor allem aus der CDU scharf kritisiert wird.<\/p>\n<p>Doch unter CDU-Kommunalpolitikern gibt es durchaus Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Position Hofreiters \u2013 etwa aus Leipzig, der am schnellsten wachsenden Stadt in Deutschland. \u00bbIch habe Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Hofreiters Sicht auf die zunehmende Zersiedlung. Das ist nicht nur problematisch f\u00fcr Umwelt und Klima, sondern auch f\u00fcr die \u00e4lter werdende Gesellschaft\u00ab, sagte die Leipziger CDU-Stadtr\u00e4tin und Bundestagskandidatin Jessica Heller dem SPIEGEL. Wenn der Weg zum Arzt oder n\u00e4chsten Supermarkt immer l\u00e4nger werde, werde das f\u00fcr viele Menschen zum Problem. \u00bbBei seiner Problemanalyse hat Herr Hofreiter durchaus einen Punkt.\u00ab<\/p>\n<p>Heller sagte weiter: \u00bbNat\u00fcrlich muss eine Kommune auch steuern k\u00f6nnen, wo welche Art von Wohnraum geschaffen wird. Diese M\u00f6glichkeiten gibt es auch vielfach schon.\u00ab Der Wunsch eines Eigenheims sei immer noch ein Traum f\u00fcr viele Menschen und werde in einer Gro\u00dfstadt zunehmend zum Luxusgut. \u00bbDeswegen habe ich auch Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Sorgen, die mit einer Lenkung der Politik verbunden sind\u00ab, so Heller.<\/p>\n<p>Hofreiter hatte im SPIEGEL vor den Nachteilen von Einfamilienhaussiedlungen gewarnt. \u00bbEinparteienh\u00e4user verbrauchen viel Fl\u00e4che, viele Baustoffe, viel Energie, sie sorgen f\u00fcr Zersiedelung und damit auch f\u00fcr noch mehr Verkehr\u00ab, sagte der Gr\u00fcnenpolitiker. In St\u00e4dten gebe es \u00bbgigantische Wohnungsnot\u00ab, in anderen Regionen rausche der Wert von H\u00e4usern \u00bbin den Keller\u00ab. Deshalb sollten Kommunen durch Bebauungspl\u00e4ne daf\u00fcr sorgen, dass der knappe Raum in Ballungsgebieten bestm\u00f6glich genutzt werde, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.<\/p>\n<p>\u00bbWir im l\u00e4ndlichen Raum haben mit Leerstand und Wegzug zu k\u00e4mpfen\u00ab, sagte CDU-Landrat G\u00f6tz Ulrich aus dem Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt dem SPIEGEL. \u00bbHerr Hofreiter hat durchaus recht, wenn er sagt, dass auch die Politik steuern sollte zwischen dem Leben in der Stadt und auf dem Land. Das scheint mir nicht v\u00f6llig von der Hand zu weisen zu sein\u00ab, so Ulrich. Auf dem Land m\u00fcsse der Anreiz f\u00fcr das Eigenheim bestehen bleiben.<\/p>\n<p>Auch an Hofreiters Aussagen zu m\u00f6glichen Enteignungen kann Ulrich nichts Skandal\u00f6ses erkennen: \u00bbDiese M\u00f6glichkeit ist in unserem Grundgesetz mit hohen H\u00fcrden und Entsch\u00e4digungen vorgesehen\u00ab, sagte der CDU-Landrat. \u00bbDie von Herrn Hofreiter beschriebenen F\u00e4lle sind tats\u00e4chlich ein Problem f\u00fcr uns hier.\u00ab<\/p>\n<p>Dort, wo ungekl\u00e4rte Eigentumsverh\u00e4ltnisse bestehen und ein Eigent\u00fcmer seinen Pflichten nicht nachkommt, trage vielfach auch die Gemeinschaft die Kosten. Dazu komme es beispielsweise, wenn ein Haus kurz vor dem Verfall steht, der Eigent\u00fcmer aber nicht bereit ist, das Anwesen zu verkaufen. \u00bbWir wollen hier keinen Sozialismus, den hatten wir hier schon mit sehr schlechten Erfahrungen. Dennoch: Wenn man da eine raschere M\u00f6glichkeit zur Enteignung schaffen w\u00fcrde, w\u00e4re das sinnvoll\u00ab, so Ulrich.<\/p>\n<p>Hofreiter hatte im SPIEGEL-Interview gesagt: \u00bbIch finde es richtig, dass die Gemeinde im Notfall auch enteignen darf, wenn Besitzverh\u00e4ltnisse unklar sind oder sich Erbengemeinschaften streiten und deshalb ein Dorfkern ver\u00f6det oder Wohnraum nicht geschaffen werden kann.\u00ab<\/p>\n<p>Mehrere CDU-Politiker hatten Hofreiter scharf attackiert. Der Bundestagsabgeordnete und th\u00fcringische Landesvorsitzende Christian Hirte sagte, Hofreiter zeige \u00bbwieder einmal exemplarisch f\u00fcr die Gr\u00fcnen deren gest\u00f6rtes Verh\u00e4ltnis zum Eigentum und der Lebensrealit\u00e4t im l\u00e4ndlichen Raum\u00ab.<\/p>\n<p>Der Hamburger CDU-Vorsitzende Christoph Plo\u00df sagte: \u00bbDie Gr\u00fcnen wollen die Freiheit von immer mehr B\u00fcrgern einschr\u00e4nken! Jetzt sprechen sie sogar ganz ungeniert von Enteignungen.\u00ab Er sei nicht bereit, das hinzunehmen, und werde \u00bbgegen diese Ideologie k\u00e4mpfen\u00ab, so Plo\u00df.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Neubau-Siedlung (in Gelsenkirchen 2013) Foto:\u2002Oliver Berg\/ picture alliance \/ dpa Der Wohnraum in den Gro\u00dfst\u00e4dten wird immer knapper, die Mieten steigen. 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