{"id":59,"date":"2020-04-24T22:00:13","date_gmt":"2020-04-24T19:00:13","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-krise-was-eine-zweite-welle-so-gefahrlich-macht\/"},"modified":"2020-04-24T22:00:13","modified_gmt":"2020-04-24T19:00:13","slug":"corona-krise-was-eine-zweite-welle-so-gefahrlich-macht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-krise-was-eine-zweite-welle-so-gefahrlich-macht\/","title":{"rendered":"Corona-Krise: Was eine zweite Welle so gef\u00e4hrlich macht"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Virologen warnen eindr\u00fccklich, dass die Corona-Epidemie l\u00e4ngst nicht vorbei ist. Ein Wiederaufflammen kann sogar verheerender sein als die erste Welle der Infektionen. Das belegen andere Beispiele.  <\/p>\n<p>Die Warnung der Kanzlerin war eindr\u00fccklich. &quot;Wir d\u00fcrfen uns keine Sekunde in Sicherheit wiegen&quot;, erkl\u00e4rte Angela Merkel am Montag. In Deutschland traten zu diesem Zeitpunkt nach Wochen der Einschr\u00e4nkungen in der Coronakrise die ersten Lockerungen in Kraft. &quot;Es w\u00e4re jammerschade, wenn wir sehenden Auges in einen R\u00fcckfall gehen&quot;, so Merkel.<\/p>\n<p>Das Land probt in Teilen derzeit die vorsichtige R\u00fcckkehr in die Normalit\u00e4t. Dabei ist klar: Sollten die Infektionszahlen wieder stark steigen, w\u00e4re ein neuer Shutdown unvermeidlich. &quot;Wenn wir alle weiter jetzt so tun, als ob das Problem \u00fcberwunden w\u00e4re, werden wir wieder einen Ausbruch haben. Das ist ziemlich sicher&quot;, best\u00e4tigte Lars Schaade, der Vizepr\u00e4sident des Robert Koch-Instituts, am Dienstag. Sollten die Fallzahlen in Zukunft massiv zulegen, &quot;kann das Gesundheitssystem immer noch sehr schnell \u00fcberlastet werden&quot; (mehr zu den Bettenkapazit\u00e4ten lesen Sie hier).<\/p>\n<p>Ob, wann und wie stark eine zweite Corona-Welle auftreten wird, ist derzeit noch nicht klar. Viele Aspekte spielen hier eine Rolle, etwa die Frage, ob es durch h\u00f6here Temperaturen in den Sommermonaten eine Abschw\u00e4chung des Infektionsgeschehens geben wird. T\u00fcckisch ist, dass man die Welle wom\u00f6glich erst dann sieht, wenn sie bereits da ist. Das hat damit zu tun, dass neue F\u00e4lle durch Inkubationszeit und Meldeverz\u00f6gerung erst nach \u00fcber einer Woche oder noch l\u00e4ngerer Zeit in den Statistiken auftauchen.<\/p>\n<p>Der Virologe Christian Drosten von der Charit\u00e9 in Berlin hat unl\u00e4ngst beschrieben, warum eine zweite Welle wom\u00f6glich deutlich problematischer sein k\u00f6nnte als die erste. Zum Start der Pandemie in Deutschland waren die F\u00e4lle sehr ungleich verteilt. Stark betroffenen Gebieten, in denen sich der Erreger etwa durch Karnevalssitzungen, Starkbierfeste oder zur\u00fcckkehrende Skiurlauber \u00fcberdurchschnittlich verbreitet hatte, standen bisher viele Landesteile gegen\u00fcber, in denen das Problem l\u00e4ngst nicht so massiv auftrat.<\/p>\n<p>Bei einem Wiederaufflammen der Infektionen, so Drosten, d\u00fcrfte sich das aber \u00e4ndern &#8211; weil sich der Erreger derzeit unter der Decke der aktuellen Einschr\u00e4nkungen weiterverbreitet, nur eben langsamer. &quot;Auf einmal hat man eine Wucht einer Infektionswelle innerhalb von einem Monat, die man nicht erwartet hatte&quot;, so der Virologe. Selbst wenn es bis dahin gelungen sei, den Reproduktionsfaktor um die 1 zu halten (das bedeutet, dass ein Covid-19-Erkrankter jeweils einen Gesunden ansteckt), k\u00f6nnten die Folgen drastisch sein.<\/p>\n<p>Kanzlerin Merkel hatte k\u00fcrzlich vorgerechnet, dass bei einem Anstieg des Reproduktionsfaktors auf 1,3 die Intensivstationen bereits im Juni \u00fcberf\u00fcllt seien. L\u00e4ge der Faktor auch nur bei 1,1 sei das trotzdem noch im Herbst der Fall. Was ihn &quot;schon etwas sorgenvoll&quot; stimme, sagte auch der Virologe Drosten, sei der Umstand, dass sich auch aktuell die Intensivbetten an der Charit\u00e9 nach und nach f\u00fcllten &#8211; obwohl es in Berlin nie &quot;eine Situation von einer sehr hohen \u00dcbertragung&quot; gegeben habe. Eine Rolle k\u00f6nnte dabei spielen, dass Patienten mit schweren Verl\u00e4ufen von Covid-19 teils wochenlang auf Intensivpflege angewiesen sind, die Betten also auf lange Zeit belegt sind.<\/p>\n<h3>Auch Chef der US-Seuchenschutzbeh\u00f6rde warnt<\/h3>\n<p>&quot;Wir stehen immer noch am Anfang der Pandemie, das vergessen viele&quot;, sagt auch die Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Infektionsforschung in Braunschweig dem SPIEGEL. &quot;Die Regierung hat mit den Lockerungen nun ein falsches Signal gesendet und ich bef\u00fcrchte, dass viele das Virus jetzt nicht mehr so ernst nehmen und wieder mehr Kontakte treffen.&quot; Wenn das passiere, stehe Deutschland bald wieder da, wo es am Anfang gestanden habe, warnt Brinkmann.<\/p>\n<p>Auch in den USA w\u00e4chst die Sorge vor der zweiten Welle. Robert Redfield, Chef der Seuchenschutzbeh\u00f6rde CDC, f\u00fcrchtet, dass eine verst\u00e4rkte Wiederkehr des Erregers mit der kommenden Grippesaison zusammenfallen k\u00f6nnte. &quot;Es besteht die M\u00f6glichkeit, dass der Angriff des Virus auf unsere Nation im n\u00e4chsten Winter sogar noch schwieriger sein wird als der, den wir gerade erlebt haben&quot;, erkl\u00e4rte Redfield in einem Gespr\u00e4ch mit der &quot;Washington Post&quot;. Die Beh\u00f6rden der Regierung in Washington und der Bundesstaaten sollten die Zeit bis dahin nutzen, um sich vorzubereiten. Das betreffe nicht nur den Ausbau von Testkapazit\u00e4ten und die F\u00e4higkeit, die Kontakte von Infizierten nachzuverfolgen \u2013 sondern auch die Notwendigkeit, den Menschen zu erkl\u00e4ren, dass sie sich weiter an Kontakt- und Abstandsregeln halten m\u00fcssten. <\/p>\n<p>Ebenfalls in der &quot;Washigton Post&quot; fand sich vor einiger Zeit ein historischer Blick auf die Gefahren einer zweiten Welle. Konkret geht es um die Stadt Denver zur Zeit der Spanischen Grippe vor 102 Jahren. Dort hatte man nach dem Auftreten erster F\u00e4lle Ende September 1918 eine gute Woche sp\u00e4ter strenge Seuchenschutzregeln eingef\u00fchrt. Erfreuliche Ergebnisse zeigten sich nach zehn Tagen, woraufhin die Einschr\u00e4nkungen am 11. November zur\u00fcckgenommen wurden. Die Zahl der Erkrankungen stieg daraufhin wieder an.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich gab es in der zweiten Welle in Denver aber nicht nur rund 50 Prozent mehr Infektionen pro Kopf der Gesamtbev\u00f6lkerung, auch die Dauer des Infektionsgeschehens in der Stadt war deutlich l\u00e4nger. Auch in St\u00e4dten wie Kansas City, Milwaukee und St. Louis sei die Wiederkehr der Krankheit t\u00f6dlicher gewesen als ihr erstes Auftreten.<\/p>\n<p>Im Zusammenhang mit Covid-19 sollte das nachdenklich stimmen. Wie eine R\u00fcckkehr der Krankheit verlaufen kann, ist derzeit im zwischenzeitlichen Corona-Vorzeigeland Singapur zu sehen. Aus nur einer Handvoll Neuinfektionen pro Tag Anfang M\u00e4rz sind inzwischen teils deutlich mehr als 1000 geworden. Vor allem ausl\u00e4ndische Arbeiter in ihren engen Massenunterk\u00fcnften sind betroffen. Das Problem: Waren am Anfang des Ausbruchs in Singapur die Infektionswege noch nachvollziehbar, ist das nun kaum noch der Fall. Der Ausbruch droht, au\u00dfer Kontrolle zu geraten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Virologen warnen eindr\u00fccklich, dass die Corona-Epidemie l\u00e4ngst nicht vorbei ist. Ein Wiederaufflammen kann sogar verheerender sein als die erste Welle der Infektionen. Das belegen andere Beispiele. 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